ATTAC-Erklärung zum Auftakt der Kampagne gegen
»Terminator-Technologie« * Die globalisierungskritische
Organisation ATTAC erklärt zum Auftakt der Kampagne gegen
»Terminator-Technologie«:
In einer gemeinsamen Kampagne fordern mehr als 30
Organisationen aus dem Umwelt-, Entwicklungs- und Agrarbereich, die sogenannte
Terminator-Technologie weltweit zu ächten. Mit diesem neuen gentechnischen
Verfahren wollen Saatgutkonzerne Pflanzen unfruchtbar machen und damit
verhindern, daß Landwirte einen Teil ihrer Ernte aufbewahren und im
folgenden Jahr als Saatgut verwenden. Bisher wird die Anwendung dieser Technik
durch ein Moratorium der Biodiversitätskonvention verhindert, doch dieses
ist in Gefahr.
Die Kampagne unter dem Motto »Terminator-Technologie
ächten Freie Saat statt tote Ernte« (...) richtet sich gegen
diesen Versuch, die gefährliche Technik hoffähig zu machen.
»Terminator-Technologie ist der Kopierschutz für Saatgut: Damit soll
verhindert werden, daß weiterhin die überwiegende Mehrheit der
Bauern das Saatgut aus der eigenen Ernte gewinnt«, sagte Oliver
Moldenhauer, Attac-Experte für geistige Eigentumsrechte. Rudolf Buntzel
vom Evangelischen Entwicklungsdienst betonte die Gefahr gerade für kleine
Landwirte im Süden: »1,4 Milliarden Menschen hängen direkt in
ihrem Lebensunterhalt vom eigenen Saatgutnachbau ab. Terminator-Technologie ist
lebensvernichtend, denn sie bringt diese Menschen um ihre
Ernährungssicherheit.«
Georg Janssen von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche
Landwirtschaft (AbL) warnte: »Entweder können Bäuerinnen und
Bauern bestimmen, was sie säen, und damit über die Vielfalt auf den
Äckern entscheiden. Oder eine Handvoll multinationaler Saatgutunternehmen
wird vom Acker bis zum Teller des Verbrauchers bestimmen, was angebaut und
gegessen wird.« Heike Moldenhauer, Gentechnik-Expertin beim Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland, wies auf die ökologischen Gefahren der
Terminator-Technologie hin: »Die genetische Eigenschaft der
Samensterilität kann über Pollenflug auf Nachbarfelder oder in
Wildpflanzen übertragen werden. Die Folge wären wirtschaftliche
Einbußen bei Nutzpflanzen und die Gefährdung von
Wildpflanzenpopulationen.«
Nachdem eine Expertengruppe im Rahmen der
Biodiversitätskonvention zu der Einschätzung gekommen war, daß
die Terminator-Technologie nicht nur eine ökologische Katastrophe, sondern
auch eine Bedrohung für die Ernährungssicherheit bedeuten kann, wurde
ein weltweites Moratorium verhängt. Dieses Moratorium steht in der Gefahr,
auf Druck der Regierungen, Neuseelands, Kanadas und Australiens auf der
kommenden Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention im
März dieses Jahres gekippt zu werden.
Gemeinsam fordern die Organisationen von der
Bundesregierung, das Verbot der Terminator-Technologie im deutschen
Gentechnik-Gesetz zu verankern. Zudem soll sich die Regierung dem
Vorstoß, das internationale Moratorium zu beenden, entgegenstellen und
sich statt dessen für eine Stärkung des weltweiten Verbots einsetzen.
Um dies zu erreichen, will die Kampagne möglichst viele Unterschriften
unter ihr Positionspapier sammeln, das ab sofort unter www.freie-saat.de
unterzeichnet werden kann.
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