Auch die Privatisierung der Post wurde schon
zurückgenommen: Während die Renationalisierung der Post bereits
abgeschlossen ist, ist die Renationalisierung der Wasserversorgung bisher nur
eine Drohung. Die ausländischen Konzerne heulen auf. Argentinien wurde vom
IWF(Internationalen Währungsfond) zur Privatisierung verdonnert, weil es
sonst keine Kredite mehr bekommt. Nachdem Argentinien im Jahr 2001
Staatskonkurs angemeldet hat und sowieso seinen Ruf als seriöser Schuldner
verlor, hat es nun keinen guten Ruf mehr zu verlieren und regiert völlig
ungeniert. Nachdem die Zwangsbindung des Peso an den Dollar 1:1 aufgehoben
wurde, die Tarife aber in Dollar festgelegt worden waren, konnten die
Verbraucher die Rechnungen nicht mehr bezahlen und über 30.000 Haushalten
wurde das Wasser abgeklemmt. Der Peso hat nur nur ein Viertel des früheren
Wertes und die Löhne sind nicht derart gestiegen. Der französische
Konzern Aquas Argentinas, welche das Monopol der Wasserversorgung gekauft
hatte, hat nun große Einnahmeausfälle und wollte bis zur Genehmigung
einer Tariferhöhung nichts mehr in die Erneuerung des Röhrensystems
investieren. Die Regierung verlangt Neuinvestitionen im Wert von 400 Millionen
Dollar und droht eine Strafe von 20 Millionen Dollar an, falls es mangels
Neuinvestitionen irgendwo zu Zusammenbruch der Trinkwasserversorgung kommt.
Falls die verabredeten Neu-Investitionen nicht durchgeführt werden, drohte
sie dem französischen Konzern Aquas Argentinas die Enteignung an. Dem kam
der Konzern zuvor, indem er die Konzession zum 15.9.2005 zurückgab. In den
ersten 4 Jahren, wo der Dollar zum Peso noch 1:1 stand machte der Konzern rund
15% Gewinn. Der Staat sucht jetzt neue Investoren für die
Wasserversorgung, will jedoch kein Monopol mehr vergeben. Ob sich bei den
unsicheren Rechtsverhältnisse in Argentinien überhaupt Investoren
finden, bleibt abzuwarten.
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