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Wie General Gordon Sullivan, ehemaliger
Generalstabschef der Armee, konstatierte: Mit unserem technologischen
Sprung in das 21. Jahrhundert werden wir den Feind Tag und Nacht sehen
können, egal bei welchem Wetter und werden ihn erbarmungslos
verfolgen.(1) Die Möglichkeit einer globalen, präzisen,
sofortigen, stabilen und systematischen Manipulation des Wetters wäre
für die Oberkommandierenden im Kriegsfall ein machtvoller Multiplikator
der Streitmacht für die Erlangung ihrer militärischer Ziele. Da es in
jeder denkbaren Zukunft ein Wetter geben wird, wäre die Fähigkeit zur
Wettermanipulation universell anwendbar und könnte bei jedem denkbaren
Konflikt genutzt werden. Die Fähigkeit, das Wetter selbst in kleinerem
Ausmaß zu beeinflussen, könnte es von einer Behinderung zu einer
Stärkung der Streitmacht machen.
Es war immer der Wunsch der Menschen, das
Wetter irgendwie verändern zu können. In den USA findet man bereits
in Zeitungsarchiven des Jahres 1839 Berichte über Menschen, die sich
ernsthaft und kreativ damit auseinandersetzten, Regen zu machen.(2) Im Jahre
1957 räumte der Ratsausschuss des Präsidenten ausdrücklich das
militärische Potential der Wettermanipulation ein, und warnte in seinem
Bericht davor, dass dies zu einer bedeutenderen Waffe als die Atombombe werden
könnte.(3)
Jedoch deuteten die Debatten seit 1947
bezüglich der möglichen legalen Konsequenzen aus einer vorsichtigen
Veränderung großer Sturmsysteme darauf hin, dass es hinsichtlich der
Stürme, die das Land erreichen können, in der Zukunft wenig
Experimente geben würde.(4) 1977 erließ die UN-Generalversammlung
eine Resolution, die die aggressive Nutzung von Techniken zur
Umweltmanipulation verbot. Die daraus resultierende ENMOD (Konvention zum
Verbot der militärischen oder jeden anderen aggressiven Nutzung von
Techniken zur Umweltmanipulation) verpflichtete die Unterzeichner dazu, von
jeder militärischen oder sonstigen aggressiven Nutzung der
Wettermanipulation, die sich weit verbreitende, lange währende oder ernste
Folgen haben würde, abzusehen.(5) Wenn diese beiden Ereignisse auch die
fortgesetzte Forschung zur Wettermanipulation nicht aufhalten konnte, so haben
sie doch ihr Fortschreiten und die Entwicklung verwandter Technologien
bedeutend gehemmt, indem sie sich in erster Linie auf unterdrückende statt
intensivierende Aktivitäten konzentrierten.
Der Einfluss des Wetters auf
militärische Operationen ist vor langer Zeit schon erkannt worden.
Während des Zweiten Weltkriegs sagte Eisenhower:
In Europa ist das schlechte Wetter der
größte Feind der Luft (Operationen). Ein Soldat sagte einmal:
Das Wetter ist immer neutral. Nichts könnte verkehrter sein.
Schlechtes Wetter ist ganz offensichtlich der Feind der Seite, die Projekte
vorantreiben will, für die man gutes Wetter braucht, oder der Seite, die
großes Gerät besitzt, wie zum Beispiel eine große Luftwaffe,
die auf gutes Wetter angewiesen ist, um erfolgreich vorgehen zu können.
Wenn wirklich die ganze Zeit schlechtes Wetter sein sollte, werden die Nazis
nichts weiter benötigen, um die Küste der Normandie zu
verteidigen!(6)
Der Einfluss des Wetters war auch bei
Militäroperationen vor kurzer Zeit maßgeblich. Eine bedeutende
Anzahl von Lufteinsätzen in Tuzla während des ersten Eingriffs zur
Unterstützung der Bosnischen Friedensoperation schlugen durch das Wetter
fehl. Während der Operation Wüstensturm bat General Buster C. Glosson
seinen Wetteroffizier, ihm zu sagen, welche Ziele innerhalb der nächsten
48 Stunden klar sein würden, um sie in die ATO (air tasking order -
Luftschlachtordnung) einzubeziehen.(7) Jedoch liegt derzeit die Exaktheit der
Vorhersagen bei nur 85 Prozent für nicht mehr als die nächsten 24
Stunden, was den Bedürfnissen der Planugsperiode der ATO nicht gerade
entgegenkommt. Mehr als 50 Prozent aller F-117-Einsätze schlugen über
ihren Zielen wegen des Wetters fehl und die A-10-Flugzeuge konnten wegen der
niedrigen Wolkendecke während der ersten beiden Tage des Einsatzkommandos
nur 75 von 200 angesetzten CAS-Einsätzen (close air support,
Nahluftunterstützung) fliegen.(8) Die Anwendung der Technologie zur
Wettermanipulation, um ein Loch über den Zielen lange genug
aufzuklären, damit die F-177-Flugzeuge angreifen und ihre Bomben zielgenau
abwerfen oder um den Nebel auf der Landebahn bei Tuzla auflösen zu
können, hätte die Streitkraft sehr wirkungsvoll erhöht. Die
Wettermanipulation besitzt ganz klar das Potential für den
militärischen Gebrauch bei Einsätzen, um Elemente wie Nebel oder
Friktion für freundliche Missionen zu reduzieren sowie diese für den
Feind bedeutend zu erhöhen.
Was ist mit
Wettermanipulation gemeint?
Heute meinen wir mit Wettermanipulation die
Änderung der Wetterbedingungen über einem begrenzten Gebiet für
eine begrenzte Zeit.(9) Innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte könnte
sich das Konzept der Wettermanipulation ausweiten, so dass es die
Möglichkeit einschließen könnte, Wettermuster zu formen, indem
man die sie bestimmenden Faktoren beeinflusst.(10) Um eine so höchst
wissenschaftliche und weitgehend präzise Möglichkeit der
Wettermanipulation innerhalb der nächsten 30 Jahre zu erreichen, ist es
nötig, einige herausfordernde aber nicht unüberwindbare
technologische und rechtliche Hürden zu nehmen.
In technologischer Hinsicht brauchen wir ein
solides Grundverständnis der Variablen, die das Wetter beeinflussen. Wir
müssen fähig sein, ihre dynamischen Beziehungen zueinander zu
modellieren, die möglichen Ergebnisse ihrer Interaktion aufzuzeichnen,
ihre wirklichen Echtzeit-Werte zu messen und ihre Werte zu beeinflussen, um das
gewünschte Ergebnis zu erhalten. Die Gesellschaft muss für die Mittel
sowie die legale Basis hierfür sorgen, so dass ausgereifte Fertigkeiten
entwickelt werden können. Wie könnte all das geschehen? Das folgende
angenommene Szenario zeigt, wie Wettermanipulation bis zum Jahre 2025 sowohl
technisch machbar als auch sozial wünschenswert werden könnte.
Bis zum Jahr 2005 werden die technologischen
Fortschritte in der Meteorologie sowie die Forderung internationaler Firmen
nach genaueren Wetterinformationen zur erfolgreichen Identifikation und Messung
der hauptsächlichen Variablen führen, die unser Wetter beeinflussen.
Um das Jahr 2015 werden die Berechnungsmöglichkeit, Gestaltungstechniken
sowie das Aufspüren von Informationen über die Atmosphäre eine
höchst exakte und verlässliche Wettervorhersage ermöglichen,
validated against real-world weather ??? In der darauffolgenden Dekade übt
die Bevölkerungsdichte Druck auf die weltweite Verfügbarkeit und den
Preis von Nahrung und sauberem Wasser aus. Massive Verluste von Leben und
Besitz, die auf natürliche Wetterkatastrophen zurückzuführen
sind, werden zunehmend inakzeptabel. Dieser Druck veranlasst die Regierungen
und/oder andere Organisationen, die aus den technologischen Errungenschaften
der vergangenen 20 Jahre Nutzen ziehen können, eine höchst
wissenschaftliche und weitgehend präzise Möglichkeit der
Wettermanipulation weiter zu verfolgen. Um das Jahr 2025 herum wird die Welt,
oder Teile von ihr, es verstehen, lokale Wettermuster zu formen, indem man die
Faktoren beeinflusst, die auf das Klima, die Niederschläge, die
Stürme und ihre Auswirkungen, den Nebel und den nahen Weltraum einwirken.
Diese höchst wissenschaftlichen und weitgehend präzisen zivilen
Anwendungen der Technologie der Wetterbeeinflussung haben offensichtliche
Auswirkungen auf das Militär. Dies gilt besonders für die Luftwaffe,
den während das Wetter zwar alle Elemente der Operation beeinflusst,
agiert es in unserem.
Der Ausdruck Wettermanipulation hat für
viele Leute für Zivilisten genauso wie für Angehörige des
Militärs - womöglich einen negativen Beigeschmack. Daher ist es
wichtig, den Anwendungsbereich, der hier betrachtet wird, zu definieren, so
dass mögliche Kritiker und Gegner der weiteren Forschung eine
gemeinschaftliche Basis für die Diskussion haben.
Im weitesten Sinne kann man die
Beeinflussung des Wetters in zwei Hauptkategorien aufteilen: Unterdrückung
und Intensivierung von Wettermustern. In extremen Fällen könnte sie
das Schaffen völlig neuer Wettermuster, die Abschwächung oder
Kontrolle starker Stürme oder sogar die Veränderung des globalen
Klimas in weitreichendem und lang anhaltendem Umfang beinhalten. In den
mildesten und am wenigsten kontroversen Fällen kann sie darin bestehen,
Niederschläge, Wolken oder Nebel für kurze Zeit über einem
kleineren Gebiet herbeizuführen oder zu unterdrücken. Weitere
Anwendungen von geringer Intensität schließen die Veränderung
und/oder Nutzung des nahen Weltraums als ein Mittel ein, um
Kommunikationssystem auszubauen, um aktives oder passives Anwendung von
Sensoren (sensing???) zu stören und für weitere Zwecke. Die
Forschungen für diese Studie haben anfänglich die weitest
mögliche Interpretation der Wettermanipulation umfasst, so dass die
größte Anzahl gangbarer Möglichkeiten für unser
Militär im Jahr 2025 sorgfältig berücksichtigt wurden. Aus
mehreren weiter unten aufgeführten Gründen jedoch konzentriert
sich dieser Bericht in erster Linie auf lokale und kurzzeitige Formen der
Wettermanipulation und wie diese in die militärischen Möglichkeiten
integriert werden können. Die hauptsächlichen
Diskussionsgegenstände sind das Hervorbringen und das Zerstreuen von
Niederschlägen, Wolken und Nebel, die Veränderung von lokalen
Sturmsystemen und die Nutzung der Ionosphäre und des nahen Weltraums zur
Kontrolle über den Weltraum und für die Hoheit über die
Kommunikationssysteme. Diese Anwendungen sind in Übereinstimmung mit CJCSI
3810.01, Meteorologische und Ozeanographische Operationen.(11)
Extreme und kontroverse Beispiele für
die Gestaltung der Wettermanipulation für ein maßgeschneidertes
Wetter, Klimaveränderungen in großem Ausmaß, Hervorbringen
und/oder Kontrolle (oder Steuerung) von Stürmen etc. wurden
als Teil dieser Studie untersucht, finden hier jedoch nur kurze Erwähnung,
da die technischen Hürden, die ihre Anwendung verhindern, innerhalb der
nächsten 30 Jahre in den Augen des Autors unüberwindlich
erscheinen.(12) Wäre dies nicht der Fall, so wären solche Anwendungen
als mögliche militärische Optionen trotz ihrer kontroversen und
potentiell aggressiven Natur und der Tatsache, dass sie nicht mit den von den
USA mitunterzeichneten UN-Vereinbarungen im Einklang stehen, in diese Studie
aufgenommen worden.
