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«Beherrsche die
Energie, und du beherrschst die Nationen. Beherrsche die Nahrung, und du
beherrschst die Menschen.» (Dem
ehemaligen US-Aussenminister Henry Kissinger zugeschrieben)
Im Juni 2003 erklärte
Präsident George W. Bush die Aufhebung eines 8jährigen Verbots der
Europäischen Union für genetisch veränderte Pflanzen zu einer
Angelegenheit von strategischer Priorität für die USA. Dies geschah
nur wenige Tage nach der US-Besetzung von Bagdad. Das Timing war nicht
zufällig. Seither ist der Widerstand innerhalb der EU gegenüber
genetisch veränderten Pflanzen zerbröckelt, ebenso wie der Brasiliens
und anderer Schlüsselländer für landwirtschaftliche Produkte.
Ein Jahr zuvor war die Zukunft des genetisch veränderten Getreides noch
unklar gewesen.
Jetzt, nach einigen Monaten
und enormem Druck, sind die Strategen einer Vorherrschaft durch genetisch
veränderte Pflanzen im Begriff, eine Kontrolle über die globale
menschliche und tierische Nahrungsmittelkette auszuüben, wie sie nie zuvor
von einer einzelnen Nation oder Macht ausgeübt wurde.
Die gegenwärtige Debatte
über das Wesen der Biotechnologie und der genetischen Veränderung von
Grundnahrungsmitteln wie Mais oder Sojabohnen geht am Wesentlichen vorbei. Die
Umwandlung der weltweiten Landwirtschaft durch eine kleine Elite von
Biotech-Firmen - in den meisten Fällen US-Firmen - hat wenig mit
Firmen-Habgier zu tun. Sie hat sehr viel mehr zu tun mit Geopolitik und den
Plänen einiger Leute, das Wachstum der Weltbevölkerung in den
kommenden Jahrzehnten zu steuern.
Das Wesen der amerikanischen
Machtpläne für die Welt basiert heute auf der Entwicklung
strategischer Schlüsselpositionen, die von keiner anderen Vereinigung von
Ländern herausgefordert werden können; die Planer im Pentagon nennen
das «full spectrum dominance».1 Dies schliesst die globale
Militärherrschaft mit ein. Es umfasst die Vorherrschaft über die
begrenzten und rapide abnehmenden Erdölvorräte. Es schliesst die
Steuerung der Leitwährung der Welt, des Dollars, mit ein. Und heute
schliesst es zweifellos die künftige Kontrolle der weltweiten
Landwirtschaft durch die Steuerung der Patente für genetisch
veränderte Pflanzen und genetisch verändertes Getreide mit
ein.
Halten die gegenwärtigen
Tendenzen an, wird die globale Vorherrschaft der USA vor Ende des Jahrzehnts
auf der Kontrolle der Nahrungsmittelversorgung eines grossen Teils unseres
Planeten basieren, weit mehr als dies militärische oder sogar
Energieressourcenkontrolle je vermögen. Die geopolitische Dimension dieser
Zukunftsaussichten verdient eine sorgfältige Untersuchung.
Ein Trojanisches Pferd aus
dem Hause Rockefeller
Die Agentur im Zentrum der
Kontroverse um genetisch veränderte Pflanzen ist die Rockefeller-Stiftung
in New York. In den vergangenen zehn Jahren hat diese einflussreiche private
Stiftung mehr als 100 Millionen Dollar in die Forschung und Entwicklung von
genetisch verändertem Saatgut gesteckt, damit dieses Eingang in die
weltweite Nahrungsmittelproduktion finde. Sie haben sich bei ihren
Bemühungen gezielt besonders wichtige Entwicklungsländer
ausgesucht.
Ihre öffentlichen
Statements legen nur edle Motive nahe: «Die Rockefeller-Stiftung ist eine
globale Stiftung, deren Auftrag und Verpflichtung es ist, das Leben der Armen
und Ausgeschlossenen weltweit zu bereichern und zu unterstützen»,
sagte Stiftungspräsident Gordon Conway 1999 in einer Rede vor dem
Aufsichtsrat von Monsanto, dem weltweit grössten Produzenten von genetisch
verändertem Saatgut und Pestiziden. Er -zitiert als Rechtfertigung
für die Revolution mit genetisch veränderten Pflanzen in der
Landwirtschaft die Voraussage von zusätzlichen 2 Milliarden Menschen in
der Welt bis zum Jahr 2020, bei gleichzeitiger Abnahme der vorhandenen
Landwirtschaftserträge und einer zunehmenden Verschlechterung des Bodens
und der Ökologie. Alle Anzeichen legen nahe, dass dies nicht der wirkliche
Grund ist, warum genetisch veränderte Pflanzen vehement gefördert
werden.
Die Rockefeller-Stiftung hat
in den letzten 18 Jahren weltweit eine entscheidende Rolle gespielt bei der
Verbreitung der Akzeptanz von radikalen Praktiken genetischer Veränderung
gerade in Ländern und bei Labors, in denen einem direkten
Forschungsprogramm der US-Regierung mit grösstem Misstrauen begegnet
worden wäre. Die -Rockefeller-Stiftung ist in Wirklichkeit das Trojanische
Pferd der Verbreitung von genetisch verändertem Saatgut.
Sie hat Eingang in
Schlüsselländer gefunden, zum Teil, indem sie wichtigen
Wissenschaftern aus ausgewählten Entwicklungsländern die
Möglichkeit gab, in den USA oder in anderen Industrieländern mit
Hilfe von Stipendien der Stiftung oder unter deren Schirmherrschaft zu
studieren und ausgebildet zu werden. Sie hat dies getan, indem sie Forschung
für genetisch veränderte Pflanzen finanzierte und indem sie ihren
Einfluss auf die Regierung und andere Behörden und bei nichtstaatlichen
Organisationen geltend machte. Bis heute sind mehr als 400 führende
Wissenschafter von den Philippinen bis Thailand, von Kenia bis China von der
Stiftung ausgebildet worden, wobei die Verbindung zu ihnen weiter gehalten
wurde.
