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09.2004 Lammery Info von:   Med-Con
DER MISSVERSTANDENE ZUCKER


Lieber Leser,
ich habe diesen Artikel veröffentlicht, um einen regen Austausch an unterschiedlichen Meinungen zu provozieren. Wenn Sie diesen Artikel lesen, dann lesen Sie bitte auch die Kommentare in dem dazugehörigen Forum (grüner Balken über diesem Text)
Hier finden Sie noch eine interessante Stellungnahme über diesen Artikel von der Interessengemeinschaft für Ernährung.
Vielen Dank
Lysander

Zucker ist ein Vitalstoff, ohne den der Mensch nicht lebens- und überlebensfähig ist. Der bei uns übliche Raffinandezucker ist ein zu 99,9% reines Kohlehydrat in kristalliner Struktur. Aufgrund des hohen Reinheitsgrades ist Zucker unbegrenzt lagerfähig und kann nicht verderben. Der hohe Reinheitsgrad ist garantiert, da ohne diesen die kristalline Struktur nicht erreicht werden kann. Aufgrund der hohen Reinheit kann insbesondere Raffinadezucker nicht zu Allergien führen. Partielle Unverträglichkeiten gegen Zucker haben andere Ursachen und müssen ernst genommen werden. Insbesondere darf ihnen nicht mit einer Einschränkung der Zuckerzufuhr begegnet werden.

Zucker - einst ein Luxusartikel und ein begehrtes Arznei-Wundermittel - ist heute allgemein verfügbar und allgegenwärtig. Nach vereinzelten Kritiken - insbesondere von Zahnärzten - steht der Zucker heute eher im Ruf schädlich zu sein und der Verzicht auf Kohlehydrate, insbesondere auch Zucker, ist der Kern vieler Aussagen von Gesundheitsaposteln: Zu Unrecht.

Lassen wir mal den Volksglauben, daß Zucker für die Zähne schädlich ist und Karies verursacht, mal außer Ansatz. Irgendwelche chemischen oder physikalischen Gründe dafür gibt es genausowenig wie für das Märchen vom gesunden Spinat. Möglicherweise entstand diese Ansicht durch das in anderen Regionen verbreitete Kauen von Zuckerrohrstangen. ''Kohlehydrate sind schädlich und machen dick'' war zunächst das Glaubensbekenntnis der Schlankheitsdiäten in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Daß man von einer Kohlehydratreduktion nicht schlank, sondern nur krank wird, war bald klar. Konnte man Anfang der Siebziger seiner Angebetenen noch mit einer großen Pralinenpackung das Herz öffnen, klappen heute eher die Kinnladen runter. Bekamen wir für die Klassenreise noch einen Schokoriegel zugesteckt, gibt es heute das schulische Rundschreiben, daß ''Drogen, Zigaretten, Alkohol und Süßigkeiten nicht gestattet seien...''

Die tatsächliche Gefährlichkeit am Zucker liegt darin, daß jeder unsachgemäße Eingriff in die komplizierten synergetischen Abläufe der Körperfunktionen fatale Folgen haben können. Zucker muß dem Körper kontinuierlich zugeführt werden, der Körper hat keine Möglichkeiten, Kohlehydrate im allgemeinen und Zucker im besonderen zu speichern. Im Normalfall regelt der Körper den Bedarf durch die Signale ''Appetit auf Zucker'' oder ''kein Appetit''. Nachdem wir schon im Kleinkindalter den differenzierten Appetit wegerzogen haben, bleibt als globales Grobsignal nur ''Hunger'' oder ''kein Hunger'' übrig. Zur Not ausreichend, wenn man diese Signale nicht durch den ''Verstand'' auch noch manipuliert.

Mit dem Signal ''Hunger'' wird in Erwartung einer Reaktion die Insulinproduktion angeworfen und mit der Zucker-Sensibilisierung über die Geschmacksnerven auf die zu erwartende Menge eingestellt. Kommt man dem Hungergefühl nicht nach, entsteht durch das Insulin ein Heißhunger. Wird auch dieser nicht erfüllt, kommt es zu einer Unterzuckerung (Zuckerschock), die akut lebensbedrohend sein kann.

Ein Zuviel an aufgenommenden Kohlehydraten wird ausgeschieden, es sei denn, daß der Körper - wegen unzuverlässiger kontinuierlicher Zufuhr - diese ''ansparen'' zu müssen glaubt. Da er aber Kohlehydrate nicht speichern kann, wandelt er sie in Fett um, um sie später in Kohlehydrate rückverwandeln zu können. Daraus haben die Diätapostel des vergangenen Jahrhunderts die Schlußfolgerung gezogen, daß eine Reduzierung der Zuckerzufuhr dieses Anspeichern verhindert und andererseits der Köper gezwungen wird, auf Fettreserven zurückzugreifen und diese in einer kohlehydratfreien Diät quasi ''abzuschmelzen''. Es war ein fataler Irrtum, denn leider tut uns der Körper den Gefallen nicht, das Fett dort abzulagern, wo wir abnehmen wollen, sondern das ganze funtkioniert sehr kompliziert über die Blutfette. Und so sind eben auch die Cholesterinprobleme schlußendlich nicht das Ergebnis eines fetten Schweinebratens, sondern ein Mangel der kontinuierlichen Zufuhr von Kohlehydraten.