Andererseits reichen die Anwendungen der
Wettermanipulation, die in diesem Bericht vorgestellt werden, von technisch
überprüften bis hin zu potentiell machbaren. Sie gleichen sich jedoch
insofern, als keine von ihnen derzeit angewendet oder von unseren operierenden
Kräften zur Anwendung ins Auge gefasst wird. Auch gleichen sie sich in
ihrem potentiellen Wert für den Soldaten der Zukunft, wie wir in den
folgenden Kapiteln hoffentlich vermitteln können. Ein theoretisches
integriertes System, das die Hilfsmittel zur Wettermanipulation beinhaltet,
wird im nächsten Kapitel beschrieben; wie diese Hilfsmittel angewendet
werden könnten wird schließlich im Rahmen des Arbeitskonzepts in
Kapitel 4 erörtert.
Kapitel 3
Systembeschreibung
Unsere Vision ist es, dass im Jahr 2025 das
Militär das Wetter in großem Umfang (bis 200 Quadratkilometer) oder
in kleinem Umfang (das Gebiet direkt vor Ort) beeinflussen könnte, um
Einsatzmöglichkeiten wie in Tabelle 1 aufgelistet zu erlangen. Diese
wären das zusammenwirkende Ergebnis eines Systems, das aus folgenden
Punkten besteht: (1) bestens ausgebildete WFS (weather force specialists
Wetterkraftspezialisten), die Mitglieder der WFSE (weather force support
element; Wetterkraft-Hilfsfaktor) des Oberkommandierenden sind; (2) Zugangswege
zum GWN (global weather network globales Wetter-Netzwerk), wo weltweite
Wetterbeobachtungen und Vorhersagen nahe der Echtzeit (near-real-time ???) von
zivilen sowie militärischen Einrichtungen abgerufen werden können;
(3) ein System für die im lokalen Bereich flächendeckende und
höchst wissenschaftliche Wettermessung und Kommunikation; (4) die weit
entwickelte Möglichkeit zur Gestaltung von lokalen
Wetterveränderungen und Vorhersage per Computer innerhalb des
Hoheitsgebietes (AOR); (5) bewährte Technologien der Wettermanipulation;
und (6) die Möglichkeit des Feedback.
Das globale Wetter-Netzwerk
Das GWN soll in Zukunft eine sich
entwickelnde Erweiterung des derzeitigen militärischen und zivilen
weltweiten meteorologischen Datennetzwerkes sein. Im Jahre 2025 wird es ein
superschnelles Kommunikationsnetzwerk mit erweiterter Bandbreite sein, das mit
Echtzeit-Wetterbeobachtungen angefüllt sein wird, die von einem
flächendeckenderen und exakteren weltweiten Beobachtungsnetzwerk stammen,
welches das Ergebnis stark verbesserter Boden-, Luft-, Wasser- und
Weltraum-Sensoren ist. Das Netzwerk erlaubt auch den Zugang zu
Vorhersagezentren rund um die Welt, wo verfeinerte, maßgeschneiderte
Vorhersage- und Datenprodukte aus Wettervorhersagemodellen (global, regional,
lokal, spezialisiert usw.) auf der Grundlage neuester, nicht-linearer
mathematischer Techniken für die Nutzer des GWN zum Echtzeit-Gebrauch
bereitgestellt werden.
Wir stellen uns vor, dass im Jahr 2025
Wettervorhersagemodelle im allgemeinen und kleinräumige
Wettermanipulationsmodelle im besonderen mit jeder Art von Wetter
produzierenden Variablen und den damit zusammenhängenden Dynamiken
mithalten können und dabei ihre hohe Messgenauigkeit in
Vergleichsversuchen mit empirischen Daten unter Beweis stellen können. Die
Steuerung dieser Modelle werden fortgeschrittene Software- und
Hardware-Fähigkeiten sein, die mit großer Schnelligkeit Billionen
von Umwelt-Daten aufnehmen, sie in zweckdienlichen Datenbanken speichern, die
Daten mittels Wettervorhersagemodellen bearbeiten und die Wetterinformationen
über das GWN in Echtzeit verbreiten können.(13) Dieses Netzwerk ist
unter Punkt 3-1 schematisch dargestellt.
Punkt 3-1. Globales Wetternetzwerk
Zeugnis für die sich entwickelnde
zukünftige Möglichkeit der Wettermanipulation und vorhersage
sowie für das GWN kann der strategische Plan der NOAA (national oceanic
and atmospheric administration nationale Verwaltungsstelle für Meer
und Atmosphäre) 1995-2005 ablegen. Dieser beinhaltet Programmpunkte zur
Förderung von kurzzeitigen Warn- und Vorhersage-Diensten, zum
Einsetzen von saisonalen bis ganzjährigen Klimavorhersagen sowie zur
Vorhersage und Bewertung von Veränderungen innerhalb von zehn bis
einhundert Jahren;(14) er beinhaltet jedoch keine Pläne für die
Gestaltung der Wettermanipulation oder Eingriffe in die technologische
Entwicklung. Die NOAA-Pläne beinhalten extensive Datensammlungsprogramme
wie Next Generation Radar (NEXRAD) sowie
Doppler-Wetterüberwachsungs-Systeme, die in den ganzen USA im Einsatz
sind. Daten dieser Sensorensysteme speisen mehr als 100 Vorhersagezentren, von
wo aus sie vom AWIPS (Advanced Weather Interactive Processing System
modernes, interaktives Wetterverwertungssystem) weiterverwertet werden, das den
Datenverkehr, die Auswertung und die Möglichkeiten der visuellen
Darstellung für weitreichende Vorhersagen bereitstellt. Zusätzlich
hat NOAA einen Cray 90-Supercomputer geleast, der mehr als 1.5x1010
Vorgänge pro Sekunde ausführen kann und der bereits für ein
Hurrican-Vorhersagesystem verwendet wurde.(15)
Die Anwendung der Wettermanipulation
für militärische Aufgaben
Wie wird das Militär im allgemeinen und
die Luftwaffe der Vereinigten Staaten im besonderen die Möglichkeit zur
Wettermanipulation handhaben und einsetzen? Wir stellen uns vor, dass dies
durch die WFSE (weather force support element
Wetterkraft-Unterstützungseinheit) geschehen wird, dessen vornehmliche
Aufgabe die Unterstützung der im Krieg befindlichen Oberkommandierenden
durch Möglichkeiten der Wettermanipulation zusätzlich zum derzeitigen
Vorhersageservice sein wird. Obwohl die WFSE überall eingesetzt werden
könnte solange sie Zugang zum GWN und den bereits besprochenen
Systemkomponenten hat, wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach eher ein Teil des
AOC oder seines 2025-Äquivalents sein. Für die Führungszwecke
der Oberkommandierenden zeigt die WFSE Optionen bezüglich der
Wettermanipulation auf, indem es Informationen des GWN, lokaler
Wetterdaten-Netzwerke und Vorhersagemodelle zur Wetterveränderung nutzt.
Die Möglichkeiten beinhalten die Wirkungsweite, die Wahrscheinlichkeit des
Erfolges, die aufzuwendenden Mittel, die Verletzlichkeit des Feindes und
mögliche Risiken. Der Oberkommandierende wählt auf der Grundlage
dieser Angaben aus, woraufhin die WFSE den gewählten Kurs durchführt,
indem sie die richtigen Hilfsmittel auswählt und einsetzt, um die
gewünschte Wirkung zu erzielen. Sensoren nehmen die Veränderung wahr
und geben die Daten über das neue Wettermuster an das Gestaltungssystem
weiter, welche die Vorhersage entsprechend ändert. Die WFSE prüft die
Wirksamkeit ihrer Bemühungen, indem sie die erneuerten derzeitigen
Bedingungen und neuen Vorhersagen des GWN und des lokalen
Wetterdaten-Netzwerkes löscht (pull down ???) und je nach Notwendigkeit
weiterführende Aufgaben plant. Dieses Konzept wird in Punkt 3-2
erläutert.
3-2. Das Militärsystem für
Wettermanipulations-Transaktionen
Die Kräfte der WFSE müssen
hinsichtlich der Informationssysteme Experten sein und sie müssen in der
Kunst sowohl der offensiven als auch der defensiven
Informations-Kriegsführung gut geschult sein. Auch benötigen sie ein
tiefes Verständnis des GWN und einen Sinn dafür, wie man die
Wettermanipulation einsetzen könnte, um die Anforderungen des
Oberkommandierenden zu erfüllen.
Die Netzknotenstruktur des GWN würde
dieses Konzept sehr flexibel machen. Zum Beispiel könnte man jedem
Kriegsschauplatz eine WFSE zuteilen, um den Oberkommandierenden direkte
Unterstützung zukommen zu lassen. Das System würde auch mit
parallel-laufenden, mit dem GWN verbundenen Knoten fortbestehen.
Als Produkt des Informationszeitalters
wäre dieses System für die Informations-Kriegsführung sehr
gefährlich. Jede WFSE bräuchte die aktuellsten defensiven und
offensiven Informations-Fähigkeiten, die es gibt. Defensive
Fähigkeiten wären überlebenswichtig. Offensive Fähigkeiten
könnten Täuschungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, um
im Sensoren- und Informationssystem des Feindes ein virtuelles Wetter
herzustellen, wodurch es wahrscheinlich würde, dass er Entscheidungen
fällt, deren Ergebnisse eher uns als ihm entgegenkommen. Es würde uns
auch erlauben, unsere Aktivitäten in der Wettermanipulation zu verbergen
oder zu tarnen.
Zwei Schlüssel-Technologien sind
notwendig, um ein integriertes, umfassendes, reagierendes, präzises und
effektives Wettermanipulations-System zu meld??? Fortschritte in der
Chaoswissenschaft are critical ??? diesem Unternehmen. Der Schlüssel
für die Machbarkeit eines solchen Systems ist die Fähigkeit, das
extrem komplexe nicht-lineare System des globalen Wetters so zu gestalten, dass
das Resultat aus Veränderungen der beeinflussenden Variablen genau
vorhersagbar ist. Forscher haben bereits erfolgreich einzelne variable,
nicht-lineare Systeme im Labor überwacht und vermuten, dass durch
derzeitige mathematische Techniken und die Leistungsfähigkeit von
Computern Systemen mit bis zu fünf Variablen gehandhabt werden
könnten. Fortschritte auf diesen beiden Gebieten würden es
ermöglichen, regionale Wettermuster zu beeinflussen, indem einer oder
mehrere der beeinflussenden Faktoren kleine, fortgesetzte Anstöße
erhält. Es ist denkbar, dass man mit genügend lead ??? Zeit und den
richtigen Bedingungen ein maßgeschneidertes Wetter herstellen
könnte.(16)
Um die reale Möglichkeit der
Wettermanipulation zu entwickeln, sind verschiedene Hilfsmittel notwendig, um
die entsprechenden meteorologischen Parameter in vorhersagbarer Weise zu
berechnen. Dies ist das Gebiet, das vom Militär entwickelt werden muss,
und zwar auf der Basis spezifisch benötigter Fähigkeiten wie sie in
Tabelle 1 aufgelistet sind; Tabelle 1 befindet sich im Executive Summary ???
