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Gedanken zum Tsunami im Indischen Ozean
Nachdem wir am zweiten Weihnachtstag aus den Medien von
der Katastrophe, dem Unterseebeben im Indischen Ozean, erfuhren, waren wir sehr
erschrocken, da liebe Freunde von uns auf Sri Lanka leben. Unsere Freundin,
ebenfalls Kollegin und in der Kreativen Homöopathie ausgebildet, ihr Mann,
Bankdirektor einer in Deutschland ansässigen Bank und ihre zwei Kinder
waren telefonisch nicht zu erreichen.
Alleine um uns zu beruhigen überlegten wir, was
diese Naturkatastrophe bedeuten könne: Am Meeresgrund hatten sich
Bodenplatten verschoben, dies symbolisiert, dass sich eine neue Basis, eine
neue Grundlage gebildet haben musste. All dies hatte den Meeresspiegel in
Aufruhr gebracht. Wasser steht symbolisch für Gefühl, es war so als
hätte es einen Aufruhr bisher nicht offen gelebter Emotionen gegeben.
Aus den Fernsehberichten wussten wir, dass alles, was
nicht fest gebaut war, vernichtet war. Alles, was keinen Bestand hatte, war
verschwunden. Wir erinnerten uns im Zusammenhang mit unserer Reise vom letzten
Jahr, dass es in Sri Lanka seit vielen Jahren Bürgerkrieg zwischen den
Tamilen und den Sri Lankesen gab, der obwohl er im Augenblick ruhte, noch immer
als Spannung spürbar war. Im Oktober 2003 machten mein Lebensgefährte
und ich eine Asienreise mit den Zielen Sri Lanka und Thailand. Schon damals
wurden in beiden Ländern deutliche Veränderungen für uns
sichtbar.
Es war mein zweiter Thailandbesuch nach 10 Jahren. Der
wirtschaftliche Fortschritt war in Bangkok und auch in Chiang Mai an modernen,
großen Straßen und Bauwerken, die sauber und großzügig
erschienen, deutlich zu erkennen. Die Gettos der Armen aber präsentierten
sich unverändert schmutzig und zwielichtig. Im Gegenteil: Auch die
Offenheit und Freundlichkeit der Thai hatte gelitten. Vor zehn Jahren war ich
begeistert von der Menschlichkeit und Freude, die diese Menschen ausstrahlten,
mit der wir empfangen wurden. Beim zweiten Besuch fanden wir viel mehr
versteckte Berechnung, weniger Freude vor, allerdings gab es viel mehr auch
Luxuriöses zu entdecken. Die Entwicklung hin zum Materiellen, verbunden
mit einer stärkeren gesellschaftlichen Polarisierung, war nicht zu
übersehen. Diese Beschreibungen sind als Beobachtungen, nicht als
Bewertungen zu verstehen.
In Sri Lanka besuchten wir unsere Freunde. Wir lernten
dort asiatische, amerikanische, australische und europäische Unternehmer
kennen und bekamen einen kurzen, aber interessanten Einblick in die
wirtschaftliche Struktur Sri Lankas. Unsere Reise fand genau in dem Zeitraum
statt, in dem der srilankesische Oppositionsführer der Regierung in die
USA flog, um Neuerungen und Konjunkturaufschwung für Sri Lanka zu
aktivieren. Er traf sich dort mit dem amerikanischen Präsidenten George W.
Bush. Für die Unternehmer Sri Lankas war dieses Treffen eine große
Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Die regierende Präsidentin von Sri Lanka, eine eher
traditionell geprägte Dame, für die Veränderungen nicht
wünschenswert waren, nutzte die Abwesenheit des Oppositionsführers
für ihre eigenen Interessen. Die Gelegenheit war günstig, sich von
den Ministern, die der Veränderung positiv gegenüber standen, zu
trennen. Sie entließ die Minister, die einen wirtschaftlichen Aufschwung
befürworteten. Parallel dazu rief sie den Notstand aus. Es war eine
deutliche Spannung zu spüren.
