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28.08.2005 Info von:   Sonnenseite
Der neue Megatrend in China: Wasser

Dass China angesichts des rasanten Wirtschaftswachstums einen schier unstillbaren Hunger nach Rohöl hat, ist inzwischen altbekannt. Weniger bekannt sein dürfte dagegen die Tatsache, dass das Land unter einer dramatisch zunehmenden Wasser-Knappheit leidet. Die rasche Industrialisierung und exzessive Landwirtschaft führen zu einer ständig steigenden Wasser-Nachfrage. Und das wiederum lässt eine ganze Reihe ernsthafte Probleme zutage treten.

Erstens: Die begrenzten Ressourcen. Die jährlich zur Verfügung stehende Menge an Wasser taxieren Experten auf 2,8 Billionen Kubikmeter. Das ist nicht schlecht, denn China weist die viertgrößten Wasserreserven der Welt auf. Aber: Die Wasser-Reserven pro Kopf liegen bei gerade einmal 2.200 Kubikmeter. Und das liegt 75 Prozent unter dem internationalen Durchschnitt und bedeutet Platz 88 in der Welt.

Zweitens: Die ungleiche Wasserverteilung. Der Süden Chinas ist relativ gut mit Wasser versorgt. Der Norden dagegen liegt in der Wasser-Versorgung 90 Prozent unter dem weltweiten Schnitt und 80 Prozent unter dem Niveau von Südchina.


Drittens: Die massive Umweltverschmutzung. Schätzungen zufolge sind 70 Prozent der gesamten chinesischen Wasservorkommen kontaminiert und weder als Trinkwasser noch als Lebensraum für Fische geeignet. Besonders verheerend ist die Situation in den ländlichen Gebieten, wo 80 Prozent des Wassers ungenießbar sind.

Viertens: Massive Verschwendung von Wasser. Trotz der ernsthaften Wasserknappheit wird mit Wasser verschwenderisch umgegangen. Dies insbesondere im Agrarbereich, der für 70 Prozent des Wasserbrauchs verantwortlich ist. Aber auch im Industriesektor (20 Prozent Anteil am Wasser-Verbrauch) macht man sich nicht viele Gedanken. Die Deutsche Bank hat berechnet, dass China die 7- bis 15-fache Wassermenge der westlichen Industrieländer benötigt, um eine Einheit am Bruttosozialprodukt zu produzieren.

Fünftens: Zunehmende Trockenheit. Abgesehen von den Küstenregionen gibt es derzeit kaum ein Gebiet in China, das nicht mehrmals jährlich unter starker Trockenheit leidet. Als Folge davon breiten sich im Norden die Wüsten immer weiter aus, im Süden wird der Wasserverbrauch eingeschränkt. Was angesichts dieser Schwierigkeiten aber am meisten verwundert: Wasser ist in China so billig wie kaum irgendwo auf der Welt.



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