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Erinnere mich an das Fühlen vor dem Sehen,
an unsere Schritte, die in gleiche Richtung gehen.
Erinnere mich an mein erstes gesprochenes Ich -
es klingt mir so fremd, unbekannt und sonderlich?
So suche ich mit Deiner Hilfe nun
den Mittelpunkt von diesem einen, einzigen Wort
und verfolgen jeden Namen -
der Sprache Spuren zeigen sich im klaren
und doch so fremden Licht.
Nichts treibt die Sehnsucht schneller an, a
ls diese Kraft der unerfüllten Leere.
Nichts vermag mir mehr zu scheinen,
als der Seele Brückenbau durch fleischliche Barrieren.
Durch Staunen rege ich die Sinne an,
Gedankenflüge jauchzenden Begehrens -
es wirbelt die Gefühle an
und treibt den Schweiß mir in die Poren,
wenn ich durch das Wörtchen DU
den Sinn des Lebens für mich begehre.
Wie beginnt dies Wort, noch vor dem Du -
wie könnte man es fassen?
Wie stellt man seine Sinne ein,
wie kann man ein Du in seinem eignen Ich verlassen?
Ich weiß es nicht, und doch versuche ich es
täglich.
Ich trenn die Wörter vom Gefühl und scheitere ganz
kläglich.
Ich versuche alle Arten, von der Hektik bis zum Warten,
doch alles was mir je geglückt -
ich habe es nur vom angestammten Platz verrückt.
Nun habe ich zwar eine Macht,
ein Sein in bewegtes Tun gebracht.
Der Wert jedoch, um den´s mir geht,
das Ziel, das mir vor Auge steht,
es ist noch weit von mir entfernt,
was hab ich bloß noch nicht gelernt?
Könnt´s sein, ich soll gar nichts bewegen,
ich soll das Nehmen nur durch meine Achtung segnen?
Kann`s sein, dass es ganz anders ist,
dass der Wert dieser Welt sich durch uns nur selbst
beschließt?
Könnte ich wohl nur begreifen,
dass die Wörter einer Seele,
die Visionen eines Ichs,
die Kräfte einer Sehnsucht
nur im Tausch mit einem Du erst reifen.
Durch der Liebe Wärme,
durch der Gedanken ewigen Kreis,
durch die Sinne, die es nehmen,
durch der Hände Tun, ganz leis,
werden Tage in die Zeit geboren,
werden Bilder strahlend klar,
hören Ohren frohe Lieder
und Lippen sprechen, was das innere Auge sah.
Illusionen, ganz real,
Träume durch das Licht erhellt,
zwischen dem Heute und dem Morgen,
meistens ganz banal,
hat der Herr des Wortes,
die Macht unserer Geschichte gestellt.
Unbekanntes, fremdes Ich,
bitte lasse Dich ergründen.
Du kennst des Menschen Denken
und drehst ihr Rad ganz meisterlich.
Öffne uns das Tor,
den Weg, den jedes Ich vor langer Zeit begann zu gehen,
unterweise uns zuvor,
welche Aufgabe muss ein Mensch
als sein eignes Du bestehen?
Amen gabst Du uns, Gefühle und Geschehen,
ein Gegenüber in vielen Formen und Gesichtern,
ein Licht,
die Kraft
und auch der Tränen Trauer-Seen.
So lass uns den schmalen Weg beschreiten,
halte unsere Hand, im sicheren Gleiten,
verlasse uns nicht,
auf dieser Reise zum all einen, ewig verbundenen,
in sich vollkommenen,
sich immer wieder gebenden und opfernden,
allgegenwärtigen göttlichen Menschen - Ich.
Nun habe ich den Kern gefunden,
des Menschen blühend Kraftwerk -
die Singularität des Seins.
Unser aller Ich hat die ewige Zeit gebunden,
im dreigeteilten Seelenschein.
Wie unverwechselbar dieser Urknall von jedem Augenblick
in dem immer nur das gleiche Auge sah,
die Reise zum ewigen Nichts
und durch den Tod zurück.
Alles wird vom Kern gespalten
und zieht hinaus in die Unendlichkeit.
Nach erlebten Mühewalten von des Lebens Freud und Leid
-
fällt alles in das schwarze Loch
und ist aufs Neue für das Jetzt bereit.
Aus dieser Sicht erkennt der Weise eine neue
Möglichkeit.
Er nimmt im Kern nun seine Heimat,
schleudert seine Gedanken unendlich weit
und vertraut auf seine Wurzel,
der immer wieder sich gebenden, schöpfenden
Unendlichkeit.
Was soll denn daran lustig sein,
im Kreiselbaum zu leben -
was soll denn das,
wenn wir uns einem einzigen Augenblick ergeben?
Atome, Sternenstaub und Mensch,
die Teile einer Rezeptur,
gut gemixt dient es zur allgemeinen Nahrung
in des Betrachters Schicksalsuhr.
