Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Wir sind Vollidioten und wir
werden von Vollidioten regiert. Warum wir Vollidioten sind? Weil wir immer noch
glauben, in einem System zu leben, was mit Demokratie zu tun hat. Demokratie
soll die Herrschaft des Volkes sein, doch wir werden von einzelnen Vollidioten
regiert, nicht vom ganzen Volk. Wir glauben, das Volk herrscht, weil es alle 4
Jahre seine Stimme "abgeben" darf. Abgeben ist in diesem Zusammenhang ein
schönes Wortspiel. Wir delegieren unsere eigene Stimme an Leute, die wir
kaum kennen, aber von denen wir annehmen, sie kennen sich aus. Nun denn, sicher
kennen sie sich aus. Die Frage ist: Womit? 4 Jahre lang haben wir somit nichts
zu sagen und dafür dürfen sich sogenannte Abgeordnete 4 Jahre lang
mit Gleichgesinnten treffen und den Bezug zur Realität dank hoher
Einkommen völlig verlieren. Wie würde sich jeder Einzelne von uns
wohl entwickeln, wenn er sich 4 Jahre lang bei guter Versorgung die Eier
schaukeln könnte? Nun dürften die meisten, die die Gelegenheit
nutzen, auch mal über sich selbst nachzudenken, feststellen, daß man
selbst ziemlich voreingenommen gegenüber fremden Meinungen ist. Wir setzen
nunmal lieber Ellbogen statt Hirn ein - grundsätzlich also nicht
verwunderlich. Wie muß sich aber erst ein Berufspolitiker fühlen,
der vielleicht schon seit Jahrzehnten darum kämpft, endlich einen Platz an
der Sonne zu kriegen? Erfolg steigt schnell zu Kopf, man wird noch
voreingenommener. Politiker sind somit einfach nicht mehr aufnahmefähig -
es ist eine Berufskrankheit, der nur wenige entgehen. Und da kommt es dann eben
zu Seltsamkeiten, wie z.B. der religiösen Verehrung des
Wirtschaftswachstums. Aufrechterhalten wird dieser Mythos durch die Presse,
deren Vertreter ähnlichen Aufnahmefähigkeitsproblemen unterliegen
("das war schon immer so" oder "aber wenn es anders wäre, wäre doch
schonmal jemand drauf gekommen" sind typische Ausreden, die nahezu automatisch
im Kopf ablaufen). Diese widerrum greifen auf "Wissenschaftler" zurück,
die einen Großteil ihrer Bildung aus dem Fernsehen haben - niemand soll
meinen, er wäre immun gegen die dortige Verbreitung von Informationen. Wer
jahrelang eingehämmert bekommt, Wirtschaftswachstum sei dein Gott, der
glaubt es zum Schluß. So verständlich die Sache auch ist, so sehr
zeigt es aber, wie preiswert gestrickt die angeblich intelligenteste Spezies
des Planeten ist. Und solche Leute regieren uns. Hinzu kommt, daß wer
Macht bekommt, gerne noch mehr Macht will. Wer als Politiker an den Hebeln der
Macht sitzt, ist korrumpierbar. Ein Blick in die USA zeigt, daß
eigentlich nicht die Politiker regieren, sondern die hinter ihnen stehenden
Konzerne. Konzerne sind aber nur der institutionalisierte Deckmantel - sie
gehören wiederrum Menschen, die besondere Verbindungen zu den Politikern
haben. Das führt dann soweit, daß in der angeblich demokratischsten
Gesellschaft der Neuzeit Wahlen offen manipuliert werden - anders kann man die
Umstände des Wahlsiegs George W. Bushs nicht bezeichnen. An der Macht in
dieser "Demokratie" ist also ein ungewählter "Präsident". Dieser Mann
wiederrum bestimmt, was passiert. "Demokratische Einrichtungen" wie der Senat
oder der Kongress erscheinen nur als Zuschauer, die unter dem - über zum
gleichen Imperium gehörende Medien manipulierten - Druck der
Öffentlichkeit stehen. In diesen "demokratischen Einrichtungen" sitzen
mehrere hundert Leute! Wie viele von denen sind nur im Ansatz so empört,
wie es bei einer Politik der Bush-Regierung der vergangenen Jahre nötig
wäre? Hier herrscht - wie früher im Ostblock - sowas wie
Fraktionszwang. Dem Präsidenten zu widersprechen heißt, dem System
in den Rücken zu fallen - und es will sich ja wohl niemand als Kommunist
oder sowas outen. Doch auch in anderen Teilen der Welt sieht die Situation
nicht viel besser aus. In Georgien werden die Wahlergebnisse gefälscht,
aber Schwardnadse bleibt weiter an der Macht. Proteste aus dem demokratischen
Europa? Vielleicht, aber ganz sicher kaum aus der politischen Kaste. In Israel
träumt Scharon offenbar immer noch von Großisrael, Proteste aus
Europa werden als antisemitisch ausgelegt und damit ist die Diskussion beendet.
