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Hallo,
dieses ist die Geschichte einer Gruppe
Urlauber, die »unbeabsichtigt« eine Zeitreise erleben. Ich habe sie
nach einer Erzählung von Dr. Norbert Schroeder modifiziert, einem
Teilnehmer der »Himmel auf Erden Group«. Mein Dank geht an Norbert
für diese Anregung.
»Es geschah so um die Jahrtausendwende, als eine
bunt durcheinander gewürfelte Gruppe von Touristen wartend am Flughafen
zusammentraf. Es gab kleine familiäre Gruppen, Vater, Mutter, Sohn oder
Tochter, Freunde und Freundinnen, Geschäftsleute, Globetrotter,
Abenteurer, Wellness-Suchende, Sex-Touristen, Abzocker, Studenten, Rentner,
also Menschen mit allen möglichen Absichten und Zielen.
Nach einer Weile des Wartens hallte eine
Stimme aus dem Lautsprecher und alle stürmten auf die Glastür zu.
Obwohl jeder seine Platzreservierungsnummer auf seinem Ticket hatte, gab es ein
Drängeln, um in den Airport-Bus zu kommen.
Doch im allgemeinen war die Stimmung relativ
gut, da praktisch ein jeder sich auf die paar Tage oder Wochen des Urlaubs
freute. Herauszukommen aus dem tönernen Einerlei der stressigen Betriebe,
dem überall wie ein Geruch anhaftendem täglichem Mobbing,
herauszukommen aus dem Jonglieren mit Arbeitssekunden, dem Lärmpegel und
den unbefriedigten, ja depressiven Alltagsgesichtern. Heraus aus dem bienen-
und ameisenhaftem Leben, wo nur Innovation und Effizienz zählten, heraus
in eine andere Welt, wo, so das angezogene und erwartete Muster, man endlich
frei lebt, als persönliches Individuum.
Schließlich strömten alle aus den
beiden Airport-Bussen und die Massen quirlten drängend in die Gänge
des Fliegers. Man rammte sich, stieß sich an, Gepäckstücke
fielen herunter, und so mancher bekam eines davon auch zu spüren. Doch die
Wunschatmosphäre des nahenden Urlaubes machte aufkeimende Aggressionen
zunichte.
Die sich Kennenden saßen zumeist
zusammen, andere, rein zufällige Sitznachbarn lernten sich -
zuerst rückhaltende Emotionsbarrieren aufbauend, aber nichtsdestotrotz
freundlich - kennen.
Die Stewardessen waren emsig wie die
Ameisen, immer freundlich, genauso, wie auch die Modedamen in den TV-Anstalten.
Und nun ging es los. Der Airbus hob nach den
Sicherheitsanweisungen ab. Oben, in Flughöhe angekommen machte sich ein
Gefühl der Erleichterung breit, kurzum man taute auf.
Schließlich, man flog hoch über
den Wolken, verteilten die freundlichen Damen und Herren das Menü. Es war
noch relative Stille. Man wollte schließlich das Essen hier oben in
10.000 m Höhe genießen. Doch nach dem Aperitif und den diversen
Getränken öffneten sich nicht nur die Gemüter, sondern auch die
Mäuler. So manch einer nahm auch wegen seines angeblichen Magenleidens,
der Migräne, oder der Flugangst einen oder zwei Aperitifs zuviel.
Vielleicht waren es auch vier. Einige der jüngeren, wohl Studenten langten
sehr kräftig zu. Wahrscheinlich hatten sie - bedingt durch die letzten zu
arg trockenen Vorlesungen im Auditorium maximum - ein großes
Nachholbedürfnis nach Flüssigem. Ihr Wasserhaushalt wird es ihnen
danken.
Doch in dieser kleinen Fluggesellschaft
beobachtete doch so mancher auch argwöhnisch das Treiben seiner Nachbarn.
Jeder hatte seine Erziehungsmuster, die ihm einbläuten, was Etikette denn
so sei.
