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11.11.2003   PHI, Zuvedru 4, LT-4237 Rumsiskes/ Litauen/Lithuania,
Fax 00370-346-47572   phi@is.lt
Judenfrage, Staat Israel

Michael Friedmann ist auf die Füße gefallen: Auf seiner Party in Berlin-Zehlendorf fand man Prominente aller

im Bundestag vertretenen politischen Parteien und aller grossen Medien: Auf der Party, die im vergangenen

Monat in Friedmanns Haus in Berlin-Zehlendorf stattfand, wurden beobachtet: Dieter Stolte, Günther

Beckstein, Klaus Wowereit, Angela Merkel, Volker Beck( von den GRÜNEN), Michael Naumann(Chefredakteur

der "Die Zeit"), Sabine Christiansen, Kai Diekmann(Chefredakteur von BILD); Markus Schächter

(ZDF-Intendant), Regine Ziegler(eine Filmproduzentin). insgesamt 60 Personen, darunter auch mehrere

Reporter von SPIEGEL und FOCUS: Nicht anwesend war Paul Spiegel von Zentralrat der Juden in Deutschland,

obwohl er eingeladen worden war. Ebenfalls fiel auf, daß kein FDP-Politiker anwesend war. Was die

Bundesvorsitzende der angeblich christlichen CDU und Günther Beckstein. der Mann, der in der CSU als

Mann für Recht und Ordnung propagiert wird, auf der Party eines jüdischen Lebemanns zu suchen hat, der

sich in der Vergangenheit Prostituierte aus dem Ostblock kommen lies und damit die Herabsetzung der

Frauen zu einer Ware praktizierte, ist gänzlich unverständlich

 

Wie "SPIEGEL" –Reporter in Neuhof, dem Wahlkreis Hohmanns, verzweifelt einen

Bürger suchen, der etwas Nachteiliges über den CDU-Abgeordneten Homann sagt.

Auf seine Wähler kann sich Martin Hohmann, wegen antisemitischer Äußerungen umstrittener CDUBundestagsabgeordneter,

verlassen. In seinem Heimatort Neuhof bei Fulda muss man lange suchen, um jemanden zu

finden, der "den Martin" kritisiert.

Nur gesagt, was viele denken

"Zum Kotzen" sei das mit dem Martin Hohmann, grummelt Norbert Müller. Einfach zum Kotzen, dass sie ihn so fertig

machen. "Der Martin" hat doch nur "ein bisschen was gesagt", etwas, das hier viele denken.

Wer so eine Frau hat, kann kein schlechter Kerl sein

Es ist Samstagmorgen, 10.30 Uhr, in Neuhof bei Fulda, Hohmanns Heimatort. Norbert Müller, Metzger in Rente, grüne

Wollstrickjacke über dem kugeligen Bauch, lehnt am Tresen im Gasthof "Deutsches Haus" und versichert, dass er auf

"den Martin" nichts kommen lässt. Wer hat ihm denn zur Seite gestanden, als er wegen seines kranken Sohnes Rat

brauchte? Und Hohmanns Frau hat ihn, neulich erst, da war er angetrunken, zu Fuß nach Hause gebracht. Zu Fuß! Wer

so eine Frau hat, kann kein schlechter Kerl sein. "Der Martin, der geht strack durchs Leben!", tönt Möller. "Gradlinig" heißt

das wohl, auf jeden Fall ist es positiv gemeint.

Juden als Tätervolk

Norbert Möller findet auch, dass "der Martin" Recht hat mit dem, "was er da gesagt hat". Gemeint ist die Rede, die der

Bundestagsabgeordnete und ehemalige langjährige Bürgermeister von Neuhof am 3. Oktober vor 150 – 250 Zuhörern

gehalten hat. Eine Rede, in der Hohmann in einem historischen Exkurs über die russische Revolution nachzuweisen

versuchte, dass auch "die Juden" als ein "Tätervolk" beschrieben werden "könnten". "Könnten!" - auf diesen Konjunktiv

legt Hohmann Wert. Für ihn ist das die Trennungslinie zwischen Antisemitismus und historischer Betrachtung.

Bei Möller, einem der 102.000 Wähler, denen Hohmann sein Direktmandat in Berlin verdankt, kommt das so an: Da sei

"schon etwas dran ist", an der Sache mit den Juden. "Wer beherrscht denn Frankfurt?", fragt er in die fast leere

Gastwirtschaft. Möller wähnt sich damit ganz auf Hohmanns Linie.

Das Städtchen Neuhof, 14 Kilometer von Fulda entfernt, liegt inmitten gelb-roter Herbstmischwälder. Es gibt acht

Ortsteile, die Namen wie "Hauswurz" oder "Dorfborn" tragen, neun Kirchen, fünf Schulen, gutbürgerliche Gasthäuser.

