Ein republikanischer
Außenseiter-Kandidat mit nur einer Mission: die Wahrheit über 9-11
Folgt man dem Diktum des Autors
und Historikers Gore Vidal - "Wir haben ein Ein-Parteien-System mit zwei
rechten Flügeln" - macht es ja keinen großen Unterschied, ob
Demokraten oder Republikaner den nächsten US-Präsidenten stellen.
Doch jetzt hat sich ausgerechnet bei den Republikanern mit John Buchanan eine
Gegenkandidat formiert, der alles etwas durcheinander bringen könnte. Sein
einziges Thema: die Wahrheit über den 11.9.
Ich stehe hier weniger als
Kandidat und mehr als Botschafter, und die Botschaft ist einfach und klar: Wir
alle wurden über den 11.9. belogen, dieses Land ist in tödlicher
Gefahr und nur Sie können das abwenden.
Wenn Sie ein Label brauchen:
Ich stehe hier als der Kandidat der Wahrheit über den 11.9. Wenn mich
deshalb manche als "Ein-Thema-Kandidat" abtun, scheint das in einem engen Sinn
zu stimmen. Aber wenn Sie bedenken, dass uns der 11.9. in den finanziellen
Ruin, einen endlosen Krieg und in eine Verfassungsdämmerung gebracht hat,
ist mein Thema das Hauptthema unserer Zeit. Und damit komme ich auf meine
Botschaft zurück und ihre erste Zeile lautet: "Sie wollten, dass es
passiert!"
John Buchanan ist das, was man in
USA einen "veteran journalist" nennt, ein alter Haudegen der schreibenden
Zunft, dessen Reportagen in den letzten 30 Jahren in über 50 verschiedenen
Zeitungen und Magazinen erschienen sind. Mit dem aufziehenden Krieg gegen den
Irak hatte er begonnen, über die Profite der mit der Bush-Regierung
verbundenen Konzerne wie Carlyle Group, Halliburton oder Bechtel zu
recherchieren - und sich angesichts des Desinteresses der Medien entschlossen,
ein Drehbuch zu schreiben. Die Arbeit führte ihn zu einer Filmidee
über die Bio-Kriegsführung.
Der Plot dieses Films ist, dass
die Führung der Bayer AG, die nach dem 2. Weltkrieg aus der IG Farben
hervorging, Daddy Bush mit den Nazi-Verbindungen der Familie erpresst, die
Aktion mit den Anthrax-Briefen zuzulassen, um mit den Verkäufen des
Gegenmittels "Cipro" die Bayer US-Niederlassung vor dem Konkurs zu retten. Ich
fand einen sehr dynamischen jungen Agenten in Hollywood, der mir am 2.
September mitteilte, er könne das Skript verkaufen, wenn ich diese
Nazi-Vergangenheit beweisen und die Dokumentation publizieren könnte. Also
genau genommen war ich eher motiviert von schierer Gier als von Patriotismus,
ich wollte einen Knüller landen und für Millionen ein Drehbuch
verkaufen.
Buchanan recherchierte im
"National Archiv" und in der "Library of Congress" und entdeckte die
beweiskräftigen Dokumente in der Akte von Averell Harriman, dem ehemaligen
Bankpartner und Skull & Bones-Kameraden des
Präsidenten-Großvaters Prescott Bush ( Skulls, Bones & Bush).
Danach musste er feststellen, dass weder die New York Times und Washington Post
noch ABC, CNN oder seine Heimatzeitung, der Miami Herald, an dieser
Dokumentation interessiert waren. Sein Artikel Bush-Nazi-Verbindungen
bestätigt erschien dann im Oktober 2003 in der kleinen "New Hampshire
Gazette" und erregte weltweit Aufsehen, nachdem die Agentur AP - wenn auch, so
Buchanan, in einer "verwässernden" Weise - darüber berichtet hatte.
Nachdem Buchanan dann in der
rechten Presse eine Schmierenkampagne gegen Bush vorgeworfen wurde, sprang ihm
der renommierte Geschichtsprofessor und Bush-Biograph Herbert Parmet bei, der
über den Fall berichtete und die Fakten bestätigte. Und mit dem
süffisanten Hinweis schloss, dass die Verbindungen Joseph Kennedys, der
ebenfalls Nazi-Sympathien gehegt (und mit der Mafia Geschäfte gemacht
hatte) seinen Nachkommen ebenso wenig geschadet hätten, wie den
Dulles-Brüdern, die Minister bzw. CIA-Chef wurden.
Wie kommt man nun als Journalist
von einem Thriller-Drehbuch über eine Dokumentation unerwünschter
historischer Fakten zu einer Kandidatur als republikanischer Präsident?
Buchanan schildert es dem Journalisten und Urgestein der US-Counterculture Paul
Krassner in der New York Press so:
Es war nicht meine Entscheidung,
meine Freunde und Kollegen hätten gelacht - und sie taten es auch. Aber
ich wurde sprichwörtlich rekrutiert, von einer lebenden Legende, von John
McConnel, dem 88-jährigen Mitgründer des "Earth Day", zu dessen
Freunden 33 Nobelpreisträger und der ehemalige UN-Generalsekratär U
Thant zählen. McConell rief mich am 13. Oktober an, nachdem er meinen
ersten Artikel in der Gazette gelesen hatte, und sagte, ich sei seiner Meinung
nach "eine Art Person , die die Welt retten könne". Ich wusste bei diesem
ersten Anruf gar nicht, wer er ist. Wir redeten über eine Stunde lang. Als
ich dann herausfand, wer er war, unterhielten wir uns weiter über die
Formierung einer neuen politischen Partei auf der Basis einer Politik des
Friedens, der Gerechtigkeit und der Sorge um die Erde.
Der Entschluss, keine neue Partei
zu gründen, sondern mit dieser Agenda die "Seele der republikanischen
Partei" zurückzuerobern und als Anti-Bush-Kandidat ins Rennen zu gehen,
fiel eine Woche später. Buchanan hofft bei den Vorwahlen in New Hampshire
auf 10% der Stimmen und damit auf einen Delegiertenplatz beim Parteitag:
"Ich werde zur Republican
Convention gehen und sie zum Platzen bringen, mit Hilfe einiger
überraschender und gut organisierter institutioneller Unterstützer.
Der eigentliche Grund, warum ich kandidiere, ist die Frage: "Wem gehört
die Regierung?" - Ihnen (der Konzern-Elite) oder uns (der Bevölkerung).
Ist Buchanan nur einer von
Dutzenden aussichtslosen Kandidaten, die als kuriose Randerscheinungen den
Vorwahlenwettbewerb garnieren? Er plant einen "Graswurzel"-Wahlkampf von
Haustür zu Haustür und verweist auf seinen damals ebenfalls
unbekannten Namensvetter Pat Buchanan, der 1992 in New Hamsphire 37% geholt
hätte, indem er die Steuerlüge von Bush I. entlarvte.
Seit meinen Artikel in der
Gazette höre ich von Republikanern in New Hampshire und überall im
Land, die glauben, jemand sollte aufstehen und als republikanischer
Präsidentschaftskandidat die Wahrheit über George W. Bush
auszusprechen. Ich werde, so gut ich kann, dafür arbeiten, dieser Kandidat
zu werden - wenn es nicht klappt, habe ich eben nur die Wahrheit gesagt.
Wir dürfen gespannt sein,
wie weit er damit kommt.