Dann schrien einige Kleinkinder, und so
mancher akademisch verbildete Gast, griesgrämig gereizt von seinen
trinkenden Nachbarn, guckte grimmig in die Augen derjenigen Mütter, deren
Kinder schrien.
Oder so manche Augenbrauen zuckten leicht,
kein Tics, nur so.
Doch die Zeit heilt, sie läßt
vergessen im Meer der eigenen Gedanken, oder versunken in einem Buch oder einer
Zeitung. Ja, auch so manches Quadratauge, man sieht es den TV-Süchtigen
an, glotzte dorthin, dem magischen Ort der Moderne. Unter so manchen
jüngeren hingegen, sah man nur, schwer erkennbar, da man diese nicht so
leicht ortete, Ohrstöpsel. Doch jeder zivile Mensch des 20.Jahrhunderts
konnte den Grund der Ohrstöpsel schon von vornherein analysieren: Und zwar
an den zuckenden Gliedern, den Rudimentären und so.
Nach etlichen Stunden begann die wabernde
dunkle Nacht. Es wurde stiller im temporären Gefüge dieser
Kleingesellschaft.
Dann, ein lautes Alarmschrillen, ein
unverständliches Geräusch aus den Lautsprechern des Piloten, gepaart
mit einer hurrikanähnlichen Hose am Horizont, die in allen Regenbogen
leuchtend irgendwie von innen strahlend sich dem Flugzeug näherte. Es
wurde still, die Triebwerke funktionierten nicht, sie schwiegen, man schwamm
regelrecht in dieser leuchtenden Hose. Alles ging lautlos voran. Selbst die
hier zusammen getroffenen Menschen schwiegen, keiner schrie. Es war alles
zuviel des Guten, es war unerklärbar für den sogenannten denkenden
Logiker. Alles elektrische im Airbus entsagte sich seiner Bürde, doch das
Licht kam von Außen. Keiner wußte es, mag es auch von Innen
kommen.
Diese gespenstige Szene, ein Vokabular des
20.Jahrhunderts, denn dieser unerklärbare Vorgang hätte eher den
Namen mystisch verdient, währte nicht lange, vielleicht eine
halbe Stunde, vielleicht einige Sekunden, oder gar Monate, wer weiß es,
dieser Vorgang endete jedenfalls so abrupt wie es anfing.
Der Kapitän gab Anweisungen an das
Personal für Speisen und Getränke zu sorgen, um die Gemüter zu
beruhigen. Er sprach sehr ruhig und informierte die erstaunten Passagiere,
daß er alles unter Kontrolle hätte.
Da eigentlich nichts schlimmes passiert war,
kein Luftloch, kein Rütteln der Maschine, nichts dergleichen, und nun die
Maschinen wieder normal arbeiteten, verdrängte ein jeder das seltsame
Erlebnis.
Im Cockpit hatten die Flugleiter allerdings
einige Probleme. Ihre Navigatoren zeigten ein völlig anderes Ziel an, und
im undeutlichen Funkverkehr verstand man dieses komische Englisch nicht so
recht.
Nun gut, einerlei, man konnte sich
schließlich irgendwie doch verständigen und wurde an einen
Zielflughafen gesteuert.
Gesteuert, im wahrsten Sinne des Begriffes.
Denn der Pilot stellte staunend fest, daß sich abermals alle Triebwerke
ausstellten, bis auf die Sauerstoff- und Elektrikversorungen für alle
Passagiere - und daß sein Flugzeug automatisch auf irgendeinen Airport
zuflog. Ohne sein Dazutun.
Die Haare standen ihm zu Berge, was Gott sei
Dank kein Passagier sah; denn ohne sein Dazutun fühlte er sich
gedemütigt.
Doch der Airbus landete sicher und sehr
weich auf einem Flughafen, den weder der Pilot, noch der Co-Pilot, noch jemand
anders kannten.
