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Die
Zivilisationskrankheiten traten, zusammen mit den Krankheiten die ihre Ursachen
in Umwelteinflüssen und in der Lebensweise haben, an die Stelle der
früheren seuchenhaften Infektionen wie Pest, Cholera oder Tuberkulose.
Diese Krankheiten spielen heute
kaum mehr eine Rolle, dafür steigen die Zivilisationskrankheiten seit etwa
einhundert Jahren kontinuierlich an. Auch spiegelt die statistisch höhere
Lebenserwartung ein falsches Bild der heutigen "Volksgesundheit" wieder. Durch
die verminderte Säuglingssterblichkeit erreichen Männer und Frauen
heute ein Durchschnittsalter jenseits der Siebzig. Dass dies allerdings auch in
früheren Zeiten nicht unüblich war, zeigt ein Blick in die
römische Geschichte. Dort lag das Mindestalter, um in den Senat
gewählt zu werden, bei sechzig Jahren. Die ernährungsbedingten
Zivilisationskrankheiten haben jedoch immer den Verstoß gegen die
Grundgesetze der Natur gemein. Zu diesen Verstößen gehören
eindeutig die Erzeugung künstlicher Nahrungsmittel in der Fabrik:
Fabrikzuckerarten, Auszugsmehle, Fabrikfette - "Substanzen, die so isoliert in
der Natur nicht vorkommen", stellt der Autor fest.
"Speziell auf das
Cholesterinproblem abgestellt, führt es zu der irreführenden
Vorstellung, daß an einer Erhöhung des Cholesteringehalts im
Blutserum der Verzehr cholesterinhaltiger Nahrungsmittel schuld sei. Dies
führt dann wiederum zu der Bewertung der einzelnen Nahrungsmittel nach
ihrem Cholesteringehalt. Wie falsch diese Betrachtungsweise ist, geht daraus
hervor, daß der Cholesteringehalt des Blutes unabhängig ist vom
Cholesteringehalt der zugeführten Nahrung. Er wird von zahlreichen anderen
Faktoren bestimmt." (S. 28)
Eine zentrale Rolle kommt dabei dem
menschlichen Stoffwechsel zu. Dieser darf nicht getrennt nach Fett,
Eiweiß und Kohlenhydraten betrachtet werden, sondern als ein
Gesamtstoffwechsel. In jeder Körperzelle läuft dieser ständig
zur gleichen Zeit ab. Kommt es aus irgendwelchen Gründen zu
Störungen, so ist immer der gesamte Stoffwechsel - also Eiweiß-,
Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel - gestört. Hier liefert der Autor
"eindeutige Beweise", wie er selbst angibt, aus seiner jahrzehntelangen
Praxiserfahrung: "Ändert man bei einem Menschen, dessen Cholesteringehalt
zu hoch ist, den Kohlehydratanteil der Nahrung, indem man die raffinierten
Kohlenhydrate Auszugsmehl und Fabrikzucker einschränkt, bzw. meidet, so
kommt es sofort zu einer nachweislichen Senkung des Cholesteringehalts im
Serum." Stets verweist Dr. Bruker so indirekt auf naturbelasse Nahrungsmittel,
die keine raffinierten und isolierten Kohlenhydrate aufweisen.
Mit
diesem Hintergrundwissen werden dann auch Vorgänge verständlicher,
die nach bisheriger Ansicht - die Folge einer einseitigen Betrachtung -, nicht
sein dürfen. Dr. Bruker berichtet an dieser Stelle weiterhin nicht nur von
Patienten, deren Cholesterinspiegel nach dem Weglassen raffinierter
Kohlenhydrate sank, sondern auch von solchen, die im Rahmen einer
vitalstoffreichen Vollwertkost statt Margarine Butter bekamen und deren
Cholesterinspiegel ebenfalls sank. "Was würden Sie zum Beispiel dazu
sagen, wenn man die Ursache der Arterienverkalkung darin sehen würde,
daß der Betreffende zu viel Kalk gegessen hätte? Genauso widersinnig
ist es, krankhafte Cholesterinablagerungen damit zu begründen, daß
der Kranke angeblich zu viel Cholesterin gegessen habe."