Durch den Notstand sah Sri Lankas Hauptstadt Colombo
gefährlich aus, denn an vielen Stellen der Stadt standen bewaffnete
Soldaten, die MP im Anschlag. Der ohnehin träge Verkehrsfluss der
Straßen Colombos stand fast gänzlich still. Die Rückkehr des
Oppositionsführers aus den USA wurde von der Bevölkerung gefeiert.
Die Atmosphäre war voller Neuerungen. Es duftete ein wenig nach
Revolution. Der wirtschaftliche Interessenskonflikt war deutlich zu
spüren. Viele der bisherigen Machthaber wollten keine Veränderung,
während die Bevölkerung und auch die meisten Unternehmer
Veränderung und Entwicklung befürworteten. Obwohl viel Spannung in
der Luft lag, passierte nichts Wesentliches. im Laufe des folgenden Jahres fand
keine wirkliche politische oder wirtschaftliche Wende statt.
Auf dieser Reise war für mich war besonders
erstaunlich, dass in Sri Lanka von Spiritualität überhaupt nichts zu
spüren war. Eine Situation erinnerte mich an den mittelalterlichen
Ablasshandel. Auf einer Ausfallstraße in Richtung Süden befindet
sich ein Kloster. Jeder, der diese Straße benutzte und das Kloster
passierte, spendete etwas Geld. Es hieß, dass die Spende vor Unglück
schützen würde. Die Mönche hatten, sehr
geschäftstüchtig, an einem Brückengeländer
Metallkästen angebracht, in die der langsam vorüber Fahrende seine
Spende problemlos einwerfen konnte. Das Kloster galt als reich.
Auch die berühmte Palmblattbibliothek Colombos
vermittelte eher einen ernüchternden Eindruck. Europa war in meinen Augen
spiritueller als das, was ich in Sri Lanka vorfand.
In Anbetracht der obig genannten Symbolik und der
Erinnerung an unsere Asienreise musste der Sinn des Geschehens ein nicht
freiwillig vollzogenes Wandlungsthema sein. Eine weit verbreitete Ursache
für Krankheit im Allgemeinen sind Gewohnheit und
Sicherheitsbedürfnis. Gewohnheit simuliert ein Sicherheitsgefühl, das
unser Leben anscheinend kalkulierbar macht. Aber Sicherheit in diesem Sinne ist
reine Illusion, denn Leben ist ständige Veränderung. Wir Menschen
nennen positive Veränderung meist: Entwicklung, Fortschritt,
zukunftsweisende Tendenzen, während wir negative Veränderungen als
Rückschritt, Verlust oder Katastrophe bezeichnen.
Wertfrei betrachtet besteht das Leben aus nie
versiegender Dynamik. Denjenigen, denen dies bewusst ist, die sogar Freude an
Dynamik und Veränderung haben, diese Menschen haben wirkliche Sicherheit,
innere Sicherheit. Diejenigen, die an Gewohnheit und Absicherung hängen,
deren Entwicklung und Dynamik wird scheinbar von außen, schlimmstenfalls
durch Katastrophen aktiviert.
Das Problem der fehlenden Wahrnehmungs- und
Wandlungsbereitschaft scheint auch in Asien vorherrschend zu sein. Eine
Ausnahme, die durch die Presse bekannt wurde, war eindrucksvoll. So hatte ein
kleines Urvolk Thailands trotz Ihrer ungünstigen Insellage vor der
Küste Thailands aufgrund ihrer noch vorhandenen Sensibilität und
Wandlungsbereitschaft die Naturkatastrophe relativ unbeschadet
überstanden. Sie hatten ohne Warnung alleine über ihr intuitives
Wissen alle ihr Leben gerettet. Ebenso war zu beobachten, dass unter den
Leichen kaum Tiere zu entdecken waren. Auch die Tiere, über die wir
Menschen uns oft erheben, folgen ihrem intuitiven Wissen, das offensichtlich
nicht durch Gewohnheit- und Sicherheitsbedürfnis überschattet
ist.