Ein solches System sollte eine Reihe von Sensoren und ein örtliches
Kriegsplatz-Datennetz haben, um das hohe Auflösungsniveau zur
Verfügung zu stellen, das nötig ist, um Interventionen aufzudecken
und Feedback zu erhalten. Dieses Netz sollte sowohl Boden-, Luft-, Meeres und
Weltraumsensoren als auch menschliche Beobachtungen einschließen, um die
Verlässlichkeit und die Reaktionsfähigkeit des Systems zu
gewährleisten, und zwar auch bei feindlichen Gegenmaßnahmen.
Außerdem würde es auch besondere Hilfsmittel und Technologien
beinhalten, von denen einige bereits existieren, während andere noch
entwickelt werden müssen. Einige dieser vorgeschlagenen Hilfsmittel werden
im folgenden Kapitel mit dem Titel Einsatzkonzept beschrieben. Der
komplette Wettermanipulations-Vorgang wäre eine Echtzeit-Spirale von
fortgesetzten, passenden und gemessenen Interventionen sowie einem Feedback,
welches das gewünschte Wetterverhalten hervorbringen kann.
Kapitel 4
Einsatzkonzpet
Essentielles Bestandteil des
Wettermanipulations-Systems ist die Auswahl von Interventionstechniken, die
eingesetzt werden, um das Wetter zu verändern. Die Anzahl von spezifischen
Interventionsmethoden wird nur durch die Vorstellungskraft begrenzt, doch mit
wenigen Ausnahmen ist es erforderlich, dem meteorologischen Prozess auf die
richtige Weise, am richtigen Ort und zur richtigen Zeit entweder Energie oder
Chemikalien zuzuführen. Die Intervention könnte geeignet sein, das
Wetter in verschiedener Hinsicht zu verändern, zum Beispiel durch
Beeinflussung von Wolken und Niederschlag, Sturmintensität, Klima,
Weltraum oder Nebel.
Niederschläge
Seit Jahrhunderten strebt der Mensch danach,
Niederschläge zeitlich und örtlich nach seinen Wünschen
beeinflussen zu können. Bis vor kurzem war der Erfolg beim Versuch, dieses
Ziel zu erreichen, minimal; jedoch könnte sich als Ergebnis der
Entwicklung neuer Technologien und einem wachsenden, weltweiten Interesse, den
Wassermangel durch eine Verstärkung der Niederschläge zu beenden,
eine neue Möglichkeit eröffnen. Dem zur Folge sind wir dafür,
dass die DOD (???) die vielen Möglichkeiten erforscht (auch in allen
Einzelheiten), die sich aus der Entwicklung der Fähigkeit,
Niederschläge zu beeinflussen oder selektive
Niederschlagsveränderung zu betreiben, ergeben. Obwohl die
Fähigkeit, die Niederschläge über eine lange Zeit (d.h. für
mehr als einige Tage) zu beeinflussen noch nicht völlig begriffen wurde.
Im Jahr 2025 wird es uns sicher möglich sein, Niederschläge
kurzfristig in einer begrenzten Region zu steigern oder abzuschwächen.
Bevor wir über die Forschung auf diesem
Gebiet sprechen, ist es wichtig, die Vorteile einer solchen Fähigkeit zu
beschreiben. Unter vielen militärischen Operationen, die alle von
Niederschlägen beeinflusst werden, ist die Mobilität auf dem Boden am
meisten davon betroffen. Die Beeinflussung von Niederschlägen könnte
in zweierlei Hinsicht nützlich sein. Erstens könnten erhöhte
Niederschläge die Mobilität des Feindes durch schlammiges Terrain
einschränken und sich gleichzeitig auf die Moral auswirken. Zweitens
könnte das Unterdrücken von Niederschlägen die eigene
Mobilität fördern, indem ein ansonsten schlammiges Gebiet
ausgetrocknet werden könnte.
Wie steht es um die Möglichkeit, diese
Fähigkeit bis zum Jahr 2025 zu entwickeln und sie in taktischen
Operationen anzuwenden? Besser als man meinen könnte. Seit vielen Jahren
gibt es Forschungen zur Niederschlagsveränderung, und ein Aspekt der sich
daraus ergebenden Technologie wurde bei Operationen während des
Vietnam-Krieges angewendet.(17) Diese frühen Versuche liefern eine Basis
für die weitere Entwicklung der ernst zu nehmenden Möglichkeit
selektiver Niederschlagsmodifikation.
Interessanterweise fällte die
US-Regierung eine bewusste Entscheidung dahingehend, nicht weiter auf diese
Basis aufzubauen. Wie bereits erwähnt, hindern internationale
Vereinbarungen die USA daran, Wettermanipulations-Unternehmungen zu erforschen,
welche ausgedehnte , langanhaltende oder schwere Folgen haben könnten. Es
gibt jedoch durchaus Möglichkeiten (innerhalb der Grenzen abgeschlossener
Verträge), lokale, kurzfristige Niederschlagsveränderungen mit
begrenztem und potentiell positivem Ergebnis anzuwenden.
Diese Möglichkeiten gehen zurück
auf unsere eigenen früheren Experimente mit
Niederschlagsveränderungen. Wie es in einem Artikel im Journal of
Applied Meteorology (Journal für angewandte Meteorologie) heißt,
zielten fast alle Bemühungen der Wettermanipulation in den letzten 25
Jahren darauf ab, das Wolkenaufkommen zu verändern, indem die
gesättigte Dunstdruckdifferenz zwischen Wasser und Eis entnommen wurde.
Dies ist nicht zu kritisieren, jedoch ist es Zeit, auch andere
Möglichkeiten der Wettermanipulation mit anderen
Zeit-Raum-Maßstäben und anderen physikalischen Hypothesen in
Betracht zu ziehen.(18)
Diese Studie von William M. Gray und anderen
untersuchte die Hypothese, dass bedeutende vorteilhafte Wirkungen durch
eine überlegte Ausnutzung des solaren Absorptionspotentials von
Kohlenstoff erreicht werden könnten.(19) Die Studie zeigte
schließlich, dass diese Technologie dazu benutzt werden könnte, um
Regenfall aus den mittleren, generierten Federwolken sowie dunkle Haufenwolken
(Gewitterwolken) in sonst trockenen Gebieten zu erzeugen.
Die Technologie kann wie folgt beschrieben
werden. Genau wie schwarze Teer-Dächer sehr leicht Sonnenenergie
absorbieren und in der Folge während eines sonnigen Tages Hitze
ausstrahlen, so absorbiert auch Kohlenstaub sehr leicht Sonnenenergie. Wenn
Kohlenstaub in der Luft über einem großen Gewässer in winzige
bzw. Staub-Teile zerstäubt wird, wird er heiß und
erhitzt die umgebende Luft und erhöht auf diese Weise die
Verdunstungsmenge im Gewässer darunter. Da die umgebende Luft sich
erhitzt, steigen Luftteilchen nach oben und der Wasserdampf, der in den
aufsteigenden Luftteilchen enthalten ist, wird schließlich kondensieren
und Wolken bilden. Mit der Zeit nehmen die Wolkentröpfchen an
Größe zu, je mehr Wasserdampf kondensiert, und schließlich
werden sie zu groß und schwer um weiter in der Luft schweben zu
können und fallen als Regen oder in anderen Niederschlagsformen herab.(20)
In der Studie wird ausgeführt, dass diese Technologie zur Erzeugung von
Niederschlag am besten im Gegenwind von Küstenlinien mit landwärts
flow ??? funktioniert. Der durch den See verursachte See-Effekt-Schnee
entlang der Südspitze der Großen Seen (zwischen USA und Kanada) ist
ein natürliches Phänomen, das auf ähnlichen Dynamiken basiert.
Kann diese Art von Technologie zur Erzeugung
von Niederschlägen militärische Anwendung finden? Unter den richtigen
Bedingungen, ja. Wenn wir zum Beispiel das Glück haben, ein recht
großes Gewässer im Gegenwind zum anvisierten Kriegsschauplatz zu
haben, könnte man Kohlenstaub in die Atmosphäre über dem Wasser
ausbringen. Vorausgesetzt es herrschen günstige Umstände in der
Atmosphäre, wird die gesättigte, aufsteigende Luft schließlich
Wolken bilden und als Regen (downwind???) über dem Land niedergehen.(21)
Wenn auch die Wahrscheinlichkeit, ein Gewässer im Gegenwind vom
Kriegsschauplatz zu haben, nicht vorhersagbar ist, könnte die Technologie
sich unter den richtigen Umständen aber als enorm nützlich
herausstellen. Nur durch weitere Versuche kann festgestellt werden, bis zu
welchem Ausmaß die Erzeugung von Niederschlägen kontrolliert werden
kann.
Wenn die Techniken zur Erzeugung von
Niederschlägen erfolgreich entwickelt werden und auch die richtigen
natürlichen Bedingungen herrschen, muss es uns auch gelingen, den
Kohlenstoff im gewünschten Gebiet auszubringen. Um ihn auf
vollständig kontrollierte, sichere, kosteneffektive und verlässliche
Art zu transportieren, bedarf es neuer Ideen. Zahlreiche Zerstreuungstechniken
wurden bereits untersucht, doch die bequemste, sicherste und kosteneffektivste
Methode, die zur Sprache kam, ist der Gebrauch von
Nachbrenner-Düsentriebwerken, um Kohlenstaub während des Fluges durch
die betreffende Luft zu erzeugen. Diese Methode basiert auf der Injektion von
flüssigem Kohlenwasserstoff-Brennstoff in den Brennstoff des Nachbrenners.
Man fand heraus, dass diese direkte Erzeugungsmethode wünschenswerter als
andere gangbare Methoden ist (z.B. Transport großer Mengen zuvor
hergestellten Kohlenstaubes der richtigen Größe in die
erwünschte Höhe).
Die Kohlenstaub-Studie zeigte, dass die
Erzeugung von Niederschlägen in kleinem Umfang möglich ist und unter
bestimmten atmosphärischen Bedingungen positiv bestätigt wurde.
Seitdem diese Studie durchgeführt wurde, wurden keinerlei
militärische Anwendungen dieser Technologie in die Tat umgesetzt. Wir
können jedoch sagen, wie diese Technologie in der Zukunft verwendet werden
könnte, indem wir einige der Möglichkeiten für effektive
Zerstreuung von Kohlenstoff oder andere effektive Hilfsmittel im Jahr 2025
untersuchen.
Eine Methode, die wir vorschlagen,
würde die Sicherheit und Verlässlichkeit der Technologie weiter
erhöhen, indem in der Tat der menschliche Faktor eliminiert wird. Bis
heute hat man viel an den UAVs (unbemannte Luftfahrzeuge) gearbeitet, die
annähernd (wenn auch nicht ganz) die Fähigkeiten von
pilotengesteuerten Flugzeugen erreichen. Wenn man diese UAV-Technologie mit den
Tarnungs- und Kohlenstaub-Technologien verbinden würde, könnte das
Ergebnis ein auf dem Weg zum anvisierten Ziel für Radar unsichtbares
UAV-Flugzeug sein, das spontan an jedem Ort Kohlenstaub erzeugen könnte.
