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29.03.2005   Info von:  PHI
Unterdrückung von Beweisen

 

Unterdrückung von Beweisen. Für Krimileser ist es eine uralte Weisheit: Wenn eine Person, die in einen Mordfall verwickelt ist und zu den Verdächtigen gehört, alles daran setzt, die Ermittlungen zu behindern und auf falsche Fährten zu lenken, so handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch um den Täter. Genau dies passiert einer AP-Meldung zufolge derzeit im Fall des Todes des italienischen Geheimagenten Nicola Calipari der von US-Soldaten erschossen wurde, als er die freigelassene Geisel Giuliana Sgrena zum Flughafen von Bagdad bringen wollte Anfänglich hatte Sgrena nach dem Angriff, bei dem sie selbst ebenfalls schwer verletzt wurde, kaum einen Zweifel daran gelassen, daß sie der Ansicht war, daß es sich um einen absichtlichen Angriff des US-Militärs gegen ihre Person gehandelt hatte. Diesen Standpunkt verließ sie allerdings wenig später, vermutlich nicht zuletzt aufgrund von "Warnungen" der italienischen Regierung - der italienische Kommunikationsminister Maurizio Gasparri wurde von den Medien mit den Worten zitiert, Sgrena solle sich "zusammenreißen und keinen Unsinn reden." Dieser Angriff, der vom US-Militär als "bedauerliches Versehen" bezeichnet wird. liegt mittlerweile fast drei Wochen zurück, er ereignete sich bereits am 4. März. Trotzdem und obwohl es zweifellos nachvollziehbar und ein solches Vorgehen in derartigen Situationen üblich ist, wurde italienischen Ermittlern vom US-Militär bisher jeglicher Zugang zu dem Fahrzeug, in dem sich Sgrena, Calipari und zwei weitere Agenten befanden, verweigert. Bisher wurden ihnen nur Photos übergeben, die vorgeblich das Fahrzeug zeigen. Zwei italienischen Polizisten mußten auf Befehl des US-Militärs, eine Begutachtung des beschossenen Fahrzeugs "aus Sicherheitsgründen" abbrechen. Sowohl das italienische Außenministerium als auch die italienische Botschaft in Bagdad und das US-Militär wollten hierzu keine Kommentare abgeben. Die Tatsache, daß den italienischen Ermittlern bis heute verweigert worden ist, das Fahrzeug selbst in Augenschein zu nehmen, spricht zweifellos bereits Bände. Bei der italienischen Regierung geht die Kumpanei offenbar so weit, daß man auf eine Untersuchung des Überfalls seitens des US-Militärs verzichten will.



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