Zurück zur Seite vorher


Seitenzugriffe seit dem 13.07.2006315

Druckversion dieser Seite

Diese Information an einen Freund senden

 
Wie beurteilen Sie diesen Artikel Wie beurteilen Sie die Quelle dieses Artikels
Hier können Sie Ihren persönlichen Kommentar eingeben,
bzw. Kommentare von anderen Besuchern lesen
Kommentare
bisher
6
Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
  H.-W. Graf Info von:  
Offener Brief an Herrn Schröder

Guten Tag, Herr Bundeskanzler,

als ein Ihrem (Nicht)Tun und (Nicht)Handeln mehr oder minder hilflos ausgesetzter mittelständischer  Unternehmer  (Wirtschaft/Finanzen/Unternehmensberatung/Vermögensverwaltung) drängt es mich, angesichts der sich immer deutlicher abzeichnenden Katastrophe, in die Sie unser Land "führen", einige Fragen und Bemerkungen loszuwerden – in der (vielleicht naiven) Hoffnung, daß Sie diese a) überhaupt vorgelegt erhalten und b) lesen. Auf eine Antwort warte ich erst gar nicht (auch nicht vonseiten eines Ihrer Lakaien). Sie haben Wichtigeres zu tun.

Mich frappiert vor allem, wie unerschütterlich Sie einerseits Ihren Reformzauber verteidigen –  nicht,  daß  Sie  nicht  absolut  recht hätten:  Wir  brauchen dringend (und auf nahezu allen Feldern) wirkliche REFORMEN –, andererseits entweder aus ideologischen Motiven oder aus gravierenden intellektuellen Defiziten nicht einzusehen bereit sind, daß das, was Sie (und Ihre Kameraden) seit sechs Jahren in immer neuen Varianten aus dem Hut zaubern, nicht das Mindeste mit einer REFORM zu tun hat.

Ob Renten-, Steuer-, Bildungs-, Arbeitslosen-, Schul- und Hochschul-, Verkehrs-, Gesundheits-, Wirtschafts- oder Finanzpolitik – diese letzten sechs Jahre unter Ihrer "Führung" stellen eine unvergleichlich erbärmliche Kette hilfloser Unfähigkeiten, atemraubender Machtverteidigung und völligen Versagens dar.

Dabei hatten Sie 1998 eine geradezu historische Chance, die überfällige Abwahl des Oggersheimer Politkorrupteurs –  man wollte nicht Sie, bzw. die SPD und die Grünbunten, vielmehr schrie das Volk danach, das Monstrum Kohl endlich von der Bühne zu rollen! –  zu einem tatsächlichen Revirement zu nutzen. Aber genau das verabsäumten Sie, und eben darin liegt Ihre historische Schuld (verkneifen Sie sich mal dieses international bestens bekannte blasierte Lächeln).

Dabei hätten Ihnen –  klar, nicht in Ihrer Partei –  außerordentlich kompetente Fachleute zur Verfügung gestanden, die (eben anders als die Systemheloten Ihrer Partei und des ungeliebten Koalitionärs) in der Lage gewesen wären, die ideologischen Zwänge des Systems zu durchbrechen und schematisch (also lernfähig/-willig) an Lösungswege heranzugehen. Ihnen war aber wichtiger – und darin unterscheiden Sie sich von Kohl in keiner Weise (außer daß Sie dabei "charmanter"/hinterhältiger vorgehen) –, sich mit einer Truppe von Altgedienten zu umgeben, die noch an ihrem Renomée (und ihrer Altersversorgung) basteln mußten. Das war für den Machterhalt und die Zustimmung der Basis  sowie gegenüber den Skeptikern und Ideologen in Ihrer Partei wichtig! Der zweite Teil Ihrer Vasallen besteht/bestand aus gutmütigen "Hänschen" (wie Eichel), deren naiver Loyalität Sie sich ewig sicher sein konnten (im Gegensatz zum "Brudermörder" LaFontaine oder dem Volksnarren Scharping, der zu

spät realisierte, daß er für Sie nur ein billiger Kofferträger auf dem Weg ins Kanzleramt war). Und mit dieser Garde an Faschingsprinzen und -prinzessinnen zog unser aller Gerhard dann aus, dieses Land, das der 'Dichter und Denker', der ehemalig drittstärksten Wirtschaftsnation der Welt, zu  r e f o r m i e r e n !