In Italien stellt King Berlusconi die staatliche Presse an die Wand und sich
über das Gesetz (ja wozu ist man denn Chef in einer "Demokratie"?), in
Spanien zieht die Regierung mit der USA in den Krieg gegen den Irak und die
Bevölkerung will was ganz anderes. Demokratie heißt heute: Gib deine
Stimme für ein paar Jahre an ein paar Leute, die zwischendurch
Immunität genießen und machen, was ihnen einfällt - egal ob es
mit Vernunft oder Systematik irgendwas zu tun hat. In Rußland enteignet
die politische Kaste die wirtschaftliche Kaste, aber es scheint ebenfalls nur
aus purem Eigennutz zu geschehen. Großbritannien leidet weiter unter der
demokratischen Diktatur Blairs und in Deutschland hat sich alles nach dem
großen Führer Gerhard Schröder zu richten - sonst tritt er ja
zurück. Wenn ihr nicht macht, was ich mir ausgedacht habe, dann spiel' ich
nicht mehr mit. Kindergartenkacke. Und sowas regiert ein ganzes Land. Und
ignoriert dabei grundlegende Zusammenhänge. Schröder, Schröder,
wie abgehalftert muß dein Hirn aussehen, wenn es dich nicht wundert,
daß das ganze Land den Bach runter geht, obwohl die Wirtschaftskraft in
den letzten Jahren immer noch ordentlich gestiegen ist? Dein Land besitzt mehr,
wird aber immer ärmer - für dich kein Grund zum Nachdenken? Und du
willst das wieder hinkriegen, indem du den Ärmsten ans Leder willst. Was
muß mit den Köpfen von Leuten passiert sein, die sich so einen Mist
ausdenken? Wozu wählen wir noch Politiker, wenn sie keine Ahnung haben?
Dann können wir es auch ebenso konsequent tun, wie die Amis: Die
wählen Schauspieler. Ich meine: Die wissen dann wenigstens, daß sie
nichts mehr zu erwarten haben. Wir dagegen glauben weiterhin daran, daß
ein Jurist wie Gerhard Schröder irgendetwas von dem realen Leben oder gar
der Wirtschaft verstehen würde. Wie zum Geier kommen wir Vollidioten auf
solch eine Einschätzung? Lieber Leser: Würdest du einen Juristen
deinen Herd reparieren lassen? Warum nicht? Wir lassen doch schließlich
auch Juristen ein ganzes Land reparieren. Ein ganzes Wirtschaftssystem! Auch
Stoiber ist Jurist, genau wie Schily. Es regieren Leute ein Land, die ein von
Menschenhand geschaffenes - also vermutlich alles andere als vernünftiges
- Regelsystem, genannt: Gesetze, studiert haben und sich daraufhin in einer von
Intrigen und Manipulation vollgepfropften Parteienlandschaft hochgearbeitet
haben. Was qualifiziert jemanden zur Leitung eines Landes, der sich mit
menschlichen Gesetzen auskennt, die von solch antiquarischen Beispielen wie dem
Betäubungsmittelgesetz durchdrungen sind? Was qualifiziert jemanden zu
Entscheidungen über 82,5 Millionen Menschen, die offenbar zu großen
Teilen ganz andere Vorstellungen von einer guten Politik haben? Und diese Frage
kann man auf unsere Mitmenschen in der ganzen Welt ausdehnen, der Krake der
"Parteiendemokratie" züchtet sich schon seit Jahren seine eigenen
Nachfolger heran, die mit denselben Ideologien wie seit dutzenden Jahren
vollgestopft werden. Das ist wie an den Unis, wo jeder Prof sich die
Assistenten heranzüchtet, die seiner Lehrmeinung am nächsten kommen.
Und das ist wie in der katholischen Kirche, in der auch in erster Linie die
Hierarchie entscheidet, welche Ideen auf die nächste Generation
übertragen werden. Dort funktioniert das System schon seit Jahrhunderten
erfolgreich. Worin unterscheidet sich das heutige System von dem
vielgescholtenen des Ostblocks? Doch nur darin, daß die Leute andere sind
und die Ideologien andere sind - der Dogmatismus ist derselbe. Alte ideenlose
Knacker mit einem Hang zum Realitätsverlust regieren die Welt. Und wir
lassen uns regieren.
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