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10.05.2005 Rainer Rupp Info von:   junge welt
Brasilia-Gipfel bereitet USA Sorge


Begegnung zwischen lateinamerikanischen und arabischen Staaten. Besatzung Palästinas und Iraks als Diskussionsthema

An dem ersten lateinamerikanisch-arabischen Gipfeltreffen, das am heutigen Dienstag in Brasilia beginnt, werden Vertreter von zwölf südamerikanischen und 22 arabischen Ländern teilnehmen. Auch der neue US-Statthalter im Irak, Dschalal Talabani, und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas werden erwartet. Die Initiative zu dem zweitägigen Gipfeltreffen hatte der brasilianische Präsident Luiz Inacio »Lula« da Silva während einer Reise durch fünf Länder des Mittlern Ostens im Dezember 2003 ergriffen. »Es ist Zeit, die Handelsgeographie der Welt zu ändern. Allein hat keiner von uns gegen die reichen Nationen eine Chance«, hatte damals »Lula« bei seinem Aufenthalt im Libanon gesagt. »Wege zu neuen Welten zu öffnen” sei dabei für die Araber besonders wichtig, so die ägyptische Zeitung Al-Hayat, denn »die Kommunikationslinien zu den afrikanischen Nachbarn der Araber funktionieren derzeit überhaupt nicht, die zu den Asiaten werden behindert und die zu den Europäern sind einfach aufgekündigt worden«.

Der Zweck des Treffens ist es, das gesamte Spektrum der ökonomischen, kulturellen und politischen Beziehungen zwischen den beiden Regionen zu verbessern. Aber deshalb hebt Washington bereits mißbilligend die Augenbrauen, so die Washington Times am Montag. Denn die USA wollen ihre eigenen Pläne für eine »allamerikanische« Freihandelszone für alle Länder Nord-, Mittel- und Südamerikas, mit Ausnahme von Kuba, wiederbeleben.

Washington und Jerusalem sind außerdem besorgt, daß beim Gipfel kritische Töne angeschlagen werden. Besonders verärgert sind sie darüber, daß in der Gipfelerklärung, deren Entwurf bereits in der brasilianischen Presse veröffentlichten wurde und die am Mittwoch verabschiedet werden soll, die gewaltsame Besetzung von Palästina und Irak durch Israel und die USA verurteilt und zugleich das Recht der Völker auf Widerstand unterstrichen werden könnte. Außerdem enthält der Entwurf Passagen, welche von Israel und den USA als stillschweigende Unterstützung von Widerstandsgruppen, wie z. B. Hisbollah im Libanon, interpretiert werden.

Inzwischen hat Israel bereits bei den am Gipfel teilnehmenden lateinamerikanischen Ländern protestiert, und auch das US-Außenministerium hat schon gewarnt, »nichts zu tun, was dem gemeinsamen Ziel der Welt, nämlich Frieden im Mittleren Osten zu schaffen, schaden könnte«.



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