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Unterdrückung von Beweisen. Für Krimileser ist es
eine uralte Weisheit: Wenn eine Person, die in einen Mordfall verwickelt ist
und zu den Verdächtigen gehört, alles daran setzt, die Ermittlungen
zu behindern und auf falsche Fährten zu lenken, so handelt es sich mit
großer Wahrscheinlichkeit auch um den Täter. Genau dies passiert
einer AP-Meldung zufolge derzeit im Fall des Todes des italienischen
Geheimagenten Nicola Calipari der von US-Soldaten erschossen wurde, als er die
freigelassene Geisel Giuliana Sgrena zum Flughafen von Bagdad bringen wollte
Anfänglich hatte Sgrena nach dem Angriff, bei dem sie selbst ebenfalls
schwer verletzt wurde, kaum einen Zweifel daran gelassen, daß sie der
Ansicht war, daß es sich um einen absichtlichen Angriff des
US-Militärs gegen ihre Person gehandelt hatte. Diesen Standpunkt
verließ sie allerdings wenig später, vermutlich nicht zuletzt
aufgrund von "Warnungen" der italienischen Regierung - der italienische
Kommunikationsminister Maurizio Gasparri wurde von den Medien mit den Worten
zitiert, Sgrena solle sich "zusammenreißen und keinen Unsinn reden."
Dieser Angriff, der vom US-Militär als "bedauerliches Versehen" bezeichnet
wird. liegt mittlerweile fast drei Wochen zurück, er ereignete sich
bereits am 4. März. Trotzdem und obwohl es zweifellos nachvollziehbar und
ein solches Vorgehen in derartigen Situationen üblich ist, wurde
italienischen Ermittlern vom US-Militär bisher jeglicher Zugang zu dem
Fahrzeug, in dem sich Sgrena, Calipari und zwei weitere Agenten befanden,
verweigert. Bisher wurden ihnen nur Photos übergeben, die vorgeblich das
Fahrzeug zeigen. Zwei italienischen Polizisten mußten auf Befehl des
US-Militärs, eine Begutachtung des beschossenen Fahrzeugs "aus
Sicherheitsgründen" abbrechen. Sowohl das italienische
Außenministerium als auch die italienische Botschaft in Bagdad und das
US-Militär wollten hierzu keine Kommentare abgeben. Die Tatsache,
daß den italienischen Ermittlern bis heute verweigert worden ist, das
Fahrzeug selbst in Augenschein zu nehmen, spricht zweifellos bereits
Bände. Bei der italienischen Regierung geht die Kumpanei offenbar so weit,
daß man auf eine Untersuchung des Überfalls seitens des
US-Militärs verzichten will. |