* Volker Külow (Mitglied des Sächsischen
Landtages, Die Linke.PDS, Stadtrat der Stadt Leipzig) und Tobias Pflüger
(für die Linkspartei im Auswärtigen Ausschuß und im
Unterausschuß Sicherheit und Verteidigung des Europäischen
Parlaments, Vorstand der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen)
kritisieren die Militärpläne für den Flughafen Leipzig:
Nach unseren Gesprächen mit dem
Geschäftsführer der Flughafen Leipzig/ Halle GmbH, Eric Malitzke, auf
der einen und Vertretern der IG Nachtflugverbot auf der anderen Seite sehen wir
uns in der Auffassung bestätigt, daß nahezu unbemerkt von der
Öffentlichkeit und im Schatten der DHL-Ansiedlung der Flughafen
Leipzig/Halle zu einem zentralen Umschlagplatz für
NATO-Großraumtransporte ausgebaut wird.
Offenkundig stehen die Vertragsverhandlungen mit einem
zivilen Anbieter für die bevorstehende Stationierung von bis zu sechs
Flugzeugen des größten und zugleich eines der lautesten
Transportflugzeuge der Welt vom Typ Antonow 124-100 (Traglast 120 bis 150
Tonnen) unmittelbar vor dem Abschluß.
Diese Ansiedlung der Großraumflugzeuge und ihre
künftige Nutzung muß im Kontext von militärischen
Lufttransportplanungen (»Strategische Lufttransportkapazität«)
eingeordnet werden, die bereits im Jahr 2000 begannen. Laut Aufgabenstellung
sollen dabei EU- und NATO-Truppen weltweit interventionsfähig und z.B.
schwere Kriegswaffen über große Entfernungen transportiert werden.
Innerhalb der EU und der NATO ist Deutschland auf eigenen Wunsch zuständig
für diesen Bereich der Strategischen Lufttransportkapazität.
Vor diesem Hintergrund mausert sich der Leipziger Flughafen
zu einem der bedeutendsten europäischen Umschlagplätze für
Großwaffen und damit zur NATO-Drehscheibe für künftige Kriege.
Neben dem bedrohlichen militärischen Aspekt stellt
insbesondere für die Bevölkerung vor Ort die enorme
Lärmbelastung durch die Antonows eine zusätzliche Belastung dar,
zumal im Planfeststellungsverfahren niemals von diesem Flugzeugtyp die Rede
war. Wir werden daher nicht nur weiteren Widerstand gegen die geplante
militärische Nutzung des Flughafens organisieren, sondern zugleich die IG
Nachtflugverbot substantiell in ihren Bemühungen unterstützen, die
Lebensqualität der vom Fluglärm betroffenen Bürgerinnen und
Bürger zu erhalten
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