Huw Christie interviewt Dr. Valendar F. Turner,
erschienen in "Continuum" Vol.5,Nr.2, 172 Foundling Court, Brunswick
Centre, London WC1N 1QE
Sinngemäße deutsche
Übersetzung: Michael Leitner
Dr. Turner ist Mitglied der "Perth
Group", einer Gruppe von HIV/AIDS- Kritikern. Er graduierte an der
Universität Sidney im Jahre 1969, ist Mitglied der Königlichen
Australisch-Asiatischen Chirurgen- Vereinigung und der Australisch-Asiatischen
Vereinigung für Notfallmedizin. Er arbeitet am Royal Perth Hospital im
West- Australien.
Huw Christie ist Herausgeber von
"Continuum".
Vorbemerkung d. Übers.: In diesem
Test ist ein Begriff sehr wichtig: Der Begriff von der Virusisolation. Das
bedeutet als erste Voraussetzung, daß ein Virus abgesondert von allem
anderen Material aus einer Blutprobe photographiert werden kann. In der HIV-
Forschung hat sich allerdings, weil solche Aufnahmen von "Retroviren" nicht
möglich sind, die wenig wissenschaftliche Einstellung durchgesetzt,
instabile virusähnliche Partikel innerhalb von Zellen darzustellen.
Anstatt also ein Ding abgesondert von allem anderen darzustellen, wird "HIV"
als in etwas anderem enthalten gezeigt. Warum man dies als Isolation
bezeichnet, und es niemanden stört, ist mit ein Rätsel.
HC: Einen schönen Guten
Tag nach "downunder".
VFT: Guten Morgen, Huw.
HC: Die Veröffentlichungen der Perth
Group (1-13)scheinen sich mit jeder einzelnen Facette von HIV und AIDS zu
befassen. Ich möchte mich heute aber auf die Antikörpertests
konzentrieren.
VFT: Fein.
HC: Ich bin besonders daran interessiert,
daß dieses Thema so einfach und klar aufbereitet wird, daß es auch
ganz normale Menschen verstehen können, die keine Fachleute auf diesem
Gebiet sind die nicht Eure Veröffentlichungen der letzten 10 Jahre gelesen
haben. Oder sie vielleicht auch nicht ganz verstanden haben. Ich denke, es ist
nicht einfach, ein Abstract zu lesen, daß einem erzählt, Papadopulos
und Kollegen lehnen HIV- Antikörpertests (HIV-AK-Tests) als Nachweis einer
HIV- Infektion generell ab.
VFT: Ich weiß, aber das ist nun mal
unsere Interpretation der Daten und Fakten.
HC: Könntest Du vielleicht mit einem
Überblick beginnen?
VFT: Selbstverständlich. Zuerst
laß uns die Bedeutung der Worte "Antikörper" und "Test"
klären. In diesem Kontext hat "Test" zwei mögliche Bedeutungen. Die
erste wäre, man macht einen Versuch, der die Abwesenheit oder Abwesenheit
einer Substanz oder den Zustand einer Sache klären soll. Beispielsweise,
ob ein Patient eine Blinddarmentzündung hat, ob eine Frau schwanger ist.
Die zweite Bedeutung von "Test" wäre, man tut etwas, um festzustellen, ob
etwas aussagekräftig ist: Entwickelt man einen Bluttest für
Schwangerschaften, muß man prüfen, wie gut er funktioniert.
HC: Und was ist mit
Antikörpern?
VFT: Antikörper sind Eiweiße, die
von Immunzellen, den sog. B- Lymphozyten produziert werden. Nicht zu
verwechseln mit T- Lymphozyten, das sind jene Immunzellen, die angeblich von
HIV zerstört werden, was eine Immunschwäche verursachen soll. Die
aktuelle Theorie der Antikörperproduktion ist, daß jedes B-
Lymphozyt und seine geklonten Nachkommen nur einen einzigen, sehr
spezialisierten Typ von Antikörpermolekülen herstellen.
HC: Was bringt B- Lymphozyten dazu,
Antikörper herzustellen?
VFT: Wenn eine B- Zelle einer Substanz
begegnet, die als Antigen bekannt ist, vom Körper bereits als
fremd identifiziert worden ist. Dann werden Antikörper
hergestellt. ANTIbody GENerating. Antigene sind immer lange
Moleküle, häufig sind es Eiweiße. Eiweiße sind die
stärksten Antigene, verursachen die stärkste Produktion von
Antikörpern. Besonders dann, wenn sie auf direktem Weg in den
Blutkreislauf gelangt sind.
HC: Wie bringt das Antigen die B- Zelle
dazu, Antikörper zu produzieren?
VFT: Früher war man der Meinung, B-
Zellen würden von den Antigenen regelrecht instruiert, wie man
Antikörper zu bilden habe, etwa so, wie ein Rezept oder eine Formel
abgelesen wird. Fast wie, wenn man zu zweit einen Kuchen backt: Der eine hat
das Rezept und liest es vor, der andere rührt den Teig. Doch dieses Modell
ist überholt. Die aktuelle Theorie ist, daß jede B- Zelle bereits
weiß, wie sie den Kuchen zu backen hat, aber jede Art B- Zelle hat nur
das Rezept für jeweils einen speziellen Kuchen. Jede ist programmiert,
einen ganz speziellen, einzigartigen Antikörper zu produzieren. Davon
natürlich zahllose Exemplare, aber immer völlig identische.
Man nimmt an, alle B- Zellen zusammen hätten ein
Repertoire von über einer Million einzelner Antikörpermoleküle.
Es kommt nur darauf an, daß ein Antigen auf die richtige B- Zelle trifft,
und schon greift das Schlüssel- Schloß- Prinzip: Durch das Erkennen
des Antigens teilt sich die B- Zelle, um sich zu vermehren; Antikörper
werden produziert, um das Antigen zu bekämpfen, in dem sie sich chemisch
an das Antigen binden. (14)
HC: Was sonst veranlaßt die
Produktion von Antikörpern?
VFT: B- Zellen können auch nicht-
spezifisch stimuliert werden. Das heißt, man gibt dem Immunsystem einen
Reiz, einen Grund zu reagieren, und eine Auswahl an B- Zellen fängt an,
sich zu teilen und Antikörper zu produzieren. Nach unserem Wissensstand
kommt eine solche Reaktion nicht gerade selten vor. Der einzige Weg,
darüber genaueres zu erfahren, wäre ein Test auf Antikörper
gegen alles, was nichts mit der künstlichen Stimulation des Immunsystems
zu tun hat.
HC: Was ist der Zweck der chemischen
Bindung der Antikörper an das Antigen?
VFT: Angeblich neutralisieren
Antikörper die unerwünschten Effekte von Antigenen
HC: Sind Keime, sind Bazillen
Antigene?
VFT: Ja, aber mit einigen
Einschränkungen. Antikörper und Antigene müssen an ganz
bestimmten Stellen ihrer Molekularstruktur anbinden. Es ist, wie wenn Du Deine
Großmutter umarmst: Deine Arme sind nur ein kleiner Teil von Dir und
umklammern nur einen kleinen Teil Deiner Großmutter. Beim Antikörper
nennt man die Arme den anbindenden Teil ("combining side"),
beim Antigen nennt man den umarmten Teil der Großmutter den
Antigen- Bestimmer ("antigenic determinator"). Auf jedem Antigen
befinden sich viele mögliche Stellen, die als Antigen-Bestimmer dienen
können, und eine jede von ihnen kann das Klonen jeweils einer Art von B-
Zellen auslösen, die jeweils eine Art Antikörpermoleküle
für das Anbinden an einen der Antigen- Bestimmer herstellen.
HC: Also sind die Antikörper, die
gegen eine Bazille entwickelt werden, eine Mixtur aus vielen verschiedenen
Molekülen, zugeschnitten auf ganz Unterschiedliche Teile der
Bazille.?
VFT: Richtig. Der technische Begriff
für diese Antikörperreaktion ist "polyclonal".
HC: Wie regt man das Immunsystem
zur Antikörperproduktion an?
VFT: Durch die Freisetzung von Drogen,
infektiösen Partikeln oder Fremdeiweißen. Alles Dinge, denen die
klassischen HIV/AIDS- Risikogruppen ausgesetzt sind. Natürlich können
diese 3 Faktoren als konventionelle Antigene wirken, bei nur einer Sorte B-
Zelle den Prozeß des Klonens und der Antikörperproduktion
auslösen, sie können aber auch andere B- Zellen stimulieren. Daraus
können obskure Reaktionen resultieren, ein gutes Beispiel dafür ist
das Epstein- Barr- Virus (EBV), das Pfeifersches Drüsenfieber
verursacht.
HC: Was ist daran obskur?
VFT: Das Virus aktiviert eine Reihe von B-
Zellen, die wiederum Antikörper produzieren. Einige Antikörper sind
darauf programmiert, mit den roten Blutkörperchen von Pferden zu
reagieren, andere sind Antikörper gegen Schafsblut. Dies sind
offensichtlich keine Antikörper, die spezifisch gegen EBV produziert
werden, sie sind etwas völlig anderes. Man mag sich wundern, warum wir
solche Antikörper produzieren können müssen, aber es ist so. Als
Arzt nutzt man dies, um Pfeifersches Drüsenfieber zu diagnostizieren. Und
zwar mit Hilfe eines Antikörpertests, der nicht nach Antikörpern
gegen das krankheitsverursachende Virus sucht. Ersucht nach Antikörpern
gegen Pferdeblut.
HC: Das ist schon sehr kurios. Und
was ist die Basis, Antikörper zur Diagnose einer HIV- Infektion zu
benutzen?
VFT: Der Glaube, daß HIV wegen seiner
Eigenschaft als etwas Körperfremdes die Produktion von spezifischen,
einzigartigen HIV- Antikörpern auslöst.
HC: Die Theorie ist die: Antikörper
gegen ein Virus können nur gebildet werden, wenn B- Zellen diesem Virus
begegnen?
VFT: Das ist richtig.
HC: Warum kein Nachweis durch
Anzucht und Kultivierung des Virus?
VFT: Der Nachweis von Antikörpern ist
technisch einfacher, schneller und billiger.
HC: Und man weißt diese
Antikörper nach, in dem man Blut und ein paar Viren nimmt, und wartet, ob
die miteinander reagieren? VFT: Das ist die
Theorie, aber bevor wir dazu kommen, möchte ich etwas anderes von
großer Wichtigkeit erklären: Man kann keine kausale Verbindung
zwischen Antikörperproduktion und einem Krankheitserreger herstellen, weil
ein Antikörper auch mit Krankheitserregern, mit Antigenen reagiert, die
gar nicht die aktuelle Antikörperproduktion ausgelöst haben(14, 22).
Die Ursache für diese Produktion kann sowohl eine nicht- spezifische
Stimulation[s.o.], als auch eine Kreuzreaktion sein.
HC: Was bedeutet
"Kreuzreaktion"?
VFT: 2 verschiedene Antigene können den
gleichen "Bestimmer" gemeinsam haben, die gleiche Serie Antikörper kann
daran anbinden, auch wenn die Antigene verschiedene Eiweiße sind.
