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Bis 2025 wollen die USA die
Herrschaft über die globalen Wetterverhältnisse erringen und das
Erdklima mittels Versprühung chemischer Substanzen in der Atmosphäre
manipulieren. Dies geht aus einer offiziellen Studie hervor. Parallel dazu
häufen sich Hinweise, dass US-Militärs am Himmel bereits heimliche
Tests durchführen. Gegenüber der Schweizer Zeitschrift "mysteries"
(www.mysteries-magazin.com) sprachen Forschungsinsider nun erstmals Klartext
darunter auch "Chemtrail"-Patententwickler David Chang.
(von Luc
Bürgin)
Die "Frankfurter Allgemeine
Zeitung" machte im Dezember 2002 den Anfang. Das ZDF doppelte am 19. März
2003 in "Abenteuer Wissen" nach: US-Militärs wollen das Wetter
manipulieren. Dies geht aus der 1996 veröffentlichten nichtklassifizierten
Zukunftsstudie "Owning the Weather in 2025" der Air University (Maxwell Air
Force Base, Alabama) hervor. Tenor: Bis im Jahr 2025 sei es möglich, Gott
zu spielen. Ob Regenfälle, Dürrekatastrophen oder Wirbelstürme:
Vieles soll dereinst möglich werden und militärisch
ausgeschlachtet werden.
In Auftrag gegeben worden
war die brisante Untersuchung von General Ronald Fogleman (US Air Force).
Militär-Wissenschaftler, Technologie-Spezialisten und weitere Experten
wurden aufgeboten, um ein technologisch realitätsnahes Szenario
auszuarbeiten.
Ein Blick in das 44-seitige
Papier offenbart Erschreckendes: Dichte Nebelschwaden könnten bereits
künstlich generiert werden, wie militärische Laborversuche
bestätigt hätten. Die Ionosphäre wiederum soll mit chemischen
Substanzen und anderen Mitteln manipuliert werden, um Funkübertragungen zu
stören "wobei anzumerken bleibt, dass zahlreiche Techniken, die
obere Atmosphäre zu verändern, experimentell bereits erfolgreich
aufgezeigt wurden".
Weiter sollen Wolken
"chemisch geimpft" werden, um Regenfälle zu verhindern und ganze Gebiete
gezielt auszutrocknen.
Acht Jahre sind seit der
militärinternen Präsentation der Studie mittlerweile vergangen. Und
immer häufiger werden Befürchtungen laut, dass derlei Experimente
womöglich längst stattfinden. Mitten über unseren Köpfen.
Wobei gesundheitliche Folgen durch Absinken chemischer Stoffe von den
Verantwortlichen bewusst in Kauf genommen würden.
Speziell auf amerikanischen
Internetseiten jagen sich derzeit die Gerüchte. Flugzeuge aller Art
sollen unsere Atmosphäre bereits in geheimer
Mission mit Chemikalien besprühen, liest man dort. Beweise für diese
so genannten "Chemtrails" fänden sich beinahe tagtäglich am blauen
Himmel: Immer öfters bildeten sich Kondensstreifen, die sich statt
wie "normale" Kondensstreifen zu verschwinden zu nebligen, milchigen
Schleiern verdichten würden. Gitterförmige Streifenmuster
würden, so die Beobachter weiter, von gezielten Flug- und
Sprühmanövern zeugen
"Überhaupt nichts
Ungewöhnliches", halten Meteorologen dagegen und sprechen von Panikmache.
Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit könnten Kondensstreifen
stundenlang sichtbar bleiben, betonen sie. Dabei verbreitern sich die Streifen
allmählich und könnten Teile des Himmels tatsächlich in einen
weisslichen Schleier hüllen. Ein altbekanntes Schauspiel. Ebenso wie
gitterförmig angeordnete Kondensspuren.
Gänzlich aus der Luft
gegriffen scheinen Befürchtungen über "Chemtrails" dennoch nicht.
Bereits Ende der 60er-Jahre versprühten US-Flugzeuge über Vietnam,
Laos und Kambodscha heimlich chemische Substanzen, um die Monsun-Saison zu
verlängern.