Die Rockefeller-Stiftung hat
eine düstere Vergangenheit, und das schon seit ihrer Gründung im
Jahre 1914 aus dem Vermögen des Rockefeller Standard Oil Trust. Lange vor
1945 war die Stiftung ein führender Geldgeber der Eugenik-Forschung
gewesen, letztere berühmt-berüchtigt durch die Experimente der Nazis
zur Rassenreinheit. Dies schloss Rockefellers Unterstützung der
Amerikanischen Eugenik-Gesellschaft und des Population Council [einer
Non-profit-Organisation, die sich der biomedizinischen Forschung, vor allem der
sogenannten reproduktiven Gesundheit, womit zumeist Fragen der
Bevölkerungsentwicklung gemeint sind, und der Erforschung von HIV/Aids
verschrieben hat, die Red.] mit ein. Als die Rassenzüchtungsexperimente
des Dritten Reichs nach dem Krieg ans Licht kamen, änderten die
Rockefeller-Strategen das Erscheinungsbild dahingehend, dass man nun für
die Probleme der Umwelt, der Ressourcenknappheit und der
Überbevölkerung eintrat. Aber die Politik blieb weiterhin auf die
Verringerung der Weltbevölkerung ausgerichtet.2
Kissinger und NSSM
200
Seit mehr als einem
Vierteljahrhundert hat die Rockefeller-Stiftung ihre gesamte Energie auf die
Biotechnologie sowie Forschung und Förderung der Gentechnik gerichtet.
Dies nach Jahrzehnten der Beteiligung an verschiedensten Programmen zur
Kontrolle des Bevölkerungswachstums in den Entwicklungsländern. Das
ist kein Widerspruch.
Im Jahre 1972 ernannte
Präsident Nixon den Stiftungsrat, John D. Rockefeller III, zum
Vorsitzenden einer präsidialen Kommission «Bevölkerung und die
amerikanische Zukunft». Es war der gleiche Rockefeller, der 1952 das
erwähnte «Population Council» ins Leben gerufen und
öffentlich ein «Nullwachstum für die
Bevölkerung»verlangt hatte.
Rockefellers Kommission
«Bevölkerung und die amerikanische Zukunft» schaffte die
Grundlage für Henry Kissingers National Security Study Memorandum 200,
NSSM 200. Ein Memorandum zur nationalen Sicherheit vom April 1974, welches das
Bevölkerungswachstum in den strategisch wichtigen, rohstoffreichen
Entwicklungsländern als Angelegenheit von höchster Priorität
für die US-Staatssicherheit bezeichnete.
Während der siebziger
Jahre, als Kissinger Direktor des Nationalen Sicherheitsrates der USA sowie
Aussenminister war, begannen Nahrungsmittel und Öl strategische Güter
für die US-Staatssicherheit zu werden. Kissinger initiierte die
umstrittene «Öl-für-Nahrungsmittel»-Strategie, in der
eine mit Nahrungsmitteln unterversorgte UdSSR beträchtliche Mengen an
US-Getreide importierte und dieses mit dem Export grosser Mengen sowjetischen
Öls bezahlte. Die inländische amerikanische Erdölgewinnung
ausserhalb Alaskas hatte 1970 ihren Höhepunkt erreicht und begann nun
stetig abzunehmen. Die USA wurden in zunehmendem Masse eine
Ölimportnation. Die Staatssicherheit wurde an die Sicherheit des
preiswerten Importöls gebunden, und Nahrung wurde von da an eine Waffe im
US-Sicherheitsarsenal. Kissingers Politik verdeutlicht sein Kabinettskollege,
Landwirtschaftsminister Earl Butz, der feststellte: «Hungrige Männer
hören nur auf die, die ein Stück Brot haben. Nahrung ist ein
Werkzeug. Es ist eine Waffe im Verhandlungsarsenal der USA.» Kissinger
war damals Chefunterhändler der USA.
1974 reichte Kissinger das
NSSM-200-Memorandum bei Präsident Nixon ein und nannte das
Bevölkerungswachstum in wichtigen, rohstoffreichen
Entwicklungsländern eine «Bedrohung der Staatssicherheit»
Amerikas. Seit dieser Zeit ist die Kontrolle der Wirtschaftswachstumsrate und
des Bevölkerungswachstums in den wichtigen Entwicklungsländern zur
Angelegenheit erster Priorität der amerikanischen Staatssicherheit
geworden.
Kissinger verdankte seine
politische Karriere seit den späten fünfziger Jahren seiner Arbeit
als Forscher für die Familie Rockefeller, und ihrem Rückhalt
verdankte er auch seinen Aufstieg zur Macht. Seit den Anfängen des 20.
Jahrhunderts, als der Standard Oil Trust gegründet wurde, hat die Familie
Rocke-feller im Zentrum der Geopolitik um US-Öl und Rohstoffe gestanden.
Kissinger war sich der Bedeutung von Nahrungsmitteln und Energie für die
nationalen Interessen der USA sehr wohl bewusst.