Antikörper sind eben nicht nur gegen ein Antigen gerichtet, sondern gegen
eine bestimmte Molekular- Struktur, die bei mehreren Antigenen vorhanden ist.
Zwei verschiedene Antigene gleichen sich mit einem kleiner Teil ihrer Struktur,
der Antikörper kann an beide anbinden, und zwar an dem kleinen Teil, der
bei beiden identisch ist. Das funktioniert, obwohl es sich um zwei sehr
verschiedene Proteine [Eiweiße] handelt. Das
Vorkommen von Kreuzreaktionen kann man auch mit einem kleinen
Gedankenexperiment beweisen: Antikörper sind lange Eiweiße, und
können selbst die Eigenschaft eines Antigens haben. Das sind zwei
mögliche Reaktionen eines Antikörpers: Eine mit dem Antigen,
daß seine Produktion auslöste, und die andere, wenn der
Antikörper selbst als Antigen erkannt wird, und mit einem gegen ihn
produzierten Antikörper reagiert.
HC: Warum sind diese Phänomene
für die Wissenschaft ein Problem?
VFT: Weil sie dem widersprechen, was eine
nette Theorie wäre, nämlich, daß ein Mensch, der einen
Antikörper gegen das Antigen "X" hat, automatisch mit "X" infiziert sein
muß. Es ist wissenschaftlich nicht möglich, eine solche Behauptung
nur aufgrund einer chemischen Reaktion, des Anbindens eines Antikörpers an
einen Erreger zu machen.
HC: Auch, wenn es außer Frage
steht, daß "X" Bestandteil eines einzigartigen Virus ist?
VFT: Ja. Mann kann überhaupt nicht mit
einem Virus infiziert sein, und doch reagieren bei einem Antikörpertest
körpereigene Antikörper mit eben jenen Virusproteinen in der
Testsubstanz. Wäre das nicht so, würden Antikörper nur mit
einem Virus reagieren, müßten wir Ärzte doch Menschen
mit Pfeifferschem Drüsenfieber mitteilen, daß sie mit den roten
Blutzellen von Pferden infiziert seien. Oder mit Schafsblut. Oder AIDS-
Patienten mitteilen, daß sie mit Laborchemikalien infiziert sind.
HC: AIDS- Patienten haben Antikörper
gegen Laborchemikalien? Kannst Du ein paar aufzählen?
VFT: Zum Beispiel Antikörper gegen
Trinitrophenyl (23).
HC: Und es ist unbekannt, wie das
zustande kommt?
VFT: Es ist nicht vollständig
geklärt.
HC: Wie kann man mit dem
Antikörperproblem umgehen?
VFT: Zuerst muß man akzeptieren,
daß es existiert. Nehmen wir mal folgende Analogie: Die serologische
Diagnose [Blutuntersuchung] von Infektionen über Antikörperreaktionen
ist vergleichbar mit dem Versuch, Objekte über ihren Schatten zu
identifizieren, den sie bei Sonnenschein auf den Boden werfen: Dieser Schatten
vermittelt ein Bild des Objektes, aber Wolken, Gebäude, Bäume und
andere Dinge können Schattenbilder haben, die genauso wie das Schattenbild
des Objektes aussehen, oder ihm zumindest ähnlich sehen. Erinnern wir uns
an die zwei Bedeutungen des Wortes "Test". Wir suchen etwas, daß die
Anwesenheit von HIV im Körper nachweist. HIV ist das, was gesucht wird.
Der beste Weg wäre der Nachweis der Existenz von HIV in jedem Patienten
mit Mitteln, die unzweifelhaft und unzweideutig auf ein einziges Retrovirus
hinweisen.(24-25) Das wäre der Gold- Standard, das bestmögliche
Nachweisverfahren. Jeder andere Weg, auch der über Antikörpertests,
ist ein indirekter Nachweis und muß über den Gold- Standard
bestätigt werden. Das wäre eine Überprüfung der
Gültigkeit eines Antikörpertests, die zweite Bedeutung des Wortes
"Test". Ein Test, der ein Testverfahren auf seine Funktionalität und
Zuverlässigkeit überprüft
HC: Wie müßte eine solche
Überprüfung aussehen?
VFT: In dem zwei Versuche parallel, mit den
gleichen Proben stattfinden: Einmal der Antikörpertest und andererseits
ein direkter Virusnachweis.
HC: Ein Vergleich zwischen HIV-
Antikörpertest und Virusisolation?
VFT: Schon, aber es braucht mehr, ein Virus
direkt nachzuweisen, als nur einen Partikel zu isolieren. Deine Leser wissen
seit Elenis' Interview ja einiges zu diesem Thema [siehe Interview mit Eleni
Papadopulos, (26)]
HC: Wie sieht das aktuelle Verfahren
eines HIV- Antikörpertests aus?
VFT: Du hast das ja schon beschrieben. Nimm
etwas Blut von einem Patienten, entferne daraus die roten Blutkörperchen,
und mische den Rest mit ein paar Proteinen, von denen Experten behaupten, es
seien einzigartige, spezifische Bestandteile von HIV.
HC: Was wird sichtbar, wenn der Test
positiv ausfällt?
VFT: Reagieren die im Blut enthaltenen
Antikörper mit den Proteinen, so ergeben sich einige Veränderungen in
der Testlösung. Es hängt vom Testverfahren ab, ob es nun eine
Verfärbung oder ein Ausfällen, ein Niederschlag oder eine andere
meßbare Veränderung ist.
HC: Das ist alles? Etwas verfärbt
sich!
VFT: Grundsätzlich ja. Aber es gibt ja
Verfeinerungen: Im Elisa- Test [Standard- HIV- AK- Test, Suchtest] sind alle
angeblichen HIV- Proteine bunt zusammengemixt, im Westernblot [in Deutschland
"Bestätigungstest"; Kontrolltest bei positivem Elisa] hingegen kann die
Reaktionen auf jedes einzelne Protein getrennt betrachten. Alle sind Seite an
Seite im Testkit angeordnet, getrennt durch eine Wand aus
Nitrocellulose.
HC: Wie sieht es mit dem Vergleich mit
dem HIV- Gold- Standard aus?
VFT: Was jeder Getestete wissen will ist
doch, ob ein Test positiv sein kann, wenn keine HIV- Infektion vorliegt. Mit
anderen Worten: Ist mein Test falsch- positiv? Nun, was ein
Wissenschaftler tun müßte, und zwar lange bevor ein von ihm
entwickelter AK- Test in die klinische Praxis eingeführt wird, wäre
zu untersuchen, was man "Spezifität" eines Tests nennt: Eine Bestimmung,
wie häufig ein positives Ergebnis zustande kommt, wenn man weiß,
daß in der getesteten Blutprobe kein HIV vorhanden ist,
überprüft durch eine Virusisolation. Ist der Test zu 100%spezifisch,
darf es keine positiven Ergebnisse mit Blutproben geben, aus denen kein Virus
isoliert werden konnte.
HC: Hm, ich fürchte, das klingt
für viele etwas verwirrend. Können wir näher auf die Begriffe
Sensitivität und Spezifität
sprechen?
VFT: Selbstverständlich.
Sensitivität ist eine Bestimmung, wie häufig ein Test positiv ist,
wenn man weiß, daß das, was man nachweisen will, tatsächlich
vorhanden ist. Testet man 1000 schwangere Frauen und macht mit ihnen einen
Schwangerschaftstest, so überprüft man, ob der Test alle Frauen als
"positiv", als "schwanger" diagnostiziert. . Fällt er nur bei 980 Frauen
positiv aus, so liegt seine Sensitivität bei 98%. Zur Spezifität: Ist ein Test spezifisch, wenn er eine einzige
Frau als "schwanger" diagnostiziert, die gar nicht schwanger ist? Hat man
tausend Frauen, die nachweislich nicht schwanger sind, und wird eine von ihnen
"schwanger" diagnostiziert, so wäre der Test zu 99,9% spezifisch. Man kann
einen Schwangerschaftstest nicht zulassen, solange man die Parameter nicht
erkannt und ausgeschlossen hat, die diese falschen Ergebnisse
verursachen
HC: Nehmen wir mal den Elisa- Test, der
ja der erste und oft auch der einzige Test ist, der einer HIV- Diagnose
zugrunde liegt: Wie wurde seine Sensitivität bestimmt?
VFT: Zuerst möchte ich schildern, wie
eine solche Sensitivität bestimmt werden sollte: Hier wäre eine
korrekte Vorgehensweise, beispielsweise 1000 Menschen zu nehmen, bei denen eine
HIV- Infektion durch eine HIV- Isolation erfolgreich nachgewiesen wurde. Dann
macht man den Elisa- Test und überprüft, bei wie vielen von ihnen
auch der Elisa durch ein positives Ergebnis eine HIV- Infektion
diagnostiziert. Die chemische Reaktion eines positiven Elisa- Tests muß
mit Spezialinstrumenten exakt feststellbar und meßbar sein, die einen
Zahlenwert ausgeben.
HC: Führt dabei jeder Grad einer
Veränderung, z.B. einer Ausfällung, zu einem positivem
Ergebnis?
VFT: Nein. Es gibt immer nicht- spezifische
Hintergrundaktivitäten in der Testlösung. Setzt man den
Ausfällungs- Grenzwert für einen positiven Test sehr niedrig an, dann
ist vielleicht jede Testperson positiv. Wäre es ein Schwangerschaftstest,
so würde er auch Männer als schwanger diagnostizieren. Also muß
man einen Grenzwert finden, der solche Falsch- Resultate
ausschließt.
HC: Wie wird dieser Grenzwert
bestimmt?
VFT: Da gibt es leider einige sehr
unwissenschaftliche Praktiken: Eine Gruppe gesunder Menschen wird getestet, um
den Grad an Hintergrundaktivität zu bestimmen. Heraus kommen von
Testperson zu Testperson unterschiedliche Werte. Die Wissenschaftler nehmen
dann einen oberen Werte, der zwei oder drei Grade oberhalb des Mittelwertes
liegt. Jede Messung, die oberhalb dieses oberen Grenzwertes liegt, ist jetzt
als "positiv" definiert.
HC: Das geschieht derart
willkürlich?
VFT: Ja.
HC: Der Grenzwert für
"Positivität" wird also nicht durch die Ergebnisse einer Virusisolation
geeicht?
VFT: Nein. Und das einfache Bestimmen eines
Levels oberhalb einer gewissen Hintergrundaktivität ist kein Beweis
dafür, daß es sich bei der Reaktion um die von echten HIV-
Antikörpern handelt. Man kann doch nicht behaupten, daß
Antikörper gegen HIV produziert worden sind, eine Infektion vorliegt, weil
es eine Testreaktion oberhalb einer Grundaktivität gibt. Ein höheres
Level an Grundaktivität kann auch einfach dadurch zustande kommen,
daß es halt in manchen Menschen mehr von dem vorhanden ist, was bei den
gesunden Testpersonen zu der Hintergrundaktivität führte.
Der einzige Beweis dafür, daß die
Antikörper eine Reaktion auf eine HIV- Infektion sind, ist der Nachweis,
daß jemand das Virus in sich trägt.
HC: Wie steht es um die Sensitivität
des Western- Blot?
