50. Bilderberger-Treffen
vom 3. bis 6. Juni 2004 in Stresa (Lago Maggiore)
Die diesjährige
Bilderberger-Konferenz ging am 6. Juni in Stresa zu Ende. Wie zu erwarten,
blieb sie von den grossen deutschsprachigen Tageszeitungen so gut wie
«unangetastet», zumindest war nicht festzustellen, dass sie dort
eine Erwähnung fand. Dies ganz ungeachtet der Tatsache, dass auch in
diesem Jahr zahlreiche einflussreiche Medienvertreter zugegen waren,
nämlich Matthias D. Nass von der Zeit, Martin H. Wolf von der
«Financial Times», London, Donald E. Graham von der
«Washington Post», Gianni Riotta vom «Corriere della
Sera» und Hasan Cemal (Türkei) von der «Milliyet
Newspaper». Allerdings heisst es im Internet, dass Medien in Italien,
Frankreich, England und Holland in diesem Jahr über die Konferenz
berichtet hätten. Anwesend war auch Juan Luis Cebrian als Vertreter des in
Wien ansässigen International Press Institute (IPI). Der Bericht des IPI
für 2002 stellte «nüchtern und dadurch um so schockierender
fest», dass in jenem Jahr zahlreiche nationale Regierungen in bis dahin
beispielloser Weise versucht hätten, auf den Informationsfluss ihrer
Länder direkt einzuwirken und die Pressefreiheit zu unterdrücken, und
dass Journalisten weltweit Opfer von Auftragsmorden wurden. An dieser Situation
hat sich inzwischen nichts geändert. Man sollte daher annehmen
dürfen, dass wenigstens das IPI dafür sorgen würde, dass mit der
Geheimhaltung gebrochen wird, um die Öffentlichkeit über
mögliche getroffene Absprachen zu unterrichten, was offenbar nicht
geschah. Insofern verlagert sich die Glaubwürdigkeit des IPI in meinen
Augen auf die Ebene der üblichen für uns aufgebauten
Fassaden.
Die der Schweigepflicht
unterliegenden Teilnehmer bezeichnen die Konferenz, wenn sie sich
überhaupt äussern, als private Zusammenkunft, eine Aussage, die
hinsichtlich ihres Wahrheitsgehalts ungefähr der Behauptung entspricht,
die EU-Verfassung bringe ihren Bürgern mehr direkte Demokratie. Was an
Informationen zu uns gelangt, verdanken wir in der Hauptsache den
Internetseiten von Tony Gosling (England) und James P. Tucker von der American
Free Press. Diesjährige Themen waren vermutlich die Beziehungen zwischen
Europa und den USA, der Irak sowie der Mittlere Osten und die Nato. Wie Richard
Greaves darlegt, ist die seit Jahren vor sich gehende, sich gegenwärtig
jedoch hochgradig beschleunigende «Zentralisierung der Macht» mit
grosser Wahrscheinlichkeit den Übereinkommen zuzuschreiben, die auf den
Bilderberger-Treffen erzielt werden. Unter dieser Macht lässt sich
inzwischen nichts anderes mehr als die uns ständig nahegebrachte
«neue Weltordnung» - ein anderes Etikett für die Weltregierung
- verstehen. Die Bilderberger kommen aus allen Bereichen, Geheimdienste und
Hochfinanz eingeschlossen. Von Anfang an wurde danach getrachtet, Personen als
Teilnehmer zu gewinnen, die später Spitzenpositionen in ihren Ländern
antraten, so z.B. Blair, Clinton, Solana, Bolkestein, Trichet, Lord Robertson,
der an der Spitze des EU-Parlaments stehende Pat Cox und jetzt wieder Jaap G.
de Hoop Scheffer. Auch Kohl und Schröder werden als Bilderberger
bezeichnet. Nicht umsonst nehmen auch immer wieder EU-Kommissare teil, wie
Günther Verheugen, dem gegenwärtig die Erarbeitung einer
«Kommunikationsstrategie» obliegt, mit der die öffentliche
Meinung in den EU-Ländern auf den geplanten Beitritt der Türkei
vorbereitet werden soll. Es sei vermerkt, dass die EU der Türkei 1999 in
Helsinki auf Druck der USA hin den Status einer Beitrittskandidatin
einräumte.
Kriege zur Zerstörung
der nationalen Souveränität
Die Vorstufe einer
Weltregierung bedeutet in Wirklichkeit nichts anderes als die Zerstörung
der nationalen Souveränität der Staaten, was gleichbedeutend mit der
Überführung der Macht in eine Handvoll supranationaler, nicht
gewählter Organisationen ist, die gegenüber niemandem verantwortlich
sind. So schreiben Christopher Booker und Richard North bei der Besprechung des
Buches von John Laughland «The great Deception: The Secret History of the
European Union» im englischen Spectator vom 29.11.03, dass der
Kosovo-Krieg explizit deswegen geführt wurde, um die Zerschlagung der
nationalen Souveränität zu erzielen, da deren Vernichtung den
Grundstein zur Errichtung eines internationalen Systems bildet. John Whitley
hat in seinem Bericht zum Bilderberger-Treffen im Mai 1998 in Ayrshire,
Schottland, dargelegt, welche Mechanismen bereits von 1996 an erwogen wurden,
um den Kosovo-Krieg auszulösen, und führende Serben Jugoslawiens
haben die Bilderberger für den Krieg verantwortlich gemacht, der zum Sturz
von Slobodan Milosevic führte (Jonathan Duffy von der BBC News Online,
http://news.bbc.co.uk /1/hi/magazine/3773019.stm\t_new).
