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USA
Derzeit versuchen
US-Behörden eine gigantische Datenbank aufzubauen, in der alle nur
irgendwie
erhältliche Daten von Privatpersonen weltweit
gespeichert werden sollen. US-Datenschnüffler haben
schon die ersten "Erfolge". Der Firma ChoicePoint ist es auf
undurchsichtigen Wegen gelungen, an die
vollständigen Melde- und Wählerregister von zehn
lateinamerikanischen Ländern zu kommen. Die Firma
verkaufte die Daten an die US-Einwanderungsbehörde.
Damit haben auch FBI, CIA und andere
Sicherheitsstellen und Geheimdienste der USA Zugriff auf die
riesigen Datenbestände. Als Begründung für
diese Datenspeicherung wird wieder einmal der "Kampf gegen
den internationalen Terrorismus"
angegeben. Bekannt ist, daß eine Abteilung des FBI,
das Information Awareness Office (IAO), seit geraumer Zeit
damit beschäftigt ist, ein Datenerfassungssystem
einzurichten, das in der Lage ist, anhand umfangreicher
Datenbestände "terroristische" Akte möglichst
schon in der Planungsphase aufzuspüren und das in jedem
Winkel der Erde. Dazu sollen von Hochleistungscomputern mit
eigens dafür erstellten Programmen "Auffälligkeiten"
im weltweiten Datenverkehr aufgespürt und registriert
werden - etwa verdächtige
Banktransaktionen, Telefongespräche, Fax- und
Internetverbindungen. Voraussetzung für eine solche
Datenbank ist aber, daß alle nur verfügbaren
Daten übernommen werden: Reisedaten von Fluggesellschaften
genauso wie Buchungsvorgänge von Banken, Dateien von
Finanz- und Sozialämtern ebenso wie
"Nutzerbiographien" öffentlicher Leihbibliotheken.
Tatsache ist, daß jeder Erdenbürger - zumindest in den
Industrienationen - tagtäglich eine Fülle von
elektronischen Datenspuren hinterläßt, anhand derer sich
Lebensgewohnheiten, Beziehungsmuster und Bewegungsprofile
(Handy) erkennen lassen. Wer durch
auffällige Handlungen und Maßnahmen von seinem
individuellen Profil abweicht macht sich aus Sicht der
amerikanischen Sicherheitsbehörden bereits
verdächtig. Die Sammelwut der IAO erstreckt sich auf alle
Erdenbürger, denn jeder ist eine potentielle Bedrohung
für die US-Sicherheit. Was uns als "Fortschritt"
verkauft wird, ist nur zu oft die nächste Stufe zu
Erreichung des gläsernen Menschen, der mit unzähligen
Plastikkarten seine leicht zu erfassende Spur bei
Kassenterminals, Zutrittskontrollen, Arztbesuchen,
Flugbuchungen, Gebrauchtwagenreservierungen usw. weltweit
hinterläßt. An Datenschutz glauben
ohnehin nur noch die Naiven! (Quelle: Interinfo, Folge 300,
November 2003) |