Zwischen Wohnhäusern fällt der Blick auf Bauernhöfe, auf Landmaschinen und Zierkürbisse. Neuhof hat 11.595

Einwohner, die meisten sind Katholiken, fast zwei Drittel haben bei der Bundestagswahl Martin Hohmann gewählt.

"Kein Grund zur Panik"

Auf der anderen Seite von Neuhof, einen Kilometer vom Gasthof "Deutsches Haus" entfernt, duftet es würzig aus einem

grauen Häuschen heraus. In dem Haus gibt es Platz, eine Art Zwiebelkuchen, "schlachtfrische Würste" und frisch

gebackenes Brot. Vor dem Ofen steht eine mit Holzscheiten beladene Schubkarre. Daneben stehen Manfred Ruppel und

Waldemar Kappenhöhl, zwei kräftige Typen, und verkaufen ihre Waren. Ein Radio dudelt leise "Kein Grund zur Panik" von

Wolfgang Petry.

"Das sind die reichsten Leute, die Juden"

Auch Ruppel und Kappenhöhl haben Hohmann gewählt. Ihnen gefällt, was Hohmann für das Dorf tut. Aber auch, was er

über die ewige Täterrolle der Deutschen zu sagen hat. "Solange wir leben, bezahlen wir dafür", klagt Ruppel. Und

Hohmann spreche das eben offen aus. "Traut sich ja sonst keiner, was zu sagen." Womit Hohmann auch Recht habe:

"Dass die", gemeint sind die Juden, "ja auch Leute umgebracht haben." Ein Kunde nimmt den Faden auf: "Das sind die

reichsten Leute, die Juden."

Der Martin ist da!

Direkt neben dem Zwiebelkuchen-Häuschen, nur ein paar Schritte die Straße hinunter, liegt das Gasthaus "Schützenhof",

eines der älteren Gebäude von Neuhof, sogar mit Fachwerk. Am Mittag gibt es vor dem "Schützenhof" einen kleinen

Auflauf: Der Martin ist da! Martin Hohmann trägt einen feinen schwarzen Anzug mit dunkelroter Krawatte. Er betritt den

"Schützenhof" und steuert einen Nebenraum an, in dem er von rund einem Dutzend Personen erwartet wird.

"Für ein neues Zeitalter der Freiheit für unser Volk!"

Martin Hohmann hat nämlich einen Hirsch erlegt und das muss gefeiert werden. Die "Waidgesellinnen und Waidgesellen"

empfangen ihn mit einem Lied, in dem viel "Horrido" und "Waidmanns Heil" vorkommt. Hohmann sieht gut aus, drahtig,

durchtrainiert. Er begrüßt jeden einzeln, schaut allen in die Augen. Ein betagter Jagdfreund bringt einen Toast aus: "Für

ein neues Zeitalter der Freiheit für unser Volk!".

"Das waren große, gute Worte", lobt Hohmann. "Das ist die Richtung, in die ich marschieren will!" Dann entschuldigt er

sich - ein politischer Termin. "Keinen Millimeter nachgeben!", rufen ihm die Jäger nach.

Es ist schwer, in Neuhof jemanden zu finden, der Hohmann kritisiert. Man beginnt zu ahnen, dass sein

Auftreten und die Ansichten vieler Neuhofer in Beziehung stehen. Hohmann hält jedes Jahr am 3. Oktober

eine Rede, immer geht es um Ausländer, Asylanten, Schwule und Gottlose. An allen Ecken in Neuhof stößt

man so auf halbverdaute Versatzstücke Hohmannscher Dialektik. "Der hat das sicher genau recherchiert",

sagt die Verkäuferin am Kiosk.

Eine Arzthelferin befindet: "Die" - wieder sind die Juden gemeint - "haben ja in Russland auch schwere Schuld auf sich

geladen". Vor der Hähnchenbräterei sagt ein junger Mann: Es sei ja in der Rede darum gegangen, dass die Juden auch

selbst Schuld seien. Drei Leute hören ihn, doch der Satz bleibt unwidersprochen. Und wird gefolgt von: "Und wenn dann

einer mal das Maul aufreißt, dann drehen die" - wieder sind die Juden gemeint - "einfach den Geldhahn ab." Und wird

gefolgt von: "Die Siegermächte haben mehr Juden umgebracht als wir, aber da schwätzt niemand drüber."

