Die Jagd nach dem
Virus(1) ist zur sauberen Folter mit Todesfolge" (2)
entartet
(Text wurde gescannt, Lesefehler möglich) Wer aus fundierten Gründen
die Krankheitstheorie ,HIV verursacht AIDS' als zutreffend bezweifelt, wird in
der Regel mit der Gegenfrage konfrontiert, warum ,AIDS' gemäß der
Krankheitsdefinition dann diagnostiziert werde, wenn der Patient
unterschiedlich lange Zeit vor der Diagnose AIDS" oder gleichzeitig mit
der Diagnose "AIDS" im ,AIDS-Test' als HIV-positiv' bewertet worden sei.
Dieser Einwand wird von den Kritikern der HIV/AIDS"- Theorie
gewöhnlich mit der Feststellung beantwortet, daß ein "HIV-positiver"
Laborbefund eben das willkürliche konstituierende Definitionsmerkmal der
klinischen Diagnose AIDS" sei.
Frage und Antwort führen jedoch nicht zur Klärung
des entscheidenden Sachverhalts, ob sowohl AIDS" als auch HIV"
überhaupt im naturwissenschaftlichen Sinne als biologische Gegebenheiten
(Entitäten), zwischen denen eine biologische Ursache-Wirkung-Beziehung
bestehen kann, aufzufassen seien. Mit anderen Worten, wenn entweder der
Terminus "AIDS" oder der Terminus HIV' oder beide Termini keine von der
Begriffsbildung unabhängigen Entitäten beschreiben, sondern rein
semantische Konstruktionen darstellen, dann kann zwischen diesen Termini (dem
postulierten Krankheitserreger HIV und der behaupteten,
abgrenzbaren Krankheitseinheit "AIDS") kein Ursache-Wirkung-Verhältnis im
biologischen Sinne existieren. Den Ursachenfaktor "Retrovirus HTLV-III"
(später als "HIV" bezeichnet) hat Robert Gallo (damals als Retrovirologe
im Labor für Tumorbiologie im Nationalen Krebsinstitut in Bethesda,
Maryland, USA, tätig) 1984 eingeführt. Gemeinsam mit Mitarbeitern aus
dem eigenen Institut, anderen Forschungsinstituten, Kliniken und Mitarbeitern
der Firma Litton Bionetics publizierte Gallo am 4.5.1984 im Journal
Science vier grundlegende Beiträge (3-6). Diese Originalarbeiten von
Gallo et al. bezogen sich auf den Nachweis, die Isolation und die
kontinuierliche Produktion eines angeblich neuentdeckten Virus vom sog.
Retrovirus-Typ (ab 1987 "HIV" benannt) sowie auf die serologische Analyse
dieses HIV und auf Testverfahren zum Nachweis von
Antikörpern gegen HIV" im Serum von Patienten mit AIDS oder
Pre-AIDS.
Diesen vier gleichzeitig erschienenen Publikationen von
Gallo et al. waren kurz zuvor vorausgegangen die Patentanmeldung des
Anti-HIV-Antikörper-Tests" und die Erklärung der US-
Gesundheitsministerin der damaligen Reagan-Administration' in Gegenwart von
Robert Gallo, vor Vertretern der internationalen Medien, das Forschungsteam um
Robert Gallo habe wahrscheinlich den Erreger von AIDS
entdeckt. Die erste der Science- Publikationen vom 4.5.1984 beginnt
mit der fundamentalen Behauptung: Epidemiologische Daten zeigen,
daß das Erworbene Immunschwäche-Syndrom (AIDS) verursacht ist durch
einen infektiösen Erreger, der horizontal übertragen wird durch
Intimkontakt oder Blutprodukte (3). Das von der US- Gesundheitsministerin
wenige Tage zuvor gebrauchte Wörtchen wahrscheinlich wurde von
Gallo et al. nicht mehr verwendet.
Der vierte und letzte Science- Beitrag vom 4.5.1984 endet
mit der Schlußfolgerung: Die hier präsentierten Daten und die
begleitenden Berichte zeigen, daß HTLV-III die primäre Ursache von
AlDS ist (6). (HTLV-III = HIV) Die Schlußfolgerung von Gallo et al.
belegt, daß sie keine unmittelbare Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen
HIV und AIDS postulierten, indem sie HIV
zur primären Ursache von AIDS erklärten: Wenn auch die
Krankheit sich manifestiert durch opportunistische Infektionen, vorherrschend
die Pneumocystis Carinii Pneumonie, und durch das Kaposi-Sarkom, die
zugrundeliegende Funktionsstörung betrifft die zellvermittelte
Immunität des Patienten, mit dem Ergebnis einer absoluten Lymphopenie und
reduzierter Subpopulationen der T- Helfer-Lymphozyten (0KT4+)(3). Gallo
et al. postulierten also keineswegs, daß HIV die direkte
Ursache von AIDS ist, vielmehr behaupteten sie lediglich, daß
HIV die Ursache von AID ist (AID = Acquired
Immunodeficiency = reduzierte Subpopulationen der T-Helfer-Lymphozyten). Das
Symdrom S (manifestiert durch opportunistischeInfektionen
(0I), vorherrschend Pneumocystis Qarinil Pneumonie (POP) und durch das Kaposi
Sarkom (KS)" wurde von Gallo et al. in den zitierten Grundsatzaussagen (3,6)
wie selbstverständlich als zwangsläufige Folge von ,,AID"
dargestellt.