Mit Kissingers NSSM 200
musste die amtliche Politik Washingtons den schnell wachsenden
Entwicklungsländern Beschränkungen auferlegen, politische
Richtlinien, die das Bevölkerungswachstum erheblich beschneiden
würden. In NSSM 200 deutete Kissinger an, dass Hunger eine wirkungsvolle
Methode sein könnte, die Bevölkerung zu reduzieren: «
ausgedehnte Hungersnot, wie man sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hatte -
und von der die Welt geglaubt hatte, sie sei dauerhaft ausgerottet», war
vorhersehbar, schrieb er. Er merkte an, es sei unwahrscheinlich, dass die USA
und andere Geberländer den betroffenen Regionen die notwendigen
Nahrungsmittelexporte zur Verfügung stellen würden.
1975 schrieb der Nachfolger
Kissingers als Sicherheitsberater und sein späterer Geschäftspartner,
Brent Scowcroft, «Die Führung der Vereinigten Staaten ist
entscheidend bei der Bekämpfung des Bevölkerungswachstums, bei der
Einführung des Aktionsplans zur Weltbevölkerung und dabei, die
Sicherheit und Interessen der Vereinigten Staaten in Übersee
voranzubringen. Der Präsident heisst
NSSM 200
gut»,
fügte Scowcroft hinzu.
Kissingers NSSM-200-Dokument,
als Geheimdokument eingestuft und bis 1989 nicht öffentlich gemacht, nahm
Schätzungen über das Wachstum der Weltbevölkerung bis zum Ende
des Jahrhunderts und darüber hinaus vor und beschäftigte sich mit den
Auswirkungen auf den Bedarf an Nahrung und Rohstoffen, vornehmlich Energie.
«Wachsende Bevölkerungen haben ernste Auswirkungen auf den Bedarf an
Nahrung, besonders in den ärmsten und am schnellsten wachsenden und am
wenigsten entwickelten Ländern», stellte Kissinger fest. «Der
weltweite Bedarf an Nahrung erhöht sich um 2,5 Prozent oder mehr pro Jahr
in einer Zeit, in der vorhandene Düngemittel und gut gewässertes Land
bereits in grossem Stil genutzt werden. Folglich muss eine zusätzliche
Nahrungsmittelproduktion aus höheren Erträgen herrühren»,
erklärte das Memorandum der Regierung. Zur selben Zeit begann die
Rockefeller-Stiftung auch, in grossem Umfang Forschung für die Gentechnik
bei Pflanzen, einschliesslich Reis, zu betreiben - angeblich, um die
Erträge zu verbessern.
Mit NSSM 200 machte
Washington die Implementierung von Bevölkerungskontrollprogrammen zur
Vorbedingung für Finanzhilfe aus den USA, sogar für die Hilfe bei
einer Hungersnot. Washington stellte sicher, dass die Reduktion der Geburten
zur amtlichen Politik beim IWF, bei der Weltbank und bei der Uno erklärt
wurde. Ab Mitte der 70er Jahre wurden alle Hilfsmittel des IWF und der Weltbank
an Entwicklungsländer von deren Bereitschaft abhängig gemacht, die
von Washington diktierten Massnahmen der Bevölkerungskontrolle
anzunehmen.
NSSM 200 verzeichnete
ausdrücklich 13 Länder als «Schlüsselländer»,
an denen die USA ein «spezielles politisches und strategisches
Interesse» hatten. Es waren dies Indien, Pakistan, Bangladesch,
Indonesien, Thailand, Nigeria, die Philippinen, die Türkei, Ägypten,
Äthiopien, Mexiko, Brasilien und Kolumbien. Ihr Bevölkerungswachstum
wurde laut Kissinger als besonders beunruhigend für die Staatsinteressen
der USA erachtet. Bemerkenswerterweise ist jedes dieser
Schlüsselländer seit 1974 wichtigen sozialen, ökonomischen und
militärischen Umwälzungen unterworfen worden. Ländern, die eine
von den USA verordnete Geburtenkontrolle oder ein Programm zur Reduktion des
Bevölkerungswachstums ablehnten, wurde das US-Nahrungsmittelhilfeprogramm
vorenthalten, selbst in Zeiten von Hungersnöten.3
Trotz allgemeiner
Zugeständnisse der Bush-Regierung an die katholischen
Lebensrecht-Gruppierungen wird NSSM 200 als nicht offizielle Politik der
US-Regierung bis zum heutigen Tag weitergeführt. Dabei ist die Rolle der
Rockefeller-Stiftung von zentraler Bedeutung für die Politik Washingtons,
wenn es um die Gentechnik in der Weltlandwirtschaft geht, vor allem diejenige
in den sich entwickelnden Schlüsselnationen in Asien, Afrika und
Lateinamerika.
Rockefellers
Verbreitungsnetzwerk für genetisch veränderte Pflanzen
Im Jahre 1971 gründete
die Rockefeller-Stiftung, zusammen mit der Ford-Stiftung und der Weltbank, die
Consultative Group on International Agricultural Research (Beratergruppe
für Internationale landwirtschaftliche Forschung - CGIAR) mit 16
Forschungszentren auf der ganzen Welt, die meisten davon in
Entwicklungsländern, mit einem jährlichen Budget von 350 Millionen
Dollar. CGIAR konzentriert sich auf die Verbreitung von genetisch
veränderten Pflanzen in den Entwicklungsländern.
CGIAR arbeitet heute unter
der Schirmherrschaft der Weltbank und hat 20 Entwicklungsländer als
Sponsoren gewonnen. Die Hilfe der Weltbank wird auf der Basis eines
Übereinkommens mit den Empfängerländern gewährt, in dem sie
sich verpflichten, eine Massnahme zur Bevölkerungskontrolle
durchzuführen. Dies ist die gegenwärtige Form von NSSM 200, wobei
sich Washington offiziell im Hintergrund hält. So treffen sich die
Rockefeller-Stiftung, die Weltbank, Monsanto und andere Agrargiganten sowie die
US-Regierung, alle unter der Schirmherrschaft der CGIAR.
