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Irak-Krieg, Afghanistan, Indien/Pakistan, Nordkorea,
Mini-Atombomben US-amerikanischer Waffenschmieden, Islam versus Judäismus
versus Christentum, Dauerbrand im Mittleren Osten, Weltwirtschaftskrieg,
weltweite Verschuldung und Zusammenbruch der Sozialsysteme ... allsamt
Hypotheken, die wir ins Neue Jahr mitnehmen.
Stellen Sie sich doch einmal vor, wir wären
wirklich schon ein paar Schritte weiter. Fangen wir im Kleinen an:
Gerhard S. weg erinnern Sie sich: das schelmisch
lächelnde, oftmals so proletenhaft wippende Männchen, das
Schwierigkeiten hatte, die Texte abzulesen, die andere für ihn schrieben,
die er selber aber gar nicht raffte; Thierse weg der
salbadernde Neo-Moses; Merkel weg Alice
Schwarzers uneheliche Findelnichte, die den Spagat vom
personifizierten antifaschistischen Schutzwall zur Heroine der
Schrebergarten-Kapitalisten schaffte; Ulla S. weg ihr Name
würde nur noch in einem Atemzug mit Hauff,
Andersen und den Gebrüdern Grimm genannt
werden; Struck, Laurenz M.,
Taxi-Fischer und Atomdosen-Trittin alle in
verschiedenfarbigen Flaschencontainern entsorgt.
Die heilsversprechenden Kommissionsauswürfe
sorgsam verplombt und unter Tage endgelagert; der Staat und seine
öffentlich-(un)rechtlichen Organe reduziert auf ein Zehntel ihrer
größten Wucherphase; Kompetenz hat Dilettantismus ersetzt, und
Leistungsbereitschaft steht wieder vor pseudosozialer Schröpfkultur; Neid
wird durch Vorbild ersetzt, und selbstbestimmte Lebensführung rangiert vor
sozialstaatlichem Versorgungsdenken; die BürgerInnen sind politischer,
verantwortungsbewußter und autarker geworden; der Zauselclub von 600
Bundestagsfürstchen und 100.000 regionalen und kommunalen
Politfürzchen hat sich zu einer demokratisch gewählten Elite von
knapp 500 hochkarätigen Führungskräften verdichtet, die
gut bezahlt nicht korrumpierbar und fernab jeder systemischen
Verklumptheit Verantwortung tragen, statt davon zu sabbeln.
Der Parteienmoloch ist aufgelöst; in Hunderten
politischer Clubs wird diskutiert und konzeptioniert; Ältere bieten ihre
Erfahrung als politische Pädagogen Jüngeren an, für die Politik
ein Lehrfach wie Algebra und Geschichte ist; die wertlose Tara eines
wechselweise an Diarrhö oder Blähungen leidenden Parteien-,
Funktionärs- und Gewerkschaftsklüngels ist auf Null reduziert;
Betriebe und Berufe verwalten sich in Eigenregie, aber auf freiwilliger Basis;
Zwangskammern unselige Nostalgie.
Es
macht wieder Spaß, sich nach besten Kräften mit Herz und Verstand um
das eigene Leben zu besorgen und aus freien Stücken denen zu helfen, die
tatsächlich fremder Hilfe bedürfen; Selbständige
Lebensgestaltung wird nicht mehr argwöhnisch belauert, gesetzlich und
behördlich stranguliert, sondern zur Lebensmaxime erhoben.
Ein humanistisches, intelligentes Menschenbild braucht
keine politische Farbenlehre, keinen in ...ismen verkleisterten
ideologischen Setzbaukasten; Parteien und Gewerkschaften in ihrer heute korrupt
verdichteten Funktion haben weder eine Berechtigung noch einen Sinn im
Hinblick auf eine Entwicklung im globalen Sinne; Gleiches gilt für deren
sakrales Gegenstück, die Entmündigungsinstitutionen biblischer
Provenienz (vulgo: Religionen).
In
Staaten je größer und waffenstarrender, desto weniger
überlebensfähig, aber gefährlich liegt nicht der
Entwicklungspfad des homo sapiens. Dem menschlichen Verbund auf kommunaler
(bedingt auch regionaler) Ebene mit einem wachen Interesse an einer weltweiten
Vernetzung in allen Bereichen des Lebens, der Wirtschaft und der Bildung,
gehört die Zukunft.
Verklärtes Vaterlandsdenken,
nationalistische Engstirnigkeit und religiöser Fanatismus sollten als
urzeitliche Denkmuster einer noch unterentwickelten Spezies im Museum
menschlicher Archaik unter Glas gesetzt werden.
So, nun zurück ins beginnende Jahr 2004: Wenn Sie
obig Beschriebenes grundsätzlich benicken, gilt es, alles dafür
Mögliche und Nötige zu tun. Wir bekommen dies nicht gratis
schon gar nicht freiwillig von den uns heute vergewaltigenden
Staatsschmarotzern und Systemheloten. Es liegt an uns, dafür nötige
Voraussetzungen zu schaffen.
Abzuwarten, bis Andere den Job erledigen (und ihnen
dann benevolent auf die Schulter zu klopfen) ist der bequeme aber falsche
Weg.
Und mit besten Wünschen zum Neuen
Jahr ist das alleine nicht zu schaffen. Wir müssen
aufwachen und loslegen! Die werden den Teufel tun.
Ihnen allen ein sinnvoll und wertvoll gestaltetes
2004!
Ihr
H.-W. Graf |