Stutzig macht ausserdem eine
US-Patentschrift aus dem Jahre 1991 zur "Stratosphärischen
Welsbach-Anreicherung zwecks Reduktion der globalen Erwärmung". Darin
beschreiben David B. Chang und I-Fu Shih von der Hughes Aircraft Company ein
kompliziertes chemisches Verfahren, mit dem die weltweite Erhitzung gemindert
werden soll.
Sie schlagen vor, den Himmel
in 7000 bis 13000 Metern Höhe mit chemischen Partikeln (namentlich
Welsbach-Material und spezielle Metalloxide) zu besprühen, um damit den
durch den massiven Verbrauch fossiler Brennstoffe erschwerten Wärmeabfluss
innerhalb unserer Atmosphäre zu forcieren. Beigemischt werden sollen die
Substanzen dem Treibstoff von Flugzeugen.
Damit nicht genug: Am 15.
Januar 2000 überraschte der Nachrichtensender CBS mit der Nachricht, dass
der kürzlich verstorbene weltberühmte Physikprofessor Edward Teller,
Erfinder der Wasserstoffbombe, hinsichtlich der Klimaerwärmung
ähnliche Pläne hegte: "Je schneller, desto besser", betonte der
Gründer und frühere Leiter des Lawrence Livermore National Laboratory
(LLNL), das dem US Department of Energy untersteht.
"Am einfachsten ist es wohl,
kleinste chemische Partikel in die Stratosphäre zu streuen, um ein bis
zwei Prozent des Sonnenlichts wegzuspiegeln." Ein Vorschlag, den Teller 1997
bereits am "22nd International Seminar on Planetary Emergencies" in Erice
(Sizilien) der Fachwelt präsentiert hatte.
Klimaforscher Ken Caldeira
vom LLNL zeigte sich diesbezüglich anfänglich skeptisch. "Ich glaubte
einfach nicht daran, dass es funktionieren könnte", räumte er
gegenüber CBS ein. Intensive Computerberechnungen überzeugten ihn
aber vom Gegenteil. "Zu unserer grossen Überraschung zeigten unsere
Modelle, dass Geo-Engineering-Schemata unser Klima wieder auf den früheren
Stand bringen könnten." Zurück zu kühleren Temperaturen
also.
Im Gegensatz zu Teller
würde Caldeira allerdings einen riesigen Satelliten-Sonnenschild
bevorzugen, um die Erde abzukühlen. Damit würde die Partikelstreuung
überflüssig "eine Technik übrigens, die den blauen Himmel
komplett weiss machen würde". Explosive Aussagen. Darin ändert auch
die Tatsache nichts, dass Caldeira
im Gegensatz zu Gerüchten im Internet vom Welsbach-Patent
keine konkrete Ahnung haben will, wie er auf Anfrage der Zeitschrift
"mysteries" versicherte. Insofern könne er es auch nicht detailliert
beurteilen.
Allerdings räumte er
ein, sich bereits mit "Chemtrails" beschäftigt zu haben, wenn auch nur am
Rande: "Ich erfuhr davon via Internet, sprach mit einigen Leuten. Darauf
erschienen Zitate von mir darunter allerdings auch falsche auf
diversen Webseiten."
Vermutlich handle es sich um
gewöhnliche Kondensstreifen am Himmel, die für Aufregung sorgten,
meint Caldeira. Schränkt aber ein: "Ich arbeite in einem
grösstenteils als geheim klassifizierten Labor, aber ich verfüge
über keine Security-Clearence. Also sind mir auch keine geheimen Dinge
bekannt."
Allerdings wäre er
"erstaunt, wenn tatsächlich ein solches Programm existieren
würde. "Ich betone dies deshalb, weil meine
Kollegen und ich keinerlei Gelder erhalten, um Geoengineering-Pläne zu
verfolgen, obwohl wir dies liebend gern täten."