Die Formel von Gallo et al. lautet also; 1)
HIV verursacht AID infolge der Infektion und
früher oder später folgenden Destruktion der T-Helfer-Lymphozyten;
2) In der Folge der Minderung der zellulären Immunität ist die
Überwachung opportunistischer Erreger und von Krebszellen durch
T-Helfer-Zellen nicht mehr gewährleistet, infolgedessen entwickelt sich
das Syndrom S. Die Kurzform der Seuchenformel von Gallo et al.
lautet also: HIV = AID = S. Die zweigliederige Ursachenkette
,,HIV verursacht AIDS ist also in Wirklichkeit ein dreigliedriger
Kausalablauf, die Aussage von Gallo et al . HTLV-III (=HIV) ist die
primäre Ursache von AIDS (6) ist eine Verschmelzung von zwei
hypothetischen Kausalaussagen zu einer fiktiven Zweckbehauptung. Denn die von
Gallo et al. publizierten Labordaten sagen nichts darüber aus, ob
AID tatsächlich S verursacht, sie
könnten höchstens über eine Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen
,,HIV" und , AID aussagen. Ob S jedoch das Produkt von
AID sein kann, ist aus vielfachen Gründen äußerst
zweifelhaft. S ist chamäleonhaft durch mehrfache
Neudefinitionen immer wieder umgemodelt worden, sodaß eine Existenz von
S als separate disease entity (4), im Sinne einer
biologischen Krankheitseinheit rational nicht mehr nachvollzogen werden kann.
Definierte Einzelkrankheiten, die anfangs zur Syndrombildung beigetragen haben,
werden Jahre später ausdrücklich wieder aus dem Syndrom
herausgenommen, schließlich ist ein Sammelsurium von 29 altbekannten
infektiösen und nicht-infektiösen Krankheiten in das Syndrom
eingeflossen, von denen wiederum die häufigsten Erkrankungen seit 1987
explizit S zugerechnet werden, auch wenn der HIV-Befund
negativ oder uneindeutig ist (7). Letzteres bedeutet jedoch, daß ,,AID"
nicht die Ursache von S sein könnte, da zunächst ,,AID"
das ursächliche Produkt von HIV sein müßte, damit
die Seuchenformel von Gallo et al. ,,HIV = AID = S" als
Kausalkette' Bestand haben könnte. Wenn aber ,,AID" aus verschiedenen
Gründen unabhängig von HIV gegeben sein kann, dann ist
auch noch nichts darüber ausgesagt, ob AID die Ursache von
S sein muß. Vielmehr könnten beispielsweise
AID und S auch eine gemeinsame Ursache haben, die mit
einem hypothetischen Retrovirus HIV in keiner kausalen Beziehung steht.
Diese Vortäuschung von pseudobiologischen
Ursache-Wirkung-Beziehungen, ausgedrückt in der Seuchen-formel HIV =
AID = S hat einer der Kritiker, der die umfassendste klinische Analyse
zum Phänomen AIDS vorgelegt hat, zu der Feststellung
veranlaßt: AIDS, in short, has become a schizophrenic
disease. (8). Wie aber kann eine semantische Konstruktion einer Sammlung
von widersprüchlichsten Krankheitsbildern das Produkt einer angeblich
biologischen Kausalitätskette sein, die ihrerseits wiederum von
hypothetischen Konstrukten als Ursache-Wirkung-Faktoren gebildet wird? Denn die
Prämissen und Schlußfolgerungen (3,6), die der Seuchenformel von
Gallo et al. zugrunde liegen, können überzeugend falsifiziert
werden. Gallo et al. haben behauptet: ,,Epidemiologische Daten beweisen,
das ein infektiöser Erreger (3) die Ursache von ,AID und
AID die Ursache von S ist." Zum wesentlichen
schlußfolgerten Gallo et al. diese Behauptung aus den Befunden der
CDC (Centers of Disease Control), das S (= OI, vorherrschend PCP
und KS) im signifikanten Zusammenhang mit hochfrequenter Promiskuität und
überwiegendem rezeptivem Analverkehr bei homosexuellen Männern in den
Metropolen der USA diagnostiziert wurde. (3) Diese Schlußfolgerung zeigt
jedoch die willkürliche und selektive Interpretation klinischer Befunde
durch die CDC und Gallo et al.. Hochfrequente Promiskuiät und
überwiegender rezeptiver (ungeschützter) Analverkehr sind in
besonderer Weise Indikatoren gleichzeitig für infektiöse und
nichtinfektiöse Ursachenfaktoren für ,,S (OI, vorherrschend PCP
und KS") sowie ,,AID (Absenkung der T-Helfer-Lymphozyten im Blutserum).
Das Resultat eines neuen infektiösen Erregers bei gleichzeitiger
Ausblendung aller nicht-infektiösen Ursachefaktoren ist also keineswegs
zwingend, bestimmt aber bis zum heutigen Tage die Krankheitstheorie ,,HIV
verursacht AIDS".
Hochfrequente Promiskuität und überwiegender
rezeptiver Analverkehr sind engstens mit dem Gebrauch von sexuellen
Dopingmitteln, vor allem dem Gebrauch von gasförmigen Inhalationsstoffen,
Amyl- bzw. Isobutylnitrit, verbunden. 95% homosexueller Männer in den USA
berichten den oft regelmäßigen Gebrauch von Nitriten (9,10).
Nitritinhalation entspannt die glatte Anusmuskulatur, erhöht die
Blutzufuhr im Penis, setzt die Schmerzschwelle herauf, steigert das
Orgasmusgefühl und löst einen milden Rauschzustand im Gehirn aus.
Nitritgebrauch ist vor allem, aber nicht nur, bei homosexuellen Sexpartnern
bekannt geworden und ist in den westlichen Ländern bei homosexuellen
Männern ubiquitär gewesen seit Mitte der 70er Jahre (11-13).
