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Tausende Menschen protestieren dieser Tage in ganz Deutschland
gegen die gravierenden Kürzungen das die Einführung der unsinnigen
Hartz IV - Regelung für viele, viele Menschen in diesem Land
bedeutet.
Aber ist es nicht mehr ?
Nur wenigen Leuten ist
bewusst, wie sehr sich in diesem Land die Kluft zwischen den sehr Reichen und
dem Rest innerhalb relativ kurzer Zeit verbreitert hat. Wer sich mit diesem
Thema beschäftigt, setzt sich unweigerlich dem Verdacht aus, Klassenkampf
oder eine Politik des Neides zu betreiben. Und nur wenige Leute sind
tatsächlich willens, über die weitgehenden Auswirkungen dieser sich
immer weiter öffnenden Schere zu sprechen - über die
ökonomischen, sozialen und politischen Auswirkungen.
Arm gegen
Reich - Jung gegen Alt - Kranke gegen Gesunde - Deutsche gegen Ausländer -
Neue Bundesländer gegen Alte Bundesländer - und nun, um eine
psychologische Akzeptanz zur Umsetzung von Hartz IV in der Bevölkerung zu
erreichen...."noch Beschäftigte" gegen Arbeitslose und
Sozialhilfeempfänger. Alles und jedes wird in Frage gestellt - nur sich
selbst, das kam dem Kanzler nebst Gesinnungsgenossen bis dato noch nicht in den
Sinn.
Arbeitslosigkeit und die damit verbundenen Folgekosten sind dem
Kanzler ein Übel. Er wird nicht müde, über die ihm wohlgesonnen
Medien, das seinem getäuschten Wahlvolk zu verkünden. Besonders
Medienwirksam erscheint ihm der Hinweis das Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe -
Fürsorgeleistungen des Staates seien, für die letztlich jeder
Steuerbürger aufzukommen hätte. Das kommt an - das wird
verstanden.
Über reale Übel ganz anderer Art spricht er
weniger gern.
Ist es nicht von Übel - das sich in diesem Land ein
Behörden und Verwaltungsapparat etabliert hat mit annähernd - 6
Millionen Staatsdienern - 2064 Abgeordnete verteilt auf 16 Landesparlamenten -
603 Bundestagsabgeordnete - sowie ein gigantisches Heer von politischen
Beamten, (Staatssekretären, Ministerialdirektoren) - ausgestattet mit
üppigen Diäten, Kostenpauschalen und einer überdemissionierten
Altersversorgung und Privilegien aller Art, das es dem Normalbürger die
Sprache verschlägt ?
Ist es nicht von Übel - das der Bund der
Steuerzahler - Jahr für Jahr > auf Steuerverschwendung aufmerksam
macht, das die gigantische Summe von 30 Milliarden Euro übersteigt und die
Politik das mit arroganter Gleichgültigkeit und Ignoranz zur Kenntnis
nimmt ?
Ist es nicht von Übel - das der im Januar 2004 entlassene
ehemalige Chef der Bundesagentur für Arbeit - Florian Gerster drei Monate
lang sein Normalgehalt von monatlich 20.833,35 Euro bezog. Und es
anschließend danach drei Jahre lang halbiert weiter geht, wenn Gerster
keinen neuen Job annimmt. Insgesamt belief sich die Abfindung auf 427.000 Euro
für 23 Monate im Amt. Weiterhin, weil er zehn Jahre lang Sozialminister in
Rheinland-Pfalz war, darf Gerster mit etwa 8.000 Euro Ruhegeld im Monat
rechnen. Obwohl er als Beamter nicht in die Pensionskassen eingezahlt hat.
Durchschnittsrentner hingegen, die 45 Jahre lang Beiträge abgeführt
haben, erhalten nur etwa ein Achtel der Gerster -Pension.
Ist es nicht
von Übel - das Exbundesverkehrsminister Günther Krause, unter anderem
gefeuert, weil er sich seine Privat -Putzfrau vom Arbeitsamt bezahlen
ließ, für 31 Monate Amtszeit 107.899 Euro Übergangsgeld bezog
und als Dank des Vaterlandes mit 55 Jahren seinen Anspruch auf mindestens 1.832
Euro Pension geltend machen kann - Lebenslang !