Dann nahte der Moment, eine Gruppe von
außen dockte an, begrüßte freundlich die Ankömmlinge,
diesmal in reinstem Oxford-Englisch, beruhigte alle, und eskortierte die Crew
und die Passagiere zum Flughafengebäude. Keiner der Touristen konnte
eigentlich mitbekommen, wie denn der Transport abging, nur der Pilot und sein
Techniker ahnten etwas: ein ufo-ähnliches, schwebendes Ding, gleich einem
Diskus.
Man wurde hier hervorragend empfangen, es
gab keinerlei dummen und überflüssigen behördliche Fragen, und
die Menschen hier waren allesamt nicht nur freundlich, sondern irgendwie
aufgeschlossen, heiter und fröhlich.
Man setzte sich in einen wunderschönen
Saal, mit kleinem Wasserfall, im Hintergrund leise Meditationsbegleitung, mit
einem Panorama auf den Airport und den dahinter liegenden Bergen.
Schließlich platzte einem der
Mitreisenden der Kragen; es war ein Rechtsanwalt, oder gar Richter, er
riß aufgeregt aus seinem Jacket seine Ausweis-Papiere und Dokumente,
Passport, Geburts-Urkunde, Ticket und Sonstiges und rammte diesen kleinen
Aktenbündel einem der vermeintlich Verantwortlichen in die Abdomen-Decke:
Hier sind meine Papiere, raunzte er ihn an. Und wie ein Redeschwall
gleich dahinter, quetsche er zähnefletschend heraus: Wo sind denn
die Zollbeamten und Sicherheitskräfte? Doch der so Bescholtene blieb
cool, im Gegenteil, er forderte sein Gegenüber auf, Platz zu nehmen.
Dieser setzte sich völlig genervt, doch der andere ließ ihn nicht zu
Wort kommen, und gab ihm zu erkennen, daß solche Papiere hier
überflüssig seien. Der Anwalt wollte schon wieder aufranzen, doch
sein Gegenüber war schon weg gegangen.
Einer nach dem anderen umringten den Anwalt,
und ein riesiges Knäuel von Getratsche schallte dissonant durch die Halle.
Derweil aber Bedienstete alle Gäste weiterhin beköstigten. Nach
Stunden heftiger kontroverser Debatten einigte man sich, nun den Ort zu
verlassen, um ein Rathaus oder eine Polizeistation aufzusuchen. Als man die
Rechnungen verlangte, gab es erneut ein Staunen, Raunzen, ja sogar
Streitereien, da alles frei, ohne bonitäre Mittel, erhältlich sei.
Ja, einige der Klugen aus dieser Gruppe meinten sogar, dieses Verhalten hier
käme einer Räuber- oder Abzockerbande gleich. Ihr Mißtrauen war
tief in ihrer Brust verankert, sie konnten und durften wegen ihrer
Konditionierung nicht an das glauben, was sie sahen.
Die gesamte Gruppe, gebildet in
Grüppchen, verließ den wundersamen Ort, diskutierend, entlang der
Rollbänder, entlang an anderen wundersamen Orten. Mal trennend, dann
wieder zusammen kommend. Einige der Mitreisenden, z.B. der Anwalt, ein Arzt,
ein Unternehmer, ein Aktionär, ein Beamter, ein Dozent, ein Studienrat und
ein Soldat hatten mittlerweile die Führungsposition übergenommen.
Dies war so Sitte im 21. Jahrhundert. Immer der Leitochse führt seine
Herde an.
Das Problem der gesamten Gruppe bestand
immer noch darin, daß man hier keinen Zoll hatte, keine
Paßkontrolle, keine Durchsuchung, und obendrein bisher alles
unentgeltlich ablief. Wo, gibt's denn das, alles gratis - wahrscheinlich eine
üble Werbefalle.
Da mußte doch was krumm sein, an
dieser Sache, so einhellig die Meinung aller Reisenden.
Die gesamte Gruppe entschloß sich, den
Airport zu verlassen, um die nächste Polizei-Station aufzusuchen.