Hochfrequente Promiskuität und überwiegender rezeptiver
Analverkehr bedeutet oft gleichzeitig erhöhte Multiinfektiösität
und Provokation der Administration von antimikrobiellen Chemotherapeutika,
Antibiotika, Antiparasitika, Antimykotika, Virustatika und Corticosteroide
(14). Die Erstpublikation der CDC vom Juni 1981 über die Erkrankung von
fünf homosexuellen Männern, die wegen einer PCP behandelt wurden,
enthält einige klinische Details zur Vorgeschichte der Patienten und der
verordneten Medikation, da zu diesem Zeitpunkt der pauschale und die
tatsächlichen Symptombilder verschleiernde Diagnosebegriff ,,AIDS
noch nicht erfunden war: Die fünf homosexuellen Patienten standen in
keiner sexuellen Beziehung miteinander. Jeder der fünf Patienten war
Nitritgebraucher, alle fünf Patienten wurden mit TMP/SMX (TMP
=Trimethoprim, SMX = Sulfamethoxazole) behandelt (15). Die Substanz TMP/SMX
(Septrin, Bactrim) wurde anfangs der 70er Jahre als doppelter
chemotherapeutischer Folsäurehemmer eingeführt. Nitrite und
Sulfamethoxazole (ein Sulfonamid-Derivat) sind stark elektrophile oxidierende
Substanzen. Beide Substanzen oxidieren das 2-wertige Eisen im roten
Blutfarbstoff zum 3-wertigen Eisen und vermindern dadurch die Sauerstoffbindung
an die roten Blutkörperchen. Es entsteht eine Methämogiobinämie
(16-20), ein graduell lebensgefährlicher Mangeltransport des Sauerstoffs
in die Atmungskette in den Mitochondrien. Letztere sind ehemalige Bakterien,
welche als multifunktionelle Organellen die Energiewährung für die
gesamte Zelle, das Adenosintriphosphat (ATP), durch oxidative Phosphorylierung
produzieren (21). Die sauerstoffabhängige ATP-Synthese und die dabei
anfallenden Sauerstoff-Metaboliten steuern den Zellteilungszyklus. Wird zuwenig
02 in die Atmungskette geschleust, kann sich das Verhältnis der oxidativen
ATP-Produktion in der Atmungskette (normalerweise etwa 90%) umkehren zugunsten
der nicht-oxidativen ATP-Produktion (normalerweise etwa 10%). Neuere
experimentelle Befunde sprechen dafür, daß die Redox-Balance die
genetische Expression der Eiweiße für die Enzyme der
nicht-oxidativen ATP- Produktion (Glykolyse) steuert (22). Unter
physiologischen Normalbedingungen besteht zwischen der oxidativen
Energiegewinnung in den Mitochondrien über die Umschaltung auf die
nicht-oxidative Glykolyse während der späten Teilungsphase der Zellen
(S- Phase des Mitosevorgangs) ein phasengekoppelter Wechselrhythmus. Wird
wegen mangelnden 02 -Umsatzes
unter Bedingungen der Methämoglobinämie die genetische Expression der
glykolytischen Enzyme nicht mehr hinreichend gebremst, so kann die Zelle trotz
intakter Mitochondrien und einer Rest-Präsenz des molekularen Sauerstoffs
dauerhaft auf nicht-oxidative Olykolyse und katonische Ladungsumkehr
umschalten. Die Folge ist eine ungebremste Teilungstätigkeit der Zelle und
früher oder später die Transformation zur Tumorzelle. Entlang der
Transportstrecke des Sauerstoffs auf dem Blutwege sind die Bedingungen in den
feinsten Kapillaren mit einem Durchmesser unter 100 Nanometern wegen
veränderten Sauerstoffpartialdrucks besonders günstig für die
Oxidation des roten Blutfarbstoffs, der lediglich in reduzierter Form den
molekularen Sauerstoff binden und mittels Diffusion durch die Transitstrecke
des Grundgewebes an die Organzellen abliefern kann. Der Mechanismus der
ungehemmten Anschaltung der Zellteilung (Hyperplasie) bei gegebener
Methämoglobinämie kann deshalb infolge des hypoxämischen
Streßzustandes vor allem in den feinsten Kapillaren die
wandständigen Zellen, Endothelzellen genannt, betreffen. Diese
Endothelzellen stehen in direktem Kontakt mit den hypoxämischen roten
Blutkörperchen. Kommt es zur hyperpiastischen Umwandlung der
Endothelzellen, heißt dieser Zustand Kaposi- Sarkom.
Andererseits kann in anderen, besonders teilungsfreudigen
Zellen - beispielsweise in den thymusgereiften Vorläuferzellen der
T-Helferzellen - bei nur relativ, aber konstant vermindertem 02-Umsatz in der
Atmungskette in den Mitochondrien die ATP-Produktion auf einen kritischen Wert
absinken, der als Kontrollmechanismus wiederum die Mitoserate vermindern kann.
Dieses Zusammenspiel der Oxidation des Hämoglobins durch Nitrite und
antimikrobielle Medikamente sowie oxidativer Phosphorylierung kann bei
gleichzeitig erhöhtem Mehrverbrauch an T-Lymphozyten infolge Hemmung der
Nachreifung der T-Helferzellen ein partieller Ursachenfaktor für
,,AID sein. Gestützt wird dieser Kausalzusammenhang
zusätzlich durch die ,,erschreckende Möglichkeit" (24) daß
Nitrite die meisten Antibiotika-Substanzgruppen in krebsauslösende
Substanzen (Carzinogene) verwandeln können (25). Exzessiver
Antibiotikakonsum (mit und ohne ärztliche Verschreibung, 40% homosexueller
Männer gaben bei einer Studie in den USA an, präventiv
antimikrobielle Medikamente einzunehmen (26)) in Kombination mit
Nitrit-Gebrauch ist bei homosexuellen Männern, vor allem in den Metropolen
der westlichen Länder, ein häufig anzutreffendes Verhaltensmuster
(27). Hypoxämischer Streß kann also den Widerspruch des
synchronen Auftretens von malignen Hyperplasien (Kaposi-Sarkom, Lymphoma) und
opportunistischer Infektionen, vorwiegend PCP, bei homosexuellen Männern
(ca. 2/3 der ,,AIDS-Fälle" in den westlichen Ländern, nicht
einbezogen sind die larvierten homosexuellen ,,AIDS- Patienten", deren Anteil
in den sog. heterosexuellen Risikogruppen von orthodoxen
AIDS-Medizinern mit 50% angegeben wird (28)) erklären, ohne
eine hypothetische ,,retrovirale Ursache für das pathophysiologische
Verständnis einführen zu müssen. Im Gegensatz zu dieser
eindeutigen Befundlage haben Gallo et al. versucht, durch das Konstrukt eines
neuen Retrovirus HlV diesen klinischen Widerspruch zwischen OI und
KS zu lösen. Die ursprünglich von Gallo et al. postulierten sog.