Unsinnig ist es auch, die Raffinade durch ''sanftere Zuckerarten'' ersetzen zu wollen. Sicherlich gibt es Fruchtzuckerarten, bei denen der Körper nicht soviel Insulin zur Verarbeitung benötigt, wie bei der Raffinade. Aber Vorteile bringt das keine. Im Gegenteil: Da die Geschmacksnerven nicht zwischen Aldi-Raffinade und Schneekoppe-Fruchtzucker zu differenzieren vermögen, ordern sie die für reinen Zucker erforderliche Insulinmenge. Und die ist zuviel. Und dann kommt der Teufelskreis: Heißhunger aufgrund der Insulinübermenge, zuckerreduziertes reinschieben, noch mehr Insulin produzieren und so geht das weiter... Platzen, aber wir leben gesund...

Extrem dann bei Süßstoffen, wo die Insulinproduktion auf Hochtouren läuft aber nichts kommt, was Insulin zur Verarbeitung benötigt. Hat es sich bei den kalorienbewußten Damen noch nicht rumgesprochen, daß die meisten Süßstoffe in der Tiermast Verwendung finden. Jetzt wissen sie auch, warum...

Zucker muß also kontinuierlich zugeführt und zu Energie verarbeitet werden. Zuwenig Zucker macht Hunger und führt zu einer Unterzuckerung des Blutes. Zuviel Zucker wird ausgeschieden - Voraussetzung ist, daß genügend Flüssigkeit vorhanden ist, um die Ausscheidung vornehmen zu können. Ist dieser Kreislauf krankhaft gestört, spricht man von Diabetes - oder im Volksmund der ''Zuckerkrankheit'' - die jedoch nicht vom Zucker kommt, sondern eher von einem ständigen Eingriff in den Zuckerhaushalt. Bitte beachten Sie: Es heißt die Diabetes aber der Diabetes mellitus.

 

Der Diabetes mellitus ist eine Kohlenhydrat-Stoffwechselkrankheit, die durch eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels den Organismus schädigt. Korrigiert der Patient seinen Blutzuckerspiegel nicht, kommt es zu Spätfolgen. Für die Schulmedizin ist Diabetes eine unheilbare Krankheit; die Therapie wird darauf abgestellt, die Spätfolgen (Durchblutungsstörungen durch Defunktionalität des Blutes) möglichst lange hinauszuschieben.

Man unterscheidet zwischen Typ I , Typ IIa und  Typ IIb

Der Diabetes Typ I: Bei dem Diabetes Typ I fehlt die Insulinbildung in den B-Zellen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse). Das Insulin ist ein Hormon (Botenstoff) und besitzt die Fähigkeit die Zellmembrane für Glukose durchlässig zu machen, damit die Zelle in Verbindung mit Sauerstoff das ATP (Adenosintriphosphat) bilden kann.  Fehlt das Insulin kommt es zu einer Glukoseunterversorgung in der Zelle und im Blut zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Die Störungen der B-Zellen können angeboren sein, aber auch durch Infektionen wie z.B Masern, Mumps, Röteln, Grippe hervorgerufen werden.

Der Diabetes Typ IIb: Bei dem Diabetes Typ II produzieren die B- Zellen reichlich Insulin, doch die Rezeptoren an den Zellen haben eine herabgesetzte Empfindlichkeit auf Insulin. Im Blut ist der Insulinspiegel sogar erhöht und durch die vermehrte Produktion an Insulin erschöpfen die B- Zellen, und es kann zu Typ I kommen. Diese Erkrankung bekommen oft Menschen mit Übergewicht.

Der Diabetes Typ IIa: Bei dem seltenen Diabetes Typ IIa fehlt die Adipositas. Hier liegt eine gesteigerte Ausschüttung antagonistischer Hormone wie z.B. Adrenalin, Cortison, STH vor, die die Wirkung des Insulin herabsetzten, oder wir haben ein Autoimmungeschehen gegen die Zellinsulinrezeptoren.

Die Blutzuckerwerte im Serum:

Normalwert: 80 - 100 mg/dl

Grenzwert: 120 mg/dl

Manifester Diabetes: ab 140 mg/dl

Unterzucker: < 60 mg/dl

Zucker im Urin nachweisbar: > 170 mg/dl

Blutzucker wird auch nach Mikromol pro Liter (mmol/L) gemessen. Dies ist insbesondere in den neuen Bundesländern noch üblich. Dabei ist der Umrechnungsfaktor 1:18, so daß ein Wert von 10 mmol/L einem Wert von 180 mg/dl entspricht. 100 mg/dl entspricht einem Wert von 5,55 mmol/L

Die Frühsymptome eines Diabetes mellitus Erkrankten:

Polydipsie (gesteigertes Durstgefühl und Flüssigkeitsaufnahme) und Polyurie (gesteigerte Flüssigkeitsausscheidung)

Leistungsknick und Gewichtsabnahme

Müdigkeit

Azetongeruch aus dem Mund

Juckreiz und Furunkelbildung

Sehstörungen und Infektanfälligkeit an den Augen

sehr schlechte Wundheilung

 

Diabetes ist grundsätzlich arztbehandlungsbedürftig, da Medikamente bereitgestellt werden müssen, die verschreibungspflichtig sind. Für den Heilpraktiker kommt eine komplementäre Behandlung infrage, die sich insbesondere auf die Sanierung des Zell-Stoffwechsels konzentriert. Hierüber wurde in unseren Newslettern schon ausführlich berichtet.