Die Minimierung der Anzahl der benötigten UAVs, die nötig ist, um die
Mission auszuführen, hinge jedoch von der Entwicklung eines neuen und
effizienteren Systems zur Erzeugung von Kohlenstaub durch eine
Nachfolge-Technologie der zuvor genannten Nachbrenner-Düsentriebwerke ab.
Um die Tarnungs-Technologie effektiv zu nutzen, muss dieses System die
Fähigkeit besitzen, Kohlenstaub zu erzeugen und gleichzeitig die
Infrarot-Hitzequelle des UAV herabzusetzen oder ganz auszuschalten.
Außer der Benutzung von Tarnungs-UAV
und der Technologie der Kohlenstaub-Absorption zur Erzeugung von
Niederschlägen, könnte diese Ausbringungsmethode auch zur
Unterdrückung von Niederschlägen benutzt werden. Obwohl in der zuvor
genannten Studie die Möglichkeit der Wolkenbildung zur Unterdrückung
von Niederschlägen nicht ausdrücklich untersucht wurde, ist es doch
so, dass diese Möglichkeit besteht. Wenn man Wolken vor dem Einsetzen von
Gegenwind vom gewünschten Ort aus bilden würde, könnte das
Ergebnis eine Unterdrückung von Niederschlägen sein. Mit anderen
Worten, die Niederschläge könnten gezwungen werden,
niederzugehen, bevor sie in der betreffenden Region ankommen und so würde
diese Region trocken bleiben. Die strategischen und
einsatztechnischen Vorteile, dies zu tun, sind früher bereits besprochen
worden.
Nebel
Im allgemeinen ist zur erfolgreichen
Auflösung von Nebel eine Art von Erhitzungs- oder Abspaltungs-Prozess
notwendig. Welche Technik am besten ist, hängt von der Art des gerade
herrschenden Nebels ab. Vereinfacht gesagt gibt es zwei grundsätzliche
Typen von Nebel kalten und warmen. Kalter Nebel entsteht bei
Temperaturen unter 0 Grad Celsius. Die bekannteste Auflösungsmethode bei
kaltem Nebel ist es, ihn durch Hilfsmittel, die das Wachsen von Eiskristallen
fördern, von der Luft abzuspalten.(22)
Warmen Nebel gibt es bei Temperaturen
über 0 Grad Celsius und er ist für 90 Prozent der Probleme durch
Nebel bei Flugeinsätzen verantwortlich.(23) Die bekannteste
Auflösungstechnik ist Erhitzung, denn gewöhnlich ist nur ein geringer
Temperaturanstieg nötig, damit sich der Nebel verflüchtigt. Da das
Erhitzen normalerweise eher unpraktisch ist, ist die nächstbeste
wirkungsvolle Technik die hygroskopische (Feuchtigkeit anziehende)
Abspaltung.(24) Bei der hygroskopischen Abspaltung werden Hilfsmittel
verwendet, die Wasserdampf aufsaugen. Diese Technik ist äußerst
wirkungsvoll, wenn sie in der Luft angewendet wird, sie funktioniert jedoch
auch vom Boden aus.(25) Um optimale Ergebnisse zu erhalten, braucht man weitere
Informationen über die Tiefe des Nebels, den Wassergehalt und den
Wind.(26)
Die jahrzehntelange Forschung zeigt, dass
die Auflösung von Nebel eine effektive Anwendung der
Wettermanipulatons-Technologie mit nachgewiesenem Nutzen von großem
Ausmaß sowohl für die militärische als auch die zivile
Luftfahrt darstellt.(27) Lokale Stadtverwaltungen haben ebenfalls bereits
Interesse an der Anwendung dieser Techniken gezeigt, um die Sicherheit auf
Schnellstraßen zu erhöhen, die durch Gebiete führen, wo
häufig dichter Nebel herrscht.(28)
Es gibt einige neue Technologien, die
wichtige Anwendungen zur Auflösung von Nebel erlauben könnten. Wie
schon früher besprochen, ist Erhitzung die effektivste
Auflösungsmethode für den am häufigsten auftretenden Nebel.
Leider hat sich dies in den meisten Situationen als unpraktisch erwiesen und
würde sich bei spontanen Einsätzen sehr schwierig gestalten. Jedoch
könnte die Entwicklung von gelenkten Strahlenenergie-Technologien, wie zum
Beispiel Mikrowellen und Laser, neue Möglichkeiten eröffnen.
Labortests haben gezeigt, dass Mikrowellen
bei der Auflösung von Nebel durch Hitze wirkungsvoll sind. Allerdings
zeigen die Ergebnisse auch, dass die benötigte Energiemenge das Limit
für large power density exposure ??? der USA mit 100 Watt/m2
übersteigt und sehr teuer wäre.(29) Feldexperimente mit Lasern haben
gezeigt, dass sich warmer Nebel auf einem Flugplatz mit äußerst
schlechten Sichtverhältnissen auflöste. Bei 1 Watt/cm2, was in etwa
das Limit der large power density exposure ??? der USA ist, verbesserte das
System die Sichtweite innerhalb von 20 Sekunden auf eine Viertelmeile.(30)
Lasersysteme, die im Abschnitt über Weltraumoperationen dieser
AF-2025-Studie beschrieben werden, könnten sicherlich diese Fähigkeit
als eine von vielen ermöglichen.
Bezüglich der Abspaltungstechniken sind
Verbesserungen hinsichtlich des Materials und der Ausbringungsmethoden nicht
nur plausibel, sondern auch wahrscheinlich. Derzeit werden intelligente
Materialien auf der Basis der Nanotechnologie entwickelt, die mit
Gigaops-Computer-Fähigkeiten ausgestattet sind. Sie könnten je nach
herrschender Situation der Nebelabspaltung ihre Größe nach Bedarf
verändern und sogar während des gesamten Prozesses Anpassungen
vornehmen. Auch könnten sie ihre Zerstreuungsfähigkeiten verbessern,
indem sie ihre Triebkraft dadurch passend verändern, dass sie miteinander
kommunizieren und sich gegenseitig im Nebel lotsen. Sie werden auch ein
sofortiges und fortgesetztes Feedback über die Effektivität zur
Verfügung stellen, indem sie mit einem größeren
Sensoren-Netzwerk verbunden werden, und sie können auch ihre Temperatur
und Polarität ändern, um die Ergebnisse beim Abspalten zu
verbessern.(31) Wie zuvor erwähnt könnte man UAVs verwenden, um diese
intelligenten Materialien zu transportieren und zu verteilen.
Vor kurzem vorgenommene Labortests der
militärischen Forschung haben die Möglichkeit, Nebel zu erzeugen,
deutlich gemacht. Man benutzte herkömmliches Material, um dichten Nebel in
einem 100 Meter langen Gebiet zu erzeugen. Weitere Studien haben gezeigt, dass
Nebel sehr wirkungsvoll einen großen Teil des UV/IR-sichtbaren Spektrums
blockiert und auf diese Weise die Quellen solcher Strahlung erfolgreich vor
IR-Waffen tarnt.(32) Diese Technologie würde es einer kleinen
militärischen Einheit ermöglichen, im IR-Spektrum nicht entdeckt zu
werden. Nebel könnte schnell erzeugt werden, um den Transport von Tanks
oder Infanterie zu verbergen, wie auch militärische Operationen, Anlagen
sowie Ausrüstung. Solche Systeme könnten auch dazu dienen, um
Beobachtungen von sensiblen Hinterland-Aktionen durch elektro-optische
Aufklärungsstationen zu verhindern.(33)
Stürme
Der Wunsch, das Sturmaufkommen zu
verändern, um militärische Ziele zu unterstützen ist die
aggressivste und kontroverseste Art der Wettermanipulation. Der Schaden, der
durch Stürme entsteht, ist wirklich erschreckend. Ein tropischer Sturm zum
Beispiel hat dieselbe Kraft wie 10.000 1-Megatonne-Wasserstoffbomben,(34) und
im Jahre 1992 zerstörte Hurrikan Andrew Homestead AFB, Florida, und
verursachte die Evakuierung des größten Teils der
Militärflugzeuge im Südosten der USA, was zu einem Schaden von 15,5
Milliarden Dollar führte.(35) Wie aufgrund des Energielevels des Sturmes
zu erwarten ist, weist die derzeitige wissenschaftliche Literatur auf
definitive Grenzen der Fähigkeit des Menschen hin, Sturmsysteme zu
verändern. Wir nehmen dies ebenso zur Kenntnis wie politische,
umweltbezogene, ökonomische, legale und moralische Betrachtungen und
beschränken daher unsere Analyse der Stürme auf lokale Gewitter und
befassen uns also nicht mit großen Sturmsystemen wie Hurrikans oder
starken Tiefdrucksystemen.
Jeden Augenblick finden ungefähr 2000
Gewitter statt. In der Tat bilden sich täglich 45.000 Gewitter aus, die
aus heftigem Regen, Hagel, starken Stürmen mit starkem Druck nach unten,
die in kürzester Zeit Richtung oder Geschwindigkeit wechseln können
(Microburst-Wind shears) und Blitzen bestehen.(36) Jeder, der häufig mit
zivilen Flugzeugen fliegt, ist wahrscheinlich schon auf die Schwierigkeiten
aufmerksam geworden, die der Pilot überwinden muss, um Gewittern
auszuweichen. Die Gefahr von Gewittern zeigte sich deutlich im August 1985, als
ein Jumbo-Jet abstürzte, wobei 137 Menschen getötet wurden, nachdem
er während eines starken Gewitterregens mit Microburst-Windshears zu tun
hatte.(37) Diese Naturgewalten üben eine solche Kraft auf die Flugzeuge
aus, dass auch die erfahrensten Kämpfer von 1996 jeden Versuch
unternehmen, Gewittern aus dem Weg zu gehen.
Wird schlechtes Wetter auch im Jahr 2025
noch eine Gefahr für den Flugverkehr sein? Die Antwort lautet
unglücklicherweise Ja, wenn auch geplante Fortschritte in der
Technologie im Laufe der nächsten 30 Jahre das Gefahrenpotential
verringern werden. Computergesteuerte Flugsysteme werden fähig sein, das
Flugzeug selbständig durch schnell wechselnde Winde zu steuern. Die
Flugzeuge werden auch mit einem sehr exakten Sensorensystem an Bord
ausgerüstet sein, das unverzüglich eine Karte erstellt und das
Flugzeug automatisch durch den sichersten Teil des Sturmes geleitet. Die
Vorstellung ist, dass ein Flugzeug eine gefestigte Elektronik hat, die den
Einwirkungen von Blitzschlägen gewachsen ist, und es sollte auch die
Fähigkeit besitzen, ein elektropotentielles Feld um sich herum zu
erzeugen, das Blitzschläge neutralisieren bzw. abwehren kann.
Angenommen, die USA erreichen einige oder
alle der oben skizzierten flugtechnischen Fortschritte und behalten die
technologische Wetterherrschaft über ihre potientiellen
Widersacher, können wir als nächstes schauen, wie wir das Wetter im
Kampfgebiet ändern könnten, um unseren technischen Fortschritt
bestmöglich zu nutzen.
