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Die Website www.chinatibetnews.com zitierend, teilte Reuters
am 17. November mit, chinesische Truppen seien in Tibet einen Tag lang im
Anti-Terror-Kampf gegen "Terroristen", die mit dem im Exil lebenden
spirituellen Oberhaupt, dem Dalai Lama, assoziiert seien, geschult worden. Bei
dem "Himalaya 03" genannten Manöver wurden die Niederschlagung von
Aufständen, die Gefangennahme von Entführern, die Geiselbefreiung und
die Abwehr von Bombenattentaten und biochemischen Angriffen eingeübt.
Führende Mitglieder der kommunistischen Partei und Regierungsvertreter der
TAR sowie der stellvertretende Leiter des dem Ministerium für
öffentliche Sicherheit unterstehenden Anti-Terrorismus-Büros wohnten
dem Manöver als Beobachter bei. Ein Vertreter des Amtes für
auswärtige Angelegenheiten der TAR sagte, Zweck der Übungen sei es,
"die feste Entschlossenheit des Parteikomitees der TAR sowie der Regierung und
der Menschen aller ethnischen Gruppen zur Bekämpfung des Terrorismus, wie
auch ihre Leistungsfähigkeit dabei deutlich zu machen". Im Gefolge des 11.
September versucht die chinesische Regierung mit aller Macht, politische und
religiöse Aktivitäten als "Terrorismus" zu brandmarken. Die im
Dezember 2001 zum chinesischen Strafgesetzbuch verabschiedeten Ergänzungen
bedrohen Gründung und Führung einer Terror-Organisation mit schweren
Strafen von drei bis zu zehn Jahren oder von zehn Jahren bis
lebenslänglich (Artikel 120 des Strafgesetzbuches). Die Definition des
Begriffs "terroristische Organisation" ist überaus vage und erlaubt
weitgefaßte und mehrdeutige Interpretationen, womit auch friedliche
politische und religiöse Aktivitäten einbezogen werden können.
Indem sie populäre Führungspersönlichkeiten als "Terroristen"
abstempeln, ziehen die Chinesen die Schraube der Repression immer enger an. Als
Bedrohung für die Autorität der Partei in Tibet wahrgenommen, werden
sie als Terroristen abqualifiziert und kaltgestellt. Der angesehene
buddhistische Lehrer Tulku Tenzin Delek aus dem Distrikt Lithang, TAP Kardze,
Provinz Sichuan, wurde wegen angeblicher Beteiligung an
Sprengstoff-Anschlägen und versuchter Spaltung des Landes mit
zweijährigem Vollstreckungsaufschub zum Tode verurteilt. Sein
Mitangeklagter Lobsang Dhondup wurde auf Grund derselben Anklagen trotz
massiver internationaler Appelle am 26. Januar 2003 hingerichtet. |