Diese Ausführungen hier richten sich insbesondere an Heilpraktiker und Biopraktiker in der Ernährungsberatung vor dem Auftreten einer krankhaften Diabetes bei Vorbehalten gegen Zucker und bei realen oder phantomalen Unverträglichkeitssymptomen gegen Zucker. Hier gelten folgende Grundsätze:

 

Unverträglichkeiten gegen Nichtraffinadezucker können eine stoffliche Ursache haben, da diese Sorten nicht absolut ''rein Zucker'' sind. Raffinadezucker ist 99,9% rein, so daß stoffliche Ursachen ausscheiden. Die dem Restpromille zuzuordnenden Stoffe sind chemisch nicht mehr identifizier- oder darstellbar. Raffinadezucker hat jedoch eine kristalline Struktur und ist deshalb in der Lage bioenergetische Informationen zu speichern. Dies macht man sich beispielsweise in der Homöopathie zunutze, wo man auf der Basis von raffinierten Milch- oder Rohrzucker bioenergetische Informationen bis in hohe Potenzen speichern und auslesen kann. Bei einer Patientenunverträglichkeit gegen die möglicherweise im Zucker vorhandenen bioenergetischen Informationen, empfiehlt sich ein Chargenwechsel (Wechsel der Einkaufsquelle) oder aber eine Nahrungsmittel-Entenergetisierung.

 

Um eine vermeintliche Unverträglichkeit zu lokalisieren und die vermeintlichen Probleme zu erkennen ist es notwendig, daß diese Problemstellungen ausführlich beschrieben werden.

 

Zunächst ist eine Dehydrierung (Flüssigkeits-Unterversorgung) auszuschließen. Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung ist an einem hellen Urin zu erkennen; bei Dehydrierung ist der Urin gelblich bis orange. Zu übeprüfen ist auch das Basen-Säure-Gleichgewicht (BSG). Der Referenzwert für die Stuhl-Ausscheidung ist ein pH-Wert unter 6,8. Notfalls kann der pH-Wert auch über den Urin bestimmt, hier ist allerdings die Bandbreite größer. Ein Tagesdurchschnittswert von über 7,0 deutet jedoch stets auf eine BSG-Problematik hin. Auszuschließen ist auch der Verdacht einer diabetischen Erkrankung. Dieser liegt vor, wenn der Hungerwert des Blutzuckers (Nüchternzucker) über 120 mg/dl liegt. Liegt er unter 80 mg/dl, ist eine Zucker-Unterversorgung anzunehmen.

 

Liegen die o.a. Parameter im Normalbereich, kann anhand folgender Symptome weiter eingegrenzt werden:

 

Atemnot, Herzrasen, Müdigkeit, Inaktivität: Probleme mit der Aufrechterhaltung des Kreislaufvolumens. Ursache meist Salzmangel oder Trinken der ''falschen'' Getränke. Auf kohlensäurehaltige Flüssigkeiten umstellen.

 

Völlegefühl mit dem Gefühl, daß sich der Darm aufbläht: Nicht, wie häufig fälschlich angenommen wird ''Fütterung einer Candida'' sondern Versuch, mit den Darminhaltsstoffen eine Gärung zur Darmbegasung durchzuführen. Abhilfe: Aufweichung des Darminhaltes und Unterstützung der Begasung durch darmrelevante Flüssigkeiten (Gemüsesäfte) und Gaszuführung (kohlensäurehaltige Getränke)

 

Häufiger Harndrang: Ausscheidungsprobleme mit nichtverarbeitetem Zucker. Falsch: Flüssigkeitszufuhr drosseln. Hierdurch können immer nur kleine Mengen ausgeschieden werden, während sich der Blutzucker erhöht. Richtig: Große Mengen trinken.

 

Hautunreinheiten, Pusteln: Störungen der transdermalen Auscheidungsfunktionen. Ursache meist Salz- und Flüssigkeitsmangel

 

Durchfall: Kein Unverträglichkeitssymptom. Zucker erkennt und bindet Schadstoffe und scheidet sie auf dem kürzesten Weg schnellstmöglich aus. Viel trinken und mit Salz und Kalium den Mineralstoffverlust ausgleichen.

 

Aufschwemmungen, Aufgedunsensein: Akuter Salzmangel. Trinken nicht einschränken sondern umstellen. Verzicht auf Tee, Bevorzugung kohlensäurehaltiger Getränke.

 

''Nach dem ersten Bissen zu-Sein'': Störung des Signalverhaltens. Öfter Kleinigkeiten essen und über den Tag verteilen. Auch mal zwischendurch naschen.



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