Retroviren HTLV-I und ,,HTLV-III" sollen seltene
Leukämieformen, also Krebs der weißen Blutzellen, auslösen,
dagegen soll ,,HTLV-III" (= ,,HIV") T-Helferzellen abtöten (3,4). Dieses
Konzept ist völlig gescheitert. Die von Gallo et al. demonstrierten
Effekte des cytopathischen HIV haben sich als Laborartefakte
herausgestellt (29). Die Behauptung von Gallo et al., HIV
zerstört die T-Helfer-Lymphozyten, konnte trotz wechselnder Theorien nicht
verifiziert werden (30-33).
Dem Krankheitskonzept HIV verursacht AIDS" liegen
schwerwiegende Diagnosefehler zugrunde: 1. Der Erreger der PCP
ist entgegen der Behauptung von Gallo et al. kein Protozoon. Die
Krankheitshypothese, nach Zerstörung der T-Helfer-Lymphozyten durch die
,,HlV- Infektion könnten sich die Erreger der PCP, die
Carinii-Pneumozysten der Überwachung durch die T-Helfer-Lymphozyten
entziehen und infolgedessen sich ungehemmt vermehren1 ist objektiv falsch. Es
gibt solche Protozoen nicht (34,35). Es handelt sich um Mikropilze, die auf dem
Luftwege aufgenommen werden und beispielsweise bei erhöhtem Zellzerfall
infolge hypoxämischer Stoffwechsellage (einschließlich ,AIDS"
ohne HIV-Ursache") in den Lungenalveolen einen günstigen
Nährboden finden. So kann aus einem harmlosen Saprophyten ein
gefährlicher Erreger einer PCP werden. 2. Die T -Helfer-Lymphozyten
überwachen entgegen der Behauptung von Gallo et al. nicht das Wachstum
von Krebszellen, da letztere keine Antigene besitzen, an denen die
T-Helfer-Lymphozyten die Krebszellen als Fremdantigene erkennen könnten
(36). Folglich kann auch die hypothetische Destruktion der T-Helfer-Lymphozyten
durch HIV und die damit angeblich fortfallende Überwachung der
Kaposi-Sarkom-Zellen nicht die Ursache des Kaposi-Sarkoms sein. Auch die von
Gallo et al. vorausgesagte erhöhte Zunahme aller anderen Karzinom-Arten
bei AIDS-Patienten" infolge des Fortfalls der Überwachung der
Krebszellen nach der postulierten Destruktion der T-Helfer- Lymphozyten durch
die HIV Infektion" ist nicht eingetreten (37). 3.
Entgegen der Annahme der CDC und Gallo et al. hat die hypothetische HIV-
Infektion" der T-Helfer-Lymphozyten trotz der postulierten zentralen
Alarm-Funktion der T-Helfer-Lymphozyten auch für die
Antikörperproduktion der B-Plasmazellen nicht die Abwehrunfähigkeit
gegen alle Mikroben zur Folge. Anders als bei immungeschwächten Patienten
beispielsweise auf Intensivstationen, bei denen die Mortalität infolge
typischer bakterieller Infektionen bis zu 80% beträgt, treten beim
Immunschwächesyndrom AIDS auffallend selten bakterielle
Infektionen auf. Die CDC geben unter der Kategorie
AIDS-Indikator-Krankheiten für ,,Bakterielle Infektionen,
vielfältig oder wiederholt auftretend" explizit den
Hinweis: Nicht zutreffend als Indikator
von AIDS bei Erwachsenen/Heranwachsenden" (37). 4.
Vollends ins Wanken kommt ein Grundpfeiler der Krankheitstheorie von Gallo et
al. HIV verursacht AIDS durch die tatsächliche
epidemiologische Datenlage. Im 15- Jahreszeitraum. Vom 1.1.1982 - 1.1.1997
wurden beispielsweise in Deutschland vom AIDS-Zentrum" insgesamt 2736
Kaposi-Sarkom-Fälle erfaßt. Davon entfielen 2505 KS-FäIle auf
die Kategorie ,,Homosexuelle". Die übrigen KS-Fälle entfielen auf
heterosexuelle Risikogruppen und die Kategorie Keine Angaben
zur Risikogruppe. Durchschnittlich sind also in Deutschland etwa 15
Patienten jährlich an KS erkrankt, die nicht primär in die Kategorie
Homosexuelle"eingeordnet wurden. Da intravenös drogenabhängige
Homosexuelle der Kategorie Intravenös Drogenabhängige
zugeordnet werden und Patienten der Kategorie Heterosexuelle Männer"
und Keine Angaben zum Risiko mindestens zur Hälfte als
Homosexuelle im nachhinein erkannt wurden (28,38), sind KS-FälIe in der
genannten Größenordnung in der Kategorie ,,Nicht-homosexuelle
Männer zu erwarten. Entsprechende epidemiologische Daten zur
Prävalenz des Kaposi-Sarkoms liegen aus den anderen westlichen
Ländern vor (39).
