Im Norden Chinas fällt der Grundwasserspiegel jedes
Jahr um 1,50 Meter. Das Gleiche gilt für weite Teile Indiens -
hauptsächlich im Punjab, dem Brotkorb des Landes. Auch im Süden der
USA geht es langsam aber sicher an die Wassersubstanz - vor allem wegen
Bewässerung für die Landwirtschaft. Spanien und Portugal hatten im
letzten Sommer große Wasserprobleme. Hat die Erde zu wenig
Süßwasser? Die Probleme sind Menschen gemacht. Sowohl in den
USA wie auch in Spanien ist Wasser viel zu billig - vor allem deshalb
verbrauchen US-Amerikaner und Spanier doppelt bis dreimal so viel Wasser wie
ein Mensch in Deutschland. In Drittweltländern sind die
Bewässungstechnologien meist nicht effizient. Hauptsächlich deshalb
haben heute 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und
die Nahrungsmittelproduktion hängt vom Wasser ab. Für die
Produktion eines
Kg Fleisch werden 13.000 Liter Wasser, eines Kg Brot
1.000 Liter Wasser, eines Kg Reis 5.000 Liter Wasser verbraucht. Da
die Weltbevölkerung steigt und der Fleischverbrauch pro Kopf ebenfalls,
wird sich die Wasserproblematik beängstigend verschlechtern, wenn wir
nicht lernen, effizienter mit Wasser umzugehen. Allerdings: Der
Klimawandel wird die Wassernot noch vergrößern. Denn durch die
globale Erwärmung verändern sich die Wasserkreisläufe.
Konflikte und Kriege um Wasser drohen überall dort, wo große
Flüsse durch mehrere Länder fließen. Beispiele:
Der Jordan fließt durch den Libanon, Syrien,
Jordanien, Israel und das Westjordanland. Das Euphrat-Tigris-Becken teilen
sich die Türkei, Syrien und der Irak. Besonders gefährlich ist
es am Nilbecken. Der längste Fluss der Welt fließt durch
Äthiopien, Sudan und Ägypten. 40 Prozent der afrikanischen
Bevölkerung lebt vom Nilwasser. Der Nil ist 6800 Kilometer lang. Die
Bevölkerung Ägyptens, Äthiopiens und des Sudans wird bis 2050
von heute 118 Millionen Menschen auf 360 Millionen anwachsen. Die
Landwirtschaft wird weltweit lernen müssen, auf unterirdische
Bewässerung umzusteigen. Heute erreicht nur ein Bruchteil des eingesetzten
Wassers die Pflanzen. Direkte unterirdische Bewässerung, so zeigen die
ersten Experimente, spart bis zu 80 und 90 Prozent des Wassers.
Quelle: Franz Alt 2005
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