VFT: Man müßte hier zunächst
Kriterien definieren, die einen positiven Test ausmachen und dann
überprüfen, ob sie auf einen Kreis von nachgewiesenermaßen
infizierten Menschen zutreffen. Auch beim Westernblot gibt es keine Werte
für einen einzigen der verschiedenen Antikörper- Proteinreaktionen,
die "Test- Positivität" definieren könnten. Ich bin sicher, Dir ist
bekannt, daß für die HIV- Experten die Sensitivität, daß
Erkennen von "Positivität" beim Westernblot keine primäre Rolle
spielt, denn er wird in weiten Teilen der Welt benutzt, um den Elisa zu
überprüfen. Beim Westernblot ist die Spezifität, das
Ausschließen von falsch- positiven Ergebnissen wichtig, während der
Elisa falsch- negative Ergebnisse ausschließen soll.
HC: Wie sieht ein Experiment aus, mit dem
man die Spezifität von Elisa und Westernblot überprüfen
kann?
VFT: Man nimmt 1000 Menschen, unter ihnen
sowohl AIDS- Patienten, Angehörige von Risikogruppen, als auch Menschen
mit ähnlichen Erkrankungen und ebenso Menschen, deren Laborwerte
Abweichungen zeigen, die denen von AIDS- Patienten ähnlich sind, sowie
einige gesunde Menschen. Dann macht man bei jedem den Versuch einer HIV-
Isolation, und vergleicht dies mit den Ergebnissen, auf die Elisa und WB
(Westernblot) bei diesen Menschen kommen.
HC: Warum braucht man Menschen mit so
vielen unterschiedlichen Merkmalen?
VFT: Weil diese Tests Antikörper-
Reaktivität messen, und man braucht viele Antikörper möglichst
vieler Arten von Antikörpern, um sicher zu sein, daß die Art von
Reaktion, die zu einem positiven HIV- Antikörpertest führt, nur bei
den Patienten vorkommt, die tatsächlich HIV- infiziert sind.
HC: Nun, wenn aber die Sensitivität
der Tests niemals damit bestätigt wurde, ob bei "Positivität"
tatsächlich Infektionen vorliegen, hat man jemals überprüft, ob
wenigstens bei "Negativität" keinerlei Infektionen vorlagen?
VFT: Über ein solches Experiment wurde
niemals berichtet. Weder für den Elisa, noch für den Westernblot.
Dies ist eines der großen Rätsel der AIDS- Wissenschaft.
Wie auch immer, schaut man sich Gallos
Science- Publikation von 1984 (27) an, so stellt man fest, daß das, was
Gallo Isolation nennt, ihm nur bei einem Drittel seiner Patienten
gelang(28). Fast alle hingegen hatten Antikörper gegen HIV[Yet, nearly
three* times that number had antibodies]
HC: Das ist sehr, sehr merkwürdig.
Die Anzahl der Menschen mit Antikörpern, aber ohne Virus ist fast doppelt
so hoch, wie die von Menschen, die Antikörper und das Virus haben. Die
Übereinstimmung, die Korrelation zwischen angeblich vorhandenen HIV-
Antikörpern und keiner Infektion ist größer als die zwischen
Antikörpern und Virus. Es hätte gleich von Anfang an klar sein
müssen, daß dieser Test grotesk ist.
VFT: Richtig.
HC: Wie hat Gallo die Diskrepanzen
erklärt?
VFT: Gallo hat nie Diskrepanzen
bezüglich der Isolation eingestanden. Seine Forschergruppe hat wohl
geglaubt, alle Patienten mit Antikörpern wären infiziert. Sie schoben
die Schuld für die niedrige Quote der Virusisolationen auf Fehler bei der
optimalen Behandlung ihrer Gewebeproben. [Hier ist wohl das Lymphgewebe
gemeint, das verwendet wurde, um die Viren zu kultivieren: They blamed
the low yield of virus isolation on failure to receive or handle their tissue
specimens under "optimal" conditions.]
HC: Aber das Labor Gallo war doch bekannt
für seine Erfahrungen im Kultivieren von Retroviren!
VFT: Richtig. Mehr ein Jahrzehnt lang hat
man inzwischen experimentiert und heute heißt es, daß das Blut von
unbehandelten AIDS- Patienten nur so vor HIV wimmelt.
HC: Wurde die Diskrepanz zwischen der
Detektion von Antikörpern und der HIV- Isolation inzwischen
geklärt?
VFT: Nicht einmal zum Teil. Denk doch mal an
unsere Stellungnahmen zu Peter Duisberg(11). Wir erwähnten, daß 1992
und 1993 in mehreren angesehenen internationalen Laboratorien in GB,
Deutschland und den USA 224 Proben von HIV- positiven Menschen untersucht
wurden. Diese Labors haben ganz nebenbei auch behauptet, HIV isoliert zu haben.
Aber wie alle HIV- Forscher war das lediglich eine Pervertierung des Begriffes
"Isolation". Was sie "HIV- Isolation" nannten, war in Wirklichkeit ein anderer
Antikörpertest. Der einzige Unterschied: Diesmal wurde nach
Antikörpern gegen das Protein p24 [aus der Hülle des angeblichen HIV]
gesucht. Bei diesen Versuchen gelang in 83 Fällen (29) eine "Isolation",
das ist mit 37% aller untersuchten Fälle die gleiche Quote, die Gallo 1984
erreichte.
HC: Haben HIV- Experten wirklich nicht
mehr als einen p24- Antikörpertest gemacht, wenn sie eine HIV- Isolation
behaupteten?
VFT: Meistens hatten sie nur ein Photo mit
virusähnlichen Partikeln und die Detektion von p24- Antikörpern.
Andere Forscher weisen einfach nur Reverse Transkriptase [RT] nach, und
bezeichnen das als Virusisolation.
HC: Liegt es am Fehlen eines Gold-
Standards für die HIV- Antikörpertests, daß Ihr aus Perth der
Meinung seid, keiner von den Menschen, die als "HIV-positiv" diagnostiziert
sind, sei mit HIV infiziert?
VFT: Hauptsächlich deshalb sind wir der
Meinung, daß es keinen Beweis dafür gibt, daß auch nur ein
einziger Mensch infiziert ist. Ein anderer wichtiger Grund ist natürlich
auch, daß niemand jemals die Existenz von HIV mit der einzigen
angemessenen Methode nachgewiesen hat. Die basiert auf der medizinischen Virus-
Definition, und wurde 1972 am Pasteur- Institut bei einem Meeting diskutiert.
(24,25) [Für die Isolation von Retroviren, wurde hier auch
keine echte Isolation, sondern Ultra- Dünnschnitte einer Zelle mit
enthaltenem Virus vorgeschrieben. Allerdings gab es Reinigungvorschriften, die
jedoch niemals eingehalten wurden, weil sich damit keine Retroviren nachweisen
lassen]
HC: Aber Ihr aus Perth habt diese Methode
doch kritisiert?
VFT: Vom ersten Tag an!
HC: Wie auch immer: Diese Methode zu
kritisieren, erscheint mir eine ziemlich kühne Behauptung zu sein. Es gibt
keine Beweise, daß auch nur ein Mensch mit HIV infiziert ist?
VFT: Schau mal, Huw. Man kann doch nicht
einfach die Worte "HIV" und "Antikörper" praktisch gleich setzen, und dann
einfach behaupten, man habe spezifische HIV- Antikörper und auch HIV
selbst nachgewiesen. Der HIV- Test weißt kein Virus nach. Alles, was er
leisten kann ist zu zeigen, daß einige Antikörper von
Patienten mit einigen Proteinen reagieren. Was ein Wissenschaftler, der
einen solchen Test durchführt, jetzt zu tun hätte, wäre ein
Vergleich mit dem Virus-Goldstandard. Und zwar, bevor er behauptet, der Test
weise hoch spezifisch eine HIV- Infektion nach. Die
Herkunft der Testproteine spielt im übrigen keine Rolle, es ist
völlig egal, ob sie vom HIV stammen. Gehen wir noch einmal zum Epstein-
Barr- Virus (EBV) zurück: Wir diagnostizieren eine EBV- Infektion ohne
Proteine zu verwenden, die vom EBV- stammen. Sonst würden wir ja zu der
Diagnose kommen, daß der Patient mit roten Blutkörperchen von
Pferden infiziert ist. Was zählt, ist eine Korrelation zwischen wichtigen
Reaktionen und vor allem die Frage, ob das Virus nun in diesen Patienten
vorkommt oder nicht.
HC: Aber es macht doch grundsätzlich
Sinn, Proteine des Erregers zu verwenden?
VFT: Ja, aber nur, wenn es einen existenten,
nachgewiesenen Erreger gibt, dann gibt es möglicherweise eine Verbindung
zwischen dem Antigen [Erreger] und den Antikörpern. Außerdem, wenn
man tatsächlich einen Erreger hat, heißt das noch lange nicht,
daß man das Problem mit den Kreuzreaktionen und Anderes ignorieren
darf.
HC: Demnach ist es nicht korrekt, wenn
Wissenschaftler behaupten, heutige Antikörpertests wären ein besserer
Nachweis, weil sie für die AK- Tests sehr reine Proteine benutzen, um eine
Antikörperreaktion festzustellen?
VFT: Du hast recht, das ist unlogisch.
Obschon gentechnisch hergestellte Proteine in den Tests benutzt werden, sind
Antikörpertests kein besserer Nachweis geworden. Man kann die reinsten
Proteine benutzen, die es auf der Welt gibt, und findet einen Menschen, der
Antikörper dagegen hat. Das heißt noch lange nicht, daß dieser
Mensch mit einem Krankheitserreger infiziert ist, der dieses Protein
enthält. Dieses Faktum ist extrem wichtig, wird aber ignoriert. Ein
gentechnisch hergestelltes Protein kann die Qualität des Tests sogar noch
verschlechtern!
HC: Wieso?
VFT: Jedesmal, wenn man die Antigene
wechselt oder verändert, besteht die Möglichkeit, daß neue
Antigene mit alten Antikörpern reagieren. Alles, was Antikörper
können, ist zu reagieren, und zwar mit einer bestimmten Proteinstruktur.
Nimmt man also ein neues Antigen, so kann ein im Blut bereits vorhandener
Antikörper mit ihm reagieren. Aber die Tatsache, daß dieser
Antikörper bereits existiert, bedeutet keinerlei Verbindung dem Erreger,
der eigentlich gesucht wird. Wie zum Beispiel Antikörper gegen Hepatitis A
oder PCP [Mikropilzinfektion, keine Protozoeninfektion, wie die AIDS- Medizin
behauptet]. Viele Menschen haben sie im Blut, Kinder gegen PCP oft schon im
Alter von 4 Jahren. Solche Antikörper, die mit dem neuen gentechnischen
Antigen reagieren, kann man im Blut haben, ohne jemals erkrankt gewesen zu
sein.
HC: Und Patienten werden mit gentechnisch
hergestellten Antigenen nach Antikörpern untersucht, ohne daß die
Antikörpertests jemals mittels eines Gold- Standards [Isolation] geeicht
wurden?
VFT: Das Tragische dabei ist, daß
diese Tests ohne jeglichen Beweis ihrer Spezifität zugelassen werden. Das
ist bedauerlich, aber leider Fakt.