Die Seuchenformel von Gallo et al. HIV=AID=S"
ist also nicht zutreffend. ,,AID" (Absenkung der im Blutserum meßbaren
Lymphozytenpopulation, insbesondere T- Helfer-Lymphozyten) kann zwar bei allen
Angehörigen der Hochrisikogruppen vorkommen, ist aber
offensichtlich nicht die Ursache von S (OI
vorherrschend PCP und KS"), da S erstens ohne ,,AID" auftreten kann
(29), und zweitens die Kombination von S (mit KS) nicht exklusiv
auf die homosexuellen Patienten beschränkt sein dürfte. Wenn aber
S kein unmittelbares Kausalprodukt von AID" sein kann, was
ist dann aber das gemeinsame pathologenetische Merkmal der ,,AID"-Patienten aus
den von Gallo et al. definierten Hochrisikogruppen" (4)? Dieses
gemeinsame Belastungskriterium der AlD"-Patienten (ohne die zwingende
Folge von S") ist offensichtlich die ungewöhnliche quantitative
Aufnahme stark oxidierender antigener Substanzen (Mitogene) und die Vielfalt
der exogenen Zufuhr von Fremdzellen wie rote Blutkörperchen, aktivierte
Lymphozyten oder auch Samenzellen von anderen Individuen (allogene Stimulation)
(29,40). Die unbestreitbare Tatsache, daß diese oxidative
Streßbelastung (Überwiegen der prooxidativen Stoffwechsellage
gegenüber der antioxidativen Gegensteuerung) der Hochrisikogruppen",
die Entgiftungs- und Entsorgungsleistung des Organismus überschreiten
kann, wird gestützt durch die Befunde, daß klinisch symptomlose
HIV-positive Angehörige der Hochrisikogruppen eine
starke Verschiebung von reduziertem zum oxidierten Glutathion aufweisen (41).
Das Glutathion-System ist essentiell für die Entsorgung der
Sauerstoffradikalen, insbesondere in den Mitochondrien (42,43). Die Oxidation
des zentralen Moleküls des Glutathion, des Cystein, zum Cystin, vermindert
in Kettenreaktion den Neuaufbau des Glutathion und beschleunigt den Abbau.
Folglich kann die systemische Abnahme der Glutathion-Konzentration
HIV-seropositiver Individuen aus beiden Gründen resultieren, durch
verminderte Synthese und durch erhöhten Abbau. Der oxidative
Streß, dem die AIDS-Patienten unterworfen sind, führt zu
zellulären Anomalien in vielen Zellen, einschließlich der
Lymphozyten, mit dem Resultat opportunistischer Infektionen, immunolo-gischer
Abnormalitäten und Neoplasien" (44). Bedeutet diese Befundsituation
der Überbelastung der Redoxpotentiale bei Angehörigen der
,,Hochrisiko-gruppen", daß auch HIV" bzw. die
Anti-HIV-Antikörper ein Produkt des oxidativen Bombardements
auf die zellvermittelte Immunität der Risikopatienten
darstellen?
Eine spezifische Belastungsgrösse für die
Minderung der Reduktionskraft im Organismus von Angehörigen der
Hochrisikogruppen ist die Hepatitis vom Typ B, insbesondere in der
chronischen aktiven Verlaufsform (45). Gallo et al. postulieren im ersten
Absatz des ersten Beitrages in Science vom 4.5.1984 (außer der ersten
widerlegten) Prämisse: Die epidemiologischen Daten zeigen, daß
AIDS durch einen infektiösen Erreger verursacht wird und der zweiten
(widerlegten)Prämisse (AID führt zwangsweise zu
S) eine dritte Prämisse: ,,Obwohl Patienten mit AIDS
oder Pre-AIDS oft chronisch infiziert sind mit Cytomegalievirus oder
Hepatitis-B Virus, aus verschiedenen Gründen scheinen dies
opportunistische oder coincidentelle Infektionen zu sein" (3). Diese
apodiktische Behauptung von Gallo et al. bedeutet eine völlige
Verfälschung der historischen klinischen Wirklichkeit. Die von Gallo et
al. definierten Hochrisikogruppen der homosexuellen
Männer mit multiplen Sexualpartnern, intravenösen
Drogenmißbraucher, Bluterkranken, Bluttransfusionsempfänger und
engen heterosexuellen Kontaktpersonen von Angehörigen dieser Risikogruppen
(6) waren lange Zeit vor dem angegebenen plötzlichen Auftauchen von
HIV (1978) als die am stärksten mit Hepatitis B belasteten
Patientengruppen erkannt (46-50).
Hepatitisinduktoren (nach heutigem Verständnis
Hepatitis B, Hepatitis C) scheinen tausende Male infektiöser zu sein
unter klinischen Umständen als HIV und stellen ein viel mehr
vorherrschendes Problem dar (51). Hepatitis B trägt wesentlich zur
oxidativen Streßlast aus verschiedenen pathophysiologischen Gründen
bei, vor allem aber in der chronisch-aktiven Verlaufsform durch
Einschränkung der Entsorgungs- und Entgiftungsleistung und
Überlastung der Redox-Potentiale. Diese wiederum versucht der Organismus
durch erhöhte Cortisol-Produktion zu kompensieren. Gelingt dies auf Dauer
nicht, persistiert der Hypercortisolismus in schädigender Weise. Es
entwickelt sich ein hyperkataboler (exzessiv mehr Zellabbau als Zellaufbau)
Stoffwechsel (5). Cortisol als Synergizer für eine Reihe von
Hormonen und Mediatoren bewirkt die Aktivierung des zyklischen Nukleotids cAMP
und eine Verschiebung der Ratio cAMP/cGMP als prinzipieller Indikator für
erhöhten Zellumsatz (53). Der Nettoeffekt ist eine Dämpfung der
zellulären Immunität und eine Aktivierung der humoralen
Immunität. Infolge des erhöhten Zellumsatzes, der verminderten
Entsorgung der Zelltrümmer (wegen der gedämpften zellulären
Immunität ,,AID) und der verstärkten Autoimmunaktivität
tritt eine wesentlich gesteigerte Bildung von Autoantikörpern ein, die
spezifisch vor allem an zytoskelettale Eiweiße und extrazelluläre
Eiweiße der Zellmatrix als Antigene binden (34,33).
