"Wenn wir die ökologischen und
sozialen Krisen, die wir herbeigeführt haben, überleben wollten,
wären wir wohl gezwungen, uns auf völlig neue, dramatische
Gemeinschaftsunternehmungen einzulassen." (Lynn Margulis)
Die Erde ist in Aufruhr. Der Tsunami raffte etwa 300
000 Menschenleben hinweg. Die USA planen einen erneuten Krieg. Auch wenn sie
derzeit abwiegeln, so wissen wir doch: Das System braucht Kriege, um
wirtschaftlich nicht zu kollabieren. Außerdem gehört der Aufbau
sogenannter "Freihandelszonen" zur Politik der Globalisierung. Der ganze
Mittlere Osten soll in eine Freihandelszone umgewandelt werden, um den
bestehenden Weltkonzernen neue Produktionsstätten und Absatzmärkte zu
sichern (wodurch die einheimischen Kleinindustrien vernichtet werden). Jetzt
planen sie den Krieg gegen den Iran, wie sie vorher den Krieg gegen den Irak
geplant hatten, unabhängig davon, ob dort Massenvernichtungswaffen
gefunden würden oder nicht. Die Straßen, auf denen heute noch die
Kinder spielen, könnten bald schon aussehen wie in Falludscha, der
verwüsteten Stadt im Irak. Ich kann bei dieser Nachricht nicht
weitermachen wie bisher.
Es gibt derzeit so viele Kriege auf der Erde wie nie zuvor.
Wir Deutschen reden immer noch tapfer vom Nachkriegszeitalter. Frieden, seit
fast sechzig Jahren. Was haben wir mit dem Leid auf der anderen Seite der Welt
zu tun? Wie eng verknüpft ist mein Wohlbefinden mit dem Leid auf der
anderen Seite der Welt? Sehr eng! Bin ich verpflichtet, mir darüber
Gedanken zu machen? Wissen wir noch, dass der Mensch der Verursacher der
Katastrophe ist und deshalb auch die Intelligenz entwickeln könnte, um
diese zu beenden? Das Leben selbst wird sich wehren gegen alle
Unterdrückungen, das sehen wir am Tsunami und anderen
Wetterkatastrophen.
Bevor ich meine geplanten Aktionen beschreibe, möchte
ich noch einige Gedanken aufschreiben. Ja, Millionen sollen auf die
Straße gehen - aber dieses Mal mit einer positiven Perspektive für
den realen Aufbau einer besseren Welt. Gebt der Empörung eine positive
Richtung. Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir uns selbst
verändern. Äußerer Friede kann nur hergestellt werden, wenn wir
auch innerlich zum Frieden fähig sind. Wer gegen den Krieg ist, braucht
eine lebbare Vision für den Frieden. Die Globalisierung der Gewalt kann
nur durch eine realistische Globalisierung des Friedens überwunden werden.
Was die bekannte Biologin Lynn Margulis als Konjunktiv formuliert (daß
wir nämlich zu völlig neuen, dramatischen Gemeinschaftsunternehmungen
gezwungen wären), ist für uns zu einem Imperativ geworden. Durch
meine langjährige Gemeinschaftserfahrung weiß ich, dass wir soziale
Strukturen schaffen müssen, in denen Friede und Vertrauen überhaupt
möglich werden. Schafft Systeme des Zusammenlebens und des Vertrauens
untereinander, in denen es keinen Krieg mehr gibt. Ein anderes Leben ist
möglich. Schon jetzt. In Tamera, dem entstehenden Heilungsbiotop I im
südlichen Portugal, wird das Projekt "Monte Cerro" vorbereitet: ca. 170
Menschen werden ab 1. Mai 2006 an dem Aufbau autarker Friedensmodelle arbeiten.
Entstehen soll u.a. ein Friedensdorf ("Solar Village"), welches als Modell
dienen könnte für ein gewaltfreies Zusammenleben von Mensch und Erde.
Das ist unser zentraler Beitrag, den wir leisten können und werden.
Durch meine spirituelle Forschung weiß ich, dass wir auf die Stimme des
Lebens und der Natur hören müssen, wenn wir Erfolg haben wollen. Ich
denke an den Tsunami. Ich sehe die Tiere vor mir, die überlebt haben.
Warum konnten sie sich retten? Oder der Dorfälteste Salaman von dem Urvolk
Morgan, das auf einer Insel vor Thailand lebt. Bevor die Flutwelle kam, rettete
er instinktiv seine Leute. Zu unserem Friedenskonzept gehört seit langem
die gewaltfreie Kommunikation und Kooperation mit Tieren. Als beseelte
Frequenz- und Informationsträger sind sie ein Teil des weltweiten
Friedenssyndikats, wenn sie auf gute Weise integriert werden.
