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Komplettüberwachung mittels RFID-Chips
In den USA zeichnet sich derzeit immer deutlicher eine
Entwicklung ab, die die Freiheit der Menschen nicht beschränken, sondern
sie ihnen effektiv gesehen sogar vollständig nehmen würde: die
Einführung der Verfolgbarkeit aller Menschen mittels implantierter
RFID-Chips.
Bereits am 31. Juli
berichtete die britische "The Business", daß Tommy
George Thompson, der bis Anfang dieses Jahres Gesundheitsminister im Kabinett
von US-Präsident George W. Bush war, sich für einen Plan einsetzt,
den Bürgern des Landes RFID-Chips unter die Haut einzupflanzen.
Dies soll Thompsons Darstellung zufolge ärztliche
Behandlungsfehler aufgrund fehlender oder falscher Informationen über
einen Patienten verhindern, da zeitgleich eine landesweite Datenbank von der
US-Gesundheitsbehörde aufgebaut würde, in der die Krankendaten aller
US-Bürger gespeichert wären. Im Falle einer Behandlung würde
dann der eingepflanzte RFID-Chip drahtlos abgefragt werden, so daß die
Ärzte detaillierte Informationen über den Patienten erhielten.
Thompson zeigt sich überzeugt, daß so das Leben "tausender Menschen"
pro Jahr gerettet werden könne.
Um zu beweisen, daß er selbst von diesen Plänen
überzeugt ist, kündigte er an, sich selbst in nächster Zeit
einen solchen RFID-Chip in seinen Arm implantieren zu lassen.
Nun kann Thompsons Begeisterung für diesen Plan kaum
überraschen, ist er doch mittlerweile Vorstandsmitglied des Unternehmens
Applied Digital, dem wiederum das Unternehmen VeriChip, das auf die Herstellung
eben solcher implantierbarer RFID-Chips spezialisiert ist, gehört. Die
Tatsache, daß er selbst bis vor wenigen Monaten Gesundheitsminister war
und die daraus resultierenden Beziehungen machen eine tatsächliche
Durchführung der Pläne allerdings sicherlich äußerst
wahrscheinlich.
Auch auf anderen Gebieten wird in den USA bereits
RFID-Technik zur leichteren Überwachung zumindest von Teilen der
Bevölkerung verwendet.
So
meldete Heise Online am Dienstag, daß Menschen bei
der Einreise in die USA an 5 Grenzübergängen zu Mexiko nun im Rahmen
eines Versuchs ein Dokument erhalten, das einen RFID-Chip "mit einer
Seriennummer" enthält. Die Behauptung der US-Behörden, es
bestünden hohe technische und finanzielle Hürden für ein
Auslesen durch Unberechtigte, so daß eine allgemeine Verfolgung praktisch
auszuschließen sei, da zum Auslesen der RFID-Chips eine spezielle
Hardware benötigt werde, ist mehr als fragwürdig, ist es doch gerade
diese "spezielle Hardware", die derzeit in zahllosen Geschäften vor der
Einführung steht.
Auch ein beispielsweise von MSNBC Mitte des letzten Monats
veröffentlichter
Bericht, ein RFID-Chip des Herstellers VeriChip habe die
"Entführung eines Kindes" verhindert, scheint bei näherer Betrachtung
vor allem eines zu sein: Öffentlichkeitsarbeit.
Der Meldung zufolge hatte ein automatisches System im
Presbyterian Hospital in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina Alarm
ausgelöst, nachdem es feststellte, daß ein mit einem RFID-Chip
ausgestattetes Band, das an einem Baby befestigt war, "unerlaubt" aus der
Säuglingsstation entfernt wurde. Daraufhin sei ein Wachmann eingeschritten
und habe die "Entführung" verhindert.
Da der Bericht von dem Unternehmen
PRNewswire geliefert
worden war, kann es kaum verwundern, daß er eine nicht unwichtige
Information verschwieg, ist doch zu vermuten, daß die Meldung im Auftrag
von VeriChip erfolgte. Bei den "Entführern" des Babys
handelte es sich in Wahrheit um seine Eltern, die
verhindern wollten, daß es den Behörden zur Aufsicht übergeben
würde, wie dies bereits mit seinen anderen Kindern aufgrund des Vorwurfs
von "Drogenangelegenheiten" geschehen war.
Selbst nach Angaben VeriChips gab es in den vergangenen 22
Jahren nur 233 Fälle, in denen Säuglinge entführt wurden, die
Hälfte davon aus Gesundheitseinrichtungen, also etwa 5 Fälle pro
Jahr.
Gegenüber
FoxNews machte Scott Silverman, Vorstandsvorsitzender von
Applied Digital, klar, daß es offenbar nur eine Frage der
Vermarktungsstrategie ist, die Menschen davon zu überzeugen, ihre Freiheit
gegen die vermeintliche Sicherheit durch die RFID-Chips einzutauschen.
"Als wir VeriChip zuerst ankündigten, fragte eine
Meinungsumfrage die Menschen, ob sie einen in ihre Körper lassen
würden", so Silverman. "Nur 9 Prozent sagten ja. Nach der Zulassung durch
die Gesundheitsbehörde sagten 19 Prozent ja. Als der frühere
Gesundheitsminister Tommy Thompson unserem Vorstand beitrat, stieg die Rate auf
33 Prozent. Aber unsere eigene Studie zeigt, daß wenn man die Leute
fragt, ob sie ein VeriChip-Implantat haben würden, um ihre medizinischen
Daten im Notfall identifizieren zu können, die positive Antwort auf 80
Prozent steigt."
Der logische Folgeschritt zu der "äußerlichen
Anwendung" wie im Presbyterian Hospital - und in etwa 900 weiteren
Krankenhäusern in den USA - der RFID-Chips ist zweifellos ihre
Implantierung, da so eine Manipulation und insbesondere ihre Entfernung stark
erschwert wird.
Würde es zu einer flächendeckenden Implantation
solcher RFID-Chips in Menschen kommen, so befänden diese sich letztlich im
"offenen Vollzug" und nicht mehr in Freiheit, wäre es doch ein leichtes,
bei ebenso flächendeckender Verteilung von - oder auch nur Vernetzung der
zukünftig in Geschäften vorhandenen - Lesegeräten jeden ihrer
Schritte zu verfolgen. Die allgemeine Behauptung, die Reichweite der Signale
der eingepflanzten RFID-Chips läge nur bei wenigen Zentimetern wird
beispielsweise durch einen erst kürzlich aufgestellten
Rekord
eindrucksvoll widerlegt. Dabei gelang es, ein nicht verstärktes Signal
einer WLAN-Verbindung über mehr als 200 Kilometer zu übertragen und
zu empfangen. Es ist also offensichtlich, daß auch die Reichweite der
RFID-Chips mit nur geringem technischen Aufwand auf mehrere Meter ausgedehnt
werden kann.
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