Restlos ausschliessen mag
der international renommierte Klimaexperte mögliche Geheimtests dennoch
nicht. Interessanterweise doppelt er denn auch nach, diesmal mit einer noch
vorsichtigeren Formulierung:
"Falls es einen wirklich
geeigneten Ort gäbe, um derlei Dinge zu studieren, so will es mir
scheinen, dann wäre dies wohl bei einem Nationalen Sicherheitslabor wie
dem unserem der Fall. In anderen Worten: Falls ein solches Programm existieren
würde, würde ich hoffen, dass es mir und meinen Kollegen
gelänge, gewisse Forschungsgelder daraus zu erhalten. Da dies aber nicht
der Fall ist, vermute ich, dass ein solches Projekt nicht
existiert."
Ähnlich tönt es
auch von Dr. David B. Chang, Mitentwickler des Welsbach-Patents. "Soviel ich
weiss, wird unser Welsbach-Verfahren derzeit nicht angewendet", beschwichtigte
der US-Physiker gegenüber "mysteries". "Jedenfalls sind mir
keinen praktischen Versuche in der Vergangenheit
bekannt. Und ich weiss auch von keinen Versuchen, bei denen gegenwärtig
Chemikalien in der Stratosphäre versprüht würden."
Allerdings, so schränkt
Chang ein, habe er sich nicht mehr mit der Thematik beschäftigt, seit er
1997 in den Ruhestand getreten sei. Obwohl er im Laufe seiner Karriere rund 150
Patente entwickelte, "hat die wissenschaftliche Gemeinschaft unseren Vorschlag
damals so gut wie gar nicht zur Kenntnis genommen." Dass Teller und Caldeira
später ähnlich gelagerte Vorschläge formulierten und forcierten,
sei ihm neu, betont Chang: "Höchst interessant!"
Vor der Patenteinreichung
hätten er und Dr. I-Fu Shih unzählige Anwendungsmöglichkeiten
von Welsbach-Material untersucht. Ein spezieller Auftrag dafür lag nicht
vor.
"Dr. Slava Pollack vom
Advanced Products Laboratory machte mich zum ersten Mal damit bekannt. Ich
glaube, das erste Patent, dass wir in diesem Zusammenhang erhielten, verfolgte
die Absicht, den Betrieb von Solarzellen zu verbessern. Durch unsere intensive
Arbeit mit dem Welsbach-Material kamen wir dann irgendwann in logischer
Konsequenz dazu, es auch zur Lösung des Erwärmungsproblems zu
benutzen."
Die Hughes Aircraft Company,
für die Chang und Shih das Patent damals einreichten, existiert nicht
mehr. Das Unternehmen wurde vor einiger Zeit an die Firmen Raytheon und Boeing
verkauft. "Vermutlich hat Raytheon das Patent übernommen", mutmasst Chang.
Zündstoff! Denn
Raytheon ist nicht irgendwer. Der US-Rüstungskonzern beschäftigt
weltweit gegen 78 000 Mitarbeiter und erreichte 2003 einen Umsatz von 18,1
Milliarden Dollar. Er gilt als führend in den Bereichen Verteidigungs- und
Raumfahrttechnologien sowie bei den zugehörigen Dienstleistungen. Und er
ist seit Jahren in ein weiteres dubioses Projekt involviert, dass viele
schaudern lässt: HAARP.
Das "High Frequency Active
Auroral Research Projekt" ist laut offiziellen Aussagen der USA eine
wissenschaftliche Versuchsanlage in Alaska zur Erforschung der Ionosphäre
für zivile und militärische Zwecke (www.haarp.alaska. edu). Betrieben
wird der "Supersender" neben der US Navy und der US Air Force von der
Universität Alaska in Fairbanks.
Demnächst bis zu 180
Antennen bombardieren den Himmel dort mit hochfrequenter Radiostrahlung.
Insgesamt 3,6 Millionen Watt! Damit lassen sich künstliche Nordlichter
erzeugen. Auch Funkverkehr lässt sich so gezielt stören. Wie in einem
offiziellen Bericht des Europäischen Parlaments vom 14. Januar 1999
festgehalten wird, scheint die Versuchsstation auch zur Manipulation der
globalen Wetterverhältnisse eingesetzt zu werden.