Doch was war mit dem Gepäck, zu schwer
zu tragen. Man suchte nun nach einem Bediensteten, zwecks Auskunft. Die Gruppe,
ca. 250 Reisende hatte sich nun in zehn Wortführer zersplittert. Und es
war schwer, einen Bediensteten zu finden. Jetzt erst fiel es auf, keiner der
Menschen hier, auch beim Empfang, besaß irgendein Erkennungzeichen oder
entsprechende Kleidung. Noch mehr, die Menschen hier waren so unterschiedlich
gekleidet, das einem schlecht wurde. Wie kann das nur das Ordnungsamt zulassen,
fragte man sich. Da liefen Glatzköpfige herum, welche mit beinahe
meterlangen Haaren, oder mit meterhohen Spitzhüten, Textilien in allen
Farben oder aus allen Modezeiten der letzten fünftausend Jahre? Endlich
wurde man fündig, es war ein Straßenkehrer, er
kontrollierte etliche Roboter, doch er packte auch mal an, was diese
übersehen hatten.
He, können Sie uns helfen, wir
brauchen ein Taxi? Und einen Helfer?
Warten Sie einen Augenblick, er
tippte einige Zahlen in den Wartungsroboter und wenig später standen 25
Roboter da, und alle luden ihr Gepäck auf. Der Mann ging im Laufschritt
mit, bis sie zu einem Magnetschienenbus kamen und dann dort alles aufluden.
Der Straßenkehrer tippte auch dort am
Fahrautomaten Zahlen ein, und meinte damit wäre alles klar, sie
würden direkt an ihrem Zielwunsch gebracht. Er verabschiedete sich
freundlich und machte die Bemerkung zu dem Reiseführer, daß er ein
antikes Englisch spräche, worauf sich natürlich keiner einen Reim
machen konnte. Er rief den Reisenden allerdings zu: Vergessen Sie nicht,
mein Name ist Erdenwächter......., worauf die meisten nur
hämisch grinsten und für so einen komischen Namen nur ein
ungläubiges Lachen übrig hatten.
Nach einer Fahrt von einer halben Stunde bei
100km/h stoppte der Bus und sie stiegen aus. Auch wieder ohne einen Cent zu
zahlen.
Vor sich hatten sie ein imposantes
Gebäude, nicht wegen der Größe, sondern des Baustils, es glich
halb einem Theater und halb einem Wellness-Hotel. Mit tollen Grünparks,
Anlagen mit Brunnen usw..
Schließlich erreichte man das
Hauptportal und fand eine Person, die dort inmitten eines utopischen Saales
saß und Fruchtsaft trank.
Einer der Herdenführer, der nun zum
Supervisor aufgestiegene Anwalt, erklärte kurz die verzwickte Sache. Der
Mann, schaute zuerst etwas verlegen, doch als der Wortführer den Namen des
Erdenwächters ausrief, leuchteten seine Augen auf, und er rief nach einem
Namen. Er sprach einfach in den Saal, obwohl gerade keiner anwesend war. Doch
die Sensoren in den Wänden leiteten das Gespräch weiter. Wenige
Minuten später erschien ein etwas älterer Herr, mit Krückstock,
Zylinder und Smoking. Verdutzt schaute man daher. Dieser Herr aber sprach
gestochen scharf das alte Oxford-Englisch. Man atmete auf.
Er lud mit einer Geste alle Gäste ein.
Man wollte sich sogleich setzten, doch er winkte ab. Laßt uns doch
oben auf das Dachrestaurant gehen, und sogleich auch eine Mahlzeit
einnehmen.
Ja, alle waren einverstanden, denn man war
schon wieder etwas hungrig.
Man bestellte sich die gewünschten
Speisen, wollte nun aber nicht unhöflich sein, denn es gab hier nur
vegetarisches Essen. Es gab auch keinen Alkohol und keine Zigaretten.
Der Advokat fing aber gleich an mit einer
Wortkanonane loszuschießen, er wolle den Polizeipräsidenten oder den
leitenden Amtsrichter sofort sprechen, denn er wolle eine Strafanzeige gegen
die Bediensteten am Airport stellen.