Wie Conrad C. Stein1
schreibt, vertrat der eigentliche Initiator der Bilderberger, der Pole und
Jesuit Joseph Retinger (1888-1960), schon früh die Idee einer
föderalen Union von nachbarschaftlich verbundenen europäischen
Staaten, in der diese Teile ihrer Souveränität aufgeben. Nach dem
Zweiten Weltkrieg war Retinger Generalsekretär der Economic League for
European Cooperation, aus der die Europäische Bewegung hervorging. Booker
und North verdanken wir ferner den Hinweis, dass zwischen 1949 und 1960 zwei
Drittel der dieser Bewegung zur Verfügung stehenden Mittel von der CIA
finanziert wurden. Weitere, aus einer Geheimkasse des US-Aussenministeriums
stammende Zuschüsse erhielt die Brüsseler Zentrale der Bewegung von
dem 1949 gegründeten Amerikanischen Komitee für ein Vereinigtes
Europa, dessen stellvertretender Vorsitzender der CIA-Direktor Allen Dulles
war. So haben die US-Regierung und insbesondere die CIA und das
Aussenministerium eine Schlüsselrolle bei der Schaffung eines
supranational vereinigten Europas gespielt. Wenig bekannt ist der Fakt, dass
die US-Regierung die italienische Loge Propaganda Due (P2) mit enorm hohen
Summen unterstützte. Die CIA nutzte die Einrichtung, um in den siebziger
Jahren günstige Bedingungen für eine regelrechte Explosion des
Terrorismus in Italien und in anderen Ländern zu schaffen.2
Nicht ein Hauch von
Demokratie
Der Bilderberger Giovanni
Agnelli liess sich wie folgt vernehmen: «Die europäische Integration
ist unser Ziel, und wo die Politiker versagten, werden wir Industriellen
erfolgreich sein.» Dazu sind sie auf dem besten Weg, denn der Einfluss
der multinationalen Konzerne ist in stetem Wachsen begriffen. Der erste
Vorsitzende der Bilderberger, Prinz Bernhard der Niederlande, bekannte:
«Es ist schwierig, die im Nationalismus aufgewachsenen Völker
umzuerziehen und sie an die Idee zu gewöhnen, ihre Souveränität
an übernationale Organisationen abzutreten.» Es darf nicht verkannt
werden, dass letztere auch nicht einen Hauch von Demokratie aufweisen. Er
machte auch keinen Hehl aus dem Hauptziel der Bilderberger, eine Weltregierung
und eine globale Armee durch die Uno einzusetzen. Zwar verfügen die
Bilderberger nicht über eine Exekutive, es stehen ihnen jedoch
mächtige nationale und transnationale Instrumente zur Verfügung, um
ihre Interessen, die ganz offenbar nicht die unsrigen sind, unter Umgehung der
nationalen Parlamente zu koordinieren. Im Zusammenhang mit dem, was als
Umgehung bezeichnet wird, sei daran erinnert, dass der für das
Machtgefüge entscheidende institutionelle Teil der EU-Verfassung nicht
etwa in den Arbeitsgruppen des Konvents erstellt, sondern von Giscard d'Estaing
und dem von ihm beherrschten Konventspräsidium mehr oder weniger diktiert
wurde. Merkwürdig ist der Zusatz, der sich bei dem jetzt an der Konferenz
anwesenden holländischen Parlamentsmitglied Bert Koenders findet:
«President of the Parliamentary Network of the World Bank». Einen
Hinweis auf ein derartiges Netzwerk konnte ich bislang nirgends finden. Es
stellt sich somit die Frage, ob dieses mit dem Ausschuss 133 zusammenarbeiten
soll, damit ein zusätzliches, über die Weltbank laufendes Lobbying
aufgebaut werden kann. Der Ausschuss 133 regelt die Zuständigkeiten der
Mitgliedsstaaten der EU bei Verhandlungen über Handelsfragen. Dort haben
sich die Beauftragten der transkontinentalen Gesellschaften eingenistet. Er
unterliegt keinerlei Kontrolle, da er in den Statuten und Verträgen der EU
gar nicht vorkommt, was den Ausschuss 133 nicht daran hindert, die Interessen
und Gesichtspunkte der wichtigsten transnationalen Gesellschaften und
Finanzgruppen Europas vor jeder neuen Verhandlungsrunde unter einen Hut zu
bringen.3 Ich zweifle daran, dass dieser Ausschuss der Mehrheit der
EU-Parlamentsmitglieder überhaupt bekannt ist. Offenbar sind auch die
wenigsten über die Bilderberger-Treffen orientiert.