Wettermanipulations-Technologien
könnten Techniken einschließen, die die Freisetzung gebundener
Wärme in der Atmosphäre erhöht, zusätzlichen Wasserdampf
für die Entwicklung von Wolken liefert sowie zusätzliche
Oberflächen- und niedrigere atmosphärische Erhitzung erzeugt, um die
atmosphärische Instabilität zu erhöhen. Der Erfolg der Versuche,
einen Sturm auszulösen, könnte durch die vorher bestehenden lokalen
und regionalen atmosphärischen Bedingungen beeinträchtigt werden. Die
Atmosphäre muss bereits bedingt instabil sein und die
großflächigen Dynamiken müssen die vertikale Wolkenbildung
unterstützen. Der Fokus der Bemühungen um eine Wetterveränderung
wäre darauf gerichtet, zusätzliche Bedingungen zu
erzeugen, die die Atmosphäre instabil genug machen würden, so dass
Wolken und schließlich Sturm erzeugt werden könnte. Der Weg eines
Sturmes, der sich entwickelt hat oder ausgelöst wurde, ist nicht nur von
den kleineren Dynamiken des Sturms abhängig, sondern auch von den
regionalen und synoptischen (globalen) aufsteigenden Windmustern in dem Gebiet,
die derzeit vom Menschen noch nicht beeinflusst werden können.
Wie angedeutet wurde, sind die technischen
Hürden für die Entwicklung von Sturm zur Unterstützung
militärischer Operationen offensichtlich größer, als für
die Erzeugung von Niederschlägen oder die Auflösung von Nebel, wie
zuvor beschrieben. Ein Teil der Sturmforschung, die für militärische
Operationen von bedeutendem Vorteil wäre, ist die Abwendung von Blitzen.
Die meisten Forschungsbemühungen richten sich auf die Entwicklung von
Techniken, die das Aufkommen von Blitzen und die damit verbundenen Gefahren
verringern sollen. Diese Forschungen sind wichtig für militärische
Operationen und den Schutz von Ressourcen , doch könnten auch einige
offensive militärische Vorteile erzielt werden, indem man Forschung zur
Erhöhung des Potentials und der Intensität von Blitzen betreibt. Die
zu erforschenden Konzepte umfassen die Erhöhung der grundsätzlichen
Effizienz von Gewittern, den Auslösungsmechnismus für Blitze und die
Auslösung von Blitzen wie den, der im Jahre 1968 Apollo 12 getroffen
hat.(38) Mögliche Mechanismen, die zu erforschen wären, wären
Wege, um die elektropoteniellen Eigenschaften über bestimmten Zielen zu
verändern, um Blitzschläge auf die gewünschten Ziele
auszulösen, während der Sturm darüber hinwegzieht.
Alles in allem würde diese
Fähigkeit, in das Wettergeschehen am Kriegsschauplatz durch Auslösen
oder Verstärken von Stürmen einzugreifen, es uns erlauben, die
wettertechnologischen Fortschritte unseres Flugzeuges im Jahre 2025
auszuwerten; es existiert ein ungeheures Potential auf diesem Gebiet, was durch
die zukünftige Forschung sowie bei Konzeptentwicklungssystemen
berücksichtigt werden sollte.
Nutzung des nahen Weltraums
zur Beherrschung des Weltraums
Dieses Kapitel erörtert
Möglichkeiten der Beherrschung und Veränderung der Ionosphäre
und der nahen Weltraumumgebung zur Steigerung der Streitkraft; insbesondere
geht es um die Verbesserung unserer eigenen Möglichkeiten hinsichtlich
Kommunikation, Sensoren und Navigation, und/oder darum, diese bei unserem Feind
nachteilig zu beeinflussen. Eine kurze technische Beschreibung der
Ionosphäre und ihrer Bedeutung für die derzeitigen
Kommunikationssysteme wird in Anhang A gegeben.
Im Jahre 2025 könnte es möglich
sein, die Ionosphäre und den nahen Weltraum so zu beeinflussen, dass die
weiter unten besprochene Vielfalt möglicher Anwendungsmöglichkeiten
gegeben wäre. Bevor jedoch eine ionosphärische Beeinflussung
möglich ist, ist eine Menge an evolutionärer Fortschritte bei der
Wettervorhersage und beobachtung im Weltraum nötig. Viele dieser
Voraussetzungen wurden in einer Spacecast 2020-Studie - Space Weather Support
for Communications beschrieben.(39) Einige der Hinweise aus dieser
Studie wurden in Anhang B aufgenommen; es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass
unsere Fähigkeit, den nahen Weltraum durch aktive Beeinflussung
auszunutzen davon abhängt, wie erfolgreich wir dabei sind,
verlässliche Beobachtungs- und Vorhersagefähigkeiten zu entwickeln.
Welche Möglichkeiten die
Weltraumbeeinflussung bietet
Die Beeinflussung des nahen Weltraums ist
hinsichtlich der Beherrschung des Kriegsortes sehr wichtig. Wie General Charles
Horner, ehemaliger Oberbefehlshaber des Weltraumkommandos der USA, berichtete,
bestand sein schlimmster Alptraum darin, zuzusehen, wie ein ganzes
Marinebatallion an einem fremden Anlegeplatz ausgelöscht wird, weil es ihm
nicht möglich war, der aus dem Weltraum bezogenen Intelligenz und
Vorstellungskraft des Feindes etwas entgegenzusetzen.(40) Aktive Beeinflussung
könnte einen technologischen Standard schaffen, um die aktiven und
passiven Überwachungs- und Aufklärungssysteme des Feindes zu
blockieren. Kurz gesagt würde die Fähigkeit, den nahen Weltraum zu
beeinflussen, die Herrschaft über den Weltraum im Jahre 2025 sichern;
diese Fähigkeit würde uns in die Lage versetzen, das Kriegsgebiet
durch verbesserte Kommunikations-, Sensoren-, Navigations- und
Präzisionssysteme zu gestalten und zu beherrschen.
Obwohl wir sehen, dass der technologische
Fortschritt die Bedeutung bestimmter elektromagnetischer Frequenzen - wie zum
Beispiel Radiofrequenz- (RF), Hochfrequenz-, (HF) und
Ultrahochfrequenzbänder (VHF) - für die US-Luftstreitkräfte im
Jahre 2025 aufhebt, sind die weiter unten beschriebenen Fähigkeiten
dennoch relevant. Unser Gegner wird höchstwahrscheinlich immer noch auf
solche Frequenzen für Kommunikation, Sensoren und Navigation angewiesen
sein und wäre daher durch die Wettermanipulation über den Weltraum
höchst verwundbar.
Kommunikationsvorherrschaft durch
Beeinflussung der Ionosphäre
Die Beeinflussung der Ionosphäre, um
Kommunikationssysteme zu verbessern oder zu stören, ist seit kurzem der
Gegenstand der Forschung geworden. Lewis M. Duncan und Robert L. Showen zufolge
betrieb die ehemalige Sowjetunion (GUS) auf diesem Gebiet theoretische und
experimentelle Forschung in beträchtlich größerem Umfang als
vergleichbare Programme im Westen.(41) Die Motivation für diese Forschung
ist groß, denn eine eingeleitete Beeinflussung der Ionosphäre
könnte die Funktion von Radiosystemen beeinflussen oder sogar blockieren,
die auf die beeinflusste Region angewiesen sind. Die kontrollierte Erzeugung
oder beschleunigte Auflösung ionosphärischer Störungen
könnten nützlich sein, um neue Verbreitungswege herzustellen, die
sonst nicht zugänglich wären, und die für ausgewählte
RF-Missionen geeignet sind.(42)
Eine Reihe von Methoden wurden untersucht
oder vorgeschlagen, um die Ionosphäre zu beeinflussen, darunter auch die
Injektion von chemischen Dämpfen und die Erhitzung oder Ladung durch
elektromagnetische Strahlung oder Teilchenstrahlen (wie zum Beispiel Ionen,
neutrale Teilchen, Röntgenstrahlen, MeV-Teilchen und energetische
Elektronen).(43) Es ist wichtig anzumerken, dass viele Techniken zur
Beeinflussung der oberen Atmosphäre in Experimenten erfolgreich
vorgestellt werden konnten. Grundlegende Beeinflussungstechniken, die von den
GUS eingesetzt wurden, sind: vertikale Hochfrequenz-Erhitzung, indirekte
HF-Erhitzung, Mikrowellenerhitzung und magnetosphärische
Beeinflussung.(44) Wichtige militärische Anwendungen dieser Prozesse sind
die Kommunikationsherstellung durch niedrige Frequenzen (low frequency
LF), HF-geleitete Kommunikation und die Schaffung einer künstlichen
Ionosphäre (dies wird im Detail weiter unten besprochen). Zudem erkennen
auch Entwicklungsländer die Vorteile der Beeinflussung der
Ionosphäre: In den frühen 80er Jahren führte Brasilien ein
Experiment zur Beeinflussung der Ionosphäre durch chemische Injektion
durch.(45)
Mehrere überaus lohnende
Fähigkeiten, die aus der Beeinflussung der Ionosphäre oder des nahen
Weltraums resultieren könnten, werden weiter unten kurz beschrieben. Es
muss betont werden, dass diese Liste nicht vollständig ist; die
Beeinflussung der Ionosphäre ist ein Gebiet, das voller möglicher
Anwendungen steckt, und es gibt auch einige spin-off ???
Anwendungsmöglichkeiten, die noch entdeckt werden müssen.
Ionosphärische Spiegel für
exakte Kommunikation oder OTH-Radarübermittlung (over-the-horizon
über dem Horizont). Die Eigenschaften und Begrenzungen der
Ionosphäre als reflektierendes Medium für Hochfrequenzstrahlung sind
in Anhang A beschrieben. Der große Nachteil daran, von der
Ionosphäre als Reflektor für Radiowellen, abhängig zu sein, ist
ihre Unbeständigkeit, die durch das normale Weltraumwetter und
Vorkommnissen wie zum Beispiel Sonnenwinde und Magnetstürme. Die
Ionosphäre wird wie eine gekrümmte Wachspapierschicht beschrieben,
deren relative Position je nach Wetterbedingungen steigt und fällt. Die
Oberflächenstruktur von gekrümmtem Papier ändert sich ebenfalls
immer, was zu Unbeständigkeit in ihren reflektierenden, lichtbrechenden
und weiterleitenden Eigenschaften führt.
Die Schaffung einer künstlichen,
beständigen Ionosphäre wurde als erstes von dem sowjetischen Forscher
A.V. Gurevich Mitte der 70er Jahre angeregt. Ein künstlicher
ionosphärischer Spiegel (artificial ionospheric mirror AIM)
würde als ein präziser Spiegel für elektromagnetische Strahlung
einer gewählten Frequenz oder einer Reihe von Frequenzen dienen. Er
wäre somit nützlich für die exakte Überwachung der eigenen
Kommunikation wie auch zum Abhören der Übermittlungen des Feindes.