Ich stelle meine Arbeit in diesem Jahr unter das Motto,
alles dafür zu tun, um die Frequenz des Friedens zu finden und zu
verbreiten. Ich setze meine Kraft dafür ein, dass der innere und der
äußere Krieg auf der Erde beendet wird. Ich möchte deshalb
einige konkrete positive Aktionen unternehmen, und andere einladen sich zu
beteiligen, um angesichts der erneuten Kriegsandrohung sichtbar für den
Frieden zu arbeiten:
Ich beginne Anfang März mit einer kleinen Gruppe
eine mehrwöchige Pilgerreise. Wir laufen den bekannten St. Jakobsweg,
beginnend in Nordspanien. Wer sich uns aktiv anschließen möchte,
kann am Dienstag, den 15. März, zu uns stoßen. Wir treffen uns um
12.00 Uhr in Leon am Hauptportal der Kathedrale. Wir beginnen dort mit einer
Meditation für den Frieden. Der Pilgerweg erreicht am 25. März
Santiago da Compostella, wir laden vor Ort ein zu einer Kundgebung und einer
Friedensmeditation. Anschließend laden wir alle Mitdenkenden, auch
solche, die nicht mit uns gepilgert sind, zu einer beratenden Versammlung ein.
Treffpunkt am Karfreitag um 12.00 Uhr vor dem Hauptportal der Kathedrale von
Santiago da Compostella. Wir werden auf dieser Pilgerschaft weitere Ideen
entwickeln und die nächsten Schritte vereinbaren, dazu gehört auch
die Vorbereitung einer größeren Initiative in Israel/Palästina.
Ich sehe in diesem Pilgergang auch eine schöne Gelegenheit für neue
Begegnungen, für Kooperation und neue Freundschaften.
Als nächstes werden wir vom 15. Mai bis 11. Juni
in Tamera mit Mitarbeitern des Heilungsbiotops ein Friedenstreffen
durchführen zum Thema: Den Krieg verhindern durch den Aufbau autarker
Friedensprojekte. Ein "Solarpowervillage" (entwickelt von Jürgen
Kleinwächter und seinem Team) als Pilotanlage ist derzeit in Tamera im
Aufbau. Es werden soziale, technologische und ökologische Lebensformen
modellhaft aufgezeigt, durch die Menschen auch in Armutsländern und
Krisengebieten dieser Erde vom Kampf ums Überleben und der
Abhängigkeit befreit werden könnten. Eine aktive Friedensgruppe aus
Israel/Palästina, mit der wir seit längerem kooperieren, wird mit
dabei sein, um weiter an der Vision des geplanten Friedensdorfes (Peace
Research Village) im Nahen Osten zu feilen. Alle, die an derartigen
Zukunftsprojekten interessiert sind oder gar mitarbeiten wollen, sind herzlich
eingeladen.
Vom 25. Juli - 4. August veranstalten wir die
jährliche Sommeruniversität in Tamera zu dem Thema "Bewegung für
eine freie Erde". Sie dient der Netzwerkarbeit, die unter den gegebenen
Kriegsankündigungen auf neuer Ebene erforderlich ist. Vor allem junge
visionäre Friedenskräfte sind als Referenten und Mitdenkende
eingeladen. Ein Treffen für engagierte Menschen aus aller Welt.
Die letzte öffentliche Friedensaktion, die ich
für dieses Jahr plane, findet voraussichtlich im Oktober/November in
Israel/Palästina statt. Wir werden wieder eine größere
Pilgerreise machen und an verschiedenen Orten unser bekanntes Theaterstück
aufführen. Es trägt den Titel "Wir weigern uns Feinde zu sein."
Vielleicht feiern wir bereits, dass der geplante Irankrieg bis jetzt ausblieb?
Wir wählen den Nahen Osten, weil hier einer der großen
Akupunkturpunke liegt, wo über Krieg oder Frieden auf der Erde entschieden
wird. Hier, so unser Plan, sollte so bald wie möglich ein internationales
Friedensdorf gebaut werden. Der Friedensmarsch mit einer größeren
Schlußkundgebung in Jerusalem enden. Für diese wichtige
Veranstaltung wünsche ich mir die Teilnahme aller, die sich entschlossen
haben, ihr Bestes zu tun, um das System der Kriege zu beenden. Ich denke an ein
internationales Kuratorium für den Frieden, welches sich aus Menschen
zusammensetzt, die sich in besonders überzeugender und wirksamer Weise
für den Frieden einsetzen oder eingesetzt haben.
Laßt die Soldaten wieder Menschen werden. Sie haben
genug gekämpft. Laßt uns mit ihnen zusammen große
Friedenscamps veranstalten, wo sie nicht den Krieg, sondern die Liebe lernen.
Ich appelliere auch an bekannte Musiker und Künstler: Gebt eure Stimme.
Helft mit, daß im Nahen Osten eine neue Perspektive entsteht und die
Stimme des Friedens weltweit gehört wird.
Wir werden während unserer Pilgerreise im März ein
Tagebuch führen, das man unter http://www.sabine-lichtenfels.de/ lesen
kann. Unter mailto:ring-der-kraft@sabine-lichtenfels könnt ihr weitere
Informationen erhalten.
Für eine gewaltfreie Erde, für eine Zukunft
ohne Krieg. Im Dienst der Wärme für alles, was Haut und Fell
hat, im Namen aller Kreatur!
Sabine Lichtenfels |