«Was wir brauchen, ist
die eine richtig grosse Krise»
Der wie üblich anwesende
David Rockefeller liess sich bereits 1994 vor dem Wirtschafts-ausschuss der
Vereinten Nationen (UN Business Council) wie folgt vernehmen: «Wir stehen
am Beginn eines weltweiten Umbruchs. Alles, was wir brauchen, ist die eine
richtig grosse Krise und die Nationen werden die ÐNeue Weltordnungð
akzeptieren.» Wie man solche Krisen auslöst, dürfte
mittlerweile jedermann klar sein. Dem Buch von Robin de Ruiter «Der 11.
September 2001 - Osama bin Ladin und die okkulten Kräfte hinter den
Anschlägen auf die USA» ist eine weitere vielsagende, an Arroganz
nicht zu überbietende Erklärung David Rockefellers zu entnehmen.
Dieser sagte an der Bilderberger-Konferenz im Juni 1991 in Baden-Baden:
«Wir sind der ÐWashington Postð, der ÐNew York Timesð,
dem Time Magazine und anderen grossen Publikationen dankbar, deren Direktoren
seit fast vierzig Jahren unseren Treffen beigewohnt und ihr Versprechen der
Verschwiegenheit gehalten haben. Es wäre für uns unmöglich
gewesen, unseren Plan für die Welt zu entwickeln, wenn wir während
dieser Jahre dem Licht der Öffentlichkeit ausgesetzt worden wären.
Inzwischen ist aber die Welt höher entwickelt und darauf vorbereitet,
einer Weltregierung entgegenzugehen. Die supranationale Souveränität
einer intellektuellen Elite und der Weltbanker ist mit Sicherheit der
nationalen Selbstbestimmung vorzuziehen.»
EU und USA: gemeinsam
für eine «neue Weltordnung»
Der im November 2003 in
Princeton gehaltenen Grundsatzrede des deutschen Aussen-ministers Joseph
Fischer ist folgendes zu entnehmen: Fischer hat der US-Administration eine
gleichberechtigte Partnerschaft offeriert, um den Kampf für eine
«neue Weltordnung» gemeinsam zu gewinnen. Die neue Weltordnung
werde internationale Ordnungsverluste beseitigen und eine positive
Globalisierung durchsetzen. Dabei müssten sämtliche Mittel zur
Anwendung kommen, so dass kriegerische Gewaltaktionen ausdrücklich nicht
ausgeschlossen sind. Vielmehr gelte es, die militärischen Fähigkeiten
Europas zu stärken. Deswegen, so Fischer, hätten Deutschland und die
EU ihrer Politik einen erweiterten Sicherheitsbegriff zugrunde zu legen. Der
europäischen Aufrüstung müsse quantitativ wie qualitativ
Priorität eingeräumt werden. - Die Ankündigung kriegerischer
Handlungsoptionen durchzieht die gesamte Grundsatzrede. Sie ist aus meiner
Sicht nichts anderes als die totale Unterordnung der EU unter die Ziele der
Hegemonialmacht USA. Es ist bekannt, dass Fischer den Aussenministerposten der
EU anstrebt, und dieser will verdient sein.
Nicht umsonst wurde Fischer
in der «International Herald Tribune» vom 14. Mai 2004 mit
folgenden Worten zitiert: «We need the United States; we need the moral
leadership of the United States.» Tiefer kann er in meinen Augen gar
nicht mehr sinken. Wo hätten die USA in den Jahrzehnten nach dem Zweiten
Weltkrieg in ihrer Aussenpolitik eine Moral offenbart? Hierzu Michel
Chossudovsky in einem Vortrag vom Dezember 2003: «Die Kriege in
Afghanistan und Irak sind Teil einer umfassenderen militärischen Agenda.
Die Zeit nach dem Ende des kalten Krieges ist darüber hinaus von
zahlreichen US-amerikanischen Geheimdienstoperationen auf dem Gebiet der
ehemaligen Sowjetunion gekennzeichnet, welche dem Ziel dienten,
Bürgerkriege in mehreren früheren Sowjetrepubliken zu provozieren
bzw. eskalieren zu lassen, wie dies in Tschetschenien (innerhalb der russischen
Föderation), Georgien und Aserbaidschan geschehen ist. In den
letztgenannten Ländern wurden diese geheimen Operationen mit dem Ziel der
strategischen Kontrolle über Korridore für Öl- und Gasleitungen
durchgeführt. Die Entwicklung der US-amerikanischen Kriegsmaschinerie
dient dazu, das ökonomische Einflussgebiet der USA zu
vergrössern.» Die von Berlin abgesegneten Bestimmungen des
EU-Verfassungsentwurfs, die sämtliche EU-Mitglieder dazu verpflichten,
ihren Rüstungshaushalt fortlaufend zu erhöhen, passen genau in dieses
Bild. Soviel für den «Frieden», der die EU-Bürger
erwartet.
Den USA die Hegemonie
streitig machen?
