Als der Pharmakonzern Roche das Medikament Tamiflu im Jahr 2000
auf den Markt gebracht hatte, verkaufte es sich zunächst mehr schlecht
als recht. Nur in Japan schafften die Pillen, die Grippeerkrankungen
abschwächen, den Durchbruch. Das Auftreten der Vogelgrippe wendete das
Blatt. Auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO begannen sich
viele Staaten und Privatverbraucher mit Tamiflu einzudecken, um gewappnet
zu sein, falls es zu einer Pandemie kommt. Wie selbst in deutschen
Staatsfernsehen berichtet wurde, kann niemand erklären, wodurch Tamiflu
plötzlich populär wurde. Selbst Ärzte der Schulmedizin
berichten, daß sich Tamiflu in der Wirksamkeit nicht von anderen
Grippemitteln unterscheide, jedoch viel teurer sei als andere
gleichermaßen wirksamen Grippemittel. Die Patienten würden aber
Tamilflu verlangen, weil im Fernsehen so viel darüber geredet
würde. Grund: Ein Ein-Mann-Institut (Institut für Gesundheitliche
Aufklärung), das der Industrie sehr nahe steht, hat sich auf
(damals)nicht vorhandene Studien berufen und ein Schreckensszenario
aufgestellt, mit der Aussage, daß nur "Tamiflu" bei Vogelgrippe
hilft. Dies verhalf der Firma Roche zur einen Gewinn sondersgleichen.
Selbst Deutschlandfunk und Medizinische Fachpresse haben sich auf diese Studie
berufen; der Staat, der nicht wirklich Ahnung hat, natürlich anfangs
auch. Wahrscheinlich hat die Empfehlung der WHO auch hier ihre Wirkung
getan, obwohl in der WHO-Studie Tamiflu nur als Beispiel genannt wurde. Fakt
ist, daß die Wirksamkeit von Tamiflu umstritten ist, und ein
bekannter resistenter Stock der Virusgrippe schon bekannt ist. Allerdings
verfügt Roche nicht alleine über die Patentrechte von Tamiflu. Die
eigentliche Patentinhaberin ist die US-Firma Gilead. Und die macht jetzt
stark Druck auf Roche. Am 23. Juni 2005 hat Gilead angekündigt, dass
die Firma ihren Lizenz-Vertrag mit Roche auflösen wolle. Gilead wirft
Roche vor, zu wenig für die Vermarktung des Medikamentes getan zu
haben. Die Firma hatte 1996 - damals noch mit dem heutigen
USVerteidigungsminister Donald Rumsfeld als Verwaltungsratspräsidenten
- Roche die Rechte an Tamiflu in Lizenz abgegeben, weil der weitaus
größere Konzern wesentlich mehr Know-how für die
Weiterentwicklung und Vermarktung von Arzneien besitzt. Gilead entwickelte
Tamiflu unter anderem aufgrund von Entdeckungen australischer
Wissenschaftler an der Monash-Universität in Parkville sowie von
Forschungsresultaten der USUniversität von Michigan. Nach
Abschluß des Vertrages mußte Roche schätzungsweise weit
über hundert Millionen Franken in die klinischen Tests mit Menschen
investieren, bis das Medikament schließlich seine Zulassung bekam.
