Lieber Leser, ich habe diesen Artikel
veröffentlicht, um einen regen Austausch an unterschiedlichen Meinungen zu
provozieren. Wenn Sie diesen Artikel lesen, dann lesen Sie bitte auch die
Kommentare in dem dazugehörigen Forum (grüner Balken über diesem
Text) Hier finden Sie noch
eine interessante Stellungnahme über diesen Artikel
von der Interessengemeinschaft für Ernährung. Vielen
Dank Lysander
Zucker ist ein
Vitalstoff, ohne den der Mensch nicht lebens- und überlebensfähig
ist. Der bei uns übliche Raffinandezucker ist ein zu 99,9% reines
Kohlehydrat in kristalliner Struktur. Aufgrund des hohen Reinheitsgrades ist
Zucker unbegrenzt lagerfähig und kann nicht verderben. Der hohe
Reinheitsgrad ist garantiert, da ohne diesen die kristalline Struktur nicht
erreicht werden kann. Aufgrund der hohen Reinheit kann insbesondere
Raffinadezucker nicht zu Allergien führen. Partielle
Unverträglichkeiten gegen Zucker haben andere Ursachen und müssen
ernst genommen werden. Insbesondere darf ihnen nicht mit einer
Einschränkung der Zuckerzufuhr begegnet werden.
Zucker - einst ein
Luxusartikel und ein begehrtes Arznei-Wundermittel - ist heute allgemein
verfügbar und allgegenwärtig. Nach vereinzelten Kritiken -
insbesondere von Zahnärzten - steht der Zucker heute eher im Ruf
schädlich zu sein und der Verzicht auf Kohlehydrate, insbesondere auch
Zucker, ist der Kern vieler Aussagen von Gesundheitsaposteln: Zu Unrecht.
Lassen wir mal den
Volksglauben, daß Zucker für die Zähne schädlich ist und
Karies verursacht, mal außer Ansatz. Irgendwelche chemischen oder
physikalischen Gründe dafür gibt es genausowenig wie für das
Märchen vom gesunden Spinat. Möglicherweise entstand diese Ansicht
durch das in anderen Regionen verbreitete Kauen von Zuckerrohrstangen.
''Kohlehydrate sind schädlich und machen dick'' war zunächst das
Glaubensbekenntnis der Schlankheitsdiäten in der Mitte des 20.
Jahrhunderts. Daß man von einer Kohlehydratreduktion nicht schlank,
sondern nur krank wird, war bald klar. Konnte man Anfang der Siebziger seiner
Angebetenen noch mit einer großen Pralinenpackung das Herz öffnen,
klappen heute eher die Kinnladen runter. Bekamen wir für die Klassenreise
noch einen Schokoriegel zugesteckt, gibt es heute das schulische Rundschreiben,
daß ''Drogen, Zigaretten, Alkohol und Süßigkeiten nicht
gestattet seien...''
Die
tatsächliche Gefährlichkeit am Zucker liegt darin, daß jeder
unsachgemäße Eingriff in die komplizierten synergetischen
Abläufe der Körperfunktionen fatale Folgen haben können. Zucker
muß dem Körper kontinuierlich zugeführt werden, der Körper
hat keine Möglichkeiten, Kohlehydrate im allgemeinen und Zucker im
besonderen zu speichern. Im Normalfall regelt der Körper den Bedarf durch
die Signale ''Appetit auf Zucker'' oder ''kein Appetit''. Nachdem wir schon im
Kleinkindalter den differenzierten Appetit wegerzogen haben, bleibt als
globales Grobsignal nur ''Hunger'' oder ''kein Hunger'' übrig. Zur Not
ausreichend, wenn man diese Signale nicht durch den ''Verstand'' auch noch
manipuliert.