Für mehr als bedenklich
halte ich auch die Vorstellung der deutschen Aussenpolitik, den Versuch zu
unternehmen, den Angriffskrieg gegen den Irak für eine
«Neuordnung» der gesamten Region zu nutzen. In einem
Strategiepapier zur «Neuordnung im Irak nach europäischen
Prinzipien» werden die «progressive Überwindung» der
bisherigen politischen Ordnung und der schnelle Abbau der bestehenden Grenzen
gefordert. Kurz vor Beginn des Krieges gegen den Irak hatte Werner Weidenfeld,
Direktor des Zentrums für angewandte Politikforschung (CAP) und Mitglied
des Präsidiums der Bertelsmann-Stiftung, erklärt, es sei die
Gelegenheit gekommen, den USA die Welthegemonie streitig zu machen; die EU,
eine Weltmacht im Werden, müsse diese Chance nutzen.4 Die
militärische Niederschlagung der irakischen Regierung und die Besetzung
des Landes durch die USA und ihre Verbündeten waren ganz offenbar
stillschweigend vorausgesetzt worden. Dies wirft auch ein Licht auf den
Stellenwert, den derartige Konzepte der Bevölkerung zubilligen, sei es die
des Iraks oder die der EU. Wie sich folgern lässt, ist dieser so gut wie
inexistent. Darüber hinaus wird eine solche Neuordnung, wie sie auf dem
Balkan vorangetrieben wurde, auch für Asien und Afrika gefordert. Wie man
nach zwei Weltkriegen und den derzeit rund 30 Krisenherden noch Ideen von solch
abgrundtiefer Anmassung äussern kann, ist nicht nachvollziehbar
(http://www.german-foreign-policy.com/de/news/article/ 1049320800.php, 3.4.03).
Im übrigen war schon im
Mai 2002 auf der Bilderberger-Konferenz in Chantilly, Virginia / USA, bei der
Donald Rumsfeld vertreten war, die Rede vom Irak-Krieg. Ganz oben auf der
Agenda fand sich der Punkt, wie sich der Krieg gegen den Terrorismus ausbeuten
liesse, um die Kontrolle einer Welt ohne Grenzen durch die Bilderberger zu
verstärken und gleichzeitig enorme Gewinne zu erzielen. Dort hiess es
ferner, dass versucht würde, den Antiterrorkrieg dafür zu nutzen, um
ein altes Ziel voranzubringen, das schon Prinz Bernhard der Niederlande
propagierte, nämlich die Nato formell als die stehende Armee der Uno zu
etablieren; weitere Punkte waren die Möglichkeit, der Welt eine Uno-Steuer
aufzuerlegen, die globale Kontrolle des privaten Waffenbesitzes zu erzielen und
die Wirtschaftsgemeinschaft Free Trade Area of the Americas als einen Schritt
zu präsentieren, der notwendig sei, um zukünftige Angriffe
abzuwehren. James P. Tucker von der American Free Press bezeichnet die
Bilderberger als Herren von Marionetten, als «puppetmasters», die
den Internationalen Währungsfonds, die Weltbank, die G-8-Staaten, die
Nato, die Uno, die USA und die EU beherrschen (http://www.bilderberg.
org/2002.htm).
Schwächung von
Souveränitätsrechten - «Vorbild» EU
Bei der Konferenz im Mai 2001
in Gothenburg, Schweden, befasste man sich unter anderem mit der Frage der
Abschaffung des englischen Pfund Sterlings sowie der Stützung einer
starken Nato-Allianz. Den Bilderbergern wird im übrigen der Sturz Margaret
Thatchers zugeschrieben, da sie gegen die Abtretung der Souveränität
Englands an die EU und gegen den Beitritt zur gemeinsamen Währung war.
Dies bestätigte Lady Thatcher in der Folge in einem persönlichen
Gespräch mit einem Reporter von James Tuckers Spotlight. Während
Präsident Bush 2001 grosse Anerkennung für seine Propagierung der
Free Trade Area of the Americas gezollt wurde, zeigten sich sämtliche
Teilnehmer darüber enttäuscht, dass er das Kyoto-Abkommen, eines der
Bausteine der Kampagne der Bilderberger für eine Weltregierung, ablehnte.
Sie drückten jedoch ihre Zuversicht aus, dass Bush unter Druck dennoch
dazu gebracht werden könnte, eine Art von «globalem
Erderwärmungspakt» zu unterstützen, der die Kontrolle der Uno
über die ganze Welt verbessern würde (The Spotlight, Vol. XXVII, Nr.
23, 4.6.2001). Auf dieser Konferenz wurde auch betont, dass von seiten des
Kongresses keine Barrieren gegen den Beitritt Chinas zur WTO aufgebaut werden
dürften (http://www.bilderberg.org/2001.htm).
