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| 03,2004 |
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Golem |
| Internationale Bürgerrechtsorganisationen gegen
RFID |
Bedrohung von Anonymität durch Funkchips
befürchtet
Internationale Verbraucherschutz- und
Bürgerrechtsorganisationen haben in einem Positionspapier die nach ihrer
Meinung entstehenden Gefahren für Privatsphäre und Bürgerrechte
erläutert, die durch RFID-Etiketten (Transponder) auf und in Waren
entstehen können.
Das Positionspapier fordert ein
Moratorium der RFID-Hersteller und der Handelsketten, bis geeignete
Maßnahmen erarbeitet worden sind, um diesen Gefahren wirksam zu begegnen.
Radio Frequency Identification (RFID) sei eine
Warenmarkierungstechnologie mit gravierenden gesellschaftlichen Folgen. Wenn
sie missbräuchlich genutzt werden, haben RFIDs nach Ansicht der
Organisationen ein großes Potential zur Gefährdung der
Privatsphäre von Konsumenten, zur Verringerung oder bis hin zum Verlust
der Käuferanonymität und zur Bedrohung bürgerlicher Freiheiten.
Man warnt beispielsweise vor der versteckten Anbringung von Etiketten
und versteckten Lesegeräten, womit es für den Verbraucher nahezu
unmöglich wird, zu erfahren, wann oder ob er oder sie "gescannt" wurden.
Man fordert gesetztliche Verbote, die es Händlern untersagen, ihre
Kunden zum Akzeptieren aktiver oder "schlafender" RFID-Etiketten in den
Produkten, die sie kaufen, zu zwingen oder zu drängen. Es soll auch kein
Verbot für Bürger geben, nach RFID-Etiketten und Lesegeräten zu
suchen und RFID-Etiketten auf Gegenständen in ihrem Besitz außer
Funktion zu setzen.
Auch dürfe RFID ohne ausdrückliche
schriftliche Zustimmung der Betroffenen nicht zur Verfolgung von Bürgern
benutzt werden, Rückverfolgung von Menschen durch RFIDs soll
unzulässig sein, sei es direkte oder indirekte Verfolgung, durch Kleidung,
Konsumgüter oder andere Gegenstände. Deswegen fordert man auch ein
Verbot von RFID auf Geldscheinen oder Münzen.
Akzeptable
Anwendungen von RFID seien die Rückverfolgung von Medikamenten vom Punkt
der Herstellung bis zum Punkt der Ausgabe und der Rückverfolgung von
industriell hergestellten Gütern vom Punkt der Herstellung bis zu dem Ort,
an dem sie zum Verkauf in die Regale gestellt werden. Auch die Auffindung von
Gegenständen per RFID, die toxische Substanzen enthalten, wenn sie bei der
Mülldeponie angeliefert werden, wird als "gut" bezeichnet.
Der
FoeBuD e.V., bekannt durch die Organisation der jährlichen Big Brother
Awards in Deutschland, gehört zu den Unterzeichnern dieses Aufrufs. Der
diesjährige Big Brother Award in der Kategorie "Verbraucherschutz" ging an
die Metro Future Store Initiative, die RFID-Technik propagiert. Der FoeBuD e.V.
ist Gewinner des mit 15.000 Euro dotierten Ideenwettbewerbs der Stiftung
Bridge. Mit dem Preisgeld soll ein Gerät entwickelt werden, das versteckte
RFID oder RFID-Scanner anzeigt. |
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