Zusammenfassend ist die Annahme berechtigt, daß Gallo
et al. diese Spezifika (25) der Hochrisikogruppen" ins Kalkül gezogen
haben, nämlich 1. die exzessive oxidative (mitogene) Streßlast
durch Fremdantigene, 2. die allogene Stimulation durch fremdes
Zellmaterial, 3. die stark erhöhte Antigen- Autoantikörper-Fracht
in Verbindung mit Suppression der T-ZeIl-abhängingen Immunität,
bedingt durch Synergieeffekte eines persistierenden Cortisolismus mit
konsekutiver Veränderung der cAMP/cGMP-Ratio.
Gallo et al. haben als Nachweis, Isolation und
kontinuierliche Produktion (3) von HIV lediglich mittelbare
Phänomene (reverse Transkription, elektronen-mikroskopische Aufnahmen im
Ultradünnschnitt-verfahren, Ansammlung von Eiweißgemischen an
bestimmten Dichtegradienten) darstellen können, die nach den
Standardregeln der Virologie nicht als Beweis für die Existenz eines
Retrovirus gelten können, da diese mittelbaren Phänomene
auch in Abwesenheit jeglicher viraler Entität unter bestimmten
Zellkultur-bedingungen produziert werden können (55-60, 33).
Um so dringlicher stellt sich die Frage: Wie haben Gallo et
al. in der Zellkultur und im Reagenzglas ein Eiweißgemisch produzieren
können, das im AlDS-Test als Testsubstrat im Kontakt mit dem
Serum von Angehörigen der Hochrisikogruppen mit einer gewissen
Trefferquote eine Antigen-Antikörper-Reaktion für einzelne
Eiweiße zeigte (6)?
Die in einer hochtechnischen Laborsprache geschriebenen
Originalpublikationen von Gallo et al. verraten dieses Konstruktionsgeheimnis
nicht. Erst seit 1987, als im gleichen Jahr die Krankheitstheorie HIV
verursacht AIDS zum Einsatz eines hochgiftigen DNA- Syntheseblockers
(Azidothymidin=AZT= Retrovir) als Medikament in der ,,AIDS-Therapie"
geführt hatte, gaben zwei der Forschungspartner von Robert Gallo und
Co-Autoren der Originalpublikationen im Science vom 4.5.1984 (3-6),
Mangalasseril Sarngadharan und Phillip Markham (Mitarbeiter bei Litton
Bionetics, Kensington MD, USA), entscheidende Hinweise, mit welchen
biochemischen Mitteln Gallo et al. im Labor das Eiweissgemisch, das sie nach
selbstdefinierten Konventionen als ,,HIV-Antigene" bezeichneten, manipuliert
haben (59). Zunächst hatten Gallo et al. Zellmaterial, entnommen von
Angehörigen der ,,Hochrisikogruppen", nach den von ihnen selbst
definierten Regeln für die Produktion von Retroviren
laborchemisch bearbeitet. Diese Prozedur erbrachte von Zeit zu
Zeit, aber lediglich vorübergehend (61) die Produktion von
unspezifischen Phänomenen als Surrogat für die Existenz eines neuen
Retrovirus. Dann mischten Gallo et al. Lymphozyten von Patienten
aus Hochri-sikogruppen mit besonders teilungsfreudigen
Leukämiezellen (3,4). Dieses Zellgemisch setzten sie der Wirkung
bestimmter biochemischer Substanzen aus. Die Stimulation in vitro
konnte erreicht werden durch Mitogene oder hinzugefügte Zellen (allogene
Antigene) ... Bestimmte Manipulationen der Kulturbedingungen verbesserten das
Ergebnis, beispielsweise die Kokultivation von Patientenzellen mit peripheren
weißen Blutzellen, die durch Mitogen stimuliert wurden, von
nicht-infizierten Spendern. Die Virusisolation aus kultivierten Zellen wurde
gleichfalls wesentlich erleichtert durch Zugabe von Hydrocortison in das
Kulturmedium" (61). In Kenntnis des spezifischen
Antigen-Autoantikörper-Status der Hochrisikopatienten" ist es also
möglich, in Zellkulturen menschlicher Lymphozyten, kokultiviert mit
Leukämiezellen, unter Einsatz spezifischer biochemischer Manipulationen
maßgeschneidert eine passende Antigenmischung zum
Autoantikörper-Repertoire im Serum von ,,Hochrisikopatienten zu
triggern.
Der Scheinbeweis, es handle sich bei der Antigenmischung um
retrovirale Eiweiße, wird dadurch erbracht, daß der
Nachweis natürlich vorkommender Reparaturenzyme (Reverse Transcriptasen,
besonders zahlreich in Krebszellkulturen zur DNA-Reparatur und Erneuerung der
Chromosomenenden produziert, deshalb die Kokultivierung mit Leukämiezellen
in der Zellkultur von Gallo et al. (3,4)), sowie der Nachweis von
exozytotischen virusähnlichen Partikeln (häufig vorkommende
Transportpartikel zum Ausschleusen von Zellmaterial aus mitogen provozierten
Zellen) als Nachweis, Isolation und kontinuierliche Produktion von
angeblichen Retroviren fehlinterpretiert wird (33). Daß es
sich bei der sensationellen Entdeckung eines neuen Retroviruses
durch Gallo et al. tatsächlich um ein Laborartefakt handelt, geht
auch aus der
ausdrücklichen Feststellung von Gallo et al. hervor, man habe auch
HTLV-I" (isoliert aus T-Zellen von 10% der AIDS-Patienten) und ,,HTLV-II"
aus der Retrovirusfamilie" bei AIDS-Patienten entdeckt und
nachgewiesen (3,4). Später war von ,,HTLV-I" und HTLV-II,
isoliert aus T-Zellen von AIDS- Patienten" nie wieder die Rede. Auch sind bei
AIDS-Patienten keine auffälligen Leukämie-Erkrankungen
aufgetreten. Die Isolation" von ,,HTLV-I" und HTLV-II war ein
bloßes Laborprodukt nach den Produktionsregeln von Gallo et al.. Analog
gilt diese Feststellung auch für HTLV-III (=HIV).