Das Ziel von CGIAR ist,
«nachhaltige Landwirtschaft für eine sichere
Nahrungsmittelversorgung zu fördern». Um das zu erreichen, hat CGIAR
sein Kapital und seine Einflussmöglichkeiten auf die Regierung genutzt, um
die Kontrolle über eine der weltgrössten Sammlungen von genetischen
Pflanzenressourcen zu gewinnen. Seither macht CGIAR Firmen wie Monsanto und
Syngenta diese Materialien zugänglich, «so dass», wie CGIAR
angibt, «neue Genkombinationen dazu genutzt werden können, die
Produktivität nachhaltig zu steigern». Im Gegenzug macht sich CGIAR
für die Verbreitung von Biotechnologie in den Entwicklungsländern
stark. CGIAR bildet die vielversprechendsten nationalen Wissenschafter und
Forscher in Biotechnologie aus und stellt damit sicher, dass die Kader
nationaler Forschung auf dem Gebiet genetisch veränderter Pflanzen die
Verbreitung dieser Pflanzen in der Landwirtschaft und in der Biotechnologie
unterstützen, wenn sie in ihre Heimatländer
zurückkehren.
Zusätzlich zu ihrer
Rolle bei der Gründung von CGIAR ist die Rockefeller-Stiftung ein
Hauptgeldgeber des International Service For The Acquisition of Agri-Biotech
Applications, ISAAA (Internationaler Dienst für die Einführung der
Agrarbiotechnologie) gewesen.
Jeder US-Präsident seit
George H.W. Bush im Jahre 1992 hat die Unterstützung für genetisch
veränderte Pflanzen zu einer Angelegenheit höchster nationaler
Priorität gemacht. Die Unterstützung von US-AID (Agency for
International Development) für den ISAAA der Rockefeller-Stiftung ist
beispielhaft dafür.
Der ISAAA wurde
ursprünglich mit dem Kapital aus dem Rockefeller Brother's Fund
gegründet, zum alleinigen Zweck, «die Auslieferung der
geschützten Biotechnologien aus den Firmenlabors der industrialisierten
Welt in die Nahrungs- und Landwirtschaftsysteme des Südens zu
erleichtern».
Wie das gehen soll, wird
deutlich, wenn man sich die gegenwärtigen finanziellen Unterstützer
der ISAAA anschaut. Zusätzlich zur Rockefeller-Stiftung gehören zu
den Sponsoren auch Monsanto (USA), Syngenta (Schweiz), Dow AgroSciences (USA),
Pionier Hi-Bred (USA), Cargill (USA), Bayer CropScience (Deutschland) und ein
geheimnisvoller «anonymer Spender» (USA) sowie die Abteilung US-AID
des amerikanischen Innenministeriums.
Das Argument der
Institutionen hinter dem ISAAA ist, dass gerade in den Entwicklungsländern
das Bevölkerungswachstum den zunehmenden Bedarf an Lebensmitteln zum
brennenden Problem mache, dort aber die ökonomischen Ressourcen am
wenigsten diesen Bedürfnissen gerecht würden. Deshalb ermögliche
ISAAA die Einführung der industriellen Gen-Technologien und des genetisch
veränderten Saatgutes der industrialisierten Welt in den Süden, wobei
sie laut Selbstdarstellung als «ehrliche Vermittler»
dienen.
So wie im Jahre 1974
Kissingers NSSM 200 13 Entwicklungsländer bezüglich der Verringerung
der Bevölkerung anvisierte, so hat der ISAAA 12 Länder für die
Einführung von genetisch verändertem Getreide im Visier. Sechs dieser
Länder sind mit denjenigen, die Kissinger 1974 auflistete, identisch:
Mexiko, Brasilien, Indonesien, die Philippinen, Thailand und Ägypten.
Zusätzlich führt der ISAAA Malaysia, Vietnam, Kenia, Zimbabwe,
Argentinien und Costa-Rica an.
Wie er selbst zugibt,
lanciert der ISAAA Propagandaoffensiven, um dem Widerstand gegen genetisch
verändertes Getreide zu begegnen, ausserdem werden die
Wissenschafts-eliten der anvisierten Länder ausgebildet, häufig,
indem sie in die USA oder in andere führende Forschungszentren wie das
Monsanto Life Sciences Research Center geholt werden, damit sie die Welt dieser
Forschungselite kennenlernen. Randy Hautea ist der Chef des
Südostasien-Zentrums der Gruppe auf den Philippinen, das in dem von der
Rockefeller Foundation's International Rice Research Institute (Internationales
Reisforschungszentrum der Rockefeller-Stiftung, IRRI) errichteten Zentrum
seinen Sitz hat.
Hautea gab vor kurzem an,
seine Gruppe habe Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Thailand und Vietnam
anvisiert, weil «sie alle den politischen Willen haben, die Anwendungen
der Biotechnologie auszuüben und zu übernehmen». Was Hautea
nicht sagte, war, dass die Einführung von genetisch verändertem
Saatgut auch die Einführung der teuren ebenso veränderten
Schädlingsbekämpfungsmittel und anderer Massnahmen nach sich zieht,
die nur von globalen Agrarfirmen durchgeführt werden
können.