Keiner sagt: Der Hohmann, das ist ein Antisemit

Wie ist es möglich, dass solche Sätze unwidersprochen bleiben? Horst Michel, Sozialdemokrat und Ortsvorsteher in

Rommerz, drei Kilometer von Neuhof entfernt, versucht das Phänomen Hohmann zu erklären. Versucht zu erklären,

warum die SPD in Neuhof keinen Skandal aus der Rede machte. Der bullige Mann mit der durchdringenden Stimme denkt

nicht daran, alle Hohmann-Anhänger pauschal für stramme Rechte zu erklären. Er selbst sei vor 30 Jahren als Fremder

hierher gekommen und freundlich aufgenommen worden. Michel berichtet von Schwulenpärchen, die sich unbehelligt in

Neuhof zeigen könnten. Sobald die Leute hier jemanden kennen, seien sie tolerant. Doch die Toleranz stößt bei vielen

schnell an ihre Grenzen. Neuhof liege nur 14 Kilometer von Fulda entfernt, wo bis zu seinem Tod 2000 der

erzkonservative Bischof Johannes Dyba wirkte. Das müsse man berücksichtigen, gibt Michel zu bedenken.

"Ich habe selbst drei Mal die Veranstaltung zum 3. Oktober eröffnet", erzählt der SPD-Mann. Jedes Mal habe

anschließend Hohmann eine seiner üblichen Reden gehalten. Irgendwann beschloss Michel: "Ich tue mir das nicht mehr

an." In Neuhof, erzählt Michel, habe die SPD zu wenig Mitglieder, um die Auseinandersetzung aufzunehmen. Der

Vorsitzende dort ist kürzlich verstorben, das Amt wird kommissarisch verwaltet.

Am 3. Oktober sei ein Veteran der Neuhofer SPD anwesend gewesen, habe danach sogar Michel angerufen und erzählt,

wie schrecklich es war, dass er sich schäme und nicht einmal zum Freibier geblieben sei - aber dass eine Grenze

überschritten wurde, hat er nicht gemerkt. "Das ist die Gewöhnung", seufzt Michel. Und außerdem: "Wenn da 150 oder

250 Leute stehen und frenetisch klatschen - da stehen Sie mal auf und sagen: Pfui!"

Michel, 57 Jahre, Sonderschullehrer, kennt Hohmann gut. Hohmann muss, so klingt es heraus, trotz seiner Ausfälle ein

passabler Bürgermeister gewesen sein. Er konnte gut mit den Geschäftsleuten im Ort; die Tennishalle, die Hohmann nach

Neuhof holte, sichert ihm die Unterstützung vieler Investoren.

Neuhof ist wegen des Kali-Werkes weder eine schwache Region, noch ist die Ausländerquote hoch. Trotzdem holt die

NPD hier mehr Stimmen als die SPD - und Hohmann die absolute Mehrheit. "Es ist bedrückend", findet Michels Frau

Marlene.

Hohmanns Geheimnis, wenn es so etwas gebe, vermutet Michel, bestehe darin, dass er nett und gesellig sei. Dann falle

es den Leuten schwer, ihn zu kritisieren. Dann sagen sie: "Unserem Martin will jemand am Zeug flicken!"

(Quelle:"SPIEGEL"-online und T-ONLINE)

Wir von der PHI-Redaktion hätten indessen allerdings etwas an Herrn Hohmann auszusetzen: .

Wie kann ein denkender Politiker so naiv, dumm oder leichtsinnig sein, daß er einem Journalisten einen

Privatbrief, der von einer anderen Privatperson geschrieben wurde, einem Journalisten zeigen? Es war

glatter Vertrauensbruch, daß Hohmann den an ihn gerichteten Privatbrief des General Reinhard Günzel

einem Journalisten zeigte und Günzel damit um sein Amt und auch seine Einflussmöglichkeiten brachte. Es

ist aus der einschlägigen Literatur bekannt, daß 90% aller Journalisten links eingestellt sind und, daß 25% -

30% aller Journalisten gleichzeitig für irgendeinen Geheimdienst arbeiten. Die Linke wartet doch nur darauf,

die Verteidigungsbereitschaft der Bundesrepublik Deutschland zu schmälern und der Bundeswehr zu

schaden, Es ist absolut sicher, daß die Linke sich sofort auf jedes Stück Papier stürzt, mit welchem ein

fähiger General aus dem Dienst gejagt werden kann. Von der PHI-Redaktion ist jedoch noch nie ein

Schriftstück irgendeines Menschen, der uns sein Herz ausschüttet in die Hände von Linken oder

Geheimdiensten gelangt.

Uebrigens:

74 Prozent der Zuschauer des Fernsehsender n-tv unterstützen die Ansichten Hohmanns und

sprachen sich gegen einen Ausschluß aus der CDU aus. (n-tv.de, 5.11.2003)



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