Gallo et al. haben folglich die Antigenbildung im Organismus
von Hochrisikopatienten in der Zellkultur nachgeahmt. Der
Unterschied besteht darin, daß in der Zellkultur im Gegensatz zum
Organismus von Hochrisikopatienten" keine Antikörper vorhanden sind,
da die B-/ Plasmazellen fehlen. Bringt man jedoch das Antigengemisch aus der
Zellkultur mit dem Serum von Hochrisikopatienten in Kontakt, dann
kann es ab einem festgelegten Autoantikörperspiegel zu einer nachweisbaren
Antigen-Antikörper-Reaktion kommen. Diese Vorgehensweise ist genau das
Prinzip des Anti-HIV- Antikörper-Tests. Spiegelbildlich binden
die artifiziell produzierten Antigene mit den Autoantikörpern, deren
Vorhandensein wegen der bekannten pathophysiologischen Belastungen der
Hochrisikopatienten" zu erwarten war.
Aufgrund der Darstellung der Laborrezepte von Gallo et al.,
die ihre Labortricks hinter dem Schleier des Patentgeheimnisses versteckt
hatten, wird die rational nicht nachvollziehbare Reduktion der Ursache von
,,AID" auf einen angeblichen neuen infektiösen Erreger (3) und die
Bagatellisierung der klinischen Folgen der chronisch- aktiven Hepatitiden durch
Gallo et al. (3) als zweckbestimmte Behauptung entschlüsselt.
Offensichtlich mußte ein Erklärungsnotstand postuliert werden,
um ein angeblich im National Cancer Institute entdecktes neues
Retrovirus und ein entsprechendes Antikörper-Testsystem" unter
Patentschutz am Markt etablieren zu können.
Der laborklinische Befund HIV-positiv, der
individuell bei Angehörigen der Hochrisikogruppen abhängig von der
Menge und dem persönlichen Reaktionsmuster der Antikörper
diagnostiziert werden kann, kann ebenfalls bei Nichtangehörigen der
Hochrisikogruppen in seltenen Fällen aus sehr verschiedenen
Gründen erhoben werden. Insgesamt jedoch haben sich, im Vergleich zu
den horrenden Voraussagen, die Erwartungen von Gallo et al. hinsichtlich der
Ausbreitungsdynamik von HIV" in der realen biologischen Welt nicht
erfüllt. In Deutschland beispielsweise sind nach amtlichen Angaben im
15-Jahres-Zeitraum vom 1.1.1982 - 1.1.1997 in einer Wohnbevölkerung von 82
Millionen Einwohnern 60.000 Bürger als HIV-positiv registriert
worden, also mehr als 99,9% der allgemeinen Bevölkerung sind von
HIV und AIDS persönlich nicht betroffen. Die
offiziellen, bis heute unwidersprochenen Prognosen der Bundesregierung sagten
jedoch voraus, daß bis Ende 1996 mehr Einwohner der Bundesrepublik
Deutschland an AIDS erkrankt sein würden, als die
Bundesrepublik Einwohner hat. Mindestens jeder zweite Einwohner sollte bis Ende
1996 an AIDS verstorben sein, wenn vorher keine Impfstoffe oder
Heilmittel gegen die absolut" tödliche Seuche verfügbar seien
(60). Auf dem Gebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR)
leben mehr als 16 Millionen Einwohner, trotz massiver Wanderungsbewegungen nach
Fortfall der Berliner Mauer wurden im Zeitraum bis 1.1.1997 insgesamt lediglich
252 AIDS-Fälle gemeldet. Im vergangenen Jahrzehnt sind in
Gesamtdeutschland jährlich sehr konstant maximal 2- 3000 Probanden als
HIV-positiv diagnostiziert worden. 95% dieser Probanden wurden den
Hochrisikogruppen der Homosexuellen
Männer und Intravenös Drogenabhängigen"
zugeordnet (homosexuelle intravenös Drogenabhängige"
zählen lediglich in der Kategorie Intravenös
Drogenabhängige). 5% der HIV-positiv getesteten
Probanden gelten als falsch positiv getestet, können aber als solche durch
den AIDS-Test nicht identifziert werden. Maximal 2000
HIV-Positive erkranken jährlich neu an AIDS,
jährlich versterben etwa 1300 Patienten an AIDS" (die
tatsächlichen Sterbediagnosen werden jedoch nicht bekanntgegeben). Von den
angeblich bisher 60.000 HIV-Positiven (die Zahlen sind sehr
unsicher, wegen der kaum kontrollierbaren Mehrfachmeldungen) sind
amtlicherseits bis zum 1.1.1997 etwa 50000 noch als lebend gemeldet. Von allen
registrierten AIDS-Patienten haben 54% als Wohnanschrift eine von 6
Großstädten angegeben, in denen 10% der deutschen Bürger
wohnen. Dagegen entfallen auf 90% der übrigen deutschen Einwohner
lediglich 44% der registrierten AIDS-Fälle.
Beispielsweise ist die Erkrankungsrate und Sterberate der
HIV-positiven Bluterkranken mit Wohnanschrift in einer dieser
Großstädte doppelt so hoch wie bei HlV-positiven
Bluterkranken, die mit Wohnanschrift außerhalb dieser
Großstädte wohnhaft gemeldet sind.
In den genannten 6 Großstädten (Berlin, Hamburg,
Köln, Düsseldorf, Frankfurt und München) werden in den dortigen
Universitätskliniken die höchsten AIDS"- Erkrankungs- und
Sterberaten an das AIDS-Zentrum gemeldet. Da die Planstellen der
Mitarbeiter in den HIV-Ambulanzen und AIDS-Stationen" dieser
Universitätskliniken überwiegend aus Drittmitteln der Pharmaindustrie
finanziert werden, ist der Zusammenhang zwischen Medizin und Markt
(AIDS-Test, AIDS-Medikamente) offensichtlich.