Die Nahrungsmittelproduktion
der betroffenen Länder wird für den globalen Agrarmarkt umgeformt,
sie steht nicht mehr für die nationale Versorgung mit Nahrungsmitteln zur
Verfügung. Hautea sagt nicht, wie die Biotechnologie, die, sagen wir,
durch Syngenta oder Monsanto nach Indonesien oder Malaysia gebracht wurde, zum
Nutzen jener kleinen Landwirte beiträgt, die das Herz der
Nahrungsmittelproduktion dieser Länder ausmachen. Bis heute gibt es in der
Tat noch keinen Beweis eines möglichen Nutzens von genetisch
verändertem Getreide für landwirtschaftliche Familienbetriebe. In
Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Landwirte werden häufig von ihren
Regierungen genötigt oder gezwungen, Monsanto-Saatgut oder anderes
genetisch verändertes Saatgut zu kaufen. Durch ISAAA und ähnliche
Netzwerke von Organisationen steht die Rockefeller-Stiftung im Zentrum der
weltweiten Tätigkeit von Monsanto, DuPont, Cargill und Dow Agri-Sciences,
Syngenta, der Bayer AG und anderer grosser Biotechnologie-Riesen und beherrscht
die laufende «neue grüne Revolution», wie Conway von der
Rockefeller Stiftung es nennt.4
Verbreitung der Kontrolle
durch Gentechnik
Die Liste der wichtigsten
genmanipulierten Pflanzen umfasst heute Reis, Sojabohnen, Mais, ölhaltige
Samen und zahlreiche andere Grundnahrungsmittel. Die Rockefeller- Stiftung hat
bei der Entwicklung der meisten neuen Arten eine Schlüsselrolle
gespielt.
Mehr als 70 Prozent aller
verarbeiteten Nahrungsmittel, die die Amerikaner konsumieren, stammen heute von
genetisch veränderten Produkten. Fast das gesamte Tierfutter, das benutzt
wird, um Rinder und andere Tiere in den USA und an den hauptsächlichsten
Weltmärkten grosszuziehen, ist heute genetisch verändert, vor allem
Sojamehl und Mais.
Die meisten Amerikaner wissen
nicht, was sie essen. Die US-Regierung hat es abgelehnt, Nahrungsmittel zu
kennzeichnen, die genetisch veränderte Produkte enthalten. Auch ein neues
EU-Kennzeichnungsgesetz für Nahrungsmittel fordert von den Produzenten
nicht, dass sie tierische Produkte, die von Tiere stammen, welche mit genetisch
veränderten Pflanzen gefütterten wurden, kennzeichnen, und lässt
die Verbraucher damit im Unklaren darüber, welche Produkte sie essen.
Laut ISAAA-Daten umfasste die
gesamte Anbaufläche, auf der genetisch veränderte Pflanzen angebaut
wurden, im Jahre 2003 weltweit 167 Millionen Morgen [1 Morgen entspricht 40,47
Aren] oder 68 Millionen Hektar. Dies bedeutete einen Anstieg von 15 Prozent in
einem Jahr. Mit 106 Millionen Morgen, auf denen genetisch veränderte
Sojabohnen, Mais und Baumwolle angepflanzt werden, sind die Vereinigten Staaten
der grösste Anbauer von genetisch veränderten Pflanzen. Weltweit sind
55 Prozent aller Sojabohnen, die angebaut werden, genetisch verändert.
Sojamehl ist eine der grundlegendsten und ergiebigsten Proteinquellen für
Tiere und Menschen. Jeder Bissen von einem Hamburger bei McDonald's
enthält etwa 30 Prozent Sojamehl. Ohne es zu realisieren, essen die
meisten Leute in Nordamerika, Ostasien und Europa regelmässig genetisch
veränderte Produkte.
Wohl am bemerkenswertesten
ist die Tatsache, dass Landwirte in Nordamerika, Australien, Argentinien und
vor kurzem - nach langem Kampf - auch in Brasilien ihre Kontrolle über das
Saatgut einer Handvoll multinationaler Biotechnologieriesen abgegeben haben,
die eine überlegte Strategie verfolgen, um die Anpflanzung von
Feldfrüchten für Grundnahrungsmittel weltweit zu dominieren und zu
beherrschen.
Der «Terminator»
ist nicht tot
Würden aufstrebende
Nationen von China über Indien bis Indonesien und darüber hinaus eine
Lebensmittelselbstversorgung, unabhängig von den Lieferanten aus den USA
oder der OECD, schaffen, dann würde die Fähigkeit der Vereinigten
Staaten, die dominierende Macht zu bleiben, sich verringern, ungeachtet ihrer
militärischen Macht. Gibt es einen besseren Weg, um das Schicksal von
China, Indien, Ostasien und dem Rest der Welt zu beherrschen, als eine
dauerhafte Kontrolle über deren Fähigkeit zum Anbau von
Nahrungsmitteln zu etablieren? Schauen Sie sich Monsanto und das
landwirtschaftliche Biotechnologiekartell an, die weltweit die genetisch
veränderte Ernte beherrschen. Vor nur zwei Jahren schien Monsanto in den
finanziellen Ruin zu treiben. Heute ist das Unternehmen im Begriff, eines der
mächtigsten der Welt zu werden.
Interessanterweise war es die
direkte Intervention der Rockefeller-Stiftung im Oktober 1999, die für die
breit publik gemachte Entscheidung von Monsanto verantwortlich war, dessen
«Terminatortechnologie»5 für Saatgut «nicht in den
Handel zu bringen». Monsantos Präsident Robert Shapiro schrieb der
-Rockefeller-Stiftung, dass die «Sterile Samen»-Technologie -
formal Genetic Use Restriction Technology (GURT) genannt - «ad acta
gelegt» oder gestoppt wurde. Diese Entscheidung war ein taktischer Trick,
zu dem Monsanto auf Anraten Gordon Conways von der Rockefeller-Stiftung griff,
um die wachsende Opposition gegen die genetisch veränderten Pflanzen,
besonders in Europa, zu entschärfen. Monsantos Terminatortechnologie
für Saatgut, an der auch das US-Landwirtschaftsministerium zum Teil
Patentrechte innehat, wurde zu Recht die «endgültige Waffe»,
die «Neutronenbombe der Landwirtschaft», -genannt.