HC: Eure Gruppe aus Perth hat behauptet,
HIV- Proteine, HIV- Antikörper und die Existenz von HIV selbst seien 3
sich gegenseitig bestärkende, aber einzeln unbewiesene Hypothesen. Kannst
Du das näher erklären?
VFT: Ich werde mein Bestes geben, dies zu
versuchen. Als Montagnier und Gallo sich 1983/84 auf die Jagd nach Retroviren
machten, da war ihnen folgendes klar: Das bloße Finden eines Virus-
ähnlichen Partikels, auch, wenn eine Isolation gelingt, auch wenn Reverse
Transkription (RT) nachgewiesen wird, wäre noch lange kein Beweis,
daß der gesuchte Partikel tatsächlich ein Virus ist. Und zwar, weil
nicht alles, was aussieht wie ein Virus, auch ein Virus ist. Und nicht alles,
was Reverse Transkription benutzt, ein Virus oder Retrovirus ist. All diese
Phänomene, optische Virus- Ähnlichkeit und RT sind unspezifisch,
weisen nicht als einzigen Schluß auf die Existenz eines Virus hin. Auch,
wenn man beides gleichzeitig feststellt, Virus- Ähnlichkeit und RT, ist
das kein Ausweg aus dem Dilemma. Die Addition zweier unspezifischer Nachweise
macht in der Summe noch keinen spezifischen Nachweis. Der einzige
wissenschaftliche Beweis, daß es sich bei einem Partikel um ein Virus
handelt, ist eine Reinigung mit dem Ziel, einen virusspezifischen
Dichtegradienten herauszufiltern; eine genetische Analyse und der Nachweis,
daß sich diese Partikel selbst reproduzieren können, daß sie
infektiös sind, sind auch unverzichtbar. All diese Schritte wurden nie
gemacht, der Nachweis der Existenz von HIV basiert lediglich auf dem Nachweis
von Antikörpern, und die sind nur ein weiterer unspezifischer Nachweis
neben RT und der optischen Virusähnlichkeit.
HC: Aber Montagnier und Gallo haben
Antikörper von AIDS- Patienten entdeckt, die mit Proteinen in ihren
Zellkulturen reagiert haben!
VFT: Ja, sie haben einige gefunden, aber das
beweist weder, daß diese Reaktion mit den Bestandteilen eines Virus
stattfand, noch, daß diese Antikörper wegen des Auftauchens eines
Virus produziert wurden. Zur Verdeutlichung, stell Dir doch mal folgenden
Versuchsaufbau vor: Anstatt der Zellkulturen eines AIDS- Patienten bekommen wir
ein Gefäß mit der Milch von einem Dutzend verschiedener Tiere, also
ein Mixtur der verschiedensten Proteine, und wissen dabei nicht, von welchen
Tieren sie stammen. Anstatt der Antikörper eines AIDS- Patienten bekommen
wir ein Gefäß mit verschiedenen Säuren. Wir nehmen beide
Gefäße, schütten den Inhalt zusammen und das Gemisch verklumpt,
trennt sich in Wasser und geronnenes Einweiß. Nun behaupten wir, wir
hätten eine Kuh isoliert, oder eine Ziege. Nicht irgendeine Kuh oder
Ziege, sondern eine neue Art von Kuh oder Ziege, die vorher völlig
unbekannt war, und zwar in der von uns angelegten Kultur. Und wir behaupten,
nur ein ganz bestimmter Teil der Säuren in der Kultur hätte für
die Gerinnung gesorgt.
Kehren wir zu HIV zurück. Proteine, die
mit Antikörpern reagieren, machen aus einfachen Proteinen angebliche HIV-
Proteine. Und weil diese Antikörper mit ihnen reagieren, werden aus ihnen
HIV- Anikörper. So eine Logik vergleicht man normalerweise mit einem
Hund, der sich in den eigenen Schwanz beißt. Und dies ist mit Sicherheit
nicht die Art und Weise, wie ein Wissenschaftler einen Virus nachweisen sollte,
oder bestimmen sollte, was Antikörper gegen ihn sind. Wir haben bei
AIDS also einige Patienten, in denen Partikel gefunden werden. Man schaut nicht
nach, ob es diese Partikel auch in gesunden Patienten vorkommen. Trotzdem
gelten diese Partikel als HIV. Und das, obwohl man eine Reinigung der Proben
unterließ, keinen spezifischen Nachweis der Vermehrungsfähigkeit
erbringen konnte, die Partikel nicht isolierbar sind. Proteine, aus denen
dieser Partikel besteht, sind jetzt per Definition HIV- Proteine.
Antikörper, die mit ihnen reagieren, werden somit unter voller Ignoranz
der Unspezifität von Antikörpern als HIV- Antikörper definiert.
Wir sehen, daß sich 3 unbewiesene Hypothesen hier gegenseitig
stützen, ohne daß auch nur für ein spezifischer Beweis
vorläge.
HC: Aber heute glaubt doch jeder, diese
Antikörper wären HIV- Antikörper, und die seien hochspezifisch
für HIV.
VFT: AIDS, also die klinischen Symptome,
treten sehr häufig, aber nicht immer zusammen mit Antikörpern auf,
die als HIV- Antikörper interpretiert werden. Das wird als Beweis für
eine HIV- Infektion ausgelegt, und dafür, daß HIV die Ursache von
AIDS ist. Mit anderen Worten, AIDS beweist sein HIV, HIV beweist sein
AIDS. Es wäre sehr wichtig, und zwar für
jeden, der bei der Debatte um HIV mitmischt, einmal zu realisieren, daß
sich die Behauptungen der AIDS- Experten insgesamt auf samt und sonders
unspezifische Phänomene stützen. Antikörperreaktionen sind keine
Virusisolation. Sie sind kein Ersatz für das Standard- Verfahren der
Virologie: Man sondert die verdächtigen Partikel von allem anderen ab,
gibt sie auf eine frische, nicht infizierte Zellkultur, und schaut nach, ob
sich diese Partikel dort vermehren.
HC: Mal abgesehen von der Frage, woher
diese Antikörper kommen, hat nicht ihr häufiges Vorkommen bei AIDS-
Patienten eine relevante Bedeutung?
VFT: Bei den AIDS- Risikogruppen schon. Hat
man diese Antikörper, dann besteht das Risiko, entweder eine Reihe von
Krankheiten zu bekommen oder schon zu haben, aus denen sich AIDS zusammensetzt.
Aber ist das eine Bestätigung des Verdachts, die Ursache sei ein
Retrovirus?
HC: Oder, daß das Ausbrechen der
Krankheit unausweichlich sei!
VFT: Es ist nicht unausweichlich. Aber jetzt
sprechen wir über Statistiken.
HC: O.K.. Eure Gruppe aus Perth hat sich
auch in aller Ausführlichkeit zu den weltweit völlig
unterschiedlichen WB-Kriterien geäußert, zuerst in Bio/Technology
1993 und auch zwei Jahre später hier in "Continuum".
VFT: Der Westernblot ist eine allgemeine
Labortechnik für das Sichtbarmachen einzelner
Protein/Antikörperreaktionen. Die Proteine befinden sich in dünnen
Papierstreifen, beim HIV- Westernblot gibt es ungefähr 10 davon. Der
Labormitarbeiter schaut sich die Papierstreifen an, und bestimmt, welche
Proteine mit Antikörpern reagiert haben. Was er sieht, sind Reihen von
dunklen, horizontalen Rechtecken, die "Banden" (Streifen) genannt werden.
Eigentlich sollte es so sein, gäbe es so etwas wie "HIV"- Proteine und
wären HIV- Antikörper hoch spezifisch, daß das Hellerwerden
eines einzigen Streifens ein Beweis für eine HIV- Infektion wäre.
Dies ist aber nicht der Fall.
HC: Es heißt, es braucht mehr als
eine Bande für einen "positiven" Test?
VFT: Ja, mit Ausnahme einer Sonderfalles
trifft das zu. Aber das wirklich Interessante ist dies: Auch wenn mit Ausnahmen
eine oder auch zwei Banden nicht für die Diagnose einer HIV- Infektion
ausreichen, so muß es doch einen Grund geben, warum diese Banden
reagieren.
HC: Kreuzreaktionen oder unspezifische
Reaktionen?
VFT: Richtig. Proteine im Test werden
aufgehellt, reagieren, und zwar mit einem Teil des Antikörpergemisches,
welches sich in AIDS- Patienten finden läßt. Wahrscheinlich auch
möglich als Resultat von zufällig stimulierten B- Zellen in gesunden
Menschen. Tatsächlich werden doch von den HIV- Experten Kreuzreaktionen
als Grund für falsch- positive Westernblots genannt. Nicht- HIV
Antikörper, produziert ohne die Anwesenheit von HIV im Blut. Und wenn ein
oder zwei reaktive Banden in einem Westernblot ohne HIV zustande kommen, warum
nicht auch drei, vier fünf; warum sollte es nicht möglich sein,
daß alle Banden mit Nicht-HIV-Antikörpern reagieren?
HC: Ich weiß es nicht.
VFT: Nun, ein Wissenschaftler
müßte zunächst einmal davon ausgehen, daß eine solche
Reaktion möglich sein kann. Um das auszuschließen, gibt es nur einen
einzigen Weg: Er muß seine optimale Antikörperreaktion im Test damit
überprüfen, ob in diesen Patienten auch das HIV selbst gefunden
werden kann.
HC: Und das wurde niemals
getan?
VFT: Es wurde nicht nur beim Westernblot nie
getan. Keine Forschergruppe weltweit hat jemals einen HIV- Nachweis völlig
in Übereinstimmung mit den für Retroviren anerkannten Vorschriften
zustande gebracht. (6-13;26)
HC: Und wie siehst Du die heutigen
Variationen in der Interpretation eines Westernblots??
VFT: Es ist nur eine
Merkwürdigkeit unter vielen. Was als "positiv" interpretiert wird,
hängt von zwei Faktoren ab: In welchem Land wird er gemacht, welche
Organisation macht ihn. Weltweit sind es verschiedene Kombinationen von 2, 3
oder auch 4 Banden, die für den Beweis einer HIV- Infektion gehalten
werden (31-36). In Afrika sind es 2 Banden, die "Positivität" definieren,
in Frankreich, Großbritannien und Australien bepsielsweise würde es
bei 2 Banden hingegen heißen, der Patient sei nicht mit HIV infiziert. In
Australien braucht es 4 Banden für "Positivität"; nach den Regeln der
FDA (US Food and Drug Administration; US- Arzneimittelbehörde) und des
Roten Kreuzes braucht man drei.
HC: Ist dies der Grund, warum Ihr frisch
"positiv" Getesteten ratet, mit dem Flugzeug zu verreisen?
VFT: Genau. Ist man positiv in New York mit
3 Banden im Westernblot, fliegt man einfach nach Perth, und schon ist man von
Amts wegen nicht mehr positiv.
HC: Du hast da vorhin von einer Ausnahme
gesprochen.