Dieses Konzept wurde genauestens u.a. von
Paul A. Kossey beschrieben, und zwar in einer Schrift mit dem Titel
Artificial Ionospheric Mirrors (AIM) (Künstliche,
ionosphärische Spiegel).(46) Die Autoren beschreiben, wie man den
Ort und die Höhe einer Region mit künstlich hergestellter Ionisierung
unter Verwendung von Mikrowellen (MW), welche den atmosphärischen Zerfall
(Ionisierung) neutraler Arten (species ???) bewirken, genauestens kontrollieren
könnte. Die Auswirkungen einer solchen Beherrschung sind enorm: Man
wäre nicht mehr länger den Launen der natürlichen
Ionosphäre ausgesetzt, sondern hätte stattdessen direkte Kontrolle
über die erweiterte Umwelt. Idealerweise könnte der AIM sehr schnell
hergestellt werden und würde dann nur für eine kurze Zeit des
Einsatzes aufrechterhalten werden. Eine schematische Darstellung, die das
Kreuzstrahlenverfahren (crossed-beam approach???) zur Herstellung eines AIM
zeigt, ist unter 4-1 zu finden.(47)
Ein AIM könnte theoretisch Radiowellen
mit Frequenzen bis zu 2 GHz reflektieren, was der fast hundertfachen
Stärke solcher Wellen entspricht, die von der natürlichen
Ionosphäre reflektiert werden. Die notwendige Kraft eines MW-Radiatoren
für ein solches System ist etwa zehnmal größer als die
modernsten Systeme aus dem Jahre 1992; jedoch ist zu erwarten, dass im Jahre
2025 ein solches Kraftpotential leicht erreicht werden kann.
4-1. Kreuzstrahlenverfahren zur
Herstellung eines künstlichen, ionosphärischen Spiegels
Neben der exakten Kommunikationskontrolle
und der potentiellen Abhörungsmöglichkeit wird diese Technologie auch
je nach Wunsch Kommunikationsmöglichkeiten auf bestimmten Frequenzen
bereitstellen. In 4-2 wird gezeigt, wie ein am Boden stationierter Radiator
eine Reihe von AIMs erzeugen könnte, von denen jeder so ausgerichtet
würde, dass er eine ausgewählte Übertragungsfrequenz
reflektiert. Ein solches System würde die Bandbreite der
Kommunikationsmöglichkeiten stark erweitern und auch das Problem von
Störungen und Nebengesprächen ausschalten (durch die
Möglichkeit, die erforderliche Energiestufe zu benutzen).
4-2. point-to-point ???
Kommunikationssysteme durch künstliche, ionosphärische Spiegel
Kossey und seine Mitautoren beschreiben
ebenfalls, wie AIMs benutzt werden könnten, um die Möglichkeiten des
OTH-Radar zu verbessern:
Auf AIM gestützte Funkmesstechnik
könnte auf einer Frequenz betrieben werden, die eher geeignet ist, die
Aufspürung des Zieles zu optimieren, als ionosphärische Bedingungen
zu beherrschen. Dies in Kombination mit der Möglichkeit, die
Wellenpolarisation des Radars zu kontrollieren um Störungen zu mildern,
könnte zur verlässlichen Ortung von Cruise Missiles und anderen
schwer observierbaren Zielen führen.(48)
Eine schematische Darstellung, die dieses
Konzept darlegt, ist in 4-3 zu finden. Mögliche Vorteile gegenüber
der konventionellen OTH-Funkmessortung beinhalten die Frequenzkontrolle, das
Abschwächen von auroral ??? Effekten, Nahkampfeinsätze sowie die
Ortung kleinerer, gewöhnlicher Ziele.
4-3. OTH-Überwachungskonzept durch
künstliche, ionosphärische Spiegel
Störung von Kommunikationssystemen
und Radar mittels ionosphärischer Kontrolle. Eine Variation der oben
vorgeschlagenen Möglichkeiten ist die Beeinflussung der Ionosphäre,
um die Kommunikationssysteme und die Radarübermittlung des Feindes zu
stören. Da Hochfrequenz-Kommunikationssysteme direkt von den
ionosphärischen Bedingungen beherrscht werden, ist es vorstellbar, dass
ein künstlich geschaffenes Ionisationsgebiet die elektromagnetischen
Übersendungen des Feindes stören könnte. Selbst ohne ein
künstliches Ionisationsgebiet erzeugt die Hochfrequenz-Beeinflussung
ionosphärische Schwankungen in großem Ausmaß, welche die
Charakteristiken der HF-Ausbreitung verändern. Die Forschung, die sich auf
das Verständnis bezieht, wie man diese Schwankungen beherrscht,
könnte sich in hohem Maße auszahlen, da sowohl die Erweiterung der
HF-Kommunikation als auch ihre Einschränkung möglich sind. Das
offensive Vorgehen dieser Art wäre vom natürlichen Weltraumwetter so
gut wie nicht zu unterscheiden. Diese Fähigkeit könnte auch helfen,
um die Quelle der feindlichen elektromagnetischen Übermittlungen genau zu
lokalisieren.
VHF-, UHF- sowie SHF-(super-high frequency
Superhochfrequenz)-Satelliten-Kommunikationssysteme könnten durch
ein künstlich hergestelltes ionosphärisches Flimmern gestört
werden. Dieses Phänomen verursacht Schwankungen in der Höhe und
Schwingungsweite von Radiowellen innerhalb eines sehr weiten Frequenzbandes (30
MHz bis 30 GHz). Die Hochfrequenz-Beeinflussung erzeugt
Unregelmäßigkeiten in der elektronischen Dichte, die ein Flimmern in
einer großen Bandbreite von Frequenzen verursachen. Das Ausmaß der
Unregelmäßigkeiten bestimmt, welches Frequenzband betroffen ist. Das
vorderste Ziel in der Forschung auf diesem Gebiet sollte das Verständnis
sein, wie man das im Prozess der HF-Beeinflussung erzeugte Spektrum der
künstlich erzeugten Unregelmäßigkeiten beherrschen kann.
Außerdem ist es eventuell möglich, die Entstehung natürlicher
Unregelmäßigkeiten, aus denen sich ein reduziertes Flimmern ergibt,
zu unterdrücken. Das Erzeugen künstlichen Flimmerns würde es uns
ermöglichen, Satellitenübertragungen über bestimmten Gebieten zu
stören. Ebenso wie die oben beschriebene HF-Störung wären solche
Aktionen von natürlich entstehenden Umweltereignissen so gut wie nicht zu
unterscheiden. In 4-4. wird aufgezeigt, wie künstliche ionisierte dazu
Gebiete benutzt werden könnten, um HF-Kommunikationssysteme durch
Schwächung, Zerstörung oder Absorption (4.4a) sowie
Satelliten-Kommunikationssysteme durch Flimmern oder Energieverlust (4-4b) (von
Ref.25) zu stören.
4-4 (a) und (b). Störungsszenarien
der Telekommunikation
Das Sprengen oder Unbrauchbarmachen von
Weltraumgerät. Die Ionosphäre könnte an einem bestimmten
Punkt künstlich mit Strahlung geladen oder injiziert werden, so dass sie
für Satelliten oder anderem Weltraumgerät unwirtlich wird. Die
Wirkung könnte vom vorübergehenden Unbrauchbarmachen gewisser Ziele
bis zur völligen Zerstörung über eine ausgelöste Explosion
reichen. Natürlich hängt der effektive Einsatz dieser Fähigkeit
davon ab, dass man sie selektiv auf ausgesuchte Gebiete im Weltraum anwenden
kann.
Das Aufladen von Weltraumgerät durch
Energietransfer im Weltraum. Im Gegensatz zu der oben beschriebenen
schädlichen Anwendung könnten Gebiete in der Ionosphäre
möglicherweise beeinflusst oder genutzt werden, um Weltraumgerät zu
revitalisieren, zum Beispiel indem man ihre Energiesysteme auftankt. Die
natürliche Aufladung der Ionosphäre kann den Energiebedarf eines
Satelliten zu einem großen Teil oder ganz decken. In den letzten zehn
Jahren gab es eine Reihe von Schriften über das elektrische Aufladen von
Weltraumfahrzeugen; doch einem Autoren zufolge ist das Problem des
Aufladens von Fahrzeugen trotz großer Bemühungen, die auf diesem
Gebiet sowohl theoretisch als auch experimentell gemacht wurden, noch weit
davon entfernt, völlig verstanden zu werden.(49) Wenn es auch eine
beträchtliche technische Herausforderung bedeutet, so würde sich doch
das Nutzbarmachen elektrostatischer Energie, um die Energiezellen eines
Satelliten aufzuladen, unbedingt auszahlen und könnte die Lebensdauer des
Weltraumgeräts bei relativ geringem Kostenaufwand verlängern.
Außerdem würde die Nutzung der Fähigkeit energievoller
HF-Radiowellen, Elektronen zu beschleunigen, so dass relativ hohe Energie
entsteht, es ermöglichen, das Weltraumgerät des Feindes durch
direktes Bombardement mit HF-induzierten Elektronenstrahlen zu
beeinträchtigen. Genau wie bei der künstlichen
HF-Kommunikationsstörung und induziertem Flimmern wäre die
Beeinträchtigung feindlicher Weltraumfahrzeuge mittels solcher Techniken
von Einwirkungen durch die natürliche Umwelt tatsächlich nicht zu
unterscheiden. Die Erforschung und Optimierung der
HF-Beschleunigungsmechanismen sowohl für freundliche als auch für
aggressive Zwecke ist ein wichtiges Gebiet für zukünftige
Forschungsbemühungen.
Künstliches Wetter
Während die meisten Bemühungen zur
Wetterbeeinflussung auf bestimmte zuvor bestehende Bedingungen angewiesen sind,
kann es durchaus möglich sein, unabhängig von bereits bestehenden
Bedingungen auf künstliche Weise bestimmte Wettereinwirkungen
herzustellen. Zum Beispiel könnte künstliches Wetter geschaffen
werden, indem man die vom Endnutzer empfangenen Wetterinformationen
beeinflusst. Seine Wahrnehmung von Werten oder Bildern von globalen oder
lokalen meteorologischen Informationssystemen würde von der Wirklichkeit
abweichen. Diese unterschiedliche Wahrnehmung würde den Endnutzer
veranlassen, eher negative Entscheidungen bezüglich seines Vorgehens zu
treffen.
Die Nanotechnologie bietet ebenfalls
Möglichkeiten zur Erzeugung eines simulierten Wetters. Eine Haufen oder
mehrere Haufen von mikroskopischen Computerteilchen, die alle miteinander und
mit einem größeren Kontrollsystem kommunizieren, könnten enorme
Möglichkeiten eröffnen. Miteinander verbunden, atmosphärisch
getragen und ausgestattet mit Navigationsmöglichkeiten in drei
Dimensionen, könnten solche Haufen mit einer großen Bandbreite von
Eigenschaften ausgestattet werden. Sie könnten entweder
ausschließlich dazu benutzt werden, optische Sensoren zu blockieren, oder
sie könnten sich so anpassen, dass sie andere Überwachungsmethoden
lahmlegen. Sie könnten auch einen atmosphärischen, elektrischen
Spannungsunterschied herbeiführen, der ansonsten nicht existieren
würde, um so Blitzschläge auf präzise bestimmte Ziele und zu
bestimmten Zeiten auszulösen. Selbst wenn das erreichbare Energieniveau
nicht ausreichen würde, um als effektive Schlagwaffe zu funktonieren,
wäre jedoch das Potential für psychologische Operationen in vielen
Situationen fantastisch.
Einer der großen Vorteile, mit
simuliertem Wetter zu arbeiten, um gewünschte Ziele zu erreichen, ist es,
dass im Unterschied zu anderen Herangehensweisen hierbei die Ergebnisse
wohlüberlegter Aktionen die Folgen natürlicher Wetterphänomene
zu sein scheinen. Zudem ist es zukünftig relativ günstig zu erzeugen.