Mit dem Signal
''Hunger'' wird in Erwartung einer Reaktion die Insulinproduktion angeworfen
und mit der Zucker-Sensibilisierung über die Geschmacksnerven auf die zu
erwartende Menge eingestellt. Kommt man dem Hungergefühl nicht nach,
entsteht durch das Insulin ein Heißhunger. Wird auch dieser nicht
erfüllt, kommt es zu einer Unterzuckerung (Zuckerschock), die akut
lebensbedrohend sein kann.
Ein Zuviel an
aufgenommenden Kohlehydraten wird ausgeschieden, es sei denn, daß der
Körper - wegen unzuverlässiger kontinuierlicher Zufuhr - diese
''ansparen'' zu müssen glaubt. Da er aber Kohlehydrate nicht speichern
kann, wandelt er sie in Fett um, um sie später in Kohlehydrate
rückverwandeln zu können. Daraus haben die Diätapostel des
vergangenen Jahrhunderts die Schlußfolgerung gezogen, daß eine
Reduzierung der Zuckerzufuhr dieses Anspeichern verhindert und andererseits der
Köper gezwungen wird, auf Fettreserven zurückzugreifen und diese in
einer kohlehydratfreien Diät quasi ''abzuschmelzen''. Es war ein fataler
Irrtum, denn leider tut uns der Körper den Gefallen nicht, das Fett dort
abzulagern, wo wir abnehmen wollen, sondern das ganze funtkioniert sehr
kompliziert über die Blutfette. Und so sind eben auch die
Cholesterinprobleme schlußendlich nicht das Ergebnis eines fetten
Schweinebratens, sondern ein Mangel der kontinuierlichen Zufuhr von
Kohlehydraten.
Unsinnig ist es
auch, die Raffinade durch ''sanftere Zuckerarten'' ersetzen zu wollen.
Sicherlich gibt es Fruchtzuckerarten, bei denen der Körper nicht soviel
Insulin zur Verarbeitung benötigt, wie bei der Raffinade. Aber Vorteile
bringt das keine. Im Gegenteil: Da die Geschmacksnerven nicht zwischen
Aldi-Raffinade und Schneekoppe-Fruchtzucker zu differenzieren vermögen,
ordern sie die für reinen Zucker erforderliche Insulinmenge. Und die ist
zuviel. Und dann kommt der Teufelskreis: Heißhunger aufgrund der
Insulinübermenge, zuckerreduziertes reinschieben, noch mehr Insulin
produzieren und so geht das weiter... Platzen, aber wir leben gesund...
Extrem dann bei
Süßstoffen, wo die Insulinproduktion auf Hochtouren läuft aber
nichts kommt, was Insulin zur Verarbeitung benötigt. Hat es sich bei den
kalorienbewußten Damen noch nicht rumgesprochen, daß die meisten
Süßstoffe in der Tiermast Verwendung finden. Jetzt wissen sie auch,
warum...
Zucker muß
also kontinuierlich zugeführt und zu Energie verarbeitet werden. Zuwenig
Zucker macht Hunger und führt zu einer Unterzuckerung des Blutes. Zuviel
Zucker wird ausgeschieden - Voraussetzung ist, daß genügend
Flüssigkeit vorhanden ist, um die Ausscheidung vornehmen zu können.
Ist dieser Kreislauf krankhaft gestört, spricht man von Diabetes - oder im
Volksmund der ''Zuckerkrankheit'' - die jedoch nicht vom Zucker kommt, sondern
eher von einem ständigen Eingriff in den Zuckerhaushalt. Bitte beachten
Sie: Es heißt die Diabetes aber der Diabetes mellitus.
Der Diabetes mellitus ist eine
Kohlenhydrat-Stoffwechselkrankheit, die durch eine Erhöhung des
Blutzuckerspiegels den Organismus schädigt. Korrigiert der Patient seinen
Blutzuckerspiegel nicht, kommt es zu Spätfolgen. Für die Schulmedizin
ist Diabetes eine unheilbare Krankheit; die Therapie wird darauf abgestellt,
die Spätfolgen (Durchblutungsstörungen durch Defunktionalität
des Blutes) möglichst lange hinauszuschieben.