Ist es nicht von
Übel - das Exkanzleramts - und Innenminister Rudolf Seiters, abgedankt
nach Fahndungspannen der Polizei bei den RAF-Festnahmen in Bad Kleinen,
für 50 Monate Amtszeit 168.215 Euro Übergangsgeld pro Jahr erhielt
das ihm drei Jahre lang gezahlt wurde und Seiters Anspruch auf 3.873 Euro
Pension hat - Lebenslang ! Seiters ist heute Präsident des DRK ( Deutsches
Rotes Kreuz)
Ist es nicht von Übel - das Ex - Arbeitsminister
Walter Riester (SPD) sich über eine fette Weihnachtsgans freuen kann -
Jahr für Jahr gebraten - auf Kosten der Steuerzahler. Neben seiner
Abgeordnetenentschädigung sowie seiner Ministerpension erhält er ein
Weihnachtsgeld in Höhe von 14.274 Euro. Seine Dezemberbezüge betragen
somit insgesamt 21. 896 Euro - mehr, als viele Bundesbürger im ganzen Jahr
verdienen.
Ist es nicht von Übel - das die Bundesregierung
besonders Hilfebedürftigen, Multimillionäre wie Roland Berger und
Arthur Andersen zum Beispiel gern unter die Arme greift Die rot-grüne
Bundesregierung hat unter Beratern und Sachverständigen seit Beginn ihrer
Amtszeit - für Gutachten und die Mitarbeit in Expertenkommissionen -
insgesamt fast 190 Millionen Euro verteilt, Gelder für nicht
veröffentlichte (versteckte) Beraterverträge nicht mitgerechnet.
Für schätzungsweise 250 Millionen Euro haben Berater und
Sachverständige Regierungsarbeit geleistet.
Mehr als eine Milliarde
Euro lässt sich Schröder - Regierung die Hilfe der Externen pro Jahr
kosten (50 Prozent mehr als vor fünf Jahren), wie "DER SPIEGEL" zu
berichten wusste.
Ist es nicht von Übel - das der AOK-Bundesverband
seit dem Jahr 2000 Beraterverträge mit einen Volumen von über 50
Millionen Euro vergeben hat, die Beraterverträge einzelner AOK-en auf
Länderebene nicht mitgerechnet und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt das
nicht zu verhindern wusste. Allein die Firma McKinsey hat laut einer internen
Aufstellung des AOK-Bundesverbandes im Jahr 2000 über 28 Millionen Euro
abkassiert.
Ist es nicht von Übel - das die Schulden des Irak
gegenüber Deutschland in Höhe von 4,4 Milliarden Dollar erlassen
werden. Das hat Gerhard Schröder, dem amerikanischen Präsidenten
versprochen. Wie üblich in solchen Fällen sollen natürlich die
deutschen Steuerzahler für die vom Kanzler großzügig
abgeschriebenen Irak-Milliarden aufkommen. Die Ausbeutung der irakischen
Ölindustrie übernehmen Briten und Amerikaner.
Ist es nicht von
Übel - das 365.000 Personen in diesem Land ein Vermögen besitzt das
sich auf knapp 2.045 Billionen Euro beläuft und damit ganze 0,445 Prozent
der deutschen Gesamtbevölkerung mehr Geld besitzt, als dieser Staat seit
1949 an Schulden angehäuft hat. (1.3 Billionen). Nachzulesen im ersten
Armutsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2001.
Ist es nicht von
Übel - das die Zahl der Sozialhilfeempfänger von 2001 (2. 715
Millionen) bis zum Jahr 2003 auf (2.828 Millionen) Menschen anschwoll, was
einen Anstieg von 113.000 (3,99 %) Einzelschicksalen bedeutete, während im
gleichen Zeitraum die Zahl der Einkommensmillionäre von 750.000 auf
775.000 anwuchs, was einen Steigerung von 3,22 % bedeutete ? Mithin produziert
dieses Land gegenwärtig 34 Millionäre und im Gegenzug 154
Sozialhilfeempfänger pro Tag! Diese Daten sind beim Statistischen
Bundesamt einsehbar.
Ist es nicht von Übel - das die
Unternehmergewinne in den letzten 25 Jahren um 400 % gestiegen sind,
während Löhne und Gehälter im gleichen Zeitraum nur um 7 %
angehoben wurden ?
Ist es nicht von Übel - das politische
Emporkömmlinge wie der junge CDU - Bundestagsabgeordnete Phillip
Missfelder (24), alten Leuten ein notwendig gewordenes Hüftgelenk in
Abrede stellt, und der ebenso kometenhaft aufgestiegene Yuppie aus der
Wirtschaft und inzwischen wegen seiner asozialen Charaktereigenschaften
entlassene ehemalige Infinon - Chef "Ulrich Schumacher", der von 40
Jährigen als Minderleister in den Betrieben der deutschen Wirtschaft
sprach, die aussortiert gehören.
