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Guten Tag, Herr
Bundeskanzler,
als ein Ihrem (Nicht)Tun und
(Nicht)Handeln mehr oder minder hilflos ausgesetzter
mittelständischer Unternehmer
(Wirtschaft/Finanzen/Unternehmensberatung/Vermögensverwaltung) drängt
es mich, angesichts der sich immer deutlicher abzeichnenden Katastrophe, in die
Sie unser Land "führen", einige Fragen und Bemerkungen loszuwerden
in der (vielleicht naiven) Hoffnung, daß Sie diese a) überhaupt
vorgelegt erhalten und b) lesen. Auf eine Antwort warte ich erst gar nicht
(auch nicht vonseiten eines Ihrer Lakaien). Sie haben Wichtigeres zu tun.
Mich frappiert vor allem, wie
unerschütterlich Sie einerseits Ihren Reformzauber verteidigen
nicht, daß Sie nicht absolut
recht hätten: Wir brauchen dringend (und auf nahezu allen
Feldern) wirkliche REFORMEN , andererseits entweder aus ideologischen
Motiven oder aus gravierenden intellektuellen Defiziten nicht einzusehen bereit
sind, daß das, was Sie (und Ihre Kameraden) seit sechs Jahren in immer
neuen Varianten aus dem Hut zaubern, nicht das Mindeste mit einer REFORM zu tun
hat.
Ob Renten-, Steuer-,
Bildungs-, Arbeitslosen-, Schul- und
Hochschul-, Verkehrs-, Gesundheits-, Wirtschafts- oder
Finanzpolitik diese letzten sechs Jahre unter Ihrer
"Führung" stellen eine unvergleichlich erbärmliche
Kette hilfloser Unfähigkeiten, atemraubender Machtverteidigung und
völligen Versagens dar.
Dabei hatten Sie 1998 eine
geradezu historische Chance, die überfällige Abwahl des Oggersheimer
Politkorrupteurs man wollte nicht Sie, bzw. die SPD und
die Grünbunten, vielmehr schrie das Volk danach, das Monstrum
Kohl endlich von der Bühne zu rollen! zu einem
tatsächlichen Revirement zu nutzen. Aber genau das verabsäumten Sie,
und eben darin liegt Ihre historische Schuld (verkneifen Sie sich mal dieses
international bestens bekannte blasierte Lächeln).
Dabei hätten Ihnen
klar, nicht in Ihrer Partei außerordentlich
kompetente Fachleute zur Verfügung gestanden, die (eben anders als die
Systemheloten Ihrer Partei und des ungeliebten Koalitionärs) in der Lage
gewesen wären, die ideologischen Zwänge des Systems zu durchbrechen
und schematisch (also lernfähig/-willig) an Lösungswege
heranzugehen. Ihnen war aber wichtiger und darin unterscheiden Sie sich
von Kohl in keiner Weise (außer daß Sie dabei
"charmanter"/hinterhältiger vorgehen) , sich mit einer Truppe von
Altgedienten zu umgeben, die noch an ihrem Renomée (und ihrer
Altersversorgung) basteln mußten. Das war für den Machterhalt und
die Zustimmung der Basis sowie gegenüber den Skeptikern und
Ideologen in Ihrer Partei wichtig! Der zweite Teil Ihrer Vasallen
besteht/bestand aus gutmütigen "Hänschen" (wie Eichel),
deren naiver Loyalität Sie sich ewig sicher sein konnten (im Gegensatz zum
"Brudermörder" LaFontaine oder dem Volksnarren
Scharping, der zu
spät realisierte, daß
er für Sie nur ein billiger Kofferträger auf dem Weg ins Kanzleramt
war). Und mit dieser Garde an Faschingsprinzen und -prinzessinnen zog unser
aller Gerhard dann aus, dieses Land, das der 'Dichter und Denker', der
ehemalig drittstärksten Wirtschaftsnation der Welt, zu r e f o r m i
e r e n !
Man könnte sich wahrlich
kaputtlachen unsere Nachbarn tun dies auch mehr oder minder unverhohlen.
