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80 Prozent der Menschen in
Uganda leben von dem, was die Erde hergibt. Im Westen des Landes steigen
tausende Kleinbauern auf ökologische
Landwirtschaft
um. Ziel: mehr und bessere Nahrungsmittel zu produzieren.Seit ein Teil der
Ruwenzori-Berge im Westen Ugandas in den 1990er Jahren zum
Nationalpark
erklärt wurde, dürfen die Bauern ihren Speisezettel nicht mehr mit
gejagtem Wild oder gesammelten Pilzen ergänzen. Das, was auf den Feldern
angebaut und geerntet wird, muss reichen. So wuchs der Zwang, mehr aus den
Böden heraus zu holen.
Die Frau führt die Familie
Die Bauern sind nicht von allein auf die Idee gekommen, vorhandene
Ressourcen für den Anbau ihrer Früchte besser zu nutzen. Auf den Weg
gebracht haben sie ugandische Nichtregierungs-Organisationen. Seit 2000 gibt es
Projekte und Kampagnen für Organic Farming, also Bio-Anbau.
Wie die
AMA, die "Agribusinness Management Associates", die im gesamten Westteil
Ugandas mit Vertretungen auf lokaler Ebene präsent ist. Dort, wo auch die
AMA-Vertreter zu Hause sind und die Bevölkerung kennen. Und damit auch den
Zugang zu den Bauern haben. Oder genauer: zu den
Bäuerinnen.
"Tatsächlich treten wir an die Familien heran. Und
hier führt die Frau die Familie, dann erst kommen der Mann und die
Kinder", erklärt der lokale AMA-Chef Bazori Bahati. Die Männer
unterstützen ihre Frauen nur gelegentlich auf dem Feld, so Bahati. Auch
wenn man versuche, die Männer zu mehr Mitarbeit zu bewegen, sei es nur mit
Hilfe der Frauen möglich, die Landwirtschaft zu verbessern.
Bio hält länger Schon nach den ersten ein, zwei Ernten waren
die Frauen und mit ihnen die Männer überzeugt: Wenn wir biologische
Materialien einsetzen, dann werden unsere Matooke, unsere Kochbananen
grüner und praller, dann kann unser Mais besser über die Trockenzeit
kommen und die Vanille wächst schneller, stellten sie fest. Das ist die
eine Seite. Die andere: Auch auf den lokalen Märkten kommen die Produkte
besser an, lassen sich höhere Preise erzielen. Denn die Kunden bevorzugen
Bio-Produkte, weil sie länger halten, auch ohne Kühlschrank, den
sowieso kaum jemand hat.
Um die Lebenssituation der Bauern nachhaltig zu
verbessern, hat AMA sie davon überzeugt, es auch mit anderen Produkten als
den traditionell üblichen zu probieren. Manche versuchen jetzt,
zusätzlich Kardamon anzubauen, ein Gewürz, das sie noch gar nicht
kannten. Andere setzen auf neue Kartoffelsorten oder auf besser angepasste
Passionsfrüchte.
Kommunikationsmittel fehlen Doch
was geerntet wird, soll auch verkauft werden - und Marketing ist das
Hauptproblem aller Bauern in diesem Teil des Landes. Die Hauptstadt Kampala mit
ihrem Nachfragepotential ist weit entfernt, mit dem Laster dauert es mindestens
sechs Stunden, und kaum jemand kann sich überhaupt leisten, einen zu
mieten. Aber die größeren Orte in der Nähe könnten
interessante Absatzmärkte sein. Wenn die lokalen Farmer wüssten, was
dort nachgefragt wird.
Um an solche Informationen zu kommen, fehlt es
aber an Kommunikationsmitteln: Kein Internetanschluss, keine Telefonleitung,
kein Anschluss an das nationale Stromnetz. Deshalb befürchten viele Bauern
und mit ihnen die Organisationen wie AMA, dass der aufblühende Handel mit
Bio-Produkten nicht weiter entwickelt werden kann, die relative Armut also
bestehen bleibt. |