Der Zylinder-Gentleman lachte Tränen -
was den Advokat noch mehr aufregte und er ihn auch gleich anzeigen wollte.
Doch dann mischten sich vier weitere Herren
aus der Reisegruppe in das Gespräch. Sie entschuldigten bei dem
einheimischen Gentleman, bedankten sich herzlich für alles, was bisher
geschehen war, doch der Advokat wurde dadurch wie von der Tarantel gestochen
noch hektischer und lauter bis zu einem Gesprächssalat mit hochrotem Kopf.
Der Zylindermann und die vier Herren sprachen leise und ruhig einige
Sätze, die dann jäh von dem Advokat unterbrochen wurden, mit der
Frage:
Wer seid Ihr denn?
Überraschend entpuppten sich diese vier
Männer als Geistliche, einer war Priester, ein anderer ein
Krishna-Vaisnava, dann ein Buddhist und ein Mukti. Das erzürnte den
Advokat noch mehr, bis zum Überlaufen.
Der Zylindermann unterbrach und meinte dann
doch energisch zum Advokaten:
Nehmen Sie sich mal zusammen, Sie
arroganter aufgeblasener Hornochse!
Alles schwieg, die Luft
knisterte.........und dann sagte er etwas leiser:
Aufhören!
Pause.
Und dann:
Hinhören!
Zum Advokaten gerichtet: Lernen Sie
endlich etwas, lernen Sie hinzuhören, lernen sie in sich zu hören,
lernen Sie auf die Natur zu hören, lernen Sie auf die Menschen zu
hören................und bevor Sie das lernen wollen, lernen Sie zu
schweigen......und eines Tages werden Sie dann auch das meditieren
lernen.....und erst dann, in einigen Jahren sind Sie soweit entwickelt
hinzuhören.
Das war dem Advokat nun doch zuviel, er
stand kurz davor zu kollabieren. Doch einer der Mönche half sogleich und
gab ihm eine kurze Reiki-Behandlung.
Sehen Sie, meinte der
Zylindermann, von allen Reisenden, die hier nun im Speisesaal sitzen,
gibt es zumindest vier Personen, die Anstand und Verstand und Herz
haben.
Doch nun wurde das Mahl aufgetischt und
trotz des fleischlosen Gerichtes war ein jeder mehr als positiv überrascht
über diese Köstlichkeiten, die sie nie zuvor kannten.
Die in der Atmosphäre umherirrenden
Aggressionen verloren sich durch Sphärenmusik, die architektonische
Bauweise und die duftenden Köstlichkeiten.
Nach diesem köstlichen Dinner in einer
Atmosphäre voller Harmonie gab es neben naturgepreßten, biologischen
Säften auch reines Wasser, welches direkt aus einem Fluß hier
eingeleitet wurde. Noch niemand dieser Reisenden hatte jemals so ein
köstliches Wasser getrunken. Diejenigen, die hier die Führungsrolle
angenommen hatten, hatten natürlich über alles mögliche ihre
Einwände, wie zum Beispiel, das wäre kein Wasser, das wäre
bestimmt irgendeine Droge, die man ihnen einflößen wolle.
Und dabei kam auch immer wieder das Thema
auf, nun endlich notfalls auch mit Gewalt eine Polizeibehörde, Rathaus und
dergleichen aufzusuchen.
Doch da kam dann auch der ältere
Zylindermann, der bruchstückhaft Wörter aufgeschnappt hatte.
Er betonte abermals in einem ruhigen
ausgeglichen Ton, allerdings auch gepaart mit etwas würzigem Humor:
Dieses Haus, wo ihr euch nun niedergelassen habt, die Getränke und
Speisen zu euch genommen habt, ist das städtische
Polizeipräsidium.