Man könnte sich wahrlich kaputtlachen – unsere Nachbarn tun dies auch mehr oder minder unverhohlen. Mal ganz ehrlich (Ihr gepflegter Lieblingsspruch): Kennen Sie eigentlich wirklich nicht den Unterschied zwischen 'Ethik' und 'Moral' , 'Schema' und 'System' , 'Philosophie' und 'Ideologie', 'Leadership' und 'Management' , 'Motivation' und 'Manipulation', 'Entwicklung' und 'Reglementierung', Information' und 'Desinformation', 'Wahrheit' und 'Lüge' , 'sozial' und 'sozialistisch', 'Chancenfreiheit' und 'Gleichmacherei', 'Innovation' und 'Konvention' , 'Erziehung' und 'Dressur', 'Ziel' und 'Erfüllungszwang', 'klug' und 'clever', 'Sein' und 'Schein'?

Hab ich Sie jetzt etwas überfordert? Sorry, aber für so einen weltgewandten Staatsmann, wie Sie ihn so gerne mimen, muß das doch ein intellektueller Spaziergang sein, nicht wahr!

Es kann doch selbst Ihnen in Ihrer dickfelligen Blasiertheit nicht entgangen sein, daß sich gerade die finanziell, intellektuell und emotional Starken in diesem Lande – also ausgenommen das Heer derer, die in Ämtern und Behörden, beim öffentlich-(un)rechtlichen Dienst von Ihren Nullnummern profitier(t)en – längst abgewandt, ihr bereitwilliges Engagement reduziert (oder gar auf Null gefahren) und die Hoffnung aufgegeben haben, ihr Heil (und ihren Altersruhesitz) im Ausland suchen, also managementtechnisch ausgedrückt: innerlich gekündigt haben.

Unsere intellektuelle Elite sucht sich Lebens- und kreative Entwicklungsmöglichkeiten ('nationales Potential' nennt man das) lieber in Asien und den USA, während Sie "staatsmännisch" auf 'Godot' warten, Ihre eigene Selbstherrlichkeit verwalten und regelmäßig mit Rücktritt drohen (erinnert mich an einen Dreijährigen, der mit dem Füßchen aufstampft, wenn Mama mit dem Schlafanzug winkt). Sie wissen nämlich nur zu gut, daß sich Ihnen dann die Grünbunten [wo sollen die denn sonst in der (zunehmend un)freien Wirtschaft unterkommen] und Ihre eigene Parteibasis – Machtverlust und jahrzehntelange Opposition Unbedeutsamkeit vor Augen – ganz flugs und devot wieder um die Beine kringeln.

Geliebt, geachtet oder gar respektiert werden Sie doch schon lange nicht mehr. Zwar sollte es einer mutigen und verantwortungsbewußten Führungskraft darum gar nicht gehen, aber es wäre zumindest noch ein nachvollziehbares Motiv für Jemanden, der schon nicht mit Kompetenz aufwarten kann, sich so zu verhalten, wie Sie dies tun. Stattdessen zertreten Sie mit unvergleichlicher Brutalität (und dem instinktsicheren Wissen, daß weder innerhalb Ihres Clans noch vonseiten ihres "Oppositiönchens" größere Gefahr droht) jedes noch so zarte Pflänzchen in dem Ihnen überantworteten Garten. Haben Sie eigentlich wirklich noch nicht begriffen

  • in welch dramatisch-fataler Lage dieses Land ist

  • daß eine 'REFORM' –  schon ex lingua – eine 'neue Form' gebietet, mithin eine Abkehr vom   System (das weder lernfähig noch -willig, vielmehr ausschließlich auf seinen Erhalt bedacht ist)

  • daß Sie mit Ihren Systemheloten (Regierungsverein, Parteifuzzies, Vorzeigekommissiönchen und ideologisch verblendeten Sonnenblümchenschwingern) keinen Blumentopf bei dem Versuch gewinnen können, den Menschen wieder einen optimistischen Blick in die Zukunft zu schenken