Gilead kassierte mit Abtreten der Patentrechte zwölf Millionen Franken
sofort und rund fünfzig Millionen mit dem Erreichen bestimmter
Entwicklungsziele. Seit Tamiflu im Einzelhandel verkauft wird, erhält
Gilead umsatzabhängige Lizenzgebühren. In den ersten drei
Monaten dieses Jahres hatte Roche an Gilead beispielsweise rund 45
Millionen Franken zu zahlen. Ob Gilead jetzt selbst die
Tamiflu-Produktion in die Hand nehmen will oder einfach höhere
Lizenzgebühren von Roche herausschlagen will, ist offen. Die beiden
Firmen stecken zur Zeit in Verhandlungen. Über deren Stand wird
geschwiegen. US-Verteidigungsminister Rumsfeld mußte zwar nach
Übernahme seines Ministeramts den Posten als
Verwaltungsratspräsident bei Gilead niederlegen. Kein Gesetz zwang
oder zwingt ihn jedoch seine Aktien zu verkaufen. Man kann spekulien, es
jedoch nicht beweisen, daß über die Rumsfeld-Clique der
Name Tamiflu in das WHO-Dokument kam. An der Vogelgrippe sind bisher
nur Menschen gestorben, die entweder Geflügelzüchter oder
Geflügelhändler waren. Ein Kind ist an Vogelgrippe erkrankt, welches
rohes Geflügelfleisch gegessen hat. Aber dieses wird wahrscheinlich
durchkommen. Daraus kann man schließen, daß nur Menschen
erkranken, die in einem überdurchschnittlichem Maß dem
Vogelgrippevirus ausgesetzt sind. Leider gibt es keine Berichte, die etwas
über den Zustand des Immunsystems der Menschen aussagen, die an
Vogelgrippe gestorben sind. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit,
daß die von PHI mehrfach vorgeschlagenen Maßnahmen zum Aufbau
eines starken Immunsystems (Vitamine und Mineralien) ausreichend sind, um
sich auch gegen Vogelgrippe zu schützen. Sauerkraut nicht zu
vergessen!
Zweifel an Ibuprofen - Auslöser für Herzinfarkt
und Brustkrebs? Meldungen der letzten Wochen wecken starke
Zweifel an einer Reihe von Schmerzmitteln, allen voran das bisher als - im
Rahmen des derzeit möglichen - besonders "sicher" geltende Ibuprofen.
Am 1. Juni 2005 hatte das "Journal of the National Cancer Institute" (JNCI)
einen Artikel auf Grundlage einer Studie veröffentlicht, der eine
Verbindung zwischen der Einnahme von Ibuprofen und Brustkrebserkrankungen
zieht. Für die Studie wurde die Einnahme von Schmerzmitteln wie
Ibuprofen und Aspirin bei 114.460 Frauen im Alter zwischen 22 und 85 Jahre
über mehrere Jahre beobachtet. In diesem Zeitraum erkrankten 2.391 der
Frauen an Brustkrebs. Bei Frauen, die über mindestens 5 Jahre
täglich Ibuprofen eingenommen hatten, lag der Studie zufolge das Risiko
einer Brustkrebserkrankung um 51 Prozent höher als bei Frauen, die das
Medikament nur gelegentlich oder gar nicht einnahmen. Bei
nicht-lokalisierten Tumoren erhöhte sich das Risiko sogar um 91 Prozent.
In der Gesamtzahl der Erkrankungen zeigte die Einnahme von Aspirin eine
geringere Auswirkung. Während die Wahrscheinlichkeit für einen
progesteronrezeptor-negativen Tumor um 81 Prozent stieg, sank sie für
einen progesteronrezeptor-positiven Tumor um 20 Prozent. Im August 2005 nun
berichtete das "British Medical Journal" über die Ergebnisse einer
britischen Studie. Demnach erhöhen mehrere nicht-opioide Analgetika,
darunter wiederum Ibuprofen, die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt
deutlich. Grundlage waren 9.218 Patienten im Alter zwischen 25 und 100
Jahren, bei denen ein erster Herzinfarkt festgestellt worden war. Eine
Kontrollgruppe von 86.349 Personen wurde diesen gegenübergestellt. Bei
Patienten, die in den drei Monaten vor ihrem Herzinfarkt Rofecoxib
eingenommen hatten, war die Wahrscheinlichkeit für einen Infarkt 32
Prozent größer als bei Personen ohne die Einnahme dieses
Medikaments. Bei Einnahme von Diclofenac stieg diese Wahrscheinlichkeit
sogar um 55 Prozent und auch Ibuprofen führte zu einer Erhöhung
der Wahrscheinlichkeit um 24 Prozent. Nach Ansicht der Autoren der Studie
führt die Einnahme von Ibuprofen statistisch betrachtet bei 0,1% alle
Patienten über 65 Jahre zu einem Herzinfarkt. Zwar können solche,
auf rein statistischen Erhebungen basierenden, Studien nicht mit absoluter
Gewißheit als Beweis für schädigende Wirkungen dienen, die
relativ große Zahl der untersuchten Fälle gibt hier aber eine
verhältnismäßige Sicherheit. Die britischen Forscher geben die
Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenhang der Einnahme der Medikamente
mit den Herzinfarkten mit 95 Prozent an.
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