Terminatorsamen würden
für Monsanto und andere Gentech-Giganten eines der Hauptprobleme beim
Eintreiben von Gebühren für patentiertes Saatgut lösen, was vor
einigen Jahren durch die GATT-Verhandlungen zu Patentrechten ermöglicht
worden war.
Der Freihandel in der
Landwirtschaft ist Kernstück der WTO. Mit dem Abkommen der
Welthandelsorganisation, ins Leben gerufen durch die Uruguay-Runde in den
frühen 90er Jahren [1994 löste der WTO-Vertrag das General Agreement
on Tariffs and Trade (GATT) ab], haben multinationale Konzerne jetzt das Recht
- das mit Sanktionen der WTO durchgesetzt wird - Patentgebühren für
«geistiges Eigentum» einzutreiben.
Die Abkommen von Uruguay,
unter enormem Druck der USA von allen Mitgliedsländern des GATT
ratifiziert, erlaubt einer Firma zum ersten Mal, eine spezifische Pflanzenart
zu patentieren, auch wenn diese Pflanzensorte in einem Land wie Pakistan oder
Peru seit Tausenden von Jahren Allgemeingut war. Die WTO-Bezeichnung dafür
lautet Trade Related Aspects of Intellectual Property Rights TRIPs
(Handelsbezogene Aspekte des Rechts am geistigen Eigentum). Washington
drückte die umstrittene TRIPs-Vereinbarung bei GATT durch und beschuldigte
die Entwicklungsländer der «Piraterie», wenn sie die
entsprechenden Abgaben an die multinationalen Konzerne nicht zahlten. Sie
behaupteten dabei, US-Firmen verlören Hunderte von Millionen Dollar an
unbezahlten Gebühren für Düngemittel und Samen oder
Arzneimitteln. Mickey Kantor, Handelsbeauftragter und Verhandlungsführer
der USA während der Uruguay-Runde, sitzt heute im Vorstand von
Monsanto.
Das TRIPs-Abkommen der WTO
umfasst Patentrechte auf genetisch veränderte Pflanzen. Mit TRIPs hat die
Schweizer Agrotechfirma Syngenta potentiell die Kontrolle über die meisten
Reissorten in Pakistan, Indien und Asien. Monsanto beherrscht die Patente auf
Sojabohnen, Mais, Baumwolle und andere wichtige Getreidearten. Ihr einziges
Problem ist, wie man die Abgaben von den Millionen kleiner Landwirte einziehen
kann. Das Einziehen von Patentzahlungen für genetisch verändertes
Saatgut ist in vielen Entwicklungsländern extrem schwierig. Dem ist aber
nicht so, wenn das Terminator-Saatgut verkauft wird. Die
Terminator-Technologie, die Monsanto für 1,6 Milliarden Dollar erworben
hat, ermöglicht das Einbringen eines «Selbstmordgens» in
Pflanzen wie Mais, Baumwolle oder Soja oder möglicherweise sogar Weizen.
Ein Landwirt, der Terminator-Samen verwendet, ist nicht länger in der
Lage, Saatgut mit anderen Landwirten zu teilen oder sein eigenes in den
folgenden Jahren anzubauen. Er wird gezwungen, sich jedes Jahr wieder an
Monsanto zu wenden, um seine Existenz zu sichern, das heisst, wieder
Selbstmordsamen zu kaufen, genauso wie die speziellen Herbizide, die Monsanto
zur gleichzeitigen Verwendung entwickelt hat. Die ursprünglichen
Entwickler der Terminator-Technologie, Delta & Pine Land Seed, die von
Monsanto 1998 aufgekauft wurden, stellten insbesondere fest, dass die Reis- und
Weizenmärkte Chinas, Indiens, Pakistans und weiterer Länder mit einer
grossen Bevölkerung Ziel des «Terminators» waren. Die
politischen Auswirkungen einer solchen Entwicklung sind leicht
vorstellbar.
Das PR-Manöver von
Rockefeller-Monsanto, das Terminator-Saatgut «nicht in den Handel zu
bringen», sollte offensichtlich die wachsende Opposition gegenüber
einer Verbreitung dieses Saatguts entschärfen, um Zeit zu gewinnen,
während der sie genetisch verändertes Getreide in den grössten
Wachstumsregionen der Welt - in Nordamerika, Argentinien, Brasilien und
inzwischen sogar in der EU - verbreiten können. Sind sie einmal
verbreitet, ist es einfach, auf die Terminator-Technologie überzugehen.
Im Februar 2003
veröffentlichte Roger Krueger von Monsanto an einer Sitzung der
Internationalen Saatgut-Vereinigung in Lyon/Frankreich ein Papier mit dem Titel
«Der Nutzen von GURT». Darin wurde argumentiert, dass arme
Landwirte in Wirklichkeit vom «Terminator» profitieren würden:
Mit einem neuen Dreh behauptet Monsanto, der «Terminator»
verhindere eigentlich die Übertragung der unerwünschten
veränderten Gene auf nicht genetisch veränderte Pflanzen. Die gleiche
Idee wird in anderer Verpackung als «biosafety»-Werkzeug verkauft.
Offenbar glauben sie, dass die Opposition gegenüber dem
«Terminator» und der Genmanipulation zusammenbricht. Laut Berichten
ist Monsanto bereit, das kommerzielle «Terminator»- oder
GURT-Saatgut in drei bis vier Jahren einzuführen.
Dual Use und genetisch
veränderte Pflanzen: biologische Kriegsführung?