Alles andere als erfreut
darüber zeigen sich die HAARP-Verantwortlichen. "Wie dieser Bericht
zustande kommen konnte, können wir uns nicht so recht erklären",
erklären sie. "Technisch und wissenschaftlich betrachtet gibt es keine
Basis für derlei Behauptungen." Einige europäische Wissenschaftler
hätten die Fehleinschätzung des Parlaments denn auch korrigiert,
indem sie dessen Mitglieder mit "korrekten wissenschaftlichen Informationen
über HAARP versorgten".
Dementis, die nicht so recht
überzeugen. Denn die Hinweise auf geheime Wetterexperimente der
Bush-Administration häufen sich. Stutzig macht in diesem Zusammenhang
nicht zuletzt ein Artikel in der seriösen amerikanischen Zeitschrift
"Columbus Alive" vom 6. Dezember 2001.
Darin zitiert das Blatt
einen Wissenschaftler der Wright-Patterson Air Force Base aus
Gründen des Informantenschutzes anonym. Ihm zufolge wurden zwecks Klima-
und Wettermanipulation tatsächlich bereits chemische Substanzen in die
Atmosphäre gesprüht. Hauptsächlich Aluminiumoxyd und
Barium-Stearate. Substanzen also, wie sie auch im Welsbach-Patent vorgeschlagen
werden. Dies im Rahmen zweier geheimer militärischer Projekte, wovon eines
man höre und staune im Zusammenhang mit dem HAARP-Projekt
stünde.
Zurück bleibt das
ungute Gefühl, dass über unseren Köpfen womöglich
tatsächlich Experimente stattfinden könnten, die alles andere als
vertrauenserweckend wären. Nicht zuletzt in gesundheitlicher Hinsicht.
Patententwickler David B.
Chang scheint denn auch nicht ganz wohl bei der Sache, wie er gegenüber
"mysteries" durchblicken liess: "Einerseits wissen wir, dass Welsbach-Material
lange Zeit in den Hüllen von Laternen verwendet wurde, und ich weiss von
keiner Schädigung, die ob ihres weit verbreiteten Gebrauchs entstanden
wäre obwohl, so glaube ich, Krankheitsfälle im Umkreis der
Betriebe auftraten, die das Welsbach-Material produzierten."
Andererseits könne er
durchaus verstehen, dass sich Menschen Sorgen machen, wenn sie irgendwelchen
toxischen Substanzen ausgesetzt würden. Chang: "Es wäre sicher
sinnvoll für einen Atmosphärenforscher, den Kontakt zu einem
Toxikologen zu suchen, um den möglichen Bedrohungsgrad einer Streuung
systematisch und objektiv zu bewerten."
Bleibt die Tatsache, dass
der Grossteil der milchigen Zirrus-Eisschleier meteorologisch gesehen
"glücklicherweise" konventionell erklärbar ist. Kommt dazu, dass die
milchigen Zirrus-Eisschleier am Himmel definitiv häufiger auf
Flugzeugabgase zurückgehen, als man bisher annahm. Das offenbarte
kürzlich das EU-Luftfahrt-Forschungsprojekt "Tradeoff". So konnte Hermann
Mannstein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in
Oberpfaffenhofen klare Zusammenhänge nachweisen. Der Vergleich von
Beobachtungsdaten europäischer Meteosat-Wettersatelliten und der lokalen
Luftverkehrskontrolle offenbarte räumliche und zeitliche Muster! Sprich:
Wo viele Jets fliegen, treten die Eisschleier gehäuft auf.
Eine Publikation in der
Fachzeitschrift "Nature" steht kurz bevor. Glätten dürfte diese
Publikation die Wogen indes nicht. Denn sie liefert ob ihrer Aussagen beiden
Seiten neue Nahrung: Den Skeptikern der Chemtrails ebenso, wie ihren
Befürwortern. |