So vielen Menschen mag man sagen: Was ihr einander
abverlangt, das gibt es nicht aus einer Hand. Soll der Nächste
Rücksicht üben, dürft ihr ihn nicht mit Euch betrügen.
Was Eltern haben nicht gegeben, das sucht ein Mensch ein Leben
lang. Es macht ihn rastlos, blind, oft krank. Es fällt ihm schwer,
es zu erkennen, was wir Wahrhaftig Lieben" nennen.
Gerade
dort ward er betrogen. Der Anspruch wurde nicht erfüllt. Fortan
mit Eifer wird enthüllt der Sinn, der Satz wird so verbogen,
fühlt sich von jedem nur betrogen.
Als Mensch sich weiter dann
entwickeln, wird manchem mehr und mehr zur Qual. Was hat er denn auch
für 'ne Wahl? Er ward als Mensch nicht anerkannt, verharrt so
wartend, verletzt, verbannt.
Will er sich nun das Leben schenken,
weil es ihn quält, allein zu sein, dann kann ins Herz nur jemand
rein, wenn alle Wunden sind geheilt. Nur so das Glück in ihm
verweilt.
Wie soll'n die Wunden nun verheilen? Jedweilig Lieben
wird verdrängt. In Sorg' er an dem Glauben hängt, es sei ja
alles nur gelogen, mit Eigennutz und List verwoben.
Kein Mensch
wird ihn befreien können. Er kann es so nur selber tun. Was ihn
verletzte, läßt er ruh'n. Er lernt sich selbst erst mal zu
lieben, wird so nichts mehr auf andere schieben.
Der Nächste
steht in anderem Licht. Er wird so nicht mehr rangenommen, um
längst Vergangnes zu bekommen. Er hat ein Recht, doch frei zu sein
von diesem falschen flehend Schein.
Am Ende will ich Dir noch
raten: Laß Frieden in Dein Herz herein. Das Leben kann so
herrlich sein. Sammel dankbar all die kleinen Zeichen, die Menschen Dir
aus Liebe reichen.
Vielleicht hast Du eines nie gesehen? Das Leben
ist ein Geschenk an Dich. Verpackung - Vieles stimmte vielleicht nicht?
Hältst es als Licht in Deiner Hand, leucht' hell bevor es
ausgebrannt.
Helmut Donner |