Schon der Vertrag von Nizza
schafft Souveränitätsrechte der Bürger in 30 Bereichen ab, so
z.B. bei der Zusammensetzung der Kommission, dem Asylrecht und der
Einwanderung. Die neue EU-Verfassung sieht neben der Übergabe von Teilen
der nationalen Souveränität an Brüssel unter anderem auch die
Abtretung der Kontrolle der Mitgliedsstaaten über die Steuerung der
Geldmenge (Geldumlauf) in ihrem Land vor, was dem Verlust einer
eigenständigen monetären Politik gleichkommt. Was England betrifft,
so möchte Blair nicht alle Rechte an die EU abgeben. Die Regierung, so
Blair, werde sicherstellen, dass Grossbritannien die Kontrolle über sein
Steuerwesen, das Sozial- und Justizsystem sowie über die Verteidigungs-
und Aussenpolitik behalte. Als Teil der anglo-amerikanischen Ölmacht und
verlässlicher Partner der USA im Irak-Krieg dürfte ihm das ohne Frage
gelingen. Es ist bereits verschiedentlich darauf hingewiesen worden, dass bei
der Annahme der EU-Verfassung einer der bedenklichsten Aspekte darin liegt,
dass über internationale Handelsverträge wie z. B. das
Dienstleistungsabkommen GATS künftig nicht mehr in den Parlamenten der
Mitglieds-staaten entschieden würde, sondern direkt auf EU-Ebene. Es hat
nicht den Anschein, als würden Parlamentarier respektive Abgeordnete
erkennen, was das bedeutet.
Die
Konferenzteilnehmer
In der Regel pflegen sich die
EU-Kommissare, in diesem Jahr waren Frits Bolkestein, Mario Monti und Antonio
Vitorino geladen, nicht über ihre Teilnahme zu äussern. Auf der
Teilnehmerliste, bei der man nicht mit Sicherheit sagen kann, ob sie
vollständig ist, findet sich ein EU-Koordinator zur Terrorabwehr, Gijs M.
de Vries, was die Assoziation mit gesteigerten Überwachungsmassnahmen
weckt. Es ist nicht auzuschliessen, dass Herr de Vries, dessen Posten
völlig neu zu sein scheint, einige präzise Hinweise über die von
der Administration Bush gewünschte Ausrichtung der EU-Antiterrormassnahmen
erhielt. Es ist unglaublich, mit welcher Hartnäckigkeit und Arroganz die
USA beiseite schieben, dass sie die Saat der in den Staaten des Nahen Ostens
aufkeimenden Gegenwehr durch ihr jahrelanges Paktieren mit deren repressiven
Regimes mitgesät haben. - Bundesrat Pascal Couchepin war erneut anwesend,
wie schon zuvor im Mai 2002 in Chantilly und im Mai 2001 in Gothenburg. Von
Schweizer Seite waren ferner Daniel Borel von der Logitech International S.A.
vertreten sowie Daniel Vasella (auch in 2000, 2001, 2002 und 2003).
Was Jean-Claude Trichet, den
Präsidenten der Europäischen Zentralbank betrifft, so sei daran
erinnert, dass er letztes Jahr zusammen mit Giscard d'Estaing an der
Bilderberger-Konferenz vom 15. bis 18. Mai in Versailles teilnahm. Zuvor war er
1995 in Zürich, danach im Jahr 2000 in Brüssel und 2002 in Chantilly
vertreten. Nach der Rückkehr von Trichet und Giscard d'Estaing wurde die
Anklage gegen Trichet, Anfang der neunziger Jahre als hoher Beamter im
Finanzministerium seine Aufsichtspflichten nicht erfüllt und Beihilfe bei
der Fälschung von Bilanzen des Crédit Lyonnais geleistet zu haben,
am 18.6.2003 fallengelassen. Jacques Chirac verfügte, dass der Prozess
gegen Trichet einzustellen sei, wodurch eventuelle Verfehlungen Trichets nicht
geklärt sind. Der Gedanke, dass es den Amerikanern durchaus recht sein
dürfte, dass der EZB-Chef eine Art «Vorlast» mitbringt, ist
nicht ganz abwegig. Denn alte Skandale können immer wieder dazu dienen,
ausgepackt zu werden, um die fragliche Person wieder «auf den richtigen
Weg zu bringen», sollte sie von diesen abgewichen sein.
Von den eigentlichen
Kriegshetzern war nur Richard Perle als vehementer Befürworter des
Irak-Kriegs, auf den er und das neokonservative Netzwerk seit Jahren
hingearbeitet hatten, anwesend. Den Vorsitz des einflussreichen
Pentagon-Beratergremiums «Defense Policy Board» musste er
allerdings auf Grund seiner Gier, seinen politischen Einfluss auch in
astronomisch hohe Beraterhonorare und Schmiergelder umzumünzen, inzwischen
aufgeben. Da jedoch die Moral als Gradmesser weder bei den Bilderbergern noch
beim World Economic Forum in Davos, wo Leute wie Cheney und Powell mit allen
Ehren empfangen werden, eine Rolle zu spielen scheint, ist die Anwesenheit
eines Mannes wie Perle in keiner Weise störend, ebensowenig wie die
Kissingers, der Jahr um Jahr zugegen ist.
Zu John L. Thornton,
Professor an der Tsinghua University, Mitglied des Council on Foreign Relations
und Vorsitzender der Brookings Institution in Washington, wäre zu
vermerken, dass die Brookings Institution recht suspekte Aufträge
ausführt. Am 19. November 2002 bildete es einen offiziellen Think tank, um
Haiti die «Demokratie» aufzuzwingen. Dieser Think tank
unterstützte in der Folge diejenigen Gruppen in Haiti, die damit
beauftragt waren, die Opposition gegen Aristide zu organisieren. Es sollte
niemanden überraschen, dass zu diesem Zweck auch das International
Republic Institute (IRI) und die CIA zugeschaltet wurden.
