Im Irak werden bewaffnete Roboter im Nahkampf eingesetzt
[Quelle: VDI-Nachrichten, Düsseldorf, 28.1.05] Das
US-Verteidigungsministerium bereitet für März oder April den Einsatz
von 18 ferngesteuerten Kampf-Robotern im Irak vor. Die Swords (Special Weapons
Observation Reconnaissance Detection Systems) werden die ersten im Nahkampf
eingesetzten Robotersoldaten sein. Die Vorboten einer bewaffneten Roboterarmee
sind schon unter uns. Sie werden sich nicht mit so harmlosen Tätigkeiten
abgeben, wie herumfahren und das Gelände erkunden. Bomben entschärfen
wird auch nicht ihr Job sein. Sie werden schießen. Die
Produktionskosten für jeden der 18 Spezialroboter betrugen 230.000,oo$",
sagt Bob Quinn, General Manager for Talon Robots, beim US-Hersteller
Foster-Miller. In Serie gefertigt könne der Preis auf 150000 $ sinken,
sagte er am 15. Januar bei der Präsentation des Swords in
Englewood-Cliffs/NJ. Die Roboter werden wahlweise mit dem
Infanterie-Sturm-Maschinengewehr M 249 oder M 240 ausgestattet. Foster-Miller
produziert schon längere Zeit Talon-Roboter. Er räumt Minen und ist
seit dem Jahr 2000 bei den US-Streitkräften im Einsatz. Solche Geräte
wurden schon in 20 000 Einsätzen erprobt; angefangen in Bosnien im Jahr
2000, später in Afghanistan und jetzt im Irak. Für den aktuellen
Einsatz haben wir den Talon zum Swords weiterentwickelt, sagt Quinn. Das habe
nur sechs Monate gedauert und 2 Mio. $ gekostet. Einen bewaffneten
Talon-Roboter testete die L Brigade der 25. US-Infantry-Division im Dezember
2003 in Kuweit. Die 18 Swords sollen das Umfeld der Schützenpanzer
sichern. Armeesprecher betonten, dass die Kampf-Roboter keine Killer-Maschinen
seien. Ein Swords schieße nur, nachdem er ein Ziel über seine vier
Videokameras identifiziert habe und ein Mensch den entsprechenden Knopf
gedrückt habe, hieß es. Nach strenger Definition handelt es sich bei
den ferngesteuerten Automaten also gar nicht um selbstständig agierende
Kampfroboter; siehe auch: Roboter auf dem Weg in ihre
Zukunftsmärkte", VDI nachrichten 3/05, Seite 14. Die Swords sind erst der
Anfang eines umfangreichen Kampfsystems der Zukunft. Derzeit arbeiten
große amerikanische Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin und General
Dynamics Corporation an weitergehenden Projekten. Im Gegensatz zu menschlichen
Soldaten bieten die Kampfroboter eine Menge Vorteile: Sie brauchen weder
Training, noch Essen oder Schlaf. Und wenn gerade mal kein Krieg geführt
wird, können sie einfach in einem Lager verstaut werden. Die
Robotervehikel sind je nach Mission bis zu 4 Stunden einsatzfähig und
werden mit Lithium-Batterien betrieben. Ausgerüstet mit vier Kameras und
Nachtsichtgeräten sendet der Roboter Bilder an einen speziell
ausgebildeten Soldaten. Dieser steuert den Swords aus l km Entfernung. Das
funktioniert über ein etwa 15 kg schweres Kontrollgerät mit zwei
Joysticks, ein paar Knöpfen und einem Bildschirm. Für die Zukunft ist
aber ein Game-boy-ähnlicher Controller in Verbindung mit Display-Brillen
geplant. Mittels der Roboter können Feinde mit größerer
Treffsicherheit getötet werden, ohne dass sich Soldaten in die direkte
Schussbahn begeben müssen. Auch die menschlichen Soldaten sollen technisch
besser ausgerüstet werden. Zwei verschiedene Uniform- Systeme werden
derzeit entwickelt: Future Force Warrior" soll bereits 2010 von den
ersten Soldaten im Einsatz getragen werden. 2020 folgt den Planungen zufolge
das Future Warrior System". Diese Uniformen integrieren eine Waffe,
individuellen Schutz von Kopf bis Fuß, ein Bord-Computer-Netzwerk und
verfügen über eingebaute Kraftquellen, die eine höhere
Kampfkraft der Soldaten bewirken sollen. Wie auf einer Science-Conference der
US-Army in Orlando/Florida berichtet wurde, sind auch automatische Transporter
für Verwundete in der Entwicklung, die dann nicht mehr von Menschen aus
dem Schussfeld geborgen werden müssen. (Siehe auch Internetseiten
www.military.com/soldiertech und www.wired.com/news/technology). Anmerkungen
PHI: Zu dem Einsatz von Kampfrobotern im Irak ist es inzwischen
tatsächlich gekommen. Vermutungen, der italienische Geheimdienstagent
Nicola Calipari, sei mit solchen Kampf-Robotern umgebracht worden, haben sich
nicht bestätigt. Die Namen der beteiligten US-Soldaten stehen eindeutig
fest.
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