Doch von
welchen Faktoren hängt dann der Cholesterinspiegel im Blut ab? Schenkt man
den Worten des Autors Glauben, so ist die Tatsache, dass die Zufuhr von
ungesättigten Fettsäuren den Cholesteringehalt im Blut senkt,
gesichert und bekannt. Zwar würde dies die Butter im Vergleich zu den
pflanzlichen Fetten mit ihren hoch ungesättigten Linol- und
Linolensäuren schlechter da stehen lassen, doch gerade unter den
tierischen Fetten nimmt die Butter in bezug auf die ungesättigten
Fettsäuren eine bevorzugte Stellung ein. Dr. Bruker appelliert an dieser
Stelle an den gesunden Menschenverstand und wirft wieder einen Blick
zurück in die Geschichte: "Die Menschen auf dieser Erde haben seit
Jahrtausenden das Milchfett in Form von Milch oder Butter genossen und sind
dadurch nicht krank geworden, geschweige denn, daß sie durch den
Genuß von Butter einen Herzinfarkt bekommen hätten." Die Höhe
des Cholesteringehalts im Blut geht nicht mit dem Verzehr tierischer Fette
parallel. Auch die Muttermilch enthält übrigens große Mengen an
Cholesterin
Es gibt Fälle schwerster
Arteriosklerose, bei denen im Blut keine Vermehrung der Fettstoffe vorhanden
ist, und umgekehrt gibt es Fälle mit hohem Cholesterinwerten, in denen
fettarme Kost keine Besserung bringt. Und genau an dieser Stelle kommt unser
Stoffwechsel wieder ins Spiel. So ist laut dem Autor jeder Mensch mit einem
intakten Stoffwechsel in der Lage, das angebotene Fett richtig zu verarbeiten,
so dass es nicht zu krankhaften Ablagerungen kommt. Doch die Voraussetzungen
hierfür liegen in erster Linie in einer richtigen Ernährung, die alle
Stoffe enthält, die für den richtigen Ablauf der
Stoffwechselvorgänge erforderlich sind. So ist es für den Leser
eigentlich selbstverständlich, dass Dr. Bruker an dieser Stelle zu dem
Fazit kommt, dass die in den letzten Jahrzehnten zugenommen
Zivilisationskrankheiten in dem selben Maß zunahmen und zunehmen wie die
Arteriosklerose und der Herzinfarkt.
Dabei steht Dr. Bruker nicht
alleine. Auch Prof. Yudkin vom Ernährungswissenschaftlichen Institut in
London kam zu der Schlussfolgerung, dass Störungen im
Kohlenhydratstoffwechsel durch Genuss isolierter Kohlenhydrate (Fabrikzucker
und Auszugsmehle) für die Entstehung der Arteriosklerose von
entscheidender Bedeutung sind.
Doch zurück zur Butter: Auch diese
ist Inhalt von Dr. Brukers Vollwerternährung. Der Butter wird dabei
besonders gute Bekömmlichkeit und Verträglichkeit für Leber-,
Galle-, Magen-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenkranke bescheinigt.
Allerdings muss beachtet werde, dass die Butter (wie andere Fette auch) nicht
mit den Speisen zusammen gekocht wird, sondern nach dem Kochprozess zugesetzt
wird. Butter ist übrigens auch das einzige Fett, welches nicht erst in der
Leber umgewandelt werden muss, sondern direkt vom Körper verwendet werden
kann.
In den 70er Jahren investierte die Margarine-Industrie mehrere
Millionen Mark, um das Cholesterin, welches in der Butter anzutreffen ist,
schlecht zu machen. Damals waren Parolen wie "Butter macht Herzinfarkt" oder
"Butter verkürzt ihre Lebenserwartung" an der Tagesordnung - die
Bevölkerung war regelrecht geschockt. Doch die Margarine-Industrie hatte
erreicht, was sie wollte: Umsatz und Einnahmen stiegen schier ins
Unermessliche. Ausreichend Geld also, um weitere Gutachten über die
angeblich gesündere Margarine zu veröffentlichen.
Heute
werden weltweit mehrere Milliarden Tonnen Margarine produziert und abgesetzt,
davon etwa eine Million Tonnen allein in Deutschland. Ein Indiz für den
überaus erfolgreichen Reklamefeldzug der Margarine-Industrie. Doch Bruker
legt dar, was heute wirklich bei der Margarine-Herstellung vor sich geht und
dass dies mit Natürlichkeit nichts mehr zu tun hat. Mittlerweile ist zwar
das Herstellen von Quark aus Hühnerfedern möglich, und auch aus Darm-
und Schlachtabfällen werden "wohlschmeckende" Nahrungsmittel regelrecht
gezaubert, aber die Butter ist und bleibt unübertrefflich.
