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Sehr geehrte Damen und Herren,
in den letzten Tagen las ich verschiedene Wahlpunkte der
einzelnen Parteien. In meinen Augen stellen viele dieser Argumente wie
z.B.:
- Die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist vorrangig die
Aufgabe der Unternehmen im Lande.
- Die Erhöhung der Mehrwertsteuer und Senkung der
Lohnnebenkosten
- Wochenarbeitszeitverlängerung
- Privatisierung des gesamten
Krankenversicherungssystems
- Stärkere Belastung von Spitzenverdienern
- Vermögenssteuer
keine Lösung unserer derzeitigen Wirtschaftsprobleme
wie der hohen Arbeitslosigkeit und des chronischen Geldmangels im
Staatssäckel dar. Da ich nicht mehr tatenlos zusehen möchte, wie
weiter herum gerätselt und experimentiert wird möchte ich nun Ihnen
und vielen anderen Menschen meine Gedanken für eine wesentliche
Verbesserung der derzeitigen Situation näher bringen und bitte Sie und
alle Leser, diese meine Ideen sorgfältig zu überprüfen und wenn
richtig und möglich auch umzusetzen.
Mit dem Konsum, den Investitionen und den Exporten
(Außenbeitrag) in Höhe von insgesamt 2215,7 Mrd. € bezahlte die
in- und ausländische Bevölkerung die im Jahre 2004 von ihnen
bezogenen Produkte, Leistungen, etc... Der Preis dieser Güter, Leistungen,
usw. setzte sich, grob gesprochen, aus den Arbeitnehmerentgelten, Unternehmens-
und Vermögenseinkommen einschließlich der Abschreibungen und den
Produktionsausgaben an den Staat zusammen. Damit zahlte jeder Bürger bei
Kauf eines Gutes die darin liegende Lohnsteuer, Sozialbeiträge,
Mehrwertsteuer etc.. Die Last der Arbeitnehmerentgelte, Steuern, Investitionen
usw. trägt letztendlich also nicht der Unternehmer. Er finanziert sie nur
vor und lässt sich dann über den Verkauf der Produkte diese, aber
auch die Finanzierungskosten vom Kunden bezahlen.
Innerhalb der Entstehung werden nicht alle
Produktionsfaktoren gleich behandelt. Den Nettolöhnen brummt man die Lohn-
und Einkommenssteuer auf, während bei Investitionen der Vorsteuerabzug
gewährt und keine zusätzliche Steuer für deren Leistung erhoben
wird. Dadurch verschieb sich die Nachfrage zwischen Arbeitnehmern und
Investitionen zu Ungunsten der für die Arbeitnehmer bereit gestellten
Arbeitsplätze. Der Unternehmer wird sich für das für ihn
günstigere Angebot entscheiden und dies sind momentan die Investitionen.
Unsere Exporte gehen in der Regel umsatzsteuerbefreit
über die Grenze und werden dann mit der dortigen Umsatzsteuer belastet.
Dadurch erhält das importierende Land zusätzlich die Umsatzsteuer
für die bei uns geschaffene Wertschöpfung und nicht unser eigenes
Land, welches für die Kosten zur Entstehung der eigenen Wertschöpfung
aufkommen muss. Durch unsere Exportüberschüsse verschenken wir somit
jedes Jahr Gelder in Milliardenhöhe. Gewollt?
Letztes Jahr wurden in den Konten der volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung Zinsen in Höhe von 491,73 Mrd. € auf die einzelnen
Teilnehmer verteilt. Für diese Zinsen erhielt unser Staat die
Zinsabschlagssteuer in Höhe von 7,6 Mrd. €.
Da die Zinserträge in Konkurrenz zu Erträgen aus
Lieferungen und Leistungen stehen bzw. zu einer Entscheidungen für eine
Investitionen, für den Konsum oder für eine Geldanlage beitragen,
sollten alle diese Erträge einer gleichen Besteuerung unterliegen.
Meine Gedanken zur Gleichstellung aller Produktionsfaktoren
und Teilnehmer am Bruttoinlandsprodukt sind deshalb folgende:
Streichung folgender Steuern und Zuschläge:
- Lohn- und Einkommenssteuer und des
Solidaritätszuschlages
- Körperschafts- u. Gewerbesteuer
- Zinsabschlagsteuer
- Grunderwerbssteuer
- u.a.