Im Buch des Lebens und der Zeit
in Winden und in Quellen,
in Ozeanen, tief und weit,
in Himmeln und in Sternen -
vom Norden bis zur Mitte,
vom Süden bis zum Rand,
hört des Erfinders Bitte:
\"Selig sei gepriesen, wer die Weisheit fand\".
Der Schatten des Todes,
der Glanz des Lichts,
jede Bewegung,
jedes Wort,
jeder Tag
und jeder Gedanke
ist weit mehr als dieses eine,
unendliche Nichts.
So lasst mir denn nur diesen Wert,
das Selbst im leeren Raum,
es ist der Schöpfer dieser Welt,
der mein Herz begehrt.
Er lebt und ist, vom Anbeginn der Zeit
als unser Du, für uns und diese Welt bereit,
als dass im Ziel, weit ab von jeder Veränderung,
nach Verlöschen jeden Lichts,
nach dem Fall der Grenzen unsres Ichs -
die Erlösung erhebt das Selbst zum eignen Herrn.
Mag sein dass all die Visionen,
all der Drang nach mehr und gut,
nach Erkenntnis einer Einheit,
den Blick trübt für die tödliche
Verlorenheit.
Nur ein Hauch von diesem Sein bindet uns zur Wiederwahl,
es lässt uns glauben, lieben, hoffen,
lässt die Nacht ertragen und das Wort entbinden von der
Zahl.
Getroffen, weil ein Sinn gegeben,
eine Grenze erkannt und eine Lehre Sicherheit verspricht.
Gebunden, weil die Zeit nach Freiheit schreit
und ein Freund den Freund beweint.
Illusionen eines Willens, in der Umarmung von Gold und Form,
die Geschwindigkeit des Namens,
der gestern gestorben und heute geboren,
bestimmt das Spiel für den Spiegel der Kunst
und tötet das Recht einen Täter zu lieben.
Weit drängt es uns hinaus in die Nacht der Einsamkeit,
in das Nichts der kalten Herzen,
in das Pochen einer verlorenen,
sich selbst als Herrscher erkorenen Grausamkeit.
Wo ist die Wurzel, wo ist das Heim?
Wo ist die Erinnerung an die Bestimmung des Seins,
das sich immer wieder nur selber erkennt,
und die Hoffnung als Lastenträger des Lebens
bestellt.
So frage ich den Weisen, der meine Möglichkeiten sieht:
\"Welche Welt soll ich bereisen,
wo ist der Ende Anfang, welcher Augenblick geschieht?\"
Seine Antwort, klar und rein:
\" In welcher all der vielen Welten würdest Du wohl
gerne sein?\"
Ich staun nicht schlecht bei diesen Worten,
ich erkenne ihren Rat,
sie klingen voll der Fragen, was ich bislang nicht tat.
Zu formen mir ein Bild,
das Licht von einem Stern,
zu bewahren mich als Kind
im Schutz der Wurzel Kern.
Des Augenblickes Reise ist voll von Kraft und Licht.
Nicht ich soll mich bewegen, das tut bereits das Nichts.
Dem Nichts gebe ich das DU als Namen
und wende so das Blatt
und kann nun alles sagen, was meine Welt zu bieten hat.
Ende ist Anfang, das Wort ist das Ziel,
für jedes Beginnen ist der Sprache Tod der Gewinn.
Spiegelnde Klarheit erfüllt meinen Raum -
der Tod ist das Geben, ich fasse es kaum -
erzeuge das Leben durch bewussten Verzicht
und gehe ab nun mit offenem Herzen durch Tage
mit liebender, schöpfender und fröhlicher Sicht.
Rückschauend kann ich es nicht mehr verstehen,
wie konnte ich nur diese Macht nicht sehn.
Alles soll durch mich erschaffen werden,
jeder Baum und jedes Tier,
jedes Bild soll von mir begriffen werden,
alles nur denkbare, aber nur im Heute und hier.
Der Schöpfung bunter Kreis hat Anspruch auf das Wort,
es wartet still und leis auf Anerkennung, Ziel und Hort.
Der erste Akt ist schon vorbei, nun sage ich mir selbst:
\"Es sei\".
Es sei der Friede und das Glück,
der Schmerzen Ende und für die Menschen das Paradies
zurück.
Ich sag: \"Es sei\" und schon beginnt meine Freude zu
erblühn,
die Liebe wärmt die Nacht im Tag,
ein Vogel singt das Lied vom drehenden Schicksalsrad.
Die Herzen tanzen im Wind,
lauschen den Geschichten vom unschuldigen Kind
und schlagen der Sonne entgegen.
Der Augenblick der glückseligsten Explosion
fällt in das magnetische schwarze Tor,
ohne dass es die Erinnerung an die Einheit des Seins
und seiner unendlichen Freude verlor.
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