VFT: Es gab in den USA die Multicenter
Cohort Study MACS. Diese im zynischen Sinne des Wortes "einmalige" Studie
begann in den frühen 80ern, und verfolgte das Schicksal von 5000 schwulen
Männern. Obwohl es sich nach 1990 änderte (36), galten alle
Männer, die an der Studie teilnahmen, mit einer Bande im Westernblot als
positiv, wenn diese sehr stark ausgeprägt war (31). Nirgendwo, nicht
einmal in Afrika hätte man diese Männer als positiv bezeichnet. Man
hatte also schwule Männer, die auf dieser Basis als HIV- positiv galten,
gab ihnen deswegen wahrscheinlich antivirale Medikamente.
HC: Laß mich hier bitte noch etwas
wiederholen, ich halte dies hier für besonders wichtig, besonders für
unsere neuen Leser, die sich noch nicht so gut auskennen. Du sagst,
verschiedene HIV- Experten in verschiedenen Ländern, oder HIV- Experten in
einem Land, die bei zwei unterschiedlichen Institutionen arbeiten, wären
der Meinung, völlig unterschiedliche Anzahlen von Banden im Westernblot
seien noch kein Beweis für eine HIV- Infektion, weil die Banden unterhalb
des Grenzwertes, je nach Region oder Institution sind dies eine normale Bande,
mal sind es 2 oder 3, durch Nicht-HIV-Antikörper zustande
kämen?
VFT: Genau. Lies einfach nach was Anthony
Fauci [der international führende HIV- Forscher] in Harrisons Principles
of Internal Medicine (22) veröffentlicht hat: "Die unwahrscheinlichste
Erklärung [the least likely explantation] für ein nicht absolut
eindeutiges Testergebnis beim Westernblot (zu wenige Banden für positiv,
aber nicht völlige Abwesenheit von Banden) ist, daß ein Individuum
mit HIV infiziert ist. Die wahrscheinlichste ist, daß dieses Individuum
Antikörper hat, die mit einem HIV- Protein kreuzreagieren."
HC: Also ist es sicher, daß
Nicht-HIV-Antikörper mit einem HIV- Antikörpertest
reagieren?
VFT: Ja, das ist richtig. Und es gibt
dafür viele Beispiele. 30% aller Menschen, die eine Transfusion mit
HIV-Negativem Blut bekommen, entwickeln Antikörper gegen das "HIV-
Protein" p24 (37), und p24 gilt als das am meisten spezifische HIV- Protein,
welches in allen Westernblottests enthalten ist. Und eine Transfusion ist nur
ein möglicher Grund, der dazu geführt haben kann, daß diese
5000 Männer einen positiven Test von der MACS bekommen haben. Diese
schwulen Männer gelten also aufgrund einer Grundlage als infiziert, die
30% aller Empfänger von HIV- Negativem Blut für HIV positiv
erklärt.
HC: Ich finde, das ist mehr als nur ein
bißchen merkwürdig!
VFT: Das sollten nicht nur die 5000
Männer der Studie, sondern alle vor 1987 Getesteten auch sehr
merkwürdig finden!
HC: Was hat das mit der Zeit vor 1987 zu
tun?
VFT: Vor 1987 wurde jeder, der eine p24 oder
p41- Bande hatte, als positiv und damit als HIV- infiziert diagnostiziert.
Nicht alle hatte Menschen wurden damals übrigens auch durch einen
Westernblot getestet. Manche hatte nur einen Elisa, so wie es heute in GB
gemacht wird, abgesehen von Schottland, den die Schotten machen immer noch
einen Westernblot nach einem positiven Elisa. 1985,
als man entweder p24 oder p41, oder auch beide im Westernblot benutze, glaubten
australische Forscher, den Nachweis für heterosexuelle HIV- Infektion
entdeckt zu haben: Ein schwuler Mann hatte Samen gespendet. 4 Frauen, die durch
künstliche Befruchtung mit diesem Samen behandelt wurden, wurden HIV-
positiv getestet. Das war damals groß in den Schlagzeilen, und wurde von
uns 1996 im "Lancet" in Frage gestellt, weil es zu diesem Zeitpunkt
andere Kriterien für eine HIV-Infektion gab. Wir wollten wissen, ob der
Mann und die Frauen immer noch als HIV- infiziert zu gelten haben. In ihrer
Antwort verteidigten die Experten die ursprüngliche Diagnose, weil alle 5
an "AIDS" erkrankt und verstorben waren. Sie begründeten das Fehlen
weiterer Banden damit, daß der Westernblot damals noch in den
Kinderschuhen gesteckt hätte.
HC: Was heißt das: Er steckte noch
in den Kinderschuhen?
VFT: Wir wissen auch heute nicht, ob der
Test jetzt ausgereift ist. Und wenn er es damals mit Sicherheit nicht war,
warum wurde er dann benutzt? Hier gibt es zwei interessante Aspekte: Zuerst
wird bestätigt, was ich weiter oben sagte, nämlich, daß die
Diagnose "AIDS" dafür benutzt wird, um eine Verbindung zwischen
Antikörpern und HIV nachzuweisen. Und zum Zweiten: Wenn p41 und p24
Antikörper ausreichten, um 1985 eine HIV- Infektion diagnostizieren zu
können, warum reicht das heute in Australien nicht mehr aus, wohingegen es
in anderen Teilen der Welt immer noch ein "sicherer" HIV- Nachweis ist?
HC: Und was ist mit den fehlenden
Banden?
VFT: Die Westernblot (WB)- Kriterien wurden
1987 geändert. Nach unserem Brief, der im "Lancet" [med. Journal]
veröffentlicht wurde, testete man die Blutseren des schwulen Mannes und
der Frau ein weiteres Mal. Der WB ergab 4 Banden.
HC: Wie können die zustande gekommen
sein?
VFT: Das Problem liegt bei der p120 Bande.
Es herrschte der Glaube, daß ein Protein dieses Molekulargewichts im WB
enthalten sein sollte. Es dauerte eine Weile, bis man eines produziert hatte.
Es ist nämlich unmöglich, ein virales p120 im WB zu benutzen,
daß ja angeblich Bestandteil der "Knöpfchen" des HIV ist. Wie wir
von Hans Gelderblom [RKI] wissen, verlieren alle HIV- Partikel ihre
Knöpfchen [mit denen sie an menschliche Zellen andocken], sobald man sie
von der oder aus der Zelle löst. In Wirklichkeit hat p120 nichts mit einem
Virus zu tun. Es wurde einfach in den WB integriert, als man einen Weg gefunden
hatte, es zu produzieren. Schon 1989 wurde bewiesen, daß die p120 nichts
weiter ist als ein Makromolekül, eine Kombination aus mehreren p41-
Proteinen. Darum geht es in unserer Veröffentlichung in "Bio/Technology"
(1)
HC: Das muß man erst mal
verarbeiten. Was gibt es sonst noch für Beispiele für
Kreuzreaktionen?
VFT: Es gibt viele davon. Zum Beispiel
Hunde: 50% von 144 Hunden, die 1990 in den USA getestet wurden, hatten
Antikörper gegen eines oder mehrere HIV- Proteine (38). Und das, obwohl in
Hunden weder HIV nachgewiesen wurde, noch sie AIDS bekommen können. Also
können die Antikörper kein Nachweis für eine HIV- Infektion
sein. Hätte ein Heinzelmännchen das Blut der 5000 schwulen
Männer der MACS- Studie mit dem Blut der Hundestudie vertauscht, niemand
hätte einen Unterschied gemerkt. Aber die Männer sind angeblich mit
HIV infiziert und bekommen angeblich zwangsläufig AIDS, die Hunde aber
nicht. Es gibt auch Beispiele nicht mit HIV infizierter Mäuse, die "HIV-
Antikörper" bilden, wenn sie Blut ebenfalls nicht mit HIV infizierter
anderer Mäuse der gleichen Gattung bekommen(39). Es gibt auch eine sehr
interessante Studie, an der die australische Forscherin Dr. Elisabeth Dax im
Jahre 1991 mitwirkte (40). Ihre Gruppe unterzog Blutproben von
Drogensüchtigen aus den Jahren 1971 und 72 einem Westernblot, die schon
1985 einmal getestet worden waren, einer erneuten Prüfung.
HC: Was haben sie
herausbekommen?
VFT: Wie könnte ich etwas über
einen noch nicht veröffentlichten Artikel von uns verraten?
HC: Mach schon!
VFT: 10 Personen mit "möglicherweise
positivem WB- Schema wurden gefunden, legt man die Kriterien von 1985
zugrunde". Einer starb an einem Motorradunfall. Bei der gründlichen
Autopsie fand man keine Anzeichen von Veränderung der Lymphzellen, keine
Hinweise auf andauernden Drogenkonsum, und nichts, was auf eine HIV-Infektion
schließen ließ.
Von den 9 lebenden ehemals Süchtigen
konnten 2 nicht klinisch untersucht werden, sieben hatten keine chronischen
Erkrankungen, Einer von ihnen saß gesund im Gefängnis, einer Anderer
hatte an einem Methadonprogramm teilgenommen, ein Weiterer nahm gelegentlich
nicht i.v. Drogen. "Die 2, dessen WB der Blutproben von 1971/72 die am
eindeutig positivsten Resultate hatten, wurde eine aktuelle Blutprobe
entnommen. Sowohl Elisa als auch WB waren bei ihnen negativ. Die
Immunfunktionsparameter [T4/T8-Werte] ergaben keinen Hinweis auf
Immunprobleme." Die Daten ließen die Autoren der Studie zu dem
Schluß kommen, "es ist möglich, daß Antikörper gegen
ein nicht- krankheitsauslösendes Virus in Laufe der 17-18 Jahre aus ihrem
Körper verschwunden sei. Obwohl dies nicht ausgeschlossen werden kann, ist
es wesentlich wahrscheinlicher, daß die Untersuchung der Blutproben von
1971/72 zu falsch- positiven Ergebnisse geführt hat (...) definitive
Beweise für HIV- Infektionen unter Drogensüchtigen in den USA aus der
Zeit bis 1972 sind somit nicht vorhanden.
HC: HIV- Antikörper werden weniger
und verschwinden im Laufe der Zeit?
VFT: Ja! Obwohl HIV angeblich
zwangsläufig zum Tode führt, sehen wir dank dieser Studie, daß
1971/72 10 Drogensüchtige HIV- positiv gewesen sein sollen. Einer stirbt
ohne Anzeichen einer HIV- Infektion bei einem Unfall, zwei leben 20 Jahre
später noch, können aber nicht untersucht werden, und 7 sind gesund,
haben keine Anzeichen einer HIV- Infektion oder von "AIDS". Sie führen ein
gesünderes Leben als Anfang der 70er Jahre, und ihre Antikörpertests
sind plötzlich negativ, ihre T4- Werte sind normal. Und das beste: 20
Jahre nach der ersten, im nachhinein positiven Blutprobe lebten die Leute immer
noch.
HC: Hätten sie die HIV-
Medikamente genommen, würde man wohl sagen, diese hätten ihr Leben
gerettet.