Laut J. Storrs Hall, einem Wissenschaftler an der Rutgers Universität,
Leiter der nanotechnologischen Forschung, werden die Produktionskosten dieser
Nanoteilchen pro Pfund etwa genauso hoch sein wie die für Kartoffeln.(50)
Dies lässt jedoch die Forschungs- und Entwicklungskosten
unberücksichtigt, die vor allem von privater Seite getragen werden, und
die im Jahre 2025 und womöglich schon früher gesunken sein werden.
Arbeitskonzept Zusammenfassung
Das Wetter beeinflusst alles, was wir tun,
und durch Wetterbeeinflussung besteht die Möglichkeit, das Luftgebiet zu
beherrschen. Sie gibt dem Kommandierenden Hilfsmittel, um den Kriegsschauplatz
zu gestalten. Sie gibt dem Logistiker die Hilfsmittel, um den Prozess zu
optimieren. Sie gibt dem Soldaten im Cockpit ein Operationsfeld, das direkt auf
seine Anforderungen abgestimmt ist. Einige der potentiellen Möglichkeiten,
die ein Wettermanipulations-System einem kriegführenden
Oberkommandierenden zur Verfügung stellen könnte, sind in Tabelle 1
der executive ??? Zusammenfassung zusammengestellt.
Kapitel 5
Forschungsempfehlungen
Wie kommen wir von hier nach dort?
Um die Entwicklung der spezifischen
Fähigkeiten, die die Beeinflussung des Wetters dem Militär bieten
könnte, richtig beurteilen zu können, müssen wir ihre Beziehung
zu verwandten essentiellen Fähigkeiten und der Entwicklung der
erforderlichen Technologien untersuchen und verstehen. In 5-1 fasst die
spezifischen operativen Fähigkeiten von Tafel 1 in sechs
Hauptfähigkeiten zusammen und zeigt ihre relative Bedeutung im Laufe der
Zeit. Zum Beispiel sind derzeit die Veränderung von Nebel und Wolken von
Bedeutung und werden es auch noch einige Zeit bleiben, um unsere Aktiva vor
Überwachung zu schützen und um die Sichtweite bei Landungen auf
Flugplätzen zu verbessern. Dadurch jedoch, dass Überwachungsmittel
optisch weniger auffällig sein werden und Flugzeuge tatsächlich die
Fähigkeit erreichen, weltweit bei jedem Wetter zu landen, verlieren die
Anwendungsmöglichkeiten der Nebel- und Wolkenmanipulation immer mehr an
Bedeutung.
Allerdings ist es so, dass künstliche
Wettertechnologien derzeit nicht existieren. Doch während sie entwickelt
werden, erhöht sich die Bedeutung der möglichen Anwendungen sehr
stark. Die erwartete starke Ausbreitung von Überwachungstechnologien in
der Zukunft macht die Fähigkeit, Überwachung abzuwehren, immer
wertvoller. In einer solchen Szenerie könnte die Erzeugung von Wolken aus
intelligenten Teilchen, wie sie in Kapitel 4 beschrieben werden, zu einer sehr
begehrten Fähigkeit werden.
5-1. Ein Wegweiser der essentiellen
Fähigkeiten zur Wettermanipulation im Jahre 2025
Legende für 5-1
PM Precipitation Modification
Beeinflussung von Niederschlägen
(F&C)M Fog and Cloud Modification
Beeinflussung von Nebel und Wolken
SM Storm Modification
Beeinflussung von Stürmen
CW Counter Weather
entgegengesetztes Wetter
SWM Space Weather-Modification
Beeinflussung des Weltraumwetters
AW Artificial Weather
künstliches Wetter
Selbst die technologisch am weitesten
fortgeschrittenen Militärs würden es gewöhnlich vorziehen, bei
klarem Wetter und blauem Himmel zu kämpfen. In dem Maße jedoch, wie
sich militärische Kampftechnologien ausbreiten, wird der Partei mit den
technologischen Vorteilen ein herausfordernderes Wetter lieber sein. Die
US-Army hat hierauf bereits in ihrem Konzept vom Eigentum am Wetter
hingewiesen.(51) Demzufolge wird die Beeinflussung von Stürmen mit der
Zeit mehr an Wert gewinnen. Die Bedeutung der Beeinflussung von
Niederschlägen wird wahrscheinlich ebenfalls steigen, da brauchbares
Wasser in wechselnden Teilen der Welt immer knapper wird.
Da immer mehr Länder zunehmende Arten
und Grade der Wettermanipulations-Technologien verfolgen, entwickeln und
anwenden, müssen wir fähig sein, ihre Erfolge aufzudecken und ihren
Aktivitäten wenn nötig etwas entgegenzusetzen. Wie gezeigt wurde,
werden die Technologien und Fähigkeiten, die mit einer solchen
gegenläufigen Rolle des Wetters zu tun haben, immer bedeutender.
Die Bedeutung der Beeinflussung des
Weltraumwetters wird mit der Zeit zunehmen. Sie wird anfangs stark wachsen, da
die Technologien, die sie am besten unterstützen oder blockieren
können, sich sehr stark ausbreiten. Später, wenn solche Technologien
ausgereift und überholt sein werden, wird die Technologie zur
Beeinflussung des Weltraumwetters weiter steigen, wenn auch nicht so stark.
Um die Hauptfähigkeiten zu erzielen,
die in 5-1 aufgezeigt sind, könnten die nötigen Technologien und
Systeme nach dem in 5-2 gezeigten Vorgang entwickelt werden. Dieser Punkt zeigt
die zeitliche und folgerichtige Entwicklung des Systems, um die Fähigkeit
zur Wettermanipulation für den Kriegsschauplatz im Jahre 2025 zu erlangen.
Die horizontale Achse symbolisiert die Zeit. Die vertikale Achse zeigt den Grad
an, bis zu dem eine bestimmte Technologie hinsichtlich der Beeinflussung des
Wetters angewendet wird. Die mit einem Sternchen versehenen Technologien werden
in erster Linie vom Militär als hauptsächlichen Nutzer entwickelt
werden. Der zivile Bereich wird die Hauptquelle für die übrigen
Technologien sein.
5-2. Wegweiser der Systementwicklung
für die Wettermanipulation im Jahre 2025
Legende für 5-2
ADV Aerospace Delivery Vehicles
Lieferflugzeuge
AIM Artificial Ionospheric Mirrors
künstliche, ionosphärische Spiegel
CHEM Chemicals Chemikalien
CBD Carbon Black Dust
Kohlenstaub
COMM Communications
Kommunikationssysteme
COMP MOD Computer Modeling
Computergestaltung
DE Directed Energy
zielgerichtete Energie
GWN Global Weather Network
weltweites Wetternetzwerk
SC Smart Clouds (nanotechnology)
intelligente Wolken (Nanotechnologie)
SENSORS Sensors Sensoren
VR WX Virtual Weather
künstliches Wetter
* durch DOD zu entwickelnde Technologien
WFSE Weather Force Support Element
Wetterkraft-Unterstützungseinheit
Schlussfolgerungen
Die begrenzten Ressourcen der Welt und der
fortwährende Bedarf werden den Wunsch, Menschen und Besitz zu
schützen und unsere Felder, Wälder und Weideflächen effizienter
zu nutzen, vorantreiben. Die Fähigkeit, das Wetter zu beeinflussen, kann
sowohl für Zwecke der Ökonomie als auch der Verteidigung
wünschenswert sein. Das globale Wettersystem wird als eine Reihe von
Sphären oder Blasen beschrieben. Wenn man die eine hinunterdrückt,
kommt die nächste nach oben.(52) Wir müssen darüber informiert
sein, wenn eine andere Kraft eine Sphäre ihrer Region niederdrückt,
und wie dies zum einen unser eigenes Territorium und zum anderen Gebiete von
ökonomischem und politischem Interesse für die USA beeinflusst.
Bemühungen sind bereits im Gange, um
umfassendere Wettermodelle zu kreieren, und zwar in erster Linie für die
Wettervorhersage; jedoch versuchen die Forscher auch, die Ergebnisse daraus zu
beeinflussen, indem sie zur rechten Zeit und am rechten Ort kleine
Energiemengen hinzufügen. Diese Programme sind derzeit noch sehr begrenzt
und sind auch noch nicht bestätigt, doch es existiert ein großes
Potential, sie innerhalb der nächsten 30 Jahre zu fortzuentwickeln.(53)
Die Geschichte lehrt uns, dass die
tatsächliche Fähigkeit der Wettermanipulaton letztendlich trotz des
Risikos zur Verfügung stehen wird. Der starke Wunsch dazu existiert. Schon
immer wollten Menschen das Wetter beherrschen, und ihr Wunsch wird sie dazu
treiben, ihr Ziel vereint und fortgesetzt zu verfolgen. Die Motivation ist da.
Die möglichen Vorteile und die Macht sind sehr lukrativ und verlockend
für diejenigen, die die Mittel zur Entwicklung dieser Technologien
besitzen. Die Kombination von Antrieb, Wunsch und Ressourcen werden
schließlich die Technologie erzeugen. Die Geschichte lehrt uns auch, dass
wir es uns nicht leisten können, auf die Fähigkeit der
Wettermanipulation zu verzichten, wenn sie erst einmal entwickelt ist und von
anderen genutzt wird. Auch wenn wir selbst nicht die Absicht haben, sie zu
nutzen, werden es andere tun. Um noch einmal auf die Atomwaffen-Analogie
zurückzukommen: Wir müssen fähig sein, ihre Fähigkeiten mit
unseren eigenen zu blockieren oder sie damit anzugreifen. Aus diesem Grunde
müssen die Wetter- und Nachrichtendienste mit den Aktionen der anderen
Schritt halten.
Wie die vorherigen Kapitel zeigen, stellt
die Beeinflussung des Wetters einen überaus starken Multiplikator der
eigenen Kräfte dar, der für alle kriegerischen Szenarien genutzt
werden könnte. Von der Unterstützung freundlicher Operationen oder
der Störung derjenigen des Feindes durch ein Zurechtschneidern der
natürlichen Wettermuster in kleinem Ausmaß bis zur völligen
Hoheit über globale Kommunikations- und Weltraumbeherrschung bietet die
Wettermanipulation dem im Krieg befindlichen Soldaten eine große
Bandbreite möglicher Optionen, um einen Gegner zu schlagen oder zu
beherrschen. Ihre offensiven Bemühungen um die Wettermanipulation werden
die US-Streitkräften zwar sicherlich mit größter Vorsicht
unternehmen, doch gleichzeitig ist klar, dass wir es dem Gegner nicht erlauben
können, die alleinige Fähigkeit der Wetterbeeinflussung zu erreichen.
(1)
3 Gen Gordon R. Sullivan, "Moving into the 21st
Century: America's Army and Modernization," Military Review (July 1993)
quoted in Mary Ann Seagraves and Richard Szymber, "Weather a Force Multiplier,"
Military Review, November/December 1995, 75.
(2)
4 Horace R. Byers, "History of
Weather-modification," in Wilmot N. Hess, ed. Weather and Climate
Modification, (New York: John Wiley & Sons, 1974), 4.
(3)
5 William B. Meyer, "The Life and Times of
US Weather: What Can We Do About It?" American Heritage 37, no. 4
(June/July 1986), 48.
(4)
6 Byers, 13.
(5)
7 US Department of State, The Department
of State Bulletin. 74, no. 1981 (13 June 1977): 10.
