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Afrika als militärisches Ziel Washingtons.
Absicherung der ökonomischen Interessen gegen internationale Konkurrenz
auf dem globalen Ölmarkt Von John Lasker, Columbus/Ohio
Beobachter der US-amerikanischen Afrikapolitik sehen
das Interesse Washingtons am schwarzen Kontinent mit zunehmend gemischten
Gefühlen. Nachdenklich stimmen die Experten vor allem Angaben wie etwa die
Schätzungen, nach denen afrikanisches Öl in den nächsten zehn
bis 15 Jahren nicht wie derzeit zwölf, sondern 25 Prozent des
US-amerikanischen Verbrauchs decken wird. Auch plant die US-Administration die
»Trans-Sahara Counter-Terrorism Initiative« (TSCTI), die 2005 mit
16 Millionen US-Dollar finanziert wurde, in diesem Jahr mit 31 Millionen Dollar
und ab 2008 für fünf Jahre mit jährlich 100 Millionen Dollar
auszustatten. Mit diesen Summen soll vor allem der seit über 60 Jahren in
der Sahel-Zone existente islamische Fundamentalismus, der noch nicht in
antiwestliche Gewalt gekippt ist, bekämpft werden.
Maya Rockeymoore vom »TransAfrica Forum«, einer
Nichtregierungsorganisation in Washington, bringt auf den Punkt, was viele
denken: »Die USA bauen ihre Präsenz unter dem Deckmantel der
Terrorismusbekämpfung aus. Tatsächlich aber sollen die
Ölressourcen vor einem Vordringen anderer Staaten geschützt werden,
die wie China ebenfalls größtes Interesse an ihnen haben.«
Nach Auffassung von Rockeymoore spielt das zuständige US-Europakommando
(EUCOM) in Stuttgart die Zahl der in der Sahelregion stationierten US-Soldaten
mit Angaben von »um die 100« bewußt herunter. Immerhin sei
die TSCTI nur eines von mehreren neuen militärischen Abkommen der USA mit
über zehn Staaten im Norden und Westen von Afrika und Ländern der
Sahelzone. So hätten Reservekräfte aus North Dakota ein
Trainingsabkommen mit Ghana, ebenso seien Reservekräfte aus Utah in
Marokko untergebracht und in Ghana, Gabun und Senegal einige so genann-te
»Cooperative Security Locations« (CSLs) eingerichtet worden.
EUCOM-Presseoffizier Derek Kaufman nennt diese CSLs
»nicht mehr als eine kleine Landebahn mit einigen Gebäuden«.
Er erwarte für Afrika kein Szenario wie in Afghanistan. Allerdings sei die
Sahara ein fruchtbares Rekrutierungsfeld für Terroristen,
prädestiniert durch Armut, Rechtlosigkeit und einer großen
muslimischen Bevölkerung. Ziel sei es daher, heimische Kräfte so
auszubilden, daß sie Verteidigungsaufgaben übernehmen
könnten.
»Es ist keineswegs so, daß sie nur
trainieren«, hält John Pike, Leiter der Agentur für alternative
Informationen »Global Security.org« in Virginia, dagegen.
»Sie gehen da rein und verfolgen die Bösen, sie haben die Lizenz zur
Jagd.« Wie Rockeymoore meint auch Pike, daß es Washington in Afrika
um mehr als sogenannte Terrorbekämpfung geht. »Das alles ist zum
Teil »Empire-Building«, zum Teil Sicherheitsmission. Nach dem
Motto: Greifen wir nicht zu, werden es andere tun, etwa die Chinesen. Wir
wollen unsere Finger eben überall haben.«
Experten warnen indes vor der seit Jahren kursierenden Idee
zum Aufbau eines Südatlantikkommandos etwa im Golf von Guinea. So sagte
ein ehemaliger Mitarbeiter des US-amerikanischen Außenministeriums, ein
solcher Stützpunkt würde islamische Fundamentalisten wie ein Magnet
anziehen. Nur: Gerade in Nigeria und vor dessen Küsten liegen die
reichhaltigen Ölvorkommen, die die militärischen Ambitionen der
Supermacht befördern.
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