Council on Foreign
Relations
Da insgesamt sechs Vertreter
des Council on Foreign Relations (CFR) anwesend waren, sollte nicht
unerwähnt bleiben, was Conrad C. Stein über dieses Gremium schreibt:
«Als geistiger Urheber des 1921 gegründeten CFR gilt Edward Mandell
House, von dem es heisst, dass er Präsident Wilson beherrschte und von
1913 bis 1921 als mächtigste Person der USA angesehen wurde. Sein Ziel war
es, die USA einem supranationalen Sozialismus zuzuführen. Die Mitglieder
des CFR beherrschen nicht nur die US-Regierung, sondern auch die akademische
Welt, die grössten US-Unternehmen und riesige steuerfreie Stiftungen (wie
z.B. die Rockefeller- und die Carnegie-Stiftung). Die meisten Amerikaner haben
vom CFR noch nie etwas gehört und glauben immer noch, dass sie bei den
Präsidentschaftswahlen eine gewisse Wahl hätten. In Wirklichkeit
haben die US-Bürger seit mehr als einem halben Jahrhundert nur noch die
Wahl zwischen den verschiedenen Mitgliedern des CFR und der Trilateralen
Kommission. Konteradmiral Chester Ward, der selbst 16 Jahre lang Mitglied des
CFR war, warnte das amerikanische Volk: Die mächtigste Clique in diesen
elitären Gruppen hat nur ein gemeinsames Ziel: Sie will die
Souveränität und die nationale Unabhängigkeit der USA
beseitigen. Der Kongressabgeordnete John R. Rarick bezeichnet das CFR als einer
ÐEine-Welt-Regierungð verpflichtet; die Finanzierung erfolgt durch eine
Anzahl der grössten steuerbefreiten Stiftungen, und der Einfluss des CFR
erstreckt sich auf Finanzen, Handel, Arbeit, Militär und Massenmedien.
Dank seiner engen Verflechtung mit dem US-Aussenministerium war es dem CFR auch
gelungen, die Gründung der Uno, die natürliche erste Stufe zur
Weltregierung, zu verwirklichen. Die zweite Stufe war die regionale
Verschmelzung von Nationen zu grösseren wirtschaftlichen und anschliessend
politischen Einheiten (wie z.B. die EU oder die Nafta). Auf einer dritten
Stufe, so heisst es, bewirkt die fortgesetzte Verschmelzung der grösseren
Handelsblöcke, dass diese ihre politische Selbständigkeit und
Souveränität verlieren und zu blossen Verwaltungsbezirken
absinken.» Dieses Konzept finden wir bereits 1950 in «War and
Peace» von John Foster Dulles, der folgendes sagte: «Die Vereinten
Nationen stellen keine endgültige Stufe in der Entwicklung einer
Weltordnung dar, sondern bilden nur ein elementares Stadium. Daher besteht ihre
wesentliche Aufgabe darin, die Bedingungen zu schaffen, die eine höher
entwickelte Organisation ermöglichen.» Wie es heisst, fördern
die Bilderberger auch die Vorstellung, dass die Idee einer nationalen
Souveränität antiquiert und regressiv ist.
Gegen den Teilnehmer Dermot
Gleeson aus Irland, Vorsitzender der Allied Irish Bank Group, läuft
gegenwärtig eine Untersuchung wegen von ihm persönlich sowie von
seinem Unternehmen begangener Steuerhinterziehung. Auch diesem Umstand ist kein
Gewicht beizumessen, gehört es doch inzwischen zu der Strategie der
Konzerne, wenig oder keine Steuern zu bezahlen, in der EU bestehende
Niedrigsteuerinseln nach Massgabe zu nutzen und sich in den Ländern, in
die sie ihre Unternehmen verlegen, nach Möglichkeit eine mehrere Jahre
lang währende Steuerfreiheit auszubedingen. Wer für die Infrastruktur
eines Staates aufkommt, beschäftigt sie nicht weiter.
Widerspruch wird nicht
geduldet
Der deutsche
Bundesinnenminister Schily hatte sich auch letztes Jahr bei den Bilderbergern
eingefunden. Schily hatte sich am 22. April 2002 gegenüber dem Spiegel
(Nr. 17) wie folgt geäussert: «Der Grad der Gefährdung der
Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen durch islamische Krieger
hängt wesentlich von Art und Umfang der Beteiligung deutscher Truppen am
Kampf gegen die al-Kaida ab. [...] Je mehr sich die Bundesrepublik
international am Kampf gegen den Terror beteiligt, desto eher werden wir zu
dessen Angriffsziel». Dies dürfte den Amerikanern kaum gefallen
haben, so dass er vermutlich erneut eingeladen wurde, um ihm nahezulegen, dass
er diese Auffassung ein wenig revidieren möge. Es ist im übrigen
unbegreiflich, wieso das Innenministerium der BRD trotz der astronomisch hohen
Arbeitslosenzahl nicht etwa ein Rückwanderungsgesetz, sondern ein
Einwanderungsgesetz ausarbeitet.