Man unterscheidet zwischen Typ I , Typ IIa und Typ IIb
Der Diabetes Typ I: Bei dem Diabetes Typ I fehlt die
Insulinbildung in den B-Zellen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse). Das
Insulin ist ein Hormon (Botenstoff) und besitzt die Fähigkeit die
Zellmembrane für Glukose durchlässig zu machen, damit die Zelle in
Verbindung mit Sauerstoff das ATP (Adenosintriphosphat) bilden kann.
Fehlt das Insulin kommt es zu einer Glukoseunterversorgung in der Zelle und im
Blut zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Die Störungen der B-Zellen
können angeboren sein, aber auch durch Infektionen wie z.B Masern, Mumps,
Röteln, Grippe hervorgerufen werden.
Der Diabetes Typ IIb: Bei dem Diabetes Typ II produzieren die
B- Zellen reichlich Insulin, doch die Rezeptoren an den Zellen haben eine
herabgesetzte Empfindlichkeit auf Insulin. Im Blut ist der Insulinspiegel sogar
erhöht und durch die vermehrte Produktion an Insulin erschöpfen die
B- Zellen, und es kann zu Typ I kommen. Diese Erkrankung bekommen oft Menschen
mit Übergewicht.
Der Diabetes Typ IIa: Bei dem seltenen Diabetes Typ IIa fehlt
die Adipositas. Hier liegt eine gesteigerte Ausschüttung antagonistischer
Hormone wie z.B. Adrenalin, Cortison, STH vor, die die Wirkung des Insulin
herabsetzten, oder wir haben ein Autoimmungeschehen gegen die
Zellinsulinrezeptoren.
Die Blutzuckerwerte im Serum:
Normalwert: 80 - 100 mg/dl
Grenzwert: 120 mg/dl
Manifester Diabetes: ab 140 mg/dl
Unterzucker: < 60 mg/dl
Zucker im Urin nachweisbar: > 170 mg/dl
Blutzucker wird auch nach Mikromol pro Liter (mmol/L) gemessen.
Dies ist insbesondere in den neuen Bundesländern noch üblich. Dabei
ist der Umrechnungsfaktor 1:18, so daß ein Wert von 10 mmol/L einem Wert
von 180 mg/dl entspricht. 100 mg/dl entspricht einem Wert von 5,55
mmol/L
Die Frühsymptome eines Diabetes mellitus
Erkrankten:
Polydipsie (gesteigertes Durstgefühl und
Flüssigkeitsaufnahme) und Polyurie (gesteigerte
Flüssigkeitsausscheidung)
Leistungsknick und Gewichtsabnahme
Müdigkeit
Azetongeruch aus dem Mund
Juckreiz und Furunkelbildung
Sehstörungen und Infektanfälligkeit an den Augen
sehr schlechte Wundheilung
Diabetes ist grundsätzlich
arztbehandlungsbedürftig, da Medikamente bereitgestellt werden
müssen, die verschreibungspflichtig sind. Für den Heilpraktiker kommt
eine komplementäre Behandlung infrage, die sich insbesondere auf die
Sanierung des Zell-Stoffwechsels konzentriert. Hierüber wurde in unseren
Newslettern schon ausführlich berichtet.
Diese Ausführungen hier richten sich insbesondere an
Heilpraktiker und Biopraktiker in der Ernährungsberatung vor dem Auftreten
einer krankhaften Diabetes bei Vorbehalten gegen Zucker und bei realen oder
phantomalen Unverträglichkeitssymptomen gegen Zucker. Hier gelten folgende
Grundsätze:
Unverträglichkeiten
gegen Nichtraffinadezucker können eine stoffliche Ursache haben, da diese
Sorten nicht absolut ''rein Zucker'' sind. Raffinadezucker ist 99,9% rein, so
daß stoffliche Ursachen ausscheiden. Die dem Restpromille zuzuordnenden
Stoffe sind chemisch nicht mehr identifizier- oder darstellbar. Raffinadezucker
hat jedoch eine kristalline Struktur und ist deshalb in der Lage
bioenergetische Informationen zu speichern. Dies macht man sich beispielsweise
in der Homöopathie zunutze, wo man auf der Basis von raffinierten Milch-
oder Rohrzucker bioenergetische Informationen bis in hohe Potenzen speichern
und auslesen kann. Bei einer Patientenunverträglichkeit gegen die
möglicherweise im Zucker vorhandenen bioenergetischen Informationen,
empfiehlt sich ein Chargenwechsel (Wechsel der Einkaufsquelle) oder aber eine
Nahrungsmittel-Entenergetisierung.