Ist es nicht von Übel - das
Hunderttausende von Helfern und Helfershelfern sich zum Büttel und
willfährigen Werkzeug dieser Kaste machen lässt. Manchmal zum Preis
einer gesicherten Arbeitsstelle, ein anderes Mal durch korrupte Zuwendungen in
Form von Geld oder Sachleistungen. Andere wiederum betätigen sich als
geistige Brandstifter, machen Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und
Ausländer für die momentane Gesellschaftskrise verantwortlich und
merken nicht das ihnen der Strick des neoliberalen Sozialabbau durch die
Schröder - Regierung schon lange um den eigenen Hals gelegt
wurde.
Ist es nicht von Übel - das Millionen von Menschen und
insbesondere in den neuen Bundesländern tagtäglich durch diese
Bundesregierung traumatisiert werden und vor lauter berechtigter Zukunftsangst
nicht mehr ein noch aus wissen. Die Datsche, der Schrebergarten, der vielleicht
zu neue oder zu groß, auf Kredit Finanzierte Gebrauchtwagen, die geerbte
Halskette der Oma, das noch mit einer Hypothek belastete Häuschen, das
mühsam über Jahre stolz angesparte Guthaben, nicht viel - aber
immerhin, kann ich es behalten. Vermögensfreibeträge konterkariert
durch Spitzfindigkeiten der Bundesagentur für Arbeit -Unsicherheiten
allenthalben, gepaart mit unbändiger Wut über den verletzten Stolz
durch entwürdigende Fragebögen zum Alg II.
Des Weiteren will
und kann vielen Menschen nicht einleuchten, wie die Forderung nach 20
Bewerbungen pro Monat zu erfüllen sind, angesichts der ökonomischen
Eckdaten die ausweisen das Bundesweit insgesamt 15 Bewerber auf eine offene
Stelle kommen, in den neuen Ländern teilweise bis zu 30. Für viele
Menschen ist das pure Schikane und sie empfinden sich mit dieser Regierung im
Krieg. Dieses Gefühl beschlich zuletzt eine Generation die gepeinigt vor
Todesangst in den Luftschutzbunkern des zweiten Weltkriegs saß. Trotz und
Widerstand macht sich breit. Und die Regierung spürt das.
4.359
Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland ohne Job. 296.600 offene Stellen
stehen dem gegenüber - mithin kommen 14,7 Arbeitslose auf eine offene
Stelle und eine Besserung ist nicht in Sicht. Während sich erste Signale
einer angeblichen wirtschaftlichen Erholung andeuten, bauen zahlreiche Betriebe
trotzdem unverdrossen weiter Stellen ab. Seit Anfang 2004 sind ca. 500.000
Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk verloren gegangen. Die
Vorstellung, dass wir mit mehr Wirtschafts- Wachstum die Arbeitslosigkeit
verringern oder gar beseitigen ist auf Grund der technischen
Quantensprünge eine absolute Illusion.
Wir werden keine
Vollbeschäftigung - sprich Arbeit für alle - mehr erreichen. Diese
Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache - und das nicht erst seit
2004.
Das nicht eingestehen wollen einer sich revolutionär
technische veränderten Welt im Wandel von der Industrie zur
Informationsgesellschaft, das Opfer seines eigenen Fortschritt geworden ist,
das bis zum Jahr 2050 allenfalls noch 20 Prozent der Bürger dieses Landes
Arbeit und damit Auskommen sichert. Schröder, Clement und die vielen
selbst ernannten Eliten suchen die Lösungen für das 21 Jahrhundert in
der Zeit des Biedermeier in feudaler Gutsherrenmanier. Sie nehmen bewusst einen
sozialen Flächenbrand in Kauf den sie nicht mehr löschen können.
Man ist geneigt ihnen zuzurufen "Bringt Wasser mit....viel Wasser.