Und nach einer kurzen Pause:
Allerdings benutzen wir heutzutage
nicht mehr diese alten Zöpfe und Berufsbezeichnungen, da es in diesem
Zeitalter weder Polizisten im alten Sinne, noch Gefängnisse noch
ähnliches gibt.
Es gibt auf unserem Planeten Erde auch keine
Ausweis-Dokumente, noch Berufszertificate, Spione oder sonst derlei Unsinn.
Auch wird hier nicht mit obskuren wertlosen Papiergeldern bezahlt. Ich
erwähne das auch nur, weil es für euch von so großer Bedeutung
ist, weil ihr soviel Energie darauf verschwendet, so daß es in eurer Welt
halt noch manifestiert ist. Überlegt doch mal für einen Moment oder
besser gesagt für mehrere Momente, wozu dieser ganze Schnickschnack
überhaupt zu nütze ist. Bei uns erhält jeder neugeborene Mensch
automatisch sein Lebensrecht mit allen normalen ihm zugehörigen
Gütern und Nutzungsrechten, von Kleidung bis zur Ernährung,
Ausbildung, Transporte, Fahrten, Flüge, Wohnung und Energie,
Krankenbehandlungen usw..
Weder Banken noch sonst derlei makabere
Einrichtungen existieren hier.
Die Berufe, so wie sie ihr in eurer
tiefgesunkenden Zivisilation habt, sind hier Berufungen, die sich ein jeder
selbst aussucht oder sogar mehrmals im Leben wechselt. Der Straßenfeger -
so hieß doch das in eurem Vokabular damals - nennt sich
Erdenwächter, und diese sind ausgesprochene Philosophen mit sehr hohem
Wissen. Das Rathaus, wo ihr nun hier seid, gleichzeitig auch
Polizeipräsdium, nennt sich Tabernakel für Auskünfte, Hilfe und
Beratung. Der alte Berufsstand Bauer, bzw. Landwirt heißt hier Erdenkind,
oder im Plural die Erdenkinder. Obwohl wir über Roboter, Automaten und
Maschinen etc. verfügen, werden die landwirtschaftlichen Erzeugnisse zum
allergrößten Teil per Hand gemacht. Deswegen sind auch gut 25% der
Bevölkerung die Erdenkinder.
Gesetze haben wir 12. Das erste Gesetz
lautet:
Alles fließt und strebt zur
Harmonie.
Alles ist im Fließen und der
Veränderung unterworfen.
Weiter geht es mit:
Gebt mehr, nehmt weniger.
Was bei euch das fünfte Gebot ist, was
ja eigentlich ein Verbot ist, heißt bei uns:
Achte und ehre jedes Lebewesen.
Der nächstgrößere
Berufungsanteil der Bevölkerung, ungefähr 20 %, besteht aus Musikern,
Schriftstellern, Malern, Sängern und viele andere Bezeichnungen mehr.
Danach stehen die Wissenschaftler und
Forscher. Sie sind eigentlich Anschauer und Beschauer der Natur, um aus diesem
endlosen Buch zu erkennen und zu lernen.
Ganz nebenbei, Ärzte haben wir hier
relativ wenig, da es die meisten Menschen gesund sind. Sie nennen sich hier
alle Heiler. Für ein Bevölkerungsgebiet von 1 Millionen Menschen
benötigen wir gerade mal 100 Heiler plus Personal, d.h. von 1 Million
Menschen schwankt die Zahl zwischen 0,05 bis 0,1 Promille Erkrankten pro Jahr.
. . «
Diese Geschichte aus der Zukunft wird von Norbert und
mir fortgesetzt. Gerne tauschen wir uns hierüber auch aus. Eine
mögliche Plattform dazu ist die Himmel auf Erden Yahoo-Group, die
über folgenden Link zu erreichen ist:
http://de.dir.groups.yahoo.com/group/himmel-auf-erden
Auf eine baldige Antwort freue ich mich und sende
Licht und Liebe aus Ungarn
Reinhold Schneider
Initiator von Himmel auf Erden
Mitglied bei Joytopia,
im Goldring und
LETS-Augsburg
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