Änderung der derzeitigen Umsatzsteuerregelungen:
- sämtliche Ausnahmeregeln/Abzugsmöglichkeiten
(Investitionen, Kosten) entfallen
- jegliche Wertsteigerung wird mit der Umsatzsteuer ohne
zeitliche Begrenzung belastet
(Darunter fallen u.a. die Mieten, Zinsen,
Immobilienerwerb)
- Exportgüter werden einschließlich der
Umsatzsteuer ausgeführt
- einheitlicher Steuersatz
Derzeit wird überlegt, die Arbeitnehmerentgelte durch
eine Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung um zwei
Prozentpunkte und Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte zu
verbilligen. Durch die damit erfolgte Senkung der Arbeitnehmerentgelte
verspricht man sich eine Reduzierung der Arbeitslosenzahlen und
Steuermehreinnahmen.
Wie viele Arbeitsplätze werden dann erst entstehen,
wenn keine Lohn- und Einkommenssteuer mehr anfallen würde und im Gegenzug
die Kapitalerträge voll besteuert werden bzw. der Vorsteuerabzug bei
Investitionen/Kosten/Exporte etc. entfallen würde?
Der Endabnehmer der Produkte bezahlt die im Produkt
liegenden Steuern. Wäre es da nicht gerechter ihn entscheiden zu lassen,
ob er eine Lohnsteuer oder eine Mehrwertsteuer auf Investitionen und Kosten
bezahlen möchte? Liegt es nicht auch im Interesse der Unternehmer, dass
den Abnehmern ihrer Produkte genug Geld zur Verfügung (Reduzierung der
Arbeitslosenzahlen) steht um ihre Produkte zu bezahlen? Verringern weniger
Arbeitslose nicht auch die Ausgaben aus unserem Staatssäckel?
Das obige Gedanken möglich sind möchte ich mit
folgenden Zahlen (destatis) untermauern.
Abschaffung folgender Steuern und Zuschlägen, leider
mit Beträgen aus dem Jahre 2003:
167,5 Mrd. € Lohnsteuer
+ 10,3 Mrd. € Solidaritätszuschlag
+ 4,6 Mrd. € veranlagte Einkommenssteuer
+ 12,0 Mrd. € nicht veranlagte Steuern vom Ertrag
+ 7,6 Mrd. € Zinsabschlag
+ 8,3 Mrd. € Körperschaftssteuer
+ 24,1 Mrd. € Gewerbesteuer
+ 4,8 Mrd. € Grunderwerbssteuer
____________
239,2 Mrd. €
+ 103,2 Mrd. € Umsatzsteuereinnahmen 2003
+ 33,8 Mrd. € Einfuhrumsatzsteuer 2003
_____________
376,2 Mrd. €
============
Diese Steuereinnahmen werden ersetzt durch einen
einheitlichen Umsatzsteuersatz von z.B. 20 %:
2215,7 Mrd. € Bruttoinlandsprodukt
./. 239,2 Mrd. € Steuermindereinnahmen
./. 103,2 Mrd. € Umsatzsteuer
./. 33,8 Mrd. € Einfuhrumsatzsteuer
_____________
1839,5 Mrd. €
367,9 Mrd. € = 20 %
==================
Bei dieser Rechnung habe ich die Umsatzsteuer auf
Zinserträge und auf Kosten (Vorleistungen) noch nicht berücksichtigt.
Sollte sich der dann errechnete einheitliche Umsatzsteuersatz nach Einbezug der
Umsatzsteuer auf Zinserträge und auf die Kosten (Vorleistungen) unter den
derzeitigen 16 % befinden, sollten die Mehreinnahmen zwingend zum Abbau des
derzeitigen Schuldenberges unseres Landes verwendet werden.
Zusätzliche Vorteile und Möglichkeiten:
- Durch obigen Vorschlag werden viele Steuergesetze nicht
mehr benötigt.
- Der Einzug der Umsatzsteuer auf Zinsen (Aufwand) kann
über die finanziellen Kapitalgesellschaften erfolgen.
- Die Steuereinnahmen könnten durch einen einheitlichen
Prozentsatz von unten nach oben verteilt werden - von den Gemeinden zu den
Länder weiter an den Staat und evtl. an die EU.
- Es kann durch eine Erhöhung des Umsatzsteuersatzes
eine vom Staat finanzierte einheitliche Krankengrundversicherung geschaffen
werden.
- etc.
Ich bitte Sie nun, diese meine Gedanken nicht von vornherein
abzulehnen, auf das genaueste zu überprüfen und gegebenenfalls
für eine wirkliche Steuerreform zu verwenden.
Mit freundlichen Grüßen
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