Um eine vermeintliche Unverträglichkeit zu lokalisieren
und die vermeintlichen Probleme zu erkennen ist es notwendig, daß diese
Problemstellungen ausführlich beschrieben werden.
Zunächst ist
eine Dehydrierung (Flüssigkeits-Unterversorgung) auszuschließen.
Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung ist an einem hellen Urin zu
erkennen; bei Dehydrierung ist der Urin gelblich bis orange. Zu
übeprüfen ist auch das Basen-Säure-Gleichgewicht (BSG). Der
Referenzwert für die Stuhl-Ausscheidung ist ein pH-Wert unter 6,8.
Notfalls kann der pH-Wert auch über den Urin bestimmt, hier ist allerdings
die Bandbreite größer. Ein Tagesdurchschnittswert von über 7,0
deutet jedoch stets auf eine BSG-Problematik hin. Auszuschließen ist auch
der Verdacht einer diabetischen Erkrankung. Dieser liegt vor, wenn der
Hungerwert des Blutzuckers (Nüchternzucker) über 120 mg/dl liegt.
Liegt er unter 80 mg/dl, ist eine Zucker-Unterversorgung anzunehmen.
Liegen die o.a. Parameter im Normalbereich, kann anhand
folgender Symptome weiter eingegrenzt werden:
Atemnot, Herzrasen, Müdigkeit, Inaktivität: Probleme
mit der Aufrechterhaltung des Kreislaufvolumens. Ursache meist Salzmangel oder
Trinken der ''falschen'' Getränke. Auf kohlensäurehaltige
Flüssigkeiten umstellen.
Völlegefühl mit dem Gefühl, daß sich der
Darm aufbläht: Nicht, wie häufig fälschlich angenommen wird
''Fütterung einer Candida'' sondern Versuch, mit den Darminhaltsstoffen
eine Gärung zur Darmbegasung durchzuführen. Abhilfe: Aufweichung des
Darminhaltes und Unterstützung der Begasung durch darmrelevante
Flüssigkeiten (Gemüsesäfte) und Gaszuführung
(kohlensäurehaltige Getränke)
Häufiger Harndrang: Ausscheidungsprobleme mit
nichtverarbeitetem Zucker. Falsch: Flüssigkeitszufuhr drosseln. Hierdurch
können immer nur kleine Mengen ausgeschieden werden, während sich der
Blutzucker erhöht. Richtig: Große Mengen trinken.
Hautunreinheiten, Pusteln: Störungen der transdermalen
Auscheidungsfunktionen. Ursache meist Salz- und
Flüssigkeitsmangel
Durchfall: Kein Unverträglichkeitssymptom. Zucker erkennt
und bindet Schadstoffe und scheidet sie auf dem kürzesten Weg
schnellstmöglich aus. Viel trinken und mit Salz und Kalium den
Mineralstoffverlust ausgleichen.
Aufschwemmungen, Aufgedunsensein: Akuter Salzmangel. Trinken
nicht einschränken sondern umstellen. Verzicht auf Tee, Bevorzugung
kohlensäurehaltiger Getränke.
''Nach dem ersten Bissen zu-Sein'': Störung des
Signalverhaltens. Öfter Kleinigkeiten essen und über den Tag
verteilen. Auch mal zwischendurch naschen. |