(6)
8 Dwight D Eisenhower. "Crusade in Europe,"
quoted in John F. Fuller, Thor's Legions (Boston: American Meterology
Society, 1990), 67.
(7)
9 Interview of Lt Col Gerald F. Riley,
Staff Weather Officer to CENTCOM OIC of CENTAF Weather Support Force and
Commander of 3rd Weather Squadron, in "Desert Shield/Desert Storm Interview
Series," by Dr William E. Narwyn, AWS Historian, 29 May 1991.
(8)
10 Thomas A. Keaney and Eliot A. Cohen.
Gulf War Air Power Survey Summary Report (Washington D.C.: Government
Printing Office, 1993), 172.
(9)
11 Herbert S. Appleman, An Introduction
to Weather-modification (Scott AFB, Ill.: Air Weather Service/MAC,
September 1969), 1.
(10)
12 William Bown, "Mathematicians Learn How
to Tame Chaos," New Scientist, 30 May 1992, 16.
(11)
13 CJCSI 3810.01, Meteorological and
Oceanographic Operations, 10 January 95. Diese CJCS-Verordnung regelt die
Verfahrensweise und bestimmt die Verantwortlichkeiten für die
Durchführung meteorologischer und ozeanographischer Operationen.
Außerdem werden die Begriffe ausgedehnt,
langanhaltend und schwer definiert, um jene
Aktivitäten zu identifizieren, die den US-Streitkräften durch die
Bedingungen der UN-Konvention zur Veränderung der Umwelt verboten sind.
Ausgedehnt umfasst ein Gebiet von mehreren hundert Kilometern;
langanhaltend ist eine Zeitspanne von mehreren Monaten bis zu
annähernd einer Saison; und schwer bedeutet ernste oder
bedeutende Störung oder Schaden für menschliches Leben,
natürliche oder ökonomische Ressourcen oder andere Dinge.
(12)
14 Bedenken bezüglich der
unbeabsichtigten Folgen des Versuchs, das Wetter zu kontrollieren
sind sehr wohl berechtigt. Wetter ist ein klassisches Beispiel für ein
chaotisches System (d.h. für ein System, das sich niemals genau
wiederholt). Ein chaotisches System ist auch extrem empfindlich: winzige
Unterschiede in den Bedingungen beeinflussen das Ergebnis enorm. Laut Dr. Glenn
James, einem weithin publizierten Chaosexperten, können technische
Fortschritte Mittel zur Verfügung stellen, die vorhersagen, wann
Wetterwechsel stattfinden werden, sowie das Ausmaß an benötigtem
Input um die Wechsel herbeizuführen; es wird jedoch niemals möglich
sein, Veränderungen, die ein Ergebnis unseres Inputs sind, exakt
vorherzusagen. Die chaotische Natur des Wetters begrenzt ebenfalls unsere
Fähigkeit, exakte langfristige Vorhersagen zu machen. Der namhafte
Physiker Edward Teller stellte vor kurzem seine Berechnungen zur Bestimmung
langfristiger Wettervorhersage-Verbesserungen als Ergebnis einer
Satelliten-Konstellation vor, die fortgesetzte, weltweite atmosphärische
Messungen auf einem 1qm-Gitternetz bereitstellt. Ein solches System, das
derzeit noch zu teuer ist, würde eine Verbesserung der langfristigen
Vorhersage von derzeit fünf Tagen auf ungefähr 14 Tage bringen. Es
ist eindeutig, dass der Fähigkeit des Menschen, die Natur zu beherrschen,
bestimmte physikalische Grenzen gesetzt sind, doch das Ausmaß dieser
physikalischen Grenzen bleibt eine offene Frage. Quellen: G. E. James, "Chaos
Theory: The Essentials for Military Applications," in ACSC Theater Air
Campaign Studies Coursebook, AY96, 8 (Maxwell AFB, Ala: Air University
Press, 1995), 1-64. Die Teller-Berechnungen werden in Hinweis 49 dieser Quelle
zitiert.
(13)
15 SPACECAST 2020, Space Weather Support
for Communications, white paper G (Maxwell AFB, Ala.: Air War College/2020,
1994).
(14)
16 Rear Adm Sigmund Petersen, "NOAA Moves
Toward The 21st Century," The Military Engineer 20, no. 571 (June-July
1995): 44.
(15)
17 Ibid.
(16)
18 William Brown, "Mathematicians Learn How
to Tame Chaos," New Scientist (30 May 1992): 16.
(17)
19 Ein Pilotprogramm aus dem Jahre 1966,
bekannt als Projekt Popeye, versuchte, die Regenzeit zu verlängern, um die
Menge an Schlamm auf der Ho-Chi-Minh-Straße zu erhöhen und somit die
Bewegung des Feindes einzuschränken. Man versprühte einen
Silberjodnuklear-Wirkstoff (silver iodice nuclei agent ???) aus den WC-130, F4-
und A-1E-Flugzeugen in die Wolken über Teilen der Straße, die sich
von Nord-Vietnam durch Laos und Kambodscha nach Süd-Vietnam zieht.
Positive Ergebnisse während dieses ersten Programmes führten zu
weiteren Operationen von 1976 bis 1972. Zwar blieben die Ergebnisse dieses
Programms umstritten, jedoch glauben einige Wissenschaftler, dass die
Fähigkeit des Feindes, Versorgungsmaterial auf der Straße nach
Süd-Vietnam zu bringen, bedeutend eingeschränkt wurde. E. M. Frisby,
"Weather-modification in Southeast Asia, 1966-1972," The Journal of
Weather-modification 14, no. 1 (April 1982): 1-3.
(18)
20 William M. Gray et al.,
"Weather-modification by Carbon Dust Absorption of Solar Energy," Journal of
Applied Meteorology 15 (April 1976): 355.
(19)
21 Ibid.
(20)
22 Ibid.
(21)
23 Ibid., 367.
(22)
24 AWS PLAN 813 Appendix I Annex Alfa (Scott
AFB, Ill.: Air Weather Service/(MAC) 14 January 1972), 11. Hereafter cited as
Annex Alfa.
(23)
25 Capt Frank G. Coons, "Warm Fog
Dispersal-A Different Story," Aerospace Safety 25, no. 10 (October
1969): 16.
(24)
26 Annex Alfa, 14.
(25)
27 Warren C. Kocmond, "Dissipation of
Natural Fog in the Atmosphere," Progress of NASA Research on Warm Fog
Properties and Modification Concepts, NASA SP-212 (Washington, D.C.:
Scientific and Technical Information Division of the Office of Technology
Utilization of the National Aeronautics and Space Administration, 1969),
74.
(26)
28 James E. Jiusto, "Some Principles of Fog
Modification with Hygrosopic Nuclei," Progress of NASA Research on Warm Fog
Properties and Modification Concepts, NASA SP-212 (Washington, D.C.:
Scientific and Technical Information Division of the Office of Technology
Utilization of the National Aeronautics and Space Administration, 1969),
37.
(27)
29 Maj Roy Dwyer, Category III or Fog
Dispersal, M-U 35582-7 D993a c.1 (Maxwell AFB, Ala.: Air University Press,
May 1972), 51.
(28)
30 James McLare, Pulp & Paper 68,
no. 8 (August 1994): 79.
(29)
31 Milton M. Klein, A Feasibility Study
of the Use of Radiant Energy for Fog Dispersal, Abstract (Hanscom AFB,
Mass.: Air Force Material Command, October 1978).
(30)
32 Edward M. Tomlinson, Kenneth C. Young,
and Duane D. Smith, Laser Technology Applications for Dissipation of Warm
Fog at Airfields, PL-TR-92-2087 (Hanscom AFB, Mass.: Air Force Material
Command, 1992).
(31)
33 J. Storrs Hall, "Overview of
Nanotechnology," adapted from papers by Ralph C. Merkle and K. Eric Drexler,
Internet address: http://nanotech.rutgers.edu/nanotech-/intro.html, Rutgers
University, November 1995.
(32)
34 Robert A. Sutherland, "Results of
Man-Made Fog Experiment," Proceedings of the 1991 Battlefield Atmospherics
Conference (Fort Bliss, Tex.: Hinman Hall, 3-6 December 1991).
(33)
35 Christopher Centner et al.,
"Environmental Warfare: Implications for Policymakers and War Planners"
(Maxwell AFB, Ala.: Air Command and Staff College, May 1995), 39.
(34)
36 Louis J. Battan, Harvesting the
Clouds (Garden City, N.Y.: Doubleday & Co., 1960), 120.
(35)
37 Facts on File 55, no. 2866 (2 November
95).
(36)
38 Gene S. Stuart, "Whirlwinds and
Thunderbolts," Nature on the Rampage (Washington, D.C.: National
Geographic Society, 1986), 130.
(37)
39 . Ibid., 140.
(38)
40 Heinz W. Kasemir, "Lightning Suppression
by Chaff Seeding and Triggered Lightning," in Wilmot N. Hess, ed., Weather
and Climate Modification (New York: John Wiley & Sons, 1974),
623-628.
(39)
41 SPACECAST 2020, Space Weather Support
for Communications, white paper G, (Maxwell AFB, Ala.: Air War
College/2020, 1994).
(40)
42 Gen Charles Horner, "Space Seen as
Challenge, Military's Final Frontier," Defense Issues, (Prepared
Statement to the Senate Armed Services Committee), 22 April 1993, 7.
(41)
43 Lewis M. Duncan and Robert L. Showen,
"Review of Soviet Ionospheric Modification Research," in Ionospheric
Modification and Its Potential to Enhance or Degrade the Performance of
Military Systems,(AGARD Conference Proceedings 485, October, 1990),
2-1.
(42)
44 Ibid.
(43)
45 Peter M. Banks, "Overview of Ionospheric
Modification from Space Platforms," in Ionospheric Modification and Its
Potential to Enhance or Degrade the Performance of Military Systems (AGARD
Conference Proceedings 485, October 1990) 19-1.
(44)
46 Capt Mike Johnson, Upper Atmospheric
Research and Modification-Former Soviet Union (U), DST-18205-475-92
(Foreign Aerospace Science and Technology Center, AF Intelligence Command, 24
September 1992), 3. (Secret) Information extracted is unclassified.
(45)
47 Capt Edward E. Hume, Jr., Atmospheric
and Space Environmental Research Programs in Brazil (U) (Foreign Aerospace
Science and Technology Center, AF Intelligence Command, March 1993), 12.
(Secret) Information extracted is unclassified.
(46)
48 Paul A. Kossey et al. "Artificial
Ionospheric Mirrors (AIM)," in Ionospheric Modification and Its Potential to
Enhance or Degrade the Performance of Military Systems (AGARD Conference
Proceedings 485, October 1990), 17A-1.
(47)
49 Ibid., 17A-7.
(48)
50 Ibid., 17A-10.
(49)
51 B. N. Maehlum and J. Troim, "Vehicle
Charging in Low Density Plasmas," in Ionospheric Modification and Its
Potential to Enhance or Degrade the Performance of Military Systems (AGARD
Conference Proceedings 485, October 1990), 24-1.
(50)
52 Hall.
(51)
53 Mary Ann Seagraves and Richard Szymber,
"Weather a Force Multiplier," Military Review, November/December 1995,
69.
(52)
54 Daniel S. Halacy, The Weather
Changers (New York: Harper & Row, 1968), 202.
(53)
55 William Brown, "Mathematicians Learn How
to Tame Chaos," New Scientist, 30 May 1992, 16.
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