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2005 Info von:   die Sonnenseite
Kriege um Wasser sind programmiert

Im Norden Chinas fällt der Grundwasserspiegel jedes Jahr um 1,50 Meter. Das Gleiche gilt für weite Teile Indiens - hauptsächlich im Punjab, dem Brotkorb des Landes. Auch im Süden der USA geht es langsam aber sicher an die Wassersubstanz - vor allem wegen Bewässerung für die Landwirtschaft. Spanien und Portugal hatten im letzten Sommer große Wasserprobleme.
Hat die Erde zu wenig Süßwasser?
Die Probleme sind Menschen gemacht. Sowohl in den USA wie auch in Spanien ist Wasser viel zu billig - vor allem deshalb verbrauchen US-Amerikaner und Spanier doppelt bis dreimal so viel Wasser wie ein Mensch in Deutschland. In Drittweltländern sind die Bewässungstechnologien meist nicht effizient. Hauptsächlich deshalb haben heute 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und die Nahrungsmittelproduktion hängt vom Wasser ab.

Für die Produktion eines

Kg Fleisch werden 13.000 Liter Wasser,
eines Kg Brot 1.000 Liter Wasser,
eines Kg Reis 5.000 Liter Wasser
verbraucht. Da die Weltbevölkerung steigt und der Fleischverbrauch pro Kopf ebenfalls, wird sich die Wasserproblematik beängstigend verschlechtern, wenn wir nicht lernen, effizienter mit Wasser umzugehen.

Allerdings: Der Klimawandel wird die Wassernot noch vergrößern. Denn durch die globale Erwärmung verändern sich die Wasserkreisläufe.

Konflikte und Kriege um Wasser drohen überall dort, wo große Flüsse durch mehrere Länder fließen. Beispiele:

Der Jordan fließt durch den Libanon, Syrien, Jordanien, Israel und das Westjordanland.
Das Euphrat-Tigris-Becken teilen sich die Türkei, Syrien und der Irak.
Besonders gefährlich ist es am Nilbecken. Der längste Fluss der Welt fließt durch Äthiopien, Sudan und Ägypten. 40 Prozent der afrikanischen Bevölkerung lebt vom Nilwasser. Der Nil ist 6800 Kilometer lang. Die Bevölkerung Ägyptens, Äthiopiens und des Sudans wird bis 2050 von heute 118 Millionen Menschen auf 360 Millionen anwachsen.
Die Landwirtschaft wird weltweit lernen müssen, auf unterirdische Bewässerung umzusteigen. Heute erreicht nur ein Bruchteil des eingesetzten Wassers die Pflanzen. Direkte unterirdische Bewässerung, so zeigen die ersten Experimente, spart bis zu 80 und 90 Prozent des Wassers.

Quelle:
Franz Alt 2005



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