Sylvia
LAVI
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Um
Märchen zu erzählen muß man viel wissenund erblicken was
für andere verschleiert bleibt - dazu muß man lange gelebthaben und
deshalb sind alte Menschen die besten Märchenerzähler.
Die
Kinder lieben es so sehr Märchen zuhören, denn nur sie haben genug
Phantasie sich alles plastisch auszumalen undden verborgenen Kern der
Geschichten intuitiv zu erfassen, denn Kinder wissen,daß Phantasie
Wahrheit ist.
Im
ältesten Märchenbuch der Welt stehtgeschrieben....
Es
war einmal ein großer Zauberer und erlebte in seinem Zauberreich voller
Licht, es war vollkommen, unbegrenzt underfüllte das gesamte Universum.
Der Zauberer war groß, er war schön, er war dieHerrlichkeit selbst
und sein Herz war offen und voller Liebe aber er lebtealleine in seinem
großen Reich. Es gab dort niemanden mit dem er über Weisheitsprechen
und seine Liebe teilen konnte, es gab niemanden der ihn wahrnahm,niemanden dem
er seine Zauberkunststücke vorführen und dem er mit
seinenSchöpfungen Freude bereiten konnte er war traurig so alleine
zu sein!
Er
grübelte....was wäre wenn ich einenStein erschüfe, vielleicht
genügte das ich könnte ihn berühren, ihn fühlen
da wäre etwas das in meiner Nähe ist er war einfach
traurig alleine zu sein er nahm seinen Zauberstab und tak-tak es entstand
ein Stein, genauso ein Steinwie er ihn sich vorgestellt hatte, glatt und
schön geformt, funkelnd undstrahlend über alle Maßen er
streichelte den Stein und liebkoste ihn, dochdieser blieb kühl, glatt und
stumm, vibrierte nur leicht in der Schwingung desMeisters nun probierte
er noch mehr Steine zu erschaffen verschiedeneandere Steine, Felsen und
Berge, Landschaften, Planeten ganze Welten, die ermit unzähligen
kristallenen Sternen füllte und alles trug die Energie desZauberers, aber
sie blieben ebenso stumm wie der erste Stein, sie existierten,aber nicht mehr
und der Zauberer fühlte wieder wie traurig es ist alleine
zusein.
Nun
dachte der Meister vielleichterschaffe ich eine Pflanze, ein Blume die
mich mit Schönheit und Farbe erfreut,ich wässere und nähre sie
täglich, verwöhne sie mit frischer Luft und vielLicht ich
werde mich um die Blume sorgen und sie wird mir Freude und Glückschenken,
denn es ist so traurig alleine zu sein. Er winkte mit dem Zauberstabtak-tak und
schon erschien eine wunderschöne Blume vor ihm, sie funkelte undstrahlte
in allen Farbschattierungen und glitzerte wie tausend Diamanten -genauso wie er
sie sich gewünscht hatte. Der Zauberer fing nun an vor der Blumezu tanzen,
aber diese drehte sich nicht mit ihm, sie konnte ihn zwar spüren,ihm aber
nicht ihre Freude zeigen und sich mit ihm drehen. Er fing an noch mehrPflanzen
zu erschaffen, große und kleine, Gärten und Wälder, Haine und
Felderund unzählige Bäume aber sie alle waren wie eine einzige
Pflanze. Sie warenschön und farbenprächtig anzusehen aber entsprachen
definitiv dem Bewußtseinihres Schöpfers, auch sie gaben ihm keine
Antwort und reagierten fast nicht aufihn, denn sie waren er selbst oh
wie traurig war es alleine zu sein.
Der
Zauberer dachte lange nach, was wärewenn ich ein Tier erschaffe ja
einen Hund, einen zärtlichen, kleinen,lustigen Hund mit dem ich spielen
kann er wird hinter mir herlaufen und ichbin nicht mehr alleine
er winkte mit dem Zauberstab und tak-tak erschien einkleines geflecktes
Hündchen, genauso wie er es sich vorgestellt hatte. Er fingan das
Hündchen zu versorgen, gab ihm Futter und Wasser, streichelte
undverwöhnte es, er wusch es und ging mit ihm spazieren er machte
alles für denkleinen Hund. Dieser war ihm treu ergeben und sein ganzer
Wunsch war es ganznahe bei seinem Herrchen zu sein, ihm auf Schritt und Tritt
zu folgen, aber dieEnergie des Hündchens entsprach in allem der des
Zauberers, widersetzte sichnie seinem Willen es war demütig und
gehorsam und schon bald erfüllte ihndiese Freude nicht mehr. Der Zauberer
fing an weiters Leben zu erschaffen Fische, Echsen, Vögel und
unzählige andere Lebewesen, in allen Größen, Formenund
Schattierungen aber alle Tiere waren er selbst und konnte ihm
nichtFreund und Partner sein ach wie war es traurig so alleine zu
sein.
