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+ 26.11.2003 + Im 19. Jahrhundert
begann der Kampf zwischen Russland und England in Asien. "The Great
Game" ("Das große Spiel") geht auch im 21. Jahrhundert weiter. Die
"Spieler" heute heißen Russland und USA. Der Stoff, um den es zur
Zeit geht, ist Gas
und Öl.
In Zentralasien - also in Kirgisien, Aserbaidschan, Turkmenistan,
Kasachstan und Asbekistan - liegen die letzten großen noch nicht
erschlossenen Reserven, an Gas
und Öl. US-Firmen bauen zur Zeit eine Ölpipeline vom Kaspischen
Meer bis zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan. Dafür braucht die
USA Georgien, wo sie bereits militärisch präsent sind. Die Pipeline
verläuft durch Georgien. Auch Russland ist in Georgien militärisch
präsent. Aber die Pipeline bringt den USA Vorteile im Kampf um die
Ressourcen
und Russland Nachteile.
Nach dem Sturz des georgischen Präsidenten Eduard Schewardnadse
hat Georgien eine USA-hörige neue Führung und kommt jetzt noch leichter
an das Öl in Zentralasien als zuvor. Die US-Fahnen in den Händen
von Demonstranten, die den Sturz von Schewardnadse bewirkte, waren
also kein Zufall. Der frühere sowjetische Außenminister Schewardnadse
hat dem Westen 1989 bei der Überwindung des Kalten Krieges geholfen.
Jetzt ließ ihn der Westen fallen. Schewardnadse versuchte einen
Ausgleich zwischen russischen und US-Interessen in Georgien. Doch
nun sind die Interessen Russlands in der Defensive.
Doch "Das Große Spiel" ist noch lange nicht zu Ende. Die Mehrheit
der Georgier begrüßte die Hinwendung ihres Landes zum Westen. Denn
im georgischen Gedächtnis bleibt unvergessen, dass das Land in seiner
jüngeren Geschichte zweimal zwangsweise Russland eingegliedert worden
war: 1801 beendete die russische Armee zum ersten Mal und 1921 zum
zweiten Mal die Unabhängigkeit Georgiens. Georgien im Süden des
Kaukasus hat 5,5 Millionen Einwohner und ist knapp so groß wie Bayern.
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Aus "Friedenspolitischer Ratschlag" »
Das große Projekt zwischen Aserbeidschan, Georgien, Türkei und USA:
Baubeginn einer Öl-Pipeline vom Kaspischen Meer bis zur türkischen
Mittelmeerküste
Anlässlich des Baubeginns einer seit langem projektierten Ölpipeline
vom Kaspischen Meer bis ans Mittelmeer
wollen wir ein paar zusammengefasste Informationen über Hintergründe
und Interessenten anbieten. Außerdem zitieren wir aus einem aktuellen
Kommentar von Karin Leukefeld. Weitere Analysen zum Thema erhalten
Sie auf der Kaukasus-Seite »
Am Kaspischen Meer liegen gewaltige Öl- und Gas-Vorräte.
Sie sollen in den kommenden Jahrzehnten ausgebeutet werden – vor
allem für den amerikanischen Markt. Denn die USA wollen ihre Abhängigkeit
vom arabischen Öl verringern. Sie initiierten deswegen ein Pipeline-Projekt,
dessen Bau 2002 begann.
Unter den Produzenten
liegt traditionell Saudi Arabien vorn: 11,8 Prozent der Weltfördermenge
von 2001 kam aus dem Golfstaat. Die USA belegten Platz zwei (9,9
Prozent), gefolgt von Russland (9,8 Prozent). Insgesamt wurden im
Vorjahr 3,574 Milliarden Tonnen Roh-Öl gefördert. Saudi Arabien
ist zugleich größter Roh-Öl-Exporteur, gefolgt von Norwegen und
Russland.
Die USA verbrauchen das meiste geförderte Erd-Öl selber. Sie sind
zugleich größter Importeur des schwarzen Goldes. Im Jahr 2000 führten
sie laut Internationaler Energiebehörde (IEA) 511 Millionen Tonnen
Öl ein. Japan importierte 214 Millionen Tonnen, Korea 123 Millionen
Tonnen. Auf Platz vier unter den Roh-Öl einführenden Ländern liegt
Deutschland mit 104 Millionen Tonnen.
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