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09.08.2004 (AP/AFP/jW) Info von:   junge Welt
Israel: Jodtabletten gegen Atomstrahlen verteilt
Behörden bestätigten indirekt Bedrohung von den beiden veralteten Kernreaktoren im Süden der Negev-Wüste
Die israelischen Behörden bestätigten am Sonntag indirekt die Bedrohung, die von den beiden veralteten Kernreaktoren im Süden der Negev-Wüste ausgehen. Wie ein Armeesprecher erklärte, hätten Soldaten mit der Verteilung von Jodtabletten gegen radioaktive Strahlung an Tausende Anwohner des Atomkraftwerkes Dimona und des Forschungsreaktors Sorek begonnen – eine Maßnahme, die von einer seit längerem anhaltenden erhöhten Strahlenbelastung in der Region zeugt und die offensichtlich auf die Bewohner der Städte Jeroham, Dimona, Aruar sowie kleinerer Wüstendörfer beruhigend wirken soll. Denn die Angst geht um, und bereits am Freitag war es – auch aus Anlaß des 59. Jahrestages des Atombombenabwurfes auf Hiroshima 1945 – unter dem Motto »Stop der Angst« zu Protesten in Tel Aviv gegen das AKW Dimona und die Atombewaffnung gekommen (Foto). Expertenmeinungen zufolge wären Jodtabletten im Falle eine Atomunfalls völlig wirkungslos. Derweil betonte die israelische Regierung, es bestände »kein Grund zur Beunruhigung«.

Im Juni hatte die Regierung angekündigt, sie werde das Medikament austeilen. Die Tabletten waren 20 Jahre lang eingelagert gewesen. Israelische Wissenschaftler und Politiker hatten in den vergangenen Monaten vor dem etwa 40 Jahre alten Atommeiler am Stadtrand von Dimona gewarnt und seine Schließung gefordert. Ausländische Experten schätzen, daß in Dimona zwischen 100 und 200 atomare Sprengköpfe produziert wurden. Die Regierung bestätigte dies bisher nicht öffentlich. Allerdings hatte Ministerpräsident Ariel Scharon am 29. Juli erstmals quasi eingeräumt, daß Israel Atomwaffen besitzt, und dies auch mit dem Einverständnis der USA.


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