Lange
dachte der Meister nach und dannwußte er es ein richtiger Freund
kann nur jemand sein der genau nach meinemEbenbild erschaffen ist, aber einen
freien eigenen Willen hat, der ihm dazuverhelfen würde mir gegenüber
zu stehen. Zuerst würde er mich brauchen, meineGeschenke und Liebe freudig
entgegennehmen - ich könnte ihn alles lehren wasich weiß, wir
könnten zusammen in meinem Schloß wohnen und irgendwann würde
ichihn loslassen um sich selbst zu finden denn nur wenn er sich seiner
Selbst,außerhalb von mir wahrnimmt, kann er so werden wie ich, erschaffen
wie ich,leben wie ich und lieben wie ich nur dann wüsste er mich zu
verstehen, ach esist so traurig alleine zu sein.
Wer
könnte mein Ebenbild werden? Werkönnte meine Gaben wirklich
schätzen und mir Gleiches schenken? Ja, ich könnteeinen Menschen
erschaffen, genau nach meinem Ebenbild und wir werden glücklichzusammen
sein. Er nahm seinen Zauberstab und erschuf ein Lichtwesen genau nachseinem
Ebenbild. Dieser Mensch genoß die vielen Geschenken und Gaben die ihmder
Zauberer schenkte, er unterhielt sich mit ihm und leistete ihm
Gesellschaft aber er ahnte nichts vom wahren Wesen des Zauberers und
seiner großen Liebezu ihm, denn der Mensch lebte, aber war sich seiner
selbst noch nicht bewußt.Er erfreute sich zwar der Gaben des Meisters,
wußte sie aber nicht zu schätzen- irgendwann begann er sich zu
langweilen und versuchte bis an die Grenzen desReiches zu stoßen, immer
auf der Suche nach neuen Erfahrungen.
Während
dieser Entdeckungsreisen entfernteer sich mehr und mehr vom Zuhause und eines
Tages stieß er auf eine großeFeuerwand, die ihm große Angst
einjagte und ihn magisch anzog. Er begann sichdagegen zu wehren wurde aber
einfach in sie hineingezogen und überschritt dieGrenze die ihn vom
Zauberreich abtrennte. Der Zauberer verstand: Um das Glückzu zweit
wirklich genießen zu können, muß der Mensch Erfahrungen
sammeln die imReich der Einheit nicht gemacht werden können. Er muß
mich erst fortgehen umdie Freude des Wiederfindens wahrhaft erleben zu
können, er muß lernen zufühlen wie verlassen er ohne mich ist
und wie einsam ich ohne ihn wäre achwie traurig ist es doch alleine
zu sein.
Diese
Abtrennung vom Zauberreich war fürden Menschen sehr traumatisch. Zum
ersten Mal spürte er Unsicherheit in seinemWesen und Misstrauen und begann
die Kontrolle zu verlieren. Er fühlte immermehr wie der Kern aller Dinge
zu zerbröckeln begann sein eigenes inneresWesen wurde in
unzählige Teile zerrissen und der Mensch verlor sich selbst. Erfand sich
an einem Ort wo es dunkel und kalt war und konnte den Weg zurücknicht mehr
finden - ach wie traurig ist es doch so alleine zu sein, dachte derMensch und
überlegte was er tun könne um seine Lage zu verbessern. Er traf
andiesem Ort andere Wesen seiner Art aber die fühlten sich tief im Herzen
genausoeinsam wie er selbst, genauso ängstlich, schutzlos, verzweifelt und
mit großeSchuld beladen. Als erstes begannen sie sich ein trockenes und
sicheres Zuhausezu schaffen um sich irgendwie vor der rauhen Umwelt zu
schützen erinnertensich dunkel ihrer einstigen Fähigkeiten und
begannen sich ihre Welt neu zu erschaffen.
Als
kleine verstreute Hologramme desAbbilds des großen Zauberers legten sie
den Grundstein einer neuen Schöpfungund erschufen einen zweiten
Schöpfungskreis. Sie schufen immer mehr irgendwann dachte ein Mensch
an einen Stein einen glatten blanken Stein umnicht mehr alleine zu sein,
er nahm seinen Zauberstab und tak-tak schon war derStein da, aber mit rauhen
Kanten, schwer und fest, er erinnerte nur imEntferntesten dem schönen
Energiegebilde des Zauberers. Sie erschufen gemeinsamihre eigene Welt - sie
erschufen Kontinente, Länder, Städte, Dörfer,
Höhlen,Häuser, Gärten, Wälder, Autos und schließlich
Fernsehapparate, Computer,Telefone und Fußball am Wochenende alles
nur um nicht mehr so traurig alleinezu sein sie erschufen immer neue
Dinge, immer als Versuch darin daswunderbare Zauberreich wiederzufinden und die
Geheimnisse des Lebens zu lösen.
Der
Mensch erschuf immer mehr und dasermüdete ihn sehr, irgendwann schlief er
ein und vergaß, daß er der Schöpferseiner Welt war und seine
Angst wurde immer größer, er fühlte sich immer einsamer und
hilfloser, bis er nur noch wie ein Blatt im Wind dahintrieb undseine ganze
Macht und Verantwortung anseine
Schöpfungen abgab. In Sehnsucht nach dem großen liebevollen
Zauberererschuf er sich Scheinzauberer und Trickkünstler, denen er die
ganze Macht undKontrolle übergab, sie kontrollierten nun die spirituellen
Lehren, konnten abernur mehr ein schwaches Echo in seinem Inneren hervorrufen.