  • daß der Wirtschaft –  nachgerade den klein- und mittelständischen Unternehmen (schon mal über den Unterschied zwischen Unternehmen und Unternehmer nachgedacht?) wirklich notwendige Impulse (anstelle von Gesetzen!) gegeben werden müssen, damit sie bereit ist/sind, in dieses Land, in Arbeitsplätze und Technologien zu investieren

  • daß Kindern und Jugendlichen, die mit arbeitslosen, von der Sozialhilfe lebenden, innerlich abgekehrten Eltern aufwachsen, kein sonderlich gutes Umfeld zur Verfügung steht, innerhalb dessen sie zu starken, lebensbejahenden, leistungs- und verantwortungsbereiten Menschen heranreifen können.

Sind Sie sich nicht nur der wirtschaftlichen, sondern auch der psychologischen, soziologischen, sozialpolitischen (und, wenn es Sie nicht überfordert, auch der philosophischen) Auswirkungen Ihres verantwortungslosen Handelns wirklich nicht bewußt? Ja, fraglos benötigen wir Reformen, aber was Sie als solche anbieten, sind dilettantische Tünchversuche an völlig verwahrlosten Mauern.

Würden Sie sich bei Besuchen im Ausland nicht nur in teueren Kaschemmen herumtreiben, sondern (wie ich dies tue) hinter die Kulissen blicken, dann könnte Ihnen dämmern, auf welchen Zustand sich immer größere Teile unseres Landes hinbewegen.

Und erklären Sie bitte nicht, es gäbe zu Ihrem Unsinn keine Alternative. Ebenso wenig zieht das Argument, den anderen Industrieländern ginge es nur wenig besser oder gar schlechter.

Zum einen sollte Deutschland nicht unbedingt der Einäugige unter Blinden sein, zum anderen gibt es –  fernab von den Systemparteien, und deshalb auch weder von den Parteien noch von den (wahlweise parteiergebenen/-gesteuerten oder kommerzkorrumpierten) Medien sonderlich wahrgenommen – jede Menge wirklicher Fachleute und echter Alternativen (*).

Zwar müssen Sie Volkes Zorn nicht sonderlich fürchten – das Gros der Bevölkerung ist traditionell a-politisch und passiv –, aber mit Ihrer machtkorruptiven Konservierungspolitik, Ihrem blindwütigen Gesetzes- und Verordnungswahn und mit selbstverliebter Nabelschau (als Psychologen kommt mir hier noch ein ganz anderer Verdacht ...) treiben Sie dieses Land, gerade wegen der politischen Ignoranz/Agnoranz seiner Bevölkerung Gestalten in die Arme, wie wir dies aus anderen Zeiten noch kennen.

Sie haben in den letzten knapp sechs Jahren nicht diesem Land gedient, wie dies Ihrem Amtseid entsprochen hätte, sondern – je nach Opportunität – Einzelinteressen der Großindustrie, parteipolitischer Korruption, vor allem aber schierem Machterhalt. Sie haben ideologische Zäune verfestigt, sozialpolitische Fangzäune errichtet und dieses Land noch nachhaltiger gelähmt, als jeder Ihrer Vorgänger seit Gründung der Bundesrepublik. Ihr Name steht künftigen Generationen als Synonym für verantwortungslosen Umgang mit Macht und populistisch-dilettantisches Versagen. Herzlichen Glückwunsch!

Um Ihre so überaus wertvolle Zeit nicht restlos zu verplempern, quasi als Fazit und dringende Bitte:

Entscheiden Sie – und das ehestmöglich –, ob Sie wirklich Ihrem Auftrag als Bundeskanzler (gem. Grundgesetz) endlich nachkommen oder weiterhin den machtverliebten Clown spielen wollen, der 'den Krug eben bis zur Neige leert'.

Ihre derzeitige Rolle ist nur noch als pervers zu bezeichnen – für Ihren Verein, dieses Land, seine Menschen und deren Zukunft.

Wenn Sie es nicht können, dann drohen Sie nicht – treten Sie ab!



Diese Domain  www.das-gibts-doch-nicht.info an einen Freund weiterempfehlen

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...



Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info

Sinn dieser Informationen

Zurück zur Seite vorher

Zur Gesamtübersicht

Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.