Wir, die Mehrheit der Deutschen und
Österreicher, sind es leid, immer noch und immer wieder zu einem auf
ewig schuldigen Volk erklärt zu werden. Wir werden daher hiermit
Stellung beziehen zu den nicht enden wollenden
Schulderklärungen, die von Vertretern des Staates, der
Parteien, Kirchen und Verbände immer wieder öffentlich ausgesprochen
und von publiziert werden.
Wir erklären daher
folgendes:
1. Schuld entsteht aus einem
Vergehen gegen die moralischen und ethischen Normen einer Gesellschaft. Sie
kann nur aus Handlungen oder Worten entstehen, niemals aus Gedanken oder
Meinungen.
2. Schuld bedeutet Verantwortung
für eigene Taten. Niemals entsteht Schuld aus den Taten anderer, auch
nicht aus denen von Verwandten oder Vorfahren.
3. Es gibt keine Kollektivschuld,
schon gar nicht für Taten, an denen man nicht beteiligt war. Wer das
Gegenteil behauptet, tut das, um andere zu manipulieren und zu bevormunden,
indem er ein falsches schlechtes Gewissen erzeugt.
4. Wir, die Unterzeichner, haben an
keinen Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges teilgenommen und lehnen es
deshalb konsequent ab, für etwas verantwortlich gemacht zu werden, was wir
weder getan haben noch hätten verhindern können. Wir erklären
uns ausdrücklich für nicht schuldig an den Verbrechen des
Zweiten Weltkrieges, völlig unabhängig von der noch ausstehenden
Klärung, welche davon nun wirklich stattgefunden haben und welche
nicht.
5. Wir lehnen es ebenso ab, unsere
Eltern und Großeltern pauschal für schuldig zu
erklären. Soweit persönliche Verfehlungen vorgelegen haben
könnten, so sind diese gesühnt oder verjährt. Sollte
persönliche Schuld in einigen Fällen ungesühnt geblieben sein,
so bleibt dies nach mehr als einem halben Jahrhundert dem persönlichen
Gewissen anheim gestellt, wie es nach Menschenrecht Sitte ist und war. Alleine
die Mitgliedschaft in einer zugelassenen Partei (damals NSDAP oder KPD) ist in
Demokratien erlaubt und darf daher nicht nachträglich als Schuld definiert
werden. Wir verwehren uns gegen die ständigen Diffamierungen der Kriegs-
und Vorkriegsgeneration unserer Vorfahren und gegen die Atmosphäre der
unspezifischen Anklagen und des Mißtrauens, die damit geschaffen
wird.
6. Schuld kann gesühnt werden,
mit oder ohne Einsicht. Sie kann auch vergeben werden, mit oder ohne Einsicht.
Keine Schuld währt ewig, sie endet spätestens beim Tode des
Schuldigen. Auf keinen Fall ist sie auf übertragbar weder auf
dessen Kinder noch auf dessen Volk.
7. Dieses Konzept von
Schuld ist immer gültig für alle Völker und
zu allen Zeiten. Es darf nicht beliebig relativiert werden. Es gibt daher auch
keine angebliche Sonderschuld oder ewige Sühne,
die wegen angeblicher Einmaligkeit von Verbrechen willkürlich
Ausnahmerecht erschafft.
Jeder Konflikt in der Geschichte
wurde irgendwann beendet oder durch andere Konflikte abgelöst. Das
ständige Aufreißen alter Wunden dient dem Frieden nicht, es
verhindert ihn.
Wir treten für das friedliche
Zusammenleben aller Völker ein und fordern daher die Einstellung
sämtlicher Diffamierungen, einschließlich derjenigen gegen uns als
Deutsche oder Österreicher.
Wir sind bereit, für Fehler
einzustehen, die wir selbst begangen haben, aber wir erlauben niemandem mehr,
in unserem Namen pauschale Schuldbekenntnisse für die Vergangenheit
abzulegen. Wer weiterhin eine Kollektivschuld propagiert oder
bereit ist, aufgrund dieser behaupteten Kollektivschuld Zahlungen
von unserem Geld zu leisten, an wen auch immer, der handelt gegen unseren
ausdrücklichen Willen, der von der Mehrheit des Volkes geteilt wird, und
der muß sich irgendwann dafür verantworten.
Wir fordern die längst
fällige Versöhnung der Kriegsgegner von einst und einen Neubeginn
ohne Diffamierungen. Wir fordern einen gleichberechtigten Platz in der
Völkergemeinschaft und das Ende der Feindseligkeiten nach fast 60 Jahren
durch einen Friedensvertrag auch für Deutschland. Es gibt keine
Erbsünde, weder religiös noch politisch. Kein Volk steht
durch Geburt über einem anderen, aber auch nicht darunter. Wir haben die
selben Rechte wie jedes andere Volk und werden uns künftig gegen jeden
weiteren Versuch wehren, der uns unsere Menschenwürde streitig machen
will. Es muß endlich Schluß gemacht werden mit dem Kult mit
der Schuld.
Mit unserer Unterschrift
erklären wir unsere Zustimmung zu dem oben gesagten, ohne damit eine
bestimmte politische Richtung zu unterstützen. Die Ablehnung der ewigen
Schuldzuweisungen geht über alle Parteien und ideologischen Grenzen hinweg
und wird auch von ansonsten unpolitischen Menschen
mitgetragen.
Vor-/ Nachname:
Die Unterschriften werden von mir
gesammelt und an die Initiatoren weitergeleitet.
Wenn Sie sich wegen
irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert
werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE
selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten
zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen. Einen Herrn
Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn
ärgern. Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben
eintreten, also seien Sie sich bewußt wie Sie denken
oder sprechen.