Mal ganz ehrlich (Ihr gepflegter Lieblingsspruch): Kennen Sie eigentlich
wirklich nicht den Unterschied zwischen 'Ethik' und 'Moral'
, 'Schema' und 'System' , 'Philosophie' und 'Ideologie',
'Leadership' und 'Management' , 'Motivation' und
'Manipulation', 'Entwicklung' und 'Reglementierung', Information'
und 'Desinformation', 'Wahrheit' und 'Lüge' , 'sozial'
und 'sozialistisch', 'Chancenfreiheit' und 'Gleichmacherei',
'Innovation' und 'Konvention' , 'Erziehung' und 'Dressur',
'Ziel' und 'Erfüllungszwang', 'klug' und 'clever',
'Sein' und 'Schein'?
Hab ich Sie jetzt etwas
überfordert? Sorry, aber für so einen weltgewandten Staatsmann, wie
Sie ihn so gerne mimen, muß das doch ein intellektueller Spaziergang
sein, nicht wahr!
Es kann doch selbst Ihnen in
Ihrer dickfelligen Blasiertheit nicht entgangen sein, daß sich gerade die
finanziell, intellektuell und emotional Starken in diesem Lande also
ausgenommen das Heer derer, die in Ämtern und Behörden, beim
öffentlich-(un)rechtlichen Dienst von Ihren Nullnummern profitier(t)en
längst abgewandt, ihr bereitwilliges Engagement reduziert (oder gar
auf Null gefahren) und die Hoffnung aufgegeben haben, ihr Heil (und ihren
Altersruhesitz) im Ausland suchen, also managementtechnisch ausgedrückt:
innerlich gekündigt haben.
Unsere intellektuelle Elite sucht
sich Lebens- und kreative Entwicklungsmöglichkeiten ('nationales
Potential' nennt man das) lieber in Asien und den USA, während Sie
"staatsmännisch" auf 'Godot' warten, Ihre eigene
Selbstherrlichkeit verwalten und regelmäßig mit Rücktritt
drohen (erinnert mich an einen Dreijährigen, der mit dem
Füßchen aufstampft, wenn Mama mit dem Schlafanzug winkt). Sie wissen
nämlich nur zu gut, daß sich Ihnen dann die Grünbunten [wo
sollen die denn sonst in der (zunehmend un)freien Wirtschaft unterkommen] und
Ihre eigene Parteibasis Machtverlust und jahrzehntelange Opposition
Unbedeutsamkeit vor Augen ganz flugs und devot wieder um die Beine
kringeln.
Geliebt, geachtet oder gar
respektiert werden Sie doch schon lange nicht mehr. Zwar sollte es einer
mutigen und verantwortungsbewußten Führungskraft darum gar nicht
gehen, aber es wäre zumindest noch ein nachvollziehbares Motiv für
Jemanden, der schon nicht mit Kompetenz aufwarten kann, sich so zu verhalten,
wie Sie dies tun. Stattdessen zertreten Sie mit unvergleichlicher
Brutalität (und dem instinktsicheren Wissen, daß weder innerhalb
Ihres Clans noch vonseiten ihres "Oppositiönchens" größere
Gefahr droht) jedes noch so zarte Pflänzchen in dem Ihnen
überantworteten Garten. Haben Sie eigentlich wirklich noch nicht
begriffen
- in welch dramatisch-fataler Lage dieses Land ist
- daß eine 'REFORM' schon ex
lingua eine 'neue Form' gebietet, mithin eine Abkehr
vom System (das weder lernfähig noch
-willig, vielmehr ausschließlich auf seinen Erhalt bedacht ist)
- daß Sie mit Ihren Systemheloten (Regierungsverein,
Parteifuzzies, Vorzeigekommissiönchen und ideologisch verblendeten
Sonnenblümchenschwingern) keinen Blumentopf bei dem Versuch gewinnen
können, den Menschen wieder einen optimistischen Blick in die Zukunft zu
schenken
- daß der Wirtschaft nachgerade den
klein- und mittelständischen Unternehmen (schon mal über den
Unterschied zwischen
Unternehmen und
Unternehmer nachgedacht?) wirklich
notwendige Impulse (anstelle von Gesetzen!) gegeben werden müssen, damit
sie bereit ist/sind, in dieses Land, in Arbeitsplätze und
Technologien zu investieren
- daß Kindern und Jugendlichen, die mit
arbeitslosen, von der Sozialhilfe lebenden, innerlich abgekehrten Eltern
aufwachsen, kein sonderlich gutes Umfeld zur Verfügung steht, innerhalb
dessen sie zu starken, lebensbejahenden, leistungs- und
verantwortungsbereiten Menschen heranreifen können.