Generell stellt sich die
Frage, wie es der Mehrheit der Politiker gelingt, an den bereits in Kraft
getretenen, die Souveränität der Nationen einschränkenden
respektive aufhebenden Gesetzen, die ganze Teile unserer hart erkämpften
Demokratie in einem Handstreich zu nehmen drohen, ganz einfach vorbeizugehen
und sich ihren Auswirkungen zu verschliessen. Die Agenda 21 und GATS bilden das
unmittelbare Gerüst, auf dem die Entmachtung des Bürges ihren
Fortgang nimmt. Es scheint sie in keiner Weise zu beunruhigen, und man hat
leider auch den Eindruck, dass die beiden Vertragswerke von den Abgeordneten
und sonstigen Volksvertretern weder gründlich gelesen, noch in ihrer
ganzen Tragweite erfasst worden sind. Sonst könnte die
«Nachhaltigkeit», der Schlüsselbegriff der von der Uno
verordneten Agenda 21, die das Einheitsnetz mit den von allen Nationen in
gleicher Weise zu vollziehenden Gesetzen bildet, nicht mit der
Unbekümmerheit, wenn nicht Ahnungslosigkeit, verwendet werden, wie dies
der Fall ist. Ob die Uno-Gesetze der jeweiligen Struktur eines Landes
entsprechen, spielt absolut keine Rolle. Es stellt sich ferner die Frage,
inwieweit sich die Journalisten Rechenschaft darüber ablegen, was die
Souveränität eine Staates für den Bürger bedeutet. Als der
französische Abgeordnete der Vendée, Vicomte de Villiers, im
November 2003 im Namen derjenigen Franzosen, die keine Aufnahme der Türkei
in die EU wünschen und auch nichts von einem föderalen Europa wissen
wollen, eine Volksabstimmung über die Erweiterung und die künftige
EU-Verfassung verlangte, griff er laut der «Neuen Zürcher
Zeitung» «in die Mottenkiste nationalstaatlicher Nostalgie und
nationalistischer Demagogie». Ein für meine Begriffe nicht nur
absolut arroganter, sondern auch regelrecht absurder Kommentar. Ferner heisst
es in der «Neuen Zürcher Zeitung», dass sich Villiers
bezüglich des seiner Ansicht nach längst vorbereiteten Beitritts der
Türkei - womit er den Nagel auf den Kopf trifft - zu der Frage verstieg,
ob man Europa oder Eurasien schaffen wolle. Als ob ihm diese nicht
zustünde. Diese bewegt heute alle EU-Bürger, die schon jetzt unter
der ihnen mit der letzten Erweiterung aufgebürdeten finanziellen Last
stöhnen und die den Beitritt der Türkei keineswegs positiv sehen.
Vermutlich wird ihnen ihre neue Verfassung jedoch auch in diesem Punkt kein
Mitbestimmungsrecht einräumen, entgegen der lauthals verkündeten
verstärkten Bürgernähe.
Der Bürger wird
missbraucht
Im übrigen sollte sich
niemand irgendwelchen Illusionen hingeben. Zumindest auf einer Ebene
funktioniert die Uno bereits seit langem absolut reibungslos als Weltregierung.
Im Prinzip lässt sie jeden Krieg geschehen, ob ethnischer oder
strategischer Natur. Danach engagiert sie die «Internationale
Gemeinschaft», nämlich uns, die Steuerzahler, und nicht etwa die
Rüstungs- oder Ölindustrie, um die Kriegskosten, die Friedens-
respektive Besatzungstruppen, den Wiederaufbau und die Flüchtlingshilfe zu
-finanzieren. Obwohl die westlichen Nationen in kaum mehr zu tilgender Weise
überschuldet sind, erhebt sich von seiten ihrer Regierungen kein
Widerstand gegen diesen, von mir als regelrechten Missbrauch des Bürgers
angesehenen Kreislauf. Insofern fühle ich mich von meiner Regierung
regelrecht preisgegeben. Man überlege sich einmal die herrschende
Enthemmtheit, die es ermöglicht, dass bei der zweiten Afghanistankonferenz
in Berlin über 700 Delegierte aus 56 Ländern zugegen waren, was neben
den Afghanistan von der EU für die nächsten drei Jahren zugesagten
rund 6,7 Milliarden Euro erneut ungeheure Kosten für den deutschen
Steuerzahler verursacht haben muss. Eine Handvoll von Leuten hätte bei der
in diesem gepeinigten Land herrschenden verfahrenen Situation, die wir
ebenfalls den USA und ihrer «moralischen Führung» verdanken,
vollauf genügt. Zbigniew Brzezinski, der Sicherheitsberater von
Präsident Carter und eine der Schlüsselfiguren beim Aufbau des
al-Kaida-Netzwerks durch die CIA anlässlich des Krieges zwischen der
Sowjetunion und Afghanistan, gab 1998 in einem Interview mit der
französischen Zeitung «Le Nouvel Observateur» zu, dass im
Gegensatz zu der offiziellen Version der Vorgänge, die Hilfe der CIA an
die Mujaheddin bereits sechs Monate vor der Invasion der Sowjetunion in
Afghanistan einsetzte. Deren Aufbau war dazu beabsichtigt, die Invasion zu
provozieren. Brzezinski brüstete sich daher damit, «die Russen in
die afghanische Falle gelockt zu haben».