Die einst schöne undlichtvolle Welt versank immer mehr in Dunkelheit,
Angst und Bewußtlosigkeit.
Eines
Tages begann ein Mensch sich zustrecken, zu gähnen und sich den
äonenlangen Schlaf aus den Augen zu reiben.Langsam erwachte er aus seinem
Tiefschlaf, denn er hörte eine leise Stimme imInneren die fragte:
War da nicht einmal mehr, erinnere Dich wer Du bist undwoher Du kommst?
Und ganz sanft regte sich ein unbeschreibliches Sehnen inseinem Herzen und der
Drang sich wieder auf Reisen zu begeben um den Weg nachHause zu suchen
aber wo beginnt dieser Weg und was ist zu tun? Er konntenicht mehr ruhig
schlafen, nicht mehr wie früher essen und alles um ihn herumbegann sich zu
verändern ganz langsam kehren seine Erinnerungen wieder,zuerst als
Ahnungen und Intuition, dann stiegen bekannte Bilder aus der Zauberweltaus
seinem Inneren auf die Sehnsucht nach der Nähe und Liebe des
Zaubererswurde immer stärker. Er fand das alte verborgene Zauberbuch und
den Zauberstabwieder und macht sich an die Arbeit viele neue
Zauberschriften tauchen wieaus dem Nichts auf um den suchenden Menschen auf
seinem Weg zurück zubegleiten. Der Mensch fühlte es ist noch
so viel zu erlernen, so viel zuerfahren, so viel zu begreifen und so viel zu
tun die Arbeit in denZauberschriften muß der Mensch ganz alleine
entschlüsseln und jeder seineeigene Zauberformel finden.
Steil, steinig, mühsam und dornig ist der Weg heim
insZauberreich. Unzählige Stolpersteine warten auf diesem Pfad um vom
Menschen inMeilensteinen umgewandelt zu werden. Unzählig Schlangen warten
im Gebüsch daraufihn zu ängstigen, aufzuhalten und vom Weg
abzubringen. Kurz vor dem Ziel erwarten ihn
immergrößere Herausforderungen, denn die Mauern ums Zauberreich sind
unendlich hochund verriegelt das Tor. Doch der Mensch läßt sich
nicht entmutigen und geht tapfervorwärts mit jeder
Enttäuschung wächst auch der Wunsch heimzukehren und ausder Tiefe des
Schmerzes wachsen wahre Liebe und Mitgefühl. Die Menschenbeginnen zu
verstehen, daß die gesamte Menschheit EINS ist und sie nur alsGANZES
zurückkehren kann. So halten immer mehr Menschen auf ihrem Weg ein umauf
die Nachkommenden zu warten, diese zu stützen und ihnen nach einem
Sturzwieder aufzuhelfen - immer mehr schließen sich dem Zug an und nun
ist es schonviel weniger traurig alleine zu sein.
Irgendwann
beginnt der Mensch tief inseinem Inneren zu fühlen etwas
völlig Neues, Ungewohntes schlägt inaltbekanntem Rhytmus - tak-tak -
und langsam beginnen Körper und Geist indiesem Takt mitzuschwingen und ein
Licht aus seiner Mitte erhellte dieDunkelheit rundherum und plötzlich
weiß er mit Gewißheit der Zauberer warimmer an seiner Seite
gewesen, denn ein Teil von ihm war unbemerkt auf seineReise mitgegangen, hat
ihn sanft geführt wenn er Hilfe brauchte und er hat ihmeinst sein
Zauberbuch überreicht, um ihn an das Zauberreichs zu erinneren
niemals war jemand wirklich alleine und die Einsamkeit war nur
Illusion.
Und
als der Mensch sich dieser Wahrheitbewußt wurde, spürte der Zauberer
was er sich von Anfang an gewünscht hatte der Mensch ist nun zu
seinem wirklichen Partner herangewachsen. Indem er denlangen Weg durch die
phyische Dichte gegangen ist und eingetaucht in allepotentiellen menschlichen
Erfahrungen, her die Geheimnisse wahrer Liebe gefndenund ist dabei zum Ebenbild
des Meisters geworden. Er ist nun selbst in der Lagezu zaubern und zu
erschaffen und dafür auch die Verantwortung zu übernehmen -jetzt ist
es gar nicht mehr notwendig ins Zauberschloß im Zauberreichheimzukehren,
denn gemeinsam schufen sie ein neues Reich und bauen ein völlig neues,noch
nie dagewesenes Zauberschloß der Weg ist jetzt geöffnet und
die Energiedes Zauberreichs kann jetzt bis hierher strahlen um das neue Reich
zu erleuchten.
Kannst
Du auch in Deinem Herzen densanften Schlag des Zauberstabes fühlen:
Tak-Tak?