Sind Sie sich nicht nur der
wirtschaftlichen, sondern auch der psychologischen, soziologischen,
sozialpolitischen (und, wenn es Sie nicht überfordert, auch der
philosophischen) Auswirkungen Ihres verantwortungslosen Handelns wirklich nicht
bewußt? Ja, fraglos benötigen wir Reformen, aber was Sie als
solche anbieten, sind dilettantische Tünchversuche an völlig
verwahrlosten Mauern.
Würden Sie sich bei Besuchen im
Ausland nicht nur in teueren Kaschemmen herumtreiben, sondern (wie ich dies
tue) hinter die Kulissen blicken, dann könnte Ihnen dämmern, auf
welchen Zustand sich immer größere Teile unseres Landes
hinbewegen.
Und erklären Sie bitte nicht, es
gäbe zu Ihrem Unsinn keine Alternative. Ebenso wenig zieht das Argument,
den anderen Industrieländern ginge es nur wenig besser oder gar
schlechter.
Zum einen sollte Deutschland
nicht unbedingt der Einäugige unter Blinden sein, zum anderen gibt es
fernab von den Systemparteien, und deshalb auch weder von den
Parteien noch von den (wahlweise parteiergebenen/-gesteuerten oder
kommerzkorrumpierten) Medien sonderlich wahrgenommen jede Menge
wirklicher Fachleute und echter Alternativen (*).
Zwar müssen Sie Volkes Zorn
nicht sonderlich fürchten das Gros der Bevölkerung ist
traditionell a-politisch und passiv , aber mit Ihrer machtkorruptiven
Konservierungspolitik, Ihrem blindwütigen Gesetzes- und Verordnungswahn
und mit selbstverliebter Nabelschau (als Psychologen kommt mir hier noch ein
ganz anderer Verdacht ...) treiben Sie dieses Land, gerade wegen der
politischen Ignoranz/Agnoranz seiner Bevölkerung Gestalten in die Arme,
wie wir dies aus anderen Zeiten noch kennen.
Sie haben in den letzten knapp
sechs Jahren nicht diesem Land gedient, wie dies Ihrem Amtseid entsprochen
hätte, sondern je nach Opportunität Einzelinteressen
der Großindustrie, parteipolitischer Korruption, vor allem aber schierem
Machterhalt. Sie haben ideologische Zäune verfestigt, sozialpolitische
Fangzäune errichtet und dieses Land noch nachhaltiger gelähmt, als
jeder Ihrer Vorgänger seit Gründung der Bundesrepublik. Ihr Name
steht künftigen Generationen als Synonym für verantwortungslosen
Umgang mit Macht und populistisch-dilettantisches Versagen. Herzlichen
Glückwunsch!
Um Ihre so überaus wertvolle Zeit nicht restlos zu
verplempern, quasi als Fazit und dringende Bitte:
Entscheiden Sie und das
ehestmöglich , ob Sie wirklich Ihrem Auftrag als Bundeskanzler (gem.
Grundgesetz) endlich nachkommen oder weiterhin den machtverliebten Clown
spielen wollen, der 'den Krug eben bis zur Neige leert'.
Ihre derzeitige Rolle ist nur noch als
pervers zu bezeichnen für Ihren Verein, dieses Land, seine
Menschen und deren Zukunft.
Wenn Sie es nicht können, dann drohen Sie nicht
treten Sie ab! |