Im Kampf gegen die Armut und für ein besseres Leben
für alle will Südafrikas Präsident Thabo Mbeki weißen
Farmern weiteres Land wegnehmen, um es emporkommenden schwarzen Farmern zu
geben. Dazu wurde 2003 ein Gesetz erlassen, das bis 2020 über 30 Prozent
des kommerziellen Farmlandes neuen schwarzen Besitzern übereignen soll. Ob
diese staatliche Aktion zu mehr Wohlstand unter der schwarzen Bevölkerung
führen wird, ist sehr zweifelhaft. In einem neuen Buch mit dem Titel
Der große südafrikanische Landskandal" zeigt der Rechtsanwalt
und Kenner der südafrikanischen Landreform Philip du Toit auf, welchen
Niedergang die einst blühende Landwirtschaft unter dem neuen Management
von Schwarzen bereits genommen hat. So wurden im Februar 2001 von der
Ministerin für Landbau, Thoko Didiza, einige Farmen im Wert von 7,3
Millionen Euro an 1500 Personen des Mamathola-Stammes übereignet. Dazu
bekamen die schwarzenNeufarmer 770.000 Euro Betriebskapital. Der Umsatz dieses
Farmenkomplexes lag vor der Übergabe bei 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Nach
zwei Jahren kam eine Untersuchungskommission, um die Farmen zu inspizieren. Es
bot sich ein trauriges Bild. Statt die florierenden Farmen erfolgreich weiter
zu führen, genehmigten sich Mitglieder eines Leitungskomitees
fürstliche 2000 Euro pro Monat, wobei der Durchschnittsverdienst am Kap
bei 500 Euro liegt. Von den Stammesmitgliedern ließ sich jedoch kaum
jemand auf den Farmen blicken. Die Folgen: Die Wasserrohre wurden leck,
hochwertige Pflanzen vertrockneten, Kühl- und Packräume vergammelten,
weil der Strom abgestellt war. Wie du Toit schreibt, nehmen Geisterfarmen
dieser Art überall in Südafrika zu. Für viele weiße Farmer
stellt sich immer dringlicher die Frage, wie lange sie noch im Land bleiben
wollen. Seit 1994 wurden in Südafrika mehr als 8000 Farmen überfallen
und 1600 Farmer ermordet. Diebstahl von Vieh und Feldfrüchten stehen an
der Tagesordnung, dazu kommen Brandstiftungen und illegale Landbesetzungen. Du
Doit kommentiert die Lage in Südafrika in seinem Buch so: Die Zusage
der Regierung an das Volk (die Schwarzen, die Red.), ihnen das Land
zurückzugeben, so, wie die Freiheitscharta es darlegt, ist eine Einladung
zur Hungersnot." (TP-8/04)
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