Nachdem
die Bundesärztekammer sich den Empfehlungen für den Margaineverzehr
erst einmal anschloss, gab sie später zu, dass dies nicht wissenschaftlich
begründet sei. Der Beirat der Bundesärztekammer bedauerte in seinem
Empfehlungs-Widerruf sogar, "daß eine wissenschaftliche
Auseinandersetzung über die Bedeutung ... durch die Einflußnahme
kommerzieller Interessen erschwert wird."
Cholesterin wird -
ähnlich wie Lecithin - für den Aufbau der Zellmembran benötigt.
Cholesterin ist eine fettartige Substanz und eine ubiquitär im
menschlichen (und tierischen!) Organismus vorkommendes Stereoid, also
lebensnotwendig! Es ist unentbehrlicher Bestandteil von Zellen und Gewebe,
verantwortlich für den Fett-Transport und unentbehrlich für die
Bildung von Hormonen.
Cholesterin stellt der Organismus selbst her,
wenn mit der Nahrung nicht genügend zugeführt wird - und umgekehrt,
wird zu viel Cholesterin angeboten, produziert er weniger.
"Die
Krankheit Fettsucht entsteht jedoch nicht durch Fettverzehr".Wie? Schauen wir
einfach mal weiter im Text. Dort erfährt man, dass der intakte
Stoffwechsel Fett zu den Endprodukten Kohlensäure und Wasser abbaut. So
liegt die Ursache des Übergewichts nicht an zuviel Kalorien oder Fett,
sondern im Fehlen biologischer Wirkstoffe (Vitalstoffe), durch deren Mangel die
zivilisatorische Kost gekennzeichnet ist. Durch dieses Fehlen kommt es zu einer
Fehlsteuerung des Stoffwechsels, der das krankhafte Stoffwechselzwischenprodukt
Fett entstehen lässt und im Körper deponiert. Überschüssige
Kohlenhydrate werden so in Fett umgewandelt. Ironischerweise entsteht dieses
Fett auch bei Reduktionskost von nur 800 Kalorien am Tag. Das Fett wird jedoch
abgebaut, sobald man naturbelassene Fette und eine vitalstoffreiche Kost zu
sich nimmt, auch wenn sie 2000 - 3000 Kalorien und mehr enthält! Dies
bestätigten jahrzehntelange Beobachtungen seitens des Autors.
Die
dritte sog. "Risikogruppe" ist die der Zuckerkranken, die an "Diabetes
mellitus" leiden. Hier macht jedoch nicht das Cholesterin krank, sondern
handelt es sich bei der Krankheit um ein Symptom einer komplexen
Stoffwechselstörung, deren Ursache in der zivilisatorischen
Fehlernährung liegt. Hier spielt neben den raffinierten Kohlenhydraten oft
auch der übermäßige Verzehr von tierischem Eiweiß eine
entscheidende Rolle.
Glaubt man den Ausführungen des Autors, so
gibt es keinen einheitlichen Normwert für den
Cholesterinspiegel.Die Faktoren sind außerordentlich
verschieden und zeigen eine starke Variationsbreite. Dies gilt noch mehr
für Laborwerte, die von zahlreichen Faktoren abhängig sind. Sie
unterliegen ständigen Schwankungen und es gibt unzählige Menschen,
die völlig gesund und leistungsfähig sind und keinerlei Beschwerden
haben, bei denen aber einzelne Laborwerte von der Norm erheblich abweichen.
Das schlimmste scheint überstanden zu sein, oder? Bleibt noch
Zeit, kurz einen Blick auf die Pharmaindustrie zu werfen. Laut IMS Health
wurden bereits im Jahr 1990 in Westdeutschland für etwa 400 Million D-Mark
lipidsenkende Medikamente verkauft. Elf Jahre später, 2001, waren
Lipidsenker die führende Arzneimittelgruppe mit einem Volumen von 1,14
Milliarden Euro und einem Plus von 18,4% gegenüber dem Vorjahr. Über
Sinn und Unsinn wissen wir jetzt genug, doch vielleicht schadet ein Blick auf
den Beipackzettel nicht, wenn es um die Nebenwirkungen eines Medikaments geht,
welches als "intelligente Lösung bei erhöhtem Cholesterin" beworben
wird. Der Anwender kann hoffen, dass er von folgenden Nebenwirkungen verschont
bleibt: Gelegentlich Transaminasen-Anstieg, CK-Anstieg, Myalagie,
Hautausschlag, Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung,
Bauchschmerzen, Blähungen, Muskel- und Skelettschmerzen, Infektion der
oberen Atemwege, Schnupfen, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Müdigkeit,
Brustschmerzen, Herzschmerzen.
Quelle: Dr. med. Max Otto
Bruker: Cholesterin - der lebensnotwendige Stoff. |