VFT: Schon möglich, denn dieser Vorgang
ist für die HIV- Forscher ein sehr großes Problem. Wenn die ehemals
Drogensüchtigen in der Zeit zwischen 1972 und 1991 gestorben wären,
hätte es geheißen, sie wären am krankheitsauslösenden HIV
gestorben. Ohne Zweifel ist HIV die offizielle Todesursache von vielen anderen
Drogensüchtigen, die weniger Glück hatten. Aber bei diesen 10 konnte
man das nicht behaupten, schließlich leben sie noch, bis auf den, der bei
einem Unfall starb. Das Schicksal dieser 10, die Tatsache, daß sie bei
verhältnismäßig guter Gesundheit sind, stellt die Theorie in
Frage, daß HIV AIDS verursacht. Deshalb spielten einige Forscher mit dem
Gedanken, HIV sei ein nicht krankheitsverursachendes Virus, denn das
könnte, wissenschaftlich gesehen, die Aussagefähigkeit der HIV- AK-
Tests retten. Aber dadurch würde der Beginn der "AIDS- Epidemie" ins Jahr
1971 zurückdatiert, Ausgangspunkt wäre nicht Afrika, sondern die USA,
wo diese 10 Männer leben. Und das wichtigste: Zweifel würden laut,
inwiefern ein Virus, das 20 Jahre lang ein unbedeutendes Dasein fristet,
offensichtlich nicht tödlich ist, verschwinden kann, wenn sich die
Lebensführung der Patienten bessert. Man entschied sich deshalb
dafür, die Tests der 10 Männer für falsch- positiv zu halten.
Könnte dies aber nicht bei allen Drogensüchtigen mit positiven Tests
ebenso der Fall sein?
HC: Und vielleicht sogar bei allen
AIDS- Patienten? Sie müßten nur gesund leben, keine Medikamente,
auch keine antiviralen nehmen und so lange durchhalten, bis die Antikörper
verschwunden sind!
VFT: Das mit den Medikamenten trifft auf
einige zu, aber nicht auf alle. Vergiß nicht, daß AIDS- Patienten
an unterschiedlichen Krankheiten leiden, die diagnostiziert und behandelt
werden müssen.
HC: Warum ist Eure o.g. Publikation
eigentlich noch unveröffentlicht?
VFT: Wir haben sie 1997 geschrieben, sie
heißt: Eine kritische Betrachtung der Beweise für eine HIV-
Isolation. Wir reichten diese Arbeit beim Australischen College für
Notfallmedizin ein, wo ich auch Mitglied bin. Wir hofften, sie würde
Aufmerksamkeit erregen. Die Überprüfung dauerte Monate, es gab
ständig Nachfragen. Schließlich wurde eine Veröffentlichung
abgelehnt, und zwar nicht, weil man mit uns über die Fakten
unterschiedlicher Auffassung gewesen wäre. Man begründete die Absage
damit, daß die Debatte um die Existenz oder Nicht- Existenz von HIV "von
geringem Nutzen und Interesse für die Leser des Australisch-
Neuseeländischen Journals für Notfallmedizin" sei.
HC: Unglaublich!
VFT: Unglaublich, aber wahr.
HC: Was ist aus dem Artikel
geworden?
VFT: Er ist im Netz, auf der Reappraising
AIDS Webseite(13).
HC: Zurück zum Westernblot. Haben
die Forscher irgendeine Erklärung für die extremen Unterschiede bei
der Interpretation des WB in den verschiedenen Ländern?
VFT: Ein paar Argumente kamen da schon von
unserem Nationalen HIV Referenzlabor.
HC: Wie sehen die aus?
VFT: Zunächst wurde behauptet, die
unterschiedlichen WB- Kriterien wären im Laufe der Zeit aneinander
angeglichen worden.
HC: Stimmt das?
VFT: Wie könnte es so sein! 1985 war
der WB nur auf p24 und p41 zugeschnitten! Welcher Meinung man auch ist, man
muß doch klar sagen, was angeblich genau angeglichen wurde. Es ist doch
offensichtlich, wie "angeglichen" die WB- Kriterien sind. Wenn da heute
irgendwas angeglichen ist, dann muß ja früher das komplette Chaos,
die vollkommene Anarchie geherrscht haben.
HC: Wie sehen die Kriterien
für einen positiven Test heute aus?
VFT: Für die Experten ist es
völlig in Ordnung, daß die Testkriterien am Vorkommen von HIV-
Infektionen in der getesteten Bevölkerung geeicht werden.
HC: Was heißt daß?
VFT: Wo das Vorkommen gering ist, wie in
Australien, setzt man viele Banden als Voraussetzung für einen positiven
Test voraus. Bei uns sind es 4. In Afrika, wo angeblich bis zu 10% der Menschen
infiziert sind, reichen 2 Banden für einen positiven WB. Und in den USA
ist es so ein Mittelding zwischen viel und wenig. Zwei oder 3 Banden.
HC: Wo liegt das Problem?
VFT: Erstens: Was würdest Du sagen,
wenn die Medizinische Fakultät der Universität von West- Australien
ihren Studenten beibrächte, Röntgenaufnahmen des Brustkorbes
unterschiedlich zu analysieren, je nachdem ob es sich um Raucher oder
Nichtraucher handelt? Oder um Katholiken oder Juden? Oder nach dem
Herkunftsland? Eine isländische Röntgenaufnahme würde dort als
Lungenkrebs interpretiert. Schickt man die Aufnahme nach Australien, ist es
plötzlich kein Lungenkrebs. Zum zweiten: Die
Experten machen Aussagen über das Vorkommen von HIV- Infektionen und
setzen aufgrund dieser Aussagen die Kriterien für die Tests fest. Aber wie
kommen sie zu den Zahlen über das Vorkommen von HIV- Infektionen? Es ist
doch der gleiche Antikörpertest, der dieses Vorkommen feststellt! So geht
es doch nicht, ein Test darf sich doch nicht selbst eichen. Nicht, so lange
seine Spezifität nicht bewiesen ist. Ein Test, dessen Spezifität
nicht erwiesen ist, wird zum Richter über die Kriterien, nach denen er
interpretiert wird. Das ist das Grundproblem der sogenannten "HIV-
Wissenschaft", es ist schlicht Verlogenheit, die Spezifität des WB mit
99,999% anzugeben(41).
HC: Was genau meist Du damit?
VFT: Sie machen einen Test mit einer
bestimmten Anzahl von Menschen. Dann wird er sechsmal wiederholt, mit etwas
unterschiedlichen Techniken oder mit Tests eines anderen Herstellers. Aber im
Prinzip ist es immer der gleiche Test. Wenn die Tests positiv sind, sich in den
Ergebnissen bei einem Individuum nicht unterscheiden, dann sagen diese
Experten, er ist zu 100% spezifisch.
HC: Eine Wiederholung des Testergebnisses
ist ein Beweis für die Richtigkeit des Ergebnisses? Das ist unglaublich!
Machen sie wenigstens eine Kontrolle, wie zum Beispiel Versuche, die
Anwesenheit oder Abwesenheit von "HIV" zu erforschen?
VFT: Das wird unterlassen. Das ganze
Verfahren läßt sich am Besten mit folgendem vergleichen. Es ist, als
machte man eine Bruströntgenaufnahme oder ein EDG mit einigen Patienten
mehrere Male in verschiedenen Krankenhäusern. Wären die Aufnahmen
identisch, wäre das ein Beweis für das Vorhandensein von Brustkrebs
oder eines Herzinfakts.
HC: Obwohl jeder zugibt, daß die
Tests auf Nicht- HIV- Antikörper reagieren, wurde niemals die
Häufigkeit und die Bedeutung dieser Reaktionen untersucht. Ihr seid der
Meinung, daß alle Testreaktionen die von Nicht- HIV-AKs sein
können? VFT: So ist es. Unser HIV-
Referenzlabor gibt beispielsweise zu, daß ein Viertel unserer HIV-
negativen Blutspender reaktive Banden im Westernblot haben. Sie geben zu,
daß dies das Ergebnis von kreuzreaktiven, Nicht- HIV- AKs ist. Nun,
kreuzreaktive, Nicht-HIV-AK bekommt man durch Stimulation des Immunsystems. Je
stärker die Stimulation, je ähnlicher die Stimulation dem HIV ist, je
höher wird die Anzahl kreuzreaktiver Antikörper sein. Wir wissen,
daß so etwas in Afrika sehr häufig vorkommt, ebenfalls in den
Risikogruppen. Und je stärker die Immunstimulanz, um so größer
die Gefahr, das jemand einen falsch- positiven HIV-AK bekommt. Es ist doch absurd und grotesk: Ein Viertel aller gesunden,
wohlgenährten australischen Blutspender hat ein oder mehr HIV- WB- Banden,
und das können doch auch 4 sein, denn wenn eines kreuzreagiert, warum
nicht auch vier. In Afrika hingegen, nehmen wir mal einen armen,
unterernährten, ugandischen Bauern mit Malaria, Tuberkulose, wiederholten
Darmentzündungen, dieser Farmer kann eine ungeheure Menge von
kreuzreagierenden Antikörpern haben. Zum Unglück für diesen
Farmer reichen in Afrika 2 Banden im WB für ein positives Ergebnis aus.
Kennst Du irgend jemanden, der das logisch erklären kann?
HC: Es könnte sich absurd
anhören, wenn einer das tatsächlich zu erklären versuchte. Und
ich kenne einige Experten, die es gar nicht erst versuchen
würden.
VFT: Ich kann dafür sorgen, daß
eine mögliche Erklärung noch absurder wird. Wenn unsere Forscher
recht hätten mit ihrer Behauptung, die weltweiten Kriterien des WB
hätten sich aneinander angeglichen, so muß man doch feststellen,
daß sich die australischen Kriterien in letzter Zeit nicht verändert
haben, von sich aus nicht angeglichen wurden. Hätte es also eine
Angleichung gegeben, so hätte es weltweit eine Angleichung an die
australischen Kriterien geben müssen. Dies wäre innerhalb der Logik
der HIV- Forschung aber nur möglich (hohe Infektionsrate = wenige Banden,
niedrige Infektionsrate = viele Banden), wenn die Zahl der HIV- Infektionen in
den meisten Ländern rückläufig wäre. Die Infektionsraten
müßten der australischen ähneln.
HC: Die eine der niedrigsten weltweit
ist.
VFT: Genau.
HC: Offensichtlich aber wurde es in
Afrika aber wesentlich leichter gemacht, HIV zu diagnostizieren, wenn man es
mit Australien vergleicht.
VFT: Die Kriterien der WHO sind
tatsächlich darauf ausgelegt. Aber sie sind kein Beweis, daß ein
positiver Test von einer HIV- Infektion verursacht wird.
HC: Sollten die Kriterien für einen
positiven Test in den Entwicklungsländern strenger sein?
VFT: Niemand weiß, wie die korrekten
Kriterien aussehen könnten, jeder weiß um die kreuzreagierenden
Antikörper. Sie sind die Ursache der totalen Konfusion.
Mit der Suche nach HIV ist es, als habe man
sein Kind mit ins Kino genommen, weil der Babysitter nicht gekommen ist.
Verliert man jetzt sein Kind, ist das Wiederfinden einfach, wenn es ein Film
für Erwachsene ist, sonst nur Erwachsene im Kino sind: Jedes Kind, das man
sieht, ist es das eigene. Ist man aber in einem Kinderfilm, wird das verdammt
schwierig, weil lauter Kinder im Kino sind. Man braucht bei der Suche viel
strengere Kriterien, nur nach einem kleinen Menschen zu suchen reicht nicht
aus. Gibt es auch noch Kinder, die ähnlich angezogen sind, die deinem Kind
ähnlich sehen, dann müssen die Suchkriterien noch mal viel strenger
eingegrenzt werden. Ist es ein adoptiertes Kind, daß einen
Zwillingsbruder hatte, so mußt Du ihm zur Identifizierung vielleicht gar
die Socken ausziehen, um nach dem Leberfleck unter den Füßen zu
suchen.