Man sollte ferner nicht
übersehen, dass die Bilderberger-Konferenzen meist kurz vor einem
G-8-Gipfel abgehalten werden, wie jetzt auf Sea Island und letztes Jahr in
Evian. Hierzu schreibt die kanadische Zeitung «The Gateway» am 4.
Juni: Der Zweck der Bilderberg-Treffen besteht darin, eine inoffizielle
Übereinstimmung zu erzielen, um anschliessend mittels der formellen Organe
der Regierungen, wie z.B. das G-8-Gremium, auf die Umsetzung des Konsenses
hinzuarbeiten (http://www.freepressinternational.com/bildercanada.html).
Nachdem die USA wiederholt gerade diejenigen Führer von Ländern
gestürzt haben, die den Reichtum der Bodenschätze mit ihrer
Bevölkerung teilen wollten, und statt dessen wo immer möglich die
Kooperation mit Diktatoren eingingen, wünschte sich Bush am G-8-Gipfel
jetzt plötzlich die Förderung der Demokratie. Zwecks Umsetzung dieser
neuen Ausrichtung, von der sich die USA vermutlich versprechen, unter
veränderten Vorzeichen weiterhin die Hand auf fremde Ressourcen halten zu
können, wünschten sich die USA daneben die Finanzierung einer Reihe
von Demokratisierungsprozessen durch die G-8-Staaten. Wie man sieht, existieren
nirgendwo auch nur die geringsten Hemmungen, sich des Zugriffs auf die
Steuergelder der G-8-Staaten zu versichern. Auch wenn Schröder keinen
Bedarf zur Verteilung zusätzlicher Gelder sieht, werden die G-8-Staaten
noch in diesem Jahr ein «Forum für die Zukunft» schaffen, um
mit den muslimischen Ländern den Dialog aufzunehmen, was nichts anderes
bedeuten kann, als dass die «Internationale Gemeinschaft» in Tat
und Wahrheit erneut die finanzielle Basis erstellen wird. Ausserdem hatten die
Amerikaner das Ansinnen gestellt, den auf 120 Milliarden USDollar
geschätzten Schuldenberg des Irak weitgehend zu streichen, wozu weder
Russland noch Frankreich bereit waren. Auch hier werden die Steuerzahler der
G-8-Staaten in der Folge nicht darum herumkommen, dem Irak trotz dessen
immensen Ölreichtums einen substantiellen Teil ihrer ausstehenden Guthaben
erlassen zu müssen. Und da möchte uns Bundesrat Couchepin glauben
machen, dass nach seiner Überzeugung ein Forum wie das der G-8-Staaten
eine positive Rolle spiele, zumal es nur eine informelle Rolle einnehme und
keine Entscheidungsbefugnisse habe. Mit dieser Überzeugung dürfte er
ganz allein dastehen.
Auch wenn dem Internet keine
konkreten Hinweise auf diesjährige Konferenzbeschlüsse zu entnehmen
sind, so bleibt es dennoch offensichtlich, dass das von den Bilderbergern
angestrebte Ziel der Weltregierung unvermindert verfolgt wird. Eine solche
wäre nicht so erschreckend, wenn ihr Konzept nicht klar erkennen liesse,
dass sie nicht etwa den Einbezug der Stimmen der Völker vorsieht, sondern
im Gegenteil deren vollständige Ausschaltung und Unterwerfung.
1 Conrad C. Stein, «Die
Geheime Weltmacht. Die schleichende Revolution gegen die Völker»,
Tübingen 2001, ISBN 3-89180-063-0
2 Andreas von Bülow:
«Im Namen des Staates - CIA, BND und die kriminellen Machenschaften der
Geheimdienste», München August 2002, ISBN 3-492-23050-4
3 Jean Ziegler: «Die
neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Widersacher», München
2002, ISBN 3-570-00679-4
4 Vgl. Strategiepapier mit
Skizze einer europäischen Strategie für den Irak,
www.cap.uni-muenchen.de. Zum Europäischen Plan für die Neuordnung des
Iraks nach dem Regimewechsel: www.bertelsmann-stiftung.de
Der gesamte englischsprachige
Bericht über die diesjährige Konferenz ist auf
www.bilderberg.org/2004.htm. Eine deutsche Website ist
www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/4258/1.html.
Zu empfehlen ist auch die
Lektüre folgender Bücher:
Hankel, Nölling,
Starbatty, Schachtschneider: «Die Euro-Illusion. Ist Europa noch zu
retten?», Hamburg 2001, ISBN 3-499-23085-2
Chossudovsky, Michel:
«Global brutal», Verlag Zweitausendeins im Versand, Postfach,
D-60381 Frankfurt am Main, ISBN 3-86150-441-3
Epperson, Ralph A.:
«The Unseen Hand - An introduction to the conspiratorial view of
history», Publius Press 3100 So. Philamena Pl Tucson Arizona 85
730,
16th edition 1995, ISBN
0-9614135-0-6 |