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03.04.2004 Mumia Abu-Jamal Info von:  Junge Welt
Der Verrat an Aristide
Weshalb die US-Administration den legal gewählten Präsidenten Haitis loswerden wollte
Es ist noch nicht lange her, als die Nachricht um die Welt ging, Haitis Präsident Jean Bertrand Aristide habe das Land verlassen und werde in einem nicht näher bezeichneten anderen Staat um Asyl bitten. Diese Meldung war die erschreckende Bestätigung dafür, daß das Bush-Regime alles andere tut, als für demokratische Verhältnisse einzutreten.

Die Bush-Administration hatte Aristide mit einem propagandistischen Sperrfeuer belegt und ihn für die ökonomischen Probleme seines Landes verantwortlich gemacht, während es doch die US-Regierung selbst war, die dafür gesorgt hatte, daß der Internationale Währungsfonds Anleihen kündigte, welche die Krise des Landes dramatisch vertieften. Sofort nach dem Amtsantritt von George W. Bush begannen die Versuche, Aristide loszuwerden.

Warum mochte die neue Administration ihn nicht? Das hatte nichts mit Menschenrechtsverletzungen zu tun oder Korruption, wie von den Medien gebetsmühlenartig wiederholt wird. Es hängt damit zusammen, daß die stärkste Bevölkerungsgruppe hinter Aristide die der armen Landarbeiter ist, die ihre ganze Kraft in die Lavalas-Bewegung gesteckt hatten, der es zu verdanken ist, daß die haitianische Machtclique um den Diktator Duvalier ins Exil geschickt wurde. Die wohlhabende Bourgeoisie in Haiti hat es dem Priester Aristide niemals verziehen, daß er diese Demokratiebewegung ausgelöst hat; es sind genau diese Elemente, die hinter den »Rebellen« stehen, die Aristide aus dem Amt gejagt haben.

Und es ist genau diese Bourgeoisie, die Freunde in den höchsten Rängen von Regierung und Geheimdiensten der USA hat. Wie sonst war es möglich, daß Emmanuel Constant, ein früher führender Kopf der rechtsgerichteten FRAPH (Front pour l’Avancement et le Progres Haitien), die jahrelang das haitianische Volk terrorisiert hat, in aller Seelenruhe und sehr komfortabel in Brooklyn, New York, leben konnte, obwohl die FRAPH wegen ihrer Verwicklung in Folter, Mißhandlungen, terroristische Gewalt und Mord in Haiti angeklagt war? Reicht Bushs »Krieg gegen den Terrorismus« nicht bis nach Brooklyn?

Als die Aristide-Regierung aufgrund der Anklagen wiederholt die Auslieferung von Constant forderte, wurden diese Ersuchen ignoriert. Warum wohl? Die USA wollten nicht, daß Constant Aussagen über die Unterstützung der FRAPH durch die CIA macht.

Was wir jetzt auf Haiti erleben, ist die Rückkehr der FRAPH in das alltägliche Leben Haitis – dieses Mal offen gefördert durch die US-Regierung.

Nur wenige Tage vor dem rechtsgerichteten Putsch haben Diplomaten der Staaten, die der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) angehören, nahezu allesamt geschworen, der haitianischen Aristide-Regierung beizustehen. Alle bis auf die USA. Mexiko gelobte Unterstützung, El Salvador und auch die von seiten der USA unter Beschuß stehende Republik Venezuela schlossen sich an. Aber letzten Endes waren das alles nur diplomatische Floskeln, und diplomatisches Gerede ist dann, wenn es hart auf hart kommt, eben nur Gerede. Am Ende hatten die Resolutionen der OAS wie auch anderer Organisationen keinerlei Konsequenzen. Was einzig zählte, war die Tatsache, daß die USA Aristide loswerden wollten. Und deshalb haben sie den legal gewählten Präsidenten Haitis ins Exil verfrachtet.

(Übersetzung: Jürgen Heiser)


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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.