HC: Du willst darauf hinaus, daß
die wenigen Banden, die in Afrika einen positiven Test ausmachen, die
Qualität des Tests in Afrika im Vergleich zu den westlichen Ländern
verschlechtern, weil dort die Gefahr von Kreuzreaktionen viel größer
ist als anderswo?
VFT: Sei vorsichtig, wenn Du
Qualität sprichst. Qualität kann sich auf
irgendein beliebiges Testparameter beziehen. Und wir kennen keinen einzigen der
Testparameter, weil er nie durch einen Gold- Standard geeicht wurde. Ich
muß das hier nochmals betonen: Ohne einen Beweis der Sensitivität
und der Spezifität ist es unzulässig, den Test zum Nachweis einer
HIV- Infektion einzusetzen. Deine Frage bringt allerdings noch einen weiteren
Aspekt zu Tage: Wenn man mal einen Blick auf die mathematische Logik des HIV-
AK- Tests wirft, so ist es um so einfacher, etwas nachzuweisen, wo das
Vorkommen des was auch immer er nachweist, besonders häufig ist. Auch ein
noch schlechterer Test käme zu guten Resultaten, weil die Vorzeichen,
welches Ergebnis zu erwarten ist, schon feststehen, bevor ein Mensch getestet
wird. Ein 10%iges Vorkommen ist ein sehr hoher Wert.
Diabetes liegt bei 5%, Migräne ebenfalls bei 10. Wäre jeder 10.
Afrikaner infiziert, und ich meine hier echte Infektionen, nicht das Vorkommen
unspezifischer Antikörper, und könnte sich jeder Afrikaner einen Test
leisten, so könnte man als Test alles mögliche benutzen, und
bekäme trotzdem brauchbare Ergebnisse. Auch ein Test auf Antikörper
gegen Big Macs könnte realistische Zahlen über die HIV-
Infektionsrate liefern.
HC: Eine kleine Nachfrage: In Afrika gibt
es keine routinemäßigen HIV-AK-Tests?
VFT: Die AIDS- Definition der WHO, man nennt
sie Bangui- Definition, verlangt weder einen AK- Test, noch eine T4-
Zellbestimmung. Man kann das gar nicht oft genug betonen. Die meisten wissen
gar nicht, was hinter HIV und AIDS Statistiken zu Afrika steckt. Niemand
käme doch auf die Idee, HIV oder AIDS in den westlichen Ländern ohne
einen Bluttest zu diagnostizieren. Aber für Afrika geht das in Ordnung,
per WHO- Definition. Man ist ein AIDS- Fall, wenn man beispielsweise
Hauptsymptome wie Fieber und Durchfall mindestens seit einem Monat hat.
Außerdem ist sehr interessant, daß die einzige
Rechtfertigung für die Behauptung einer angeblichen Gefährdung der
westlichen Heterosexuellen in der Interpretation der afrikanischen Daten
liegt: In Afrika sind Männer und Frauen gleichermaßen von AIDS
betroffen und haben, wenn AK- Tests gemacht werden, sehr ähnliche
"Infektionsraten". Auf diesen Beobachtungen, die ja wegen der nicht bewiesenen
Testspezifität nur unter großem Vorbehalt akzeptiert werden
können, sind Afrikaner, die mit Hilfe der Bangui- Definition
diagnostiziert werden, viel leichter zu einem AIDS- Tod zu verurteilen als
jemand in den westlichen Ländern. Solch ein extremes Beispiel tausender
afrikanischer Männer und Frauen, die unter Erkrankungen leiden, die bis
1981 andere Namen hatten und heute unter dem Begriff "AIDS"
zusammengefaßt werden, wird lediglich benutzt, um eine Bedrohung der
Heterosexuellen durch AIDS in den westlichen Ländern quasi zu
konstruieren. [Die RKI- Zahlen weisen eindeutig darauf hin, daß z.B. in
Deutschland heterosexuelles AIDS in Abwesenheit von i.v.
Drogenabhängigkeit ein sehr seltenes Phänomen ist]
HC: Dabei handelt es sich um das selbe
Virus?
VFT: Ja, aber obwohl die
Antikörpertests in Afrika die gleichen sind, werden sie in Afrika anders
interpretiert. Ein positiver Test in Afrika muß anderswo nicht als
positiv akzeptiert werden. Für die CDC [Centre for Desease Control, AIDS
verwaltende US- Behörde] ist ein Afrikaner mit AIDS schon deshalb ein
heterosexueller AIDS- Fall, einfach weil dort AIDS angeblich hauptsächlich
heterosexuell übertragen wird. Ein Nachweis des individuellen
Übertragungsweges ist für diese Statistiken nicht
erforderlich.
HC: Es wird davon ausgegangen, daß
jeder afrikanische AIDS- Fall ein heterosexueller Fall ist?
VFT: Das ist die Praxis.
HC: Kann eine gleiche Verteilung von AIDS
bei sexuell aktiven erwachsenen Männern und Frauen dafür ein Beweis
sein?
VFT: Das ist kein sicherer Beweis. Die
Zahlen für Blinddarmentzündungen, Hirnhautentzündungen oder
Schizophrenie sind auch bei beiden Geschlechtern gleich, aber sind es deshalb
sexuell übertragene Krankheiten?
HC: Hat eure Gruppe aus Perth nicht
kürzlich eine Arbeit über kreuzreagierende Antikörper
veröffentlicht?
VFT: Ja, das haben wir (12) Eine
beeindruckende Datenflut beweist, daß Antikörper gegen die anderen
Krankheitserreger, die in AIDS- Patienten vorkommen, zu 90% gegen die
Testproteine reagieren, auch im Westernblot. Wenn also 90% der AIDS- Patienten
beispielsweise mit einem Mycobakterium oder mit einem Pilz wie der PCP
infiziert sind, wie soll man in ihnen dann mittels Antikörpertests HIV
nachweisen oder folgern können, daß HIV die Ursache ihrer Erkrankung
ist? In unserer Arbeit haben wir auch kreuzreagierende Antikörper
daraufhin untersucht, inwiefern es überhaupt Beweise für HIV geben
kann, haben sie im Verhältnis zu Beweisen
für die Existenz von HIV untersucht. Wir gehen auch sehr detailliert
darauf ein, wie urplötzlich Gallos erstes virtuelles humanes Retrovirus
HL23V ausstarb, als Wissenschaftler seine Antikörper als nicht spezifisch
identifizierten.
HC: Habt ihr ähnliche Hoffnungen bei
HIV?
VFT: Wenn endlich jemand die richtigen
Schlußfolgerungen aus den Isolationsproblemen oder dem Problem mit der
Antikörperspezifität ziehen würde, wäre das schon
möglich.
HC: Gibt es heute, verglichen mit 1993,
als ihr in Bio/ Technology veröffentlicht habt, mehr Beweise dafür,
daß positive Antikörpertests durch Faktoren hervorgerufen werden,
die nichts mit HIV zu tun haben?
VFT: Absolut. Und man darf nicht vergessen,
daß Menschen schon ausgesucht sind, bevor sie einen WB machen. Es sind
Menschen, die das Bedürfnis, eine Sorge haben, und zum Arzt zu gehen. Dann
macht man zweimal einen Elisa mit ihnen. Sind die positiv, macht man einen
WB.
HC: Sie haben einfach eine große
Auswahl an Antikörpern im Blut?
VFT: Ja. Wenn man sagt, jemand sei
HIV-Negativ, dann bedeutet das nicht, daß sie Elisa- und WB- negativ
sind. Sind sie nämlich Elisa- negativ, haben sie Antikörperreaktionen
unterhalb des willkürlich gesetzten Wertes, wird kein Westernblot gemacht.
Negative Elisas werden nicht mit einem WB bestätigt, nur positive.
Durch diese Teststrategie wurden die Gefahren von Kreuzreaktionen
maximiert.
HC: Hast Du dafür
Beweise?
VFT: Ja. !988 testete die US- Armee
über eine Million Soldaten(41). Bei 12000 gesunden Rekruten kam die Armee
auf Elisass, die zunächst positiv waren. Die Hälfte dieser Test
war bei einer Wiederholung aber negativ! Bei den Rekruten, die zweimal einen
positiven Elisa hatten, war es nur ein Drittel, daß auch einen positiven
ersten WB hatte. Und von denen hatten längst nicht alle einen zweiten
positiven WB!
HC: Ist es möglich, daß jemand
zweimal einen negativen Elisa, aber dann einen positiven Westernblot
hat?
VFT: Das kommt vor, aber dazu gibt es wenige
Daten, weil nach negativen Elisas normalerweise kein WB gemacht
wird.
HC: Gibt es irgendwelche Gründe, mit
denen man die Unterschiede in den WB- Kriterien rechtfertigen
könnte?
VFT: Ich kenne keine, außer diesem:
HIV soll irgendsoein globales Navigationssystem haben. Es heißt, HIV
weiß irgendwie, wo es sich befindet und und entscheidet dann, welche T
-Zellen es befällt. Die Fähigkeit dürfte allerdings mit 8- 10
Genen die es haben soll, kaum möglich sein.
HC: Wie kommst Du auf 8- 10
Gene?
VFT: HIV ist wahrscheinlich das am
intensivsten erforschte Ding im Universum, trotzdem sind sich die Experten
nicht über die Anzahl der Gene einig.
HC: Welchen Rat könntest Du jemandem
geben, der heute seinen Antikörperstatus prüfen lassen
will?
VFT: Zuallererst: Will man wissen, ob man
mit HIV infiziert ist, kann ich nur sagen: Mach keinen Test. Man rät ja
auch keiner Frau, die auf ihre Periode wartet, einen Schwangerschaftstest zu
machen, wenn man nicht weiß, ob er funktioniert. Warum also sollte man
einen HIV-AK- Test machen?
HC: Und wenn jemand aus einer
Hochrisikogruppe wissen will, ob er an einer der 29 Krankheiten, die unter dem
Begriff AIDS zusammengefaßt sind, erkranken könnte? Mal ganz
unabhängig von der Frage, ob das durch HIV verursacht
würde?
VFT: Das kann man aus zwei Dinge
berücksichtigen: Wie groß ist die Gefahr zu erkranken, was denkt der
konsultierte Arzt darüber, und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit,
gesund zu bleiben. Es gibt keinen Zweifel darüber, daß es
Zusammenhänge zwischen Risikogruppe, positivem Test und einer der AIDS
definierenden Krankheiten gibt, aber diese Zusammenhänge sind, weil sie
nicht zwangsläufig sind, nur rein statistisch. Außerdem ist
Risikogruppe nicht gleich Risikogruppe; das Risiko einer Erkrankung variiert in
den verschiedenen Risikogruppen um den Faktor 50.
