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25.03.2004 Rainer Rupp Info von:  Junge Welt
Gefahr von innen
USA: Brisante Enthüllungen von Bushs ehemaligem Antiterrorkoordinator
Die schweren Vorwürfe, die der ehemalige Antiterrorberater im Weißen Haus, Richard Clarke, in seinem am Montag erschienenen Buch »Against all Enemies« gegen Präsident George W. Bush erhebt, haben inzwischen in Washington für hohe Wellen gesorgt. Denn der anerkannte Experte Clarke wirft Bush vor, im Kampf gegen Al Qaida und den Terrorismus versagt zu habe, weil dieser nämlich vom Tage seines Amtsantritts an ausschließlich auf den Krieg gegen Irak fixiert gewesen sei, statt adäquate Maßnahmen gegen Al Qaida zu treffen. Vor dem 11. September 2001 habe Bush trotz dringendster Warnungen »so gut wie nichts gegen Al Qaida unternommen«.

Die Vorwürfe kommen für Bush zu einer denkbar schlechten Zeit, zumal Anfang der Woche die öffentlichen Anhörungen im US-Kongreß darüber begonnen haben, wieviel die Bush-Regierung im Voraus über die Ereignisse vom 11. September gewußt und dagegen unternommen hat. Bei ähnlichen Untersuchungen des US-Senats vor einem Jahr hatte sich herausgestellt, daß die im Vorfeld gewonnenen Ermittlungsergebnisse ausgereicht hatten, um »eine Blaupause der Angriffe vom 11. September« zu liefern, und daß »Gegenmaßnahmen möglich gewesen wären«, so die Senatorin Arlen Specter. Die kritischen Fragen an die Bush-Regierung blieben damals jedoch aus. Das hat sich inzwischen geändert. So bringen Clarkes Vorwürfe, die Bush-Regierung sei nur an Vorwänden zur Rechtfertigung eines Angriffs auf Irak interessiert gewesen, die Bush-Regierung ausgerechnet im Wahljahr in arge Erklärungsnot.

Die in seinem Buch enthaltenen Kernpunkte hat Richard Clarke inzwischen in zahlreichen Interviews wiederholt. »Bei der Antwort auf den 11. September hat er vollkommen versagt«, sagte Clarke z. B. am Dienstag im Fernsehsender ABC über Bush. Statt weiter hinter bin Laden her zu sein, sei er in Irak eingefallen und habe damit »den ganzen Krieg gegen den Terrorismus versaut«. Statt den Terrorismus auszuschalten, so Clarke weiter, habe Bush »die gesamte arabische Welt in Brand gesetzt und eine neue Generation von Al-Qaida-Terroristen geschaffen«. In seinem Buch erinnert sich Clarke, wie der Präsident einen Tag nach den Anschlägen, am Abend des 12. September 2001, allein im Lageraum des Weißen Hauses umherging. Als Bush seinen Antiterrorkoordinator Clarke sah, rief er ihn und eine kleine Gruppe anderer Mitarbeiter zu sich und sagte: »Alle Geheimdiensterkenntnisse müssen nochmals durchgesehen werden, alle«. Und dann kam Bushs Empfehlung: »Schauen Sie nach, ob Saddam Hussein das getan hat.« » Al Qaida hat es getan«, antwortete Clarke. »Ich weiß, ich weiß, aber ... schauen Sie nach, ob Saddam damit zu tun hat«, so der eindeutige Befehl des Präsidenten. »Ich möchte über jeden Schnipsel informiert werden.« Erneut erinnerte Clarke den Präsidenten daran, daß weder die CIA noch das FBI etwas über eine Verbindung zwischen Al Qaida und Saddam Hussein gefunden hätten. Aber Bush ließ sich nicht beirren und wiederholte seine Forderung ein drittes Mal. Als er den Raum verließ, sagte der Präsident nochmals gereizt: »Suchen Sie im Irak!« Das sei für Clarke, der vor 13 Monaten seinen Dienst quittierte, der Beginn des Wahnsinns gewesen, der »in den unnötigen und teuren Krieg im Irak geführt und nur die fundamentalistische, radikalislamistische weltweite Terrorbewegung gestärkt hat«.

Bislang hat die Bush-Regierung erfolglos versucht, die Glaubwürdigkeit Clarkes in Zweifel zu ziehen (er hat bereits unter Bush-Senior und später acht Jahre unter Präsident Clinton als Antiterrorberater im Weißen Haus und als Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates gearbeitet). Inzwischen spekulieren Beobachter in Washington, ob durch die Enthüllungen, die sich mit jenen des ehemaligen Finanzministers Paul O’Neill decken, die für einen radikalen Stimmungsumschwung in der Öffentlichkeit notwendige »kritische Masse« erreicht worden ist.


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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.