Zwischen 16.000 und 25.000 Menschen sterben jedes Jahr in
Deutschland durch "Nebenwirkungen" von Arzneimitteln. Das sagte der erste
Vorsitzende der Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde »
bei der Medizinischen Woche in Baden Baden »
Dr. Dieter
Hager berief sich dabei auf eine Studie des Bremer Instituts für
Prävention und Sozialforschung. Danach werden in Deutschland täglich
4,5 Millionen Arzneimittelpackungen verordnet, das sind im Jahr 1,6 Milliarden.
In den USA seien tödliche Nebenwirkungen durch Arzneimittel die "viert-
bis sechshäufigste Todesursache", sagte Dr. Hager.
Teuer und
verhängnisvoll sei es,
Naturheilmittel
aus der Erstattungspflicht der Krankenkassen herauszunehmen. Dieser "fatale
Fehler der Gesundheitpolitik" führe zu erheblichen Kostensteigerungen. Dr.
Hager machte darauf aufmerksam, dass "weniger als 50 Prozent aller
Gesundheitsleistungen über einen wissenschaftlichen Nachweis
verfügen" und trotzdem von den Kassen übernommen würden. Warum
also nicht die Naturheilmittel, die keine negativen Nebenwirkungen wie viele
Tausend Todesfälle zur Folge hätten?
Die Medizinische Woche,
die 104. in Baden Baden, stand unter dem Motto "Individuelle Behandlungen
versus Leitlinien-Medizin". In Deutschland seien ein 1.300 Leitlinien
publiziert, nach denen geheilt werden soll. Daraus werden fragwürdige
Krankheits Management-Programme" entwickelt.
Dr. Hager: "Bei einer
Halbwertzeit des medizinischen Wissens von 2, 8. bis 5 Jahren ist zu
befürchten, dass jede Leitlinie schon überholt ist, bevor sie
veröffentlicht ist und der Abstand zum modernen und rationalen Medizin
durch Leitlinien möglicherweise beschleunigt wird. Die Ärzte werden
immer in dem Dilemma zwischen Leitlinien-Medizin und innovativer Therapie und
individuellem Therapieversuch stecken."
Medizin ist ein großes
Stück Erfahrung und auch Kunst. Das vertrauensvolle Verhältnis
zwischen Arzt und Patient ist wichtiger als jede Leitlinie. Auch in ihren
Krankheiten sind Menschen Individuen und keine Maschinen. Der
Sachverständigenrat für die konzentrierte Aktion im Gesundheitswesen
hat bereits 1990 dazu folgende Konsequenz gezogen: "Die Subjektivität des
Krankheitsbegriffes, die Therapiefreiheit des Arztes und die beschränkte
Wissenschaftlichkeit der Medizin machen es unmöglich, das medizinisch
Notwendige stringend abzuleiten... Die Medizin ist mit Begriffen der
Wissenschaft weder von ihren Grundlagen her, noch auf ihre Ansichten hin,
umfassend zu erklären."
Weitere Informationen: Ärztegesellschaft
für Erfahrungsheilkunde » Medizinischen
Woche in Baden Baden » http://www.homoeopathie.com/
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