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23.11.2005 Hermann Ploppa Info von:   junge Welt
US-Militärtrainer in der Sahara


500 Millionen Dollar für eine neue Spielart im »Krieg gegen Terror«

Die Geostrategen der USA interessieren sich neuerdings für bisher vernachlässigte Erdregionen, in denen lebensfeindliche Bedingungen herrschen. Lorenzo Vidino vom Washingtoner Investigative Project, das den Falken argumentative Munition zuliefert, begründet ein Beispiel: »Die gesetzlosen Wüstenregionen zwischen Algerien, Niger, Mali und Mauretanien sind bekanntlich eine Herberge für etliche hundert Terroristen, die mit Al Qaida liiert sind.« Mit dieser Erkenntnis versorgte Vidino bereits im März dieses Jahres einen Ausschuß im US-Kongreß. Aufgrund solcher Einsichten sollen die gewählten Volksvertreter öffentliche Mittel freigeben für ein großangelegtes neues Projekt, mit dem die USA die Lücke zwischen dem Horn von Afrika und dem Golf von Guinea zu füllen beabsichtigen. Dieses nahm jüngst Gestalt an. Es heißt: Trans-Saharan Counter-Terrorism Initiative (TSCTI).

Bis 2011 sollen 500 Millionen Dollar für diese Spielart des »Kriegs gegen den Terror« ausgegeben werden. Dirigiert wird die Aktion vom U.S. Special Operations Command Europe (EUCOM). Wie die Washington Post (17.11.2005) berichtete, läuft die Anlaufphase »Operation Flintlock« bereits auf vollen Touren. US-Soldaten trainieren in den Sahara-Anrainerstaaten 3 000 einheimische Rekruten für Grenzüberwachung und flächendeckende Kontrolle bislang nicht erfaßter Regionen. Oasen und Sanddünen sollen nach algerischen Kämpfern der »Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf« (GSPC) durchkämmt werden. Diese zeichnete 2003 für die Entführung europäischer Touristen verantwortlich. Auf ihr Konto sollen Anschläge auf Zivilisten in Algerien und Mauretanien gehen. Zudem behauptet
EUCOM-Chef General Thomas R. Csrnko, die GSPC bildete in der Wüste Selbstmordattentäter für den Irak aus. Und Vidino konstruiert eine jahrelange Liaison zwischen GSPC und Al Qaida, die auf gemeinsame Afghanistan-Einsätze in den achtziger Jahren zurückzuführen seien.

Ein Etat von einer halben Milliarde Dollar wäre dem Kongreß schlecht zu verkaufen, wenn es nur darum ginge, die GSPC zu jagen. EUCOM-Pressesprecherin Holly Silkman betont deshalb, es ginge mit dem Waffeneinsatz der TSCTI darum, in der Region Korruption, Drogen- und Menschenhandel zu unterbinden. Ideologen dürften sich nicht länger ungestört neue Kämpfer unter den Frustrierten der Region suchen können. Für Experten wie Jeremy Keenan von der britischen University of East Anglia ist klar, daß der Einsatz von TSCTI eben diesen Nährboden von Frustrierten überhaupt erst richtig erzeugen wird. Die International Crisis Group in Brüssel geht davon aus, daß TSCTI korrupte Regime in den betroffenen Sahara-Anrainerstaaten Algerien, Tschad, Mali, Mauretanien, Niger, Senegal, Marokko, Nigeria und Tunesien großzügig unterstützt und damit die sozialen Probleme weiter verschärft.

Offensichtlich hat das neue Interesse der USA an Wüstensand mit der wachsenden Bedeutung Afrikas als Öllieferant zu tun. George W. Bush hat erklärt, das afrikanische Öl sei »of national strategic interest«. Mit den Sahara-Anrainerstaaten hätten die USA neben der Region um den Golf von Guinea ein weiteres Öl- und Gas förderndes Gebiet unter ihre Kontrolle gebracht.



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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.