Die Tage sind längst
vorbei, in denen das amerikanische Landwirtschaftministerium (USDA) die
Interessen der kleinen Landwirte Amerikas vertrat. Heute ist das
US-Agrargeschäft, beherrscht von einem Dutzend oder mehr riesiger
internationaler Konzerne, der zweitrentabelste Industriezweig neben der
Pharmaindustrie mit einem jährlichen Umsatz von gut 800 Milliarden Dollar.
Das USDA ist heute die organisierte Lobby der Agrogiganten, von denen keiner
einflussreicher ist als Monsanto. Die Beamtin der Bush-Regierung und
Landwirtschaftministerin, Ann Veneman, ist ehemaliges Vorstandsmitglied einer
Monsanto-Firma und, kaum überraschend, vehemente Vertreterin der
Gentechnik. Auch einige weitere Beamte der Bush-Regierung haben Verbindungen zu
Monsanto.
«Terminator» und
damit verwandte Gen-Technologien in den Händen von Monsanto und von
weniger als einem halben Dutzend Firmen weltweit, unterstützt durch das
US-Landwirtschaftsministerium, das Verteidigungsministerium und das
Aussenministerium, könnten die Tür öffnen für potentielle
Formen biologischer Kriegsführung gegen ganze Bevölkerungen, wie sie
bisher unvorstellbar waren. Eine neue Studie der US-Luftwaffe stellt fest, dass
«biologische Waffen grössere Einsatzmöglichkeiten bieten als
Atomwaffen».
In den letzten Monaten wurde
die US-AID - Lebensmittelhilfe Washingtons für Afrika an die Bereitschaft
des jeweiligen Landes gebunden, genetisch verändertes US-Getreide
anzunehmen. US-Unterstützung zu Bekämpfung von Aids in Afrika
beinhaltet ähnliche Anbindungen. Gentechnik ist für Washington
offenbar zum strategischen, geopolitischen Werkzeug geworden.
Verteidiger der
Gen-Technologie argumentieren, dass niemand, der bei Verstand ist, einen solch
drastischen Gebrauch von genetisch verändertem Getreide in Betracht ziehen
würde wie die Beherrschung ganzer Regionen der
Weltnahrungsmittelversorgung. «Wir sind versucht zu sagen, dass niemand
mit klarem Verstand diese Sachen je verwenden würde», legte der
Biologie-Professor an der Stanford University, Steven Block, in einem anderen
Kontext dar. Block beeilte sich hinzuzufügen: «Aber nicht jeder ist
bei klarem Verstand!» Block, ein führender Berater der US-Regierung,
warnte weiterhin: «Jede mögliche Technologie, die verwendet werden
kann, um Gene in die DNA einzusetzen, kann sowohl zum Guten wie zum Schlechten
verwendet werden.» Gentechnik kann Reis mit erhöhtem
Vitamin-A-Anteil herstellen, aber sie kann auch Saatgut hervorbringen, das
hochgiftige Bakterien enthält. US-Forscher taten dies zum ersten Mal im
Jahre 1986. Die gentechnische Entwicklung von giftigeren und schwerer zu
entdeckenden biologischen Waffen war ein Hauptgrund für die Nationen, eine
wirkungsvollere Konvention über biologische Waffen zu verlangen.
Im einstweilig eingestellten
umstrittenen Drogenvernichtungsprogramm der US-Regierung in Kolumbien sollte
Getreide mit tödlichem Glyphosat gespritzt werden. Glyphosat ist, unter
seinem Patentnamen Roundup, das Herbizid, das von Monsanto auch für seine
genetisch veränderte Pflanzen verkauft wird. Mit dem Argument, sie
benötige die Freiheit, Verteidigungsmittel gegen biologische
Kriegsführung zu entwickeln, hat die Bush-Regierung es wiederholt
abgelehnt, die rechtsverbindliche Biological and Toxin Weapons Convention
(BTWC) zu unterstützen. Freiheit hat jedoch zwei Seiten.
Genmanipulation in den
Händen einer bösartigen Macht eröffnet Möglichkeiten, die
den Menschen unsägliches Leid zufügen. Selbst wenn es der Fall
wäre, dass genmanipulierte Pflanzen die Erträge verbesserten - was
überhaupt noch nicht bewiesen ist -, enthält dieses Potential zur
Kontrolle der Nahrungsmittelversorgung ganzer Nationen zuviel Macht und
Einfluss, als dass man es in die Hände einer einzelnen Firma oder einer
Regierung geben könnte. Grundnahrungsmittel wie Süsswasser sind keine
gewöhnlichen Güter, die gemäss den Richtlinien eines zwangsweise
auferlegten freien Marktes verkauft werden können. Sie sind grundlegende
Menschenrechte so wie das Recht zu atmen. Wir sollten keine Regierung mit der
Macht über unserer Nahrungsmittelsicherheit, wie sie die
gegenwärtigen Advokaten der Gentech-Strategien anbieten, in Versuchung
führen.
1 Laut Joint Vision 2020, der
amerikanischen Militärdoktrin, bedeutet «Full-spectrum
dominance» «the ability of U.S. forces, operating alone or in
combination with multinational and interagency partners, to defeat any
adversary and control any situation across the range of military
operations», also die Fähigkeit der US-Armee, allein oder in
Verbindung mit multinationalen oder Interagency Partnern, jeden Gegner zu
besiegen und jede Situation zu beherrschen, und zwar in der ganzen Bandbreite
militärischer Operationen [d.h. im Bereich Information genauso wie auf
See, zu Land, in der Luft oder im Weltraum, Anmerkung der
Redaktion].
2 In B.K. Eakman, The Cloning
of the American Mind, finden sich Informationen über die Finanzierung der
Eugenik durch die Rockefeller-Stiftung.
www.geocities.com/SoHo/Exhibit/2412/eugenics. Jim Heron, Population Politics
and the Shambles of Africa, in: www.catholiceducation.org/articles.