Besonders instruktiv ist der Vergleich zwischen dem
kapitalistischen Westberlin und dem früheren
sozialistischen Ostberlin. Im Zeitraum von 15 Jahren, vom 1.1.1982
bis zum 1.1.1997 wurden in West Berlin (2,2 Mio Einwohner, das sind weniger als
3% der deutschen Einwohner) 3083 AIDS-Fälle" registriert, das sind
etwa 20% aller AIDS-Fälle. Im gleichen Jahreszeitraum (davon
nach Beseitigung der Berliner Mauer seit 1989 sieben Jahre wiedervereinigt
mit Westberlin) wurden in Ostberlin (1,3 Mio Einwohner, etwa 1,6% der deutschen
Einwohner) 152 AIDS-Fälle registriert, das sind etwa 1 % aller
deutschen AIDS-Fälle. Diese besonders instruktive, historisch
zufällige und modellhafte Datenlage (38) widerlegt die fundamentale
Prämisse von Gallo et al. (3), daß epidemiologische Daten
beweisen, daß AIDS verursacht wird durch einen infektiösen
Erreger. Offensichtlich ist die Erkrankungsrate, wenn auf die
Gesamtbevölkerung bezogen, ein seltenes medizinisches Ereignis, nicht von
einem ubiquitär übertragbaren Massenvirus (wie z.B. Grippevirus)
abhängig, sondern vom Lifestyle in einer weitgehend kommerzialisierten
Subkultur und/oder der kritiklosen medizinischen Intervention in der westlichen
Überflußgesellschaft bestimmt worden. Oder, pathophysiologisch
gesprochen: Die AIDS-Patienten erkranken an dem Mangel an
Reduktionskraft (infolge Superoxidation und/oder Hypoxämie) inmitten einer
redundanten medizinischen Überversorgung.
Zur Gegenargumentation wird von Gallo et al. auf
Afrika verwiesen, das von den Massenmedien kritiklos als sterbender
AIDS-Kontinent dargestellt wird. Offensichtlich wird auch in diesem
Zusammenhang die Welt der Tatsachen von einer virtuellen, nur vorgestellten
Informationswelt überwältigt.
In Afrika, südlich der Sahara, betrug der
jährliche Bevölkerungsüberschuß etwa 100 Millionen
Bewohner im letzten Jahrzehnt! obwohl der neuste Weltbevölkerungsbericht
konstatiert, daß nach Ansicht vieler Bevölkerungsexperten die
Seuche, die Geburtenplanung in den Drittweltländern mehr gefördert
hat als alle früheren Programme (63). Aufgrund der mangelnden
medizinischen Infrastruktur und niedrigen Budgets im Gesundheitswesen (in den
meisten Staaten südlich der Sahara betragen die durchschnittlichen
jährlichen Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung für die
Gesundheitsversorgung 6 US$, ein einziger kompletter AIDS-Test, (2 x
ELISA-Test, 1 x Westernblot) kostet bei weitem mehr als 6 Dollar) wird der
AIDS-Test nicht flächendeckend eingesetzt. Statt dessen
werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den
Gesundheitsbürokratien der einzelnen Länder bestimmte Mittel für
die AIDS- Aufklärung zugewiesen und als Gegenleistung von
diesen ohne Überprüfung seitens der WHQ geschätzte Inzidenzraten
zu HIV-Infektionen und AIDS-Fällen abgerufen.
Diese Schätzwerte werden von den WHO-Experten aufgrund der angenommenen
Ausbreitungsdynamik der HIV-Seuche hochgerechnet und
den akkreditierten Presseagenturen als HIV-Infektionen und
AIDS-Erkrankungen in Afrika gemeldet. In den anschließenden
Meldungen in den Medien werden in der Regel die spekulativen
HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen pauschal und
fälschlich als AIDS-Fälle in Afrika gemeldet. So kommen
die manipulierten Zahlen über bis zu 20 Mio. AIDS-Fälle
in Afrika (etwa 90% der weltweit gemeldeten AIDS-Fälle)
zustande, ohne irgendeine substantielle Erkenntnisgrundlage (64).
Die Fiktion der Drohkulisse einer völkermordenden
AIDS-Seuche im globalen Mediendorf wirkt wiederum
verstärkend und verkaufssteigernd auf den Umsatz der
AIDS-Tests und Anti-HIV-Medikamente (euphemistisch
Cocktail-Therapie benannt) in den westlichen Ländern,
sodaß das arme Afrika ungewollt als Umsatzmotor für
den ,,reichen Westen fungiert.
Die klinischen, immunologischen, virologischen und
epidemiologischen Verlaufsdaten seit 1984 belegen also unzweifelhaft, daß
die Krankheitstheorie HIV verursacht AIDS mit der biologischen
Wirklichkeit nicht übereinstimmen kann. Der von Dr. Gallo et al.
manipulierte AIDS-Test hat sich als Marketing-Strategie jedoch als
außerordentlich erfolgreich erwiesen. Dies allerdings auf Kosten der
Gesundheit und des Lebens ungezählter Kinder: Frauen und
Männer, die, ausgelöst durch das willkürliche ärztliche
Todesurteil des Befundes HIV-postiv, aus ärztlich ethischer
Sicht Opfer einer sauberen Folter mit Todesfolge werden.
Ärztlich-ethisches Handeln nach bestem Wissen und Gewissen
muß heißen, sich aus eigener Anstrengung auf der Grundlage der
gegebenen Datenlage über mögliche Manipulationen in Diagnostik und
Therapie sachkundig zu machen und die gegebenen alternativen Therapien, statt
blindwütiger Angstmache, zu nützen (33)
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Anschrift des Authors: Dr. med Heinrich Kremer
Metzendorfer Weg 36 D- 21224 Rosengarten |