Zurück zur Seite vorher


Seitenzugriffe seit dem 14.07.2006234

Druckversion dieser Seite

Diese Information an einen Freund senden

 
Wie beurteilen Sie diesen Artikel Wie beurteilen Sie die Quelle dieses Artikels
Hier können Sie Ihren persönlichen Kommentar eingeben,
bzw. Kommentare von anderen Besuchern lesen
Kommentare
bisher
0
Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
31.01.2004 Knut Mellenthin Junge Welt
Maulkörbe für Journalisten
Nach Hutton-Bericht soll bei britischer BBC verstärkte Zensur eingeführt werden
Nach Veröffentlichung des Abschlußberichts von Lord Hutton hat beim britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk BBC die Abrechnung mit den Kritikern der Kriegspolitik von Premierminister Tony Blair begonnen. Noch am Mittwoch, unmittelbar nach Vorstellung des Berichts, gab der Vorstandsvorsitzende Gavyn Davies seinen Rücktritt bekannt, am Donnerstag folgte Intendant Greg Dyke, der von Blair im Januar 2000 als zuverlässiger Labour-Gefolgsmann auf diesen Posten gehievt worden war. Ebenfalls gefährdet ist die Position von Nachrichtenchef Richard Sambrook. Außerdem wird die Entlassung des Journalisten Andrew Gilligan gefordert, der im Mai vorigen Jahres durch seine kritische Berichterstattung über die vorgeschobenen Gründe des Irak-Krieges den Konflikt zwischen Labour-Regierung und BBC ausgelöst hatte.

Die übergangsweise amtierenden Nachfolger von Davies und Dyke gelten als Gewährsleute der Regierung für die angestrebten umfassenden »Reformen«, die auf allen Ebenen – von der Ausbildung neuer Journalisten bis zur schärfer überwachenden und zensierenden Chefredaktionstätigkeit – der Unabhängigkeit der BBC die Flügel stutzen sollen. Die »Reformen« sollen auch das im Jahr 2006 zu verabschiedende neue Statut der BBC prägen.

Der neue amtierende Vorstandsvorsitzende Lord Ryder hat sich mit einer »vorbehaltlosen Entschuldigung« gegenüber der Regierung eingeführt, die bei vielen Mitarbeitern und auch bei ehemaligen Spitzenfunktionären der BBC auf Unverständnis und Kritik gestoßen ist. Davies und Dyke hingegen haben in ihren Rücktrittserklärungen zwar zugegeben, daß seitens der BBC Fehler gemacht wurden, zugleich aber den Hutton-Bericht als »unausgewogen«, »einseitig« und »unfair« kritisiert. An BBC und Regierung seien völlig unterschiedliche Maßstäbe angelegt worden.

Zur Erinnerung: Kern des Streits ist, daß Andrew Gilligan in einem live gesendeten Morgenkommentar um kurz nach sechs Uhr der Regierung vorgeworfen hatte, sie habe eine Behauptung über angebliche irakische Massenvernichtungswaffen wider besseren Wissens aufgestellt. Diese tatsächlich nicht beweisbare Unterstellung hatte Gilligan in den folgenden 19 Kommentaren, die er an diesem Tag noch zu sprechen hatte, nicht mehr wiederholt. Nach Meinung von Lord Hutton wäre es aber Pflicht der BBC-Spitze gewesen, durch eine perfekte Rund-um-die-Uhr-Zensur schon den ersten Morgenkommentar zu verhindern. Das hieße: Schluß mit politischen Live-Beiträgen, Schere im Kopf statt kritischem Journalismus. Die Journalistengewerkschaft NUJ hat Gilligan inzwischen ihre volle Unterstützung zugesagt, falls er von BBC gefeuert werden sollte. Die NUJ warnt vor einer »Bedrohung des unabhängigen Journalismus«.


Diese Domain  www.das-gibts-doch-nicht.info an einen Freund weiterempfehlen

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...



Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info

Sinn dieser Informationen

Zurück zur Seite vorher

Zur Gesamtübersicht

Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.