3 National Security Strategy
Memorandum, NSSM 200, Implications of Worldwide Population Growth for U.S.
Security and Overseas Interests, National Security Council, April 24, 1974,
Henry Kissinger, director, National Security Council. The Over-population
cabal, in: Mindszenty Report, Cardinal Mindszenty Stiftung, April 1999,
www.mindszenty.org.report/1999/April1999.html.
4 ISAAA in Asia promoting
corporate profits in the name of the poor, October 2000, in:
www.grain.org/publications/reports/isaaa.html.
5 Die Pläne von Monsanto
für Terminator-Samen werden beschrieben in: Monsanto Breaks Promise to
Abandon Terminator Technology, April 23, 2003,
www.organicconsumers.org/monsanto/promise042403. Biological warfare against
crops, von Simon Whitby, in: www.rainbowbody.net/Ongwhehonwhe/plantwar.htm
schildert den Einsatz von Roundup durch die USA gegen Pflanzen in Kolumbien.
Biological warfare emerges as 21st Century threat, von Mark Schwartz, in
Stanford Report, January 11, 2001, gibt im Detail die Warnungen von Steven
Block, einem Mitglied einer streng geheimen Forschungsgruppe der Regierung,
wieder. Die US-Luftwaffe hat zum Thema veröffentlicht, Biological Weapons
for Waging Economic Warfare, von Lt. Col. Robert Kadlec, der davon spricht,
«biologische Waffen für Angriffe gegen Vieh, Pflanzen und das
Ökosysten zu nutzen.» In:
www.airpower.maxwell.af.mil/airchronicles/battle/chp10.html. Auch:
www.sunshine-project.org/bwintro/gebw.html.
Die
Rockefeller Foundation gehört zu den Geldgebern eines WHO-Programmes
für «Reproduktive Gesundheit»1, das eine Tetanus-Impfung
entwickelt hat, die angeblich versteckt Hormone zur Geburtenkontrolle
enthält. Laut einem Bericht des Global Vaccine Institut beaufsichtigte die
WHO seit den frühen 90er Jahren breite Impfkampagnen gegen Tetanus in
Nicaragua, Mexiko und den Philippinen. Das Comite Pro Vida de Mexico, eine
katholische Organisation, testete zahlreiche Fläschchen dieses Impfstoffes
und stellte fest, dass sie human Chorionic Gonadotrophin (hCG) enthalten - ein
natürliches Hormon, das notwendig ist, um eine Schwangerschaft zu
erhalten. Wird es mit einer Trägersubstanz des Tetanus-Toxoides2
kombiniert, regt dies die Bildung von Antikörpern gegen hCG an, wodurch
eine Frau unfähig gemacht wird, eine Schwangerschaft zu halten.
Ähnliche Berichte von Impfungen, die mit hCG Hormonen kombiniert worden
waren, kommen auch aus Nicaragua und von den Philippinen.
Die Organisation
bestätigte auch einige weitere seltsame Tatsachen über das
Impfprogramm der WHO: Eine Tetanus-Impfung erhielten nur Frauen im Alter von 15
bis 45 Jahren, aber keine Männer und keine Kinder. Das Vorhandensein von
hCG ist eine eindeutige Verunreinigung der Impfung. Es gehört nicht dazu.
Laut wissenschaftlichen Artikeln, die auf Bemühen der WHO
veröffentlicht wurden, hat die WHO mit finanzieller Unterstützung
unter anderem von der Rockefeller Foundation, der Weltbank, des Population
Council und der Ford Stiftung, während 20 Jahren an der Entwicklung einer
Anti-Fruchtbarkeits-Imfpung, bei der hCG mit Tetanus und andere Impfstoffe
verwendet wurden, gearbeitet. Dokumentiert hat dies die WHO, aber auch andere,
einschliesslich der renommierten englischen medizinischen Zeitschrift The
Lancet, in der Ausgabe vom 11. Juni 1988 mit dem Artikel «Clinical Trials
of a WHO Birth Control Vaccine» (Klinische Versuche mit einer WHO-Impfung
zur Geburtenkontrolle).
Bis Mitte 1993 hatte die
WHO insgesamt 365 Millionen Dollar solcher Forschungsgelder für
«reproduktive Gesundheit», einschliesslich der Forschung zur
Implantierung von hCG in die Tetanus-Impfung, ausgegeben. Die WHO war nicht in
der Lage zu erklären, warum man bei geimpften Frauen Antikörper gegen
hCG fand. Schwach entgegnetet sie, es sei «unbedeutend». Produziert
wurde die Impfung von der kanadischen Firma Connaught Laboratories Ltd und der
australischen Intervex and CSL Laboratories.
Seit den 1920er Jahren war
die Rockefeller-Stiftung unter den führenden Sponsoren der weltweiten
Programme zur Verringerung der Bevölkerung. Wenn die Berichte über
die Impfungen zur Geburtenkontrolle zutreffen, lässt sich unschwer
vorstellen, dass die -Rockefeller-Stiftung auch zu denen gehört, die
planen, die Technologie des gentechnisch veränderten Saatgutes als
mögliches Mittel zur Kontrolle des Wachstums der Weltbevölkerung
durch zukünftige Beherrschung der Nahrungsversorgung
einsetzen.
1 Das Konzept der
reproduktiven Gesundheit (Reproductive Health) wurde 1994 auf der Kairoer
Weltbevölkerungskonferenz der Uno definiert und in einem Aktionsprogramm
verabschiedet.
2 Toxoid-Impfstoffe enthalten
die Giftstoffe des Erregers, die durch eine chemische Behandlung ungiftig
gemacht wurden. Trotzdem reagiert der Körper noch mit der Bildung von
Antikörpern. |