Zurück zur Seite vorher


Seitenzugriffe seit dem 10.07.2006284

Druckversion dieser Seite

Diese Information an einen Freund senden

 
Wie beurteilen Sie diesen Artikel Wie beurteilen Sie die Quelle dieses Artikels
Hier können Sie Ihren persönlichen Kommentar eingeben,
bzw. Kommentare von anderen Besuchern lesen
Kommentare
bisher
0
Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
23.08.2005 Ulla Jelpke Info von:   junge Welt
Big Brother bei der Bahn

Innenminister Schily und Bahnchef Mehdorn haben in Berlin ein neues Sicherheitslagezentrum in Betrieb genommen, um bundesweit Bahnhöfe noch intensiver zu überwachen

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und Bahnchef Hartmut Mehdorn haben am Montag in Berlin ein neues Sicherheitslagezentrum für die Bahn in Betrieb genommen. Damit wird die ohnehin schon bestehende Überwachungsmaschinerie weiter perfektioniert. Schily jubelte, die Verlegung aus Frankfurt am Main nach Berlin in die Nähe der Bahnzentrale sei ein »wirklicher Qualitätssprung«. Entscheidend sei die nunmehr erreichte stärkere Vernetzung zwischen Polizei und Bahn-Sicherheitsdienst. Auftrag des Zentrums sei es, Informationen aus den verschiedenen Bahnhöfen zu sammeln, auszuwerten und entsprechende Anweisungen an die Sicherheitskräfte zu übermitteln, erläuterte Mehdorn das Konzept. So könne beispielsweise besser gegen »Randalierer« vorgegangen werden, indem die Informationen vom Ausgangsbahnhof an die Sicherheitskräfte im Zielbahnhof weitergeleitet werden.

Nach den U-Bahn-Anschlägen in London übertrafen sich hierzulande die Politiker mit immer neuen Vorschlägen für Gesetzesverschärfungen. Schily will offenbar im Wahlkampf demonstrieren, daß er nicht nur redet, sondern auch handelt und bereit ist, zusätzliche Schritte in den Überwachungsstaat zu gehen. Nach den Ereignissen in London war bekanntgeworden, daß beispielsweise im Berliner Bahnhof Friedrichstraße schon jetzt 40 Videokameras installiert sind. Jeder Passagier wird also auf Schritt und Tritt gefilmt.

Dennoch erklärte Schily gestern, Bahnhöfe sollen noch intensiver durch das Sicherheitspersonal überwacht werden. Es werde an den Stationen eine weiträumige Videoüberwachung geben. Kritiker haben demgegenüber immer darauf verwiesen, daß nach allen Erfahrungen Videoüberwachung nur zu einer Verlagerung von Kriminalität an andere Orte führe und unterm Strich keine Senkung der Anzahl von Straftaten bringe.

Schily behauptete, im vergangenen Jahr hätten durch die Videoüberwachung gut 700 Straftaten festgestellt, 411 aufgeklärt und 546 Verdächtige ermittelt werden können. Ob unmittelbar Straftaten durch sofortige polizeiliche Reaktion verhindert worden sind, gab der Innenminister nicht an. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn nannte als Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den rund 2000 Beschäftigten im Sicherheitsdienst der Deutschen Bahn und der Bundespolizei zu intensivieren und »das subjektive Sicherheitsempfinden der Kunden zu erhöhen«. Von der neuen gemeinsamen Zentrale aus sollen Polizei und Bahn die Einsätze des Personals bundesweit im Auge behalten.

Die Bundespolizei soll laut Schily deutlicher als bisher in den Bahnhöfen Präsenz zeigen und zwar in blauen Uniformen statt der bisherigen grünen. Hinter diesem scheinbar belanglosen Farbwechsel steckt aber politisches Kalkül. Schily will den ehemaligen Bundesgrenzschutz systematisch zu einer echten Bundespolizei aufwerten. Ziel sind vielmehr umfassende polizeiliche Befugnisse für die Bundespolizei und damit eine Verschärfung des Überwachungsdrucks im Inneren, denn die Bundesländer, die bisher die Kompetenz für Polizeirecht hatten, werden ihre eigenen Länderpolizeien gleichzeitig beibehalten. So wird insgesamt Aufrüstung nach innen betrieben, zu der nach dem Willen der CDU/CSU nach einem schwarz-gelben Wahlsieg auch noch der regelmäßige Einsatz der Bundeswehr im Inneren kommen soll. Auch führende SPD-Innenpolitiker haben sich schon dafür begeistert, Bundeswehrpanzer im Inland rollen zu lassen.

Streit gibt es zwischen dem Innenministerium und der Bahn nur darüber, wer für die Kosten der Sicherheit im Schienennetz aufkommt.



Diese Domain  www.das-gibts-doch-nicht.info an einen Freund weiterempfehlen

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...



Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info

Sinn dieser Informationen

Zurück zur Seite vorher

Zur Gesamtübersicht

Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.