Eins
muss man der Schröder - Regierung und deren Lobbyisten jetzt schon
bescheinigen: Der soziale Friede in diesem Land ist durch seine
Ausgrenzungspolitik für lange Zeit nachhaltig gestört. Das Vorhaben
der Bundesregierung, mit einzelnen, minimalen Korrekturen beim
Auszahlungstermin des Arbeitslosengelds II und dem Kinderfreibetrag die
Proteste zu besänftigen, hat wenig Aussicht auf Erfolg. Harz IV ist und
bleibt als was es von Schröder gedacht war: Sterbehilfe für
Arbeitslose. Die Rechnung des Kanzlers und seines Supersanierers Clement, mit
geringfügigen Zugeständnissen die wachsenden Massenproteste gegen
Hartz IV vom Hals zu bekommen, wird nicht aufgehen. Während sie von
den Unternehmerverbänden BDI und BDA sowie von den Unionsparteien
Zustimmung erhalten, weiten sich Unzufriedenheit und Demonstrationen weiter
aus. Vielen Menschen wird klar das die Täter nicht auf den Fluren der
Arbeitsagenturen sitzen.
Die Arbeitsmarkt und Sozialpolitik unserer
vermeintlichen Eliten scheint heute darin zu bestehen, dass Parteien und
Politiker darum konkurrieren, wer die als Schädlinge der Nation
identifizierten Personen (Sozialschmarotzer - Drückeberger und Faulenzer)
am härtesten anpackt. Im öffentlichen Diskurs über
sozialstaatliche Verarmung überbieten sich die politischen
Repräsentanten im Erfinden von Zumutungen an die von der Wirtschaft
Ausrangierten und "Überflüssigen", damit das Elend aus der Welt
geschaffen wird - jedenfalls aus der Welt, die den Staat etwas kostet. Für
viele - und nicht nur für "noch" Beschäftigte und Erwerbslose wird es
ein ganz böses Erwachen" geben.
De facto werden
Langzeitarbeitslosen ihre Bürgerrechte entzogen, eine dramatische
Verarmung eines Großteils der Bevölkerung wird nicht nur in Kauf
genommen, sondern entschlossen befürwortet, während wohlhabende
Gauner, die ihr Geld am Fiskus vorbeischleusten, mit Straffreiheit belohnt
werden. Erst wenn die Suppenküche an die Stelle der Sozialversicherung
getreten ist, lebt sich's in der besten aller möglichen Welten. Wie sollte
man eine solche Entwicklung anders beschreiben, als dass der Klassenkampf von
oben in eine neue Phase eingetreten ist.
Millionen Menschen in diesem
Land, und damit die künftigen Bezieher von Alg II, wird durch die
Schröder - Administration suggeriert das sie sich als Menschen dafür
zu entschuldigen hätten, das sie überhaupt geboren wurden. Es ist
kein Wunder, dass sich immer mehr, der so gepeinigten Gedanken über
grundsätzliche Alternativen zu diesem, mehr als ungerechten System machen.
Unverschleiert offenbart des Kanzlers Agenda - neoliberalen Zuschnitts ein
Konzept das von vorne herein auf Ausgrenzung ausgelegt ist. Nur der Kanzler und
seine Helfer scheinen zu vergessen - jeder Mensch in diesem Land hat ein Recht
auf Existenzberechtigung - das muss sich hier niemand verdienen - das ist ein
"noch" durch die Verfassung geschütztes Grundrecht.
Der Kanzler ist
in den ersten 4 Jahren seiner Regierungszeit, mehr durch persönliche
Eitelkeiten, verbalen Entgleisungen seiner Gattin und Kabinettsumbildungen
aufgefallen, als durch eine konstruktive Sozial und Beschäftigungspolitik
für das Volk. Dies überlies er den Vertretern der
Wirtschaftsverbände und dessen Erfüllungsbüttel aus der Union
und den Liberalen. Die von ihm längst verloren geglaubte Bundestagswahl
2002, brachte für Gerhard Schröder noch einmal die Wende.
Unvergesslich sind dem Wähler die Bilder, als er mit gelben Gummistiefeln
die abgesoffenen Deiche inspizierte, ausgelöst durch das verheerende
Hochwasser an der Elbe. Mit wehenden Scheckbuch und unkomplizierten
Hilfeversprechen ging er für die 2 Monate später stattfindende
Bundestagswahl auf Stimmenfang. Und er wurde von den Menschen in den neuen
Bundesländern verstanden. Mit einem Vorsprung von nur 6000 Stimmen
bundesweit, sicherte er sich vor Stoiber zum zweiten Mal die Kanzlerschaft. Der
Osten hat`s ihm 2002 gegeben - der Osten könnte es ihm auch wider im Jahre
X nehmen - und das nicht erst 2006
Am besten ausdrucken und Freunden
und Bekannten geben. Es grüßt immer Sir
James |