Wenn man die Sache mit den Retroviren
einfach vergißt, dann wird der Blick frei für andere Faktoren, die
die Krankheit verursacht haben können. Vielleicht ist es fast
unmöglich, diese Faktoren einzukreisen, vielleicht ist es aber auch
möglich, die Risikogruppe zu verlassen und das AIDS- Risiko zu minimieren,
erinnern wir uns an die 10 Drogensüchtigen. Vielleicht ist es auch
möglich, in der Risikogruppe zu verbleiben, aber die Risikofaktoren zu
reduzieren.
Wenn ich allerdings die
Aussagefähigkeit des HIV- AK- Tests betrachte, so halte ich es auch
für möglich, daß die HIV- Forscher schlicht einen Test
entwickelt haben, der anzeigt, daß im Körper "etwas nicht stimmt",
wie es z.B. die ESR macht.
HC: Was ist das?
VFT: ErytrozytenSedimentationsRate, oder
einfacher: Blutkörperchensenkungs-rate, ein weit verbreiteter Test. Er
mißt, wie schnell ein Tropfen Blut auf den Boden eines Reagenzglases
trifft, wenn dieses u.a. mit Gerinnunghemmern gefüllt ist. Die
Geschwindigkeit wird dabei durch Veränderungen im Blut beeinflußt,
besonders durch die enthaltenen Proteine. Das können z.B. Rheuma oder TBC
sein, aber auch durch nicht infektiöse Faktoren wie eine Schwangerschaft
kommt eine hohe ES- Rate zustande. Die ESR wurde früher sogar mal als
Schwangerschaftstest benutzt.
Der Knackpunkt ist folgender: Unsere Gruppe
aus Perth hat schon seit langer Zeit angemahnt, daß es große
Zweifel daran gibt, daß Retroviren die Ursachen für eine
Antikörperproduktion sind. Aber irgendwo muß ja der Grund für
die Antikörperproduktion von Menschen der Risikogruppen liegen. Würde
man versuchen, den Grund dafür zu finden, dann wüßte man auch,
welche Faktoren die Patienten vermeiden müssen, um diese
Antikörperproduktion zu unterbinden. Ist ein positiver Test nicht durch
eine akute Krankheit ausgelöst, hat er nicht mit Antikörpern gegen
eine akute Infektion reagiert, so gibt es vielleicht andere Ursachen
dafür, die man abstellen kann, indem der Patient sein Leben
verändert. Noch mal zurück zu den 10
Drogensüchtigen: Die Experten stellten fest, daß sie nicht mit HIV
infiziert sind, trotzdem hatten sie Antikörper im Blut, die auf den Test
reagierten. Das änderte sich, als sie ihren Lebensstil geändert
hatten. Plötzlich waren sie die Antikörper los, die im Test reagiert
hatten. Mir ist klar, daß die Wissenschaftler behaupteten, die 10
hätten niemals echte HIV- Antikörper gehabt. Das ist doch fast genau
das, was unsere Gruppe aus Perth behauptet, die Geschichte der 10 ist doch
geradezu ein prototypischer Beweis für unsere Theorie. Der einzige
Unterschied zwischen uns und diesem Experten ist doch, daß wir monieren,
daß es keinen einzigen Beweis für die Existenz von spezifischen HIV-
Antikörpern gibt. Würde dies mal offiziell
bestätigt, würde es würde es die positiv Getesteten von der Last
befreien, durch HIV einem tödlichen Schicksal nicht entkommen zu
können. Ich bin mir sicher, daß sich kein HIV- Negativer sich auch
nur im Ansatz vorstellen kann, wie stark die Psyche und Gesundheit eines
Menschen mit einem angeblich tödlichen Retrovirus unerbittlich seine
Immunkräfte zerstören. Es braucht übermenschliche Kräfte,
sich dem Glauben an die Tödlichkeit eines Virus zu widersetzen, den die
gesamte Menschheit für existent und tödlich hält.
HC: Man sollte also Studien mit
Langzeitpositiven machen, die HIV Antikörper haben, um herauszubekommen,
welche Faktoren für den Ausbruch von Krankheiten sorgen?
VFT: Oder welche Faktoren den Ausbruch von
Krankheiten verhindern. Das wäre von enormem Nutzen.
HC: Was ist mit Menschen, die an AIDS-
definierenden Krankheiten leiden?
VFT: Ich sagte schon, diese Krankheiten
sollten so behandelt werden, wie man sie ohne eine AIDS- Diagnose behandeln
wurde: Als für sich selbst stehende Krankheiten.
HC: Und was ist mit jemandem, der keiner
Risikogruppe angehört, gesund aber positiv ist?
VFT: Die ehrlichste Antwort wäre, unter
Berücksichtigung der Antikörperfrage, daß es keine Fakten gibt,
aufgrund derer man eine Prognose machen könnte.
HC: Warum bist Du dieser
Meinung?
VFT: Aus streng wissenschaftlicher Sicht ist
es unmöglich, zu bestimmen, ob diese Antikörper für sich auf
eine Gefährdung hindeuten. Man müßte mal 100 solcher Menschen
beobachten, während sie über Jahre hinweg nicht mit antiviralen
Medikamenten behandelt werden. Aber man dürfte ihnen nicht sagen,
daß sie HIV-positiv sind.
HC: Wieso nicht?
VFT: Wie ich schon sagte, sie würden
glauben, sterben zu müssen. Das, und auch die Vergabe von antiviralen
Medikamenten kann aus sich heraus Krankheiten auslösen, das ganze
Experiment wäre durch Störfaktoren unbrauchbar geworden.
HC: Was würdest Du als Arzt
Patienten raten, welche Fragen sie ihren behandelnden Ärzten stellen
sollen?
VFT: Sie sollen wissenschaftliche Beweise
verlangen. Und zwar Beweise dafür,
daß die Antikörper in ihnen keine
andere Ursache haben können, als die Infektion mit einem Virus namens
HIV.
HC: Und wenn der Arzt sagt: Keine
Sorge, vertrauen Sie mir, ich weiß, was ich tue, die Tests funktionieren
fehlerfrei?
VFT: Dann muß man nachfragen, wo, wie,
wann und von wem das bewiesen wurde. Man muß Zitate, Referenzen, Namen
und Daten verlangen. Man nimmt eine Kopie unserer Veröffentlichung aus
Bio/Technology von 1993, das Eleni
Interview aus "Continuum", oder einen Artikel von Christine
Johnson mit zum Arzt und darauf bestehen, daß er auf jeden einzelnen
Punkt ausführlich eingeht. Man muß darauf
bestehen, daß geklärt wird, wie die Spezifität des Test, der
einen positiv machte, bestimmt wurde. Alle Wissenschaftler wissen um die
Kreuzreaktionen, man muß verlangen, daß der diagnostizierende Arzt
erklären kann, warum er sicher ist, daß das Testergebnis nicht auf
Kreuzreaktionen beruht. Das ist die zentrale Frage. Man sollte von seiten
seines Arztes keine abfälligen Bemerkungen oder düstere Prognosen
dulden und sich nicht von großen Namen beeindrucken lassen.
HC: Und wenn der Arzt rät, eine
Viral Load- Bestimmung mittels einer PCR (Polymerase KettenReaktion) zu
machen?
VFT: Dann muß man einen Beweis
verlangen, daß die DNS oder RNS, die im Test verwendet wird, ein
einzigartiger, spezifischer Baustein eines erwiesenermaßen
infektiösen Retrovirus ist. Ich weiß, die
Wissenschaft betrachtet die Isolation eines ganzen Viruspartikels als alten
Hut, aber sie behaupten doch, ein Partikel namens HIV verursache AIDS. Wo ist
also dieser Partikel? Es muß doch eine direkte Verbindung zwischen den
bei der Viral Load-Messung verwendeten RNS und DNS- Partikeln und dem
behaupteten HIV geben. Wo ist diese Verbindung, dieser Zusammenhang? Man
schreibt einfach an den Hersteller des Tests und der Startermoleküle, und
verlangt eine wissenschaftliche Beweisführung für die Etikette, die
sie auf die Testverpackung geklebt haben. Weil die
PCR sehr anfällig dafür ist, nicht gesuchte Gensequenzen ebenfalls zu
vermehren, muß man auch auf Hinweisen bestehen, wo die Sensitivität
und die Spezifität der HIV- PCR bewiesen wurde.
HC: Und wenn gesagt wird, daß man
eine ausführliche Erklärung der PCR nicht verstehen
würde?
VFT: Sie ist nicht schwer zu verstehen. Es
braucht zwar Zeit, aber die Grundzüge der PCR sind einfach. Wer behauptet,
es nicht erklären zu können, der will es einfach nicht.
Wir haben uns bis jetzt mehr als ein Jahrzehnt mit der
Thematik befaßt, und haben festgestellt, wenn man glaubt, im Recht zu
sein, macht das sehr wenig aus. Unsere Veröffentlichungen warten immer
noch auf eine wissenschaftliche Beantwortung. Das Problem liegt darin,
daß Wissenschaftler, Ärzte eingeschlossen, einfach die
Gültigkeit der HIV- Theorie und der Tests akzeptieren, weil sie von
großen Namen und Institutionen beeindruckt werden. Eigentlich wäre
es ihre Pflicht, die Theorien und die Gültigkeit der Tests
eigenständig zu hinterfragen. Aber sie sind es ja in der Regel nicht, die
mit einem angeblich tödlichen Retrovirus konfrontiert werden. Deshalb
müssen sich die Patienten emanzipieren, ihr Schicksal in die eigene Hand
nehmen, Fragen stellen und dadurch die öffentliche Debatte
beeinflussen. Ich möchte hier mal Galileo
zitieren: "In der Wissenschaft ist die Meinung von Tausenden nichts im
Vergleich zum Geistesblitz eines Einzelnen."
HC: Kommt Dir manchmal der Gedanke, alles
was Du hier gesagt hast, könnte falsch sein?"
VFT: Ja, und gäbe es eine
wissenschaftliche Debatte über dieses Thema, und würde man uns
widerlegen, würden wir das hinnehmen.
HC: Ich möchte langsam zum
Schluß kommen. Ich habe gehört, Du schreibst an einem
Buch?
VFT: Sehr nett von Dir, das anzusprechen.
Ich habe ein Manuskript geschrieben, es ist noch kein fertiges Buch, weil noch
viel daran zu tun ist.
HC: Was ist es für ein
Buch?
VFT: Ein Roman, ein Thriller(42), der in den
USA und Australien spielt. Es geht um eine biotechnologische Firma, die einen
AIDS- Kritiker zum Schweigen bringen möchte, weil die Profite der Firma in
Gefahr sind. Die Hauptfiguren sind ein Chemieprofessor, natürlich eine
Frau und ein HIV- positiver junger Bluter, dessen Onkel ein kritischer
Politiker ist. Natürlich kommt auch unsere Forschung in dem Buch vor, in
vielen Gesprächen und in einer Gerichtsszene.
HC: Ich hoffe, unverklausoliert, in
klaren Worten!
VFT: Das muß der Leser
entscheiden.
HC: Dr. Turner, ich bedanke mich vielmals
für dieses Gespräch!
VFT: Ich danke Dir, Huw. Ich hoffe, ich habe
den Einen oder Anderen etwas zum Nachdenken gebracht.
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hier |