Es ist offensichtlich, dass sich in der heutigen Zeit
vermutlich weltweit eine Wandlung sowohl auf materieller, wie auch auf
spiritueller Ebene vollzieht. Es scheint, als ob sich in Asien das materielle
Denken und eine materielle Lebensweise entwickelt, während in Europa sich
die spirituelle Denk- und Lebensweise verbreitet.
Als Symbol für diese Veränderung kann die
Verschiebung der Erdplatten gesehen werden. Die Basis, der Standpunkt, das
Grundsätzliche hat sich verschoben und damit eine Kettenreaktion von
Veränderungen ausgelöst: Auf das unterirdische Erdbeben folgt der
Tsunami, symbolisch gesehen, eine andere Form der Revolution. Die Wellenberge
symbolisieren die Aufwallung von Emotionen, die bisher in Asien diszipliniert
wurden. Individuellen Gefühlen wurde bisher möglichst keinen Ausdruck
verliehen. Vermutlich wird sich dies jetzt ändern. Gerade dann, wenn sich
im Sinne des materiellen Denkens persönliche Bedürfnisse entwickeln,
sind die individuellen Gefühle wichtig. Sonst kann diese Veränderung
nicht stattfinden. Von den bisherigen Strukturen wird nur das übrig
bleiben, was stabil war, was jetzt noch Bestand hat, was sinnvoll ist, für
das, was jetzt kommt. Jetzt muss aufgeräumt werden damit Neues kommen
kann.
Wenn unsere Deutung stimmte, durfte unseren Freunden
nichts Negatives passiert sein. Denn Wandlungen waren für sie eher
wünschenswert. Erfreulicherweise hatten wir zwei Tage später
telefonischen Kontakt.
Sie berichteten, dass nach der Katastrophe an einem
schönen aber verwüsteten Strand, der dringend hätte
aufgeräumt werden müssen, die Menschen zunächst jammerten und
bettelten, anstelle zu handeln. Auch jetzt, fast vier Wochen nach der
Flutkatastrophe, hat sich diese Haltung manifestiert: Ohne jetzt zu einer
globalen Aussage kommen zu wollen, mussten uns unsere Freunde doch berichten,
dass gerade Diejenigen, die nur von materiellen Folgen betroffen
seien, apathisch in den Fluthilfelagern kauern und in Lethargie verharren.
Diese Opferhaltung der Menschen wird sich auch in Sri Lanka in aktive
Handlungsweise verändern müssen, damit sich eine konstruktive
Entwicklung in Richtung Eigenverantwortlichkeit vollziehen kann.
Eine solche Katastrophe hat, wie wir es deutlich, an
von Tag zu Tag häufigeren Beispielen beobachten konnten, einen fast
katalytischen Effekt. Aktivität und Hilfsbereitschaft entwickelten sich
expotential. Da unsere Freundin ebenfalls kreativ homöopathisch arbeitet,
lag es nun nahe, die Homöopathie in den Entwicklungsgedanken mit
einzubeziehen. Wir beratschlagten, welche Themen als generelle Themen beachtet
und behandelt werden müssen. Unsere Freundin hat die ausgewählten
Arzneien mit dem Trinkwasser verteilt. Bekanntermaßen wird eine
homöopathische Behandlung jegliche Entwicklung fördern oder sogar
reibungsloser gestalten, da die richtig gewählten homöopathischen
Arzneien festgelegte, fixierte Bewertungen von Lebenssituationen auflösen
können. Für den homöopathisch enttraumatisierten
Menschen wird zukünftig unbefangenes Handeln und entspannte
Veränderung und Entwicklung dadurch viel leichter möglich.
Dieser Gedanke initiierte die Idee, die von der
Katastrophe betroffenen Überlebenden homöopathisch zu behandeln.
Telefonisch beratschlagten wir, welche Themen zu behandeln seien.
Deuten wir die möglichen oder unterdessen aufgetretenen
Seuchenerkrankungen, so werden die Entwicklungsschritte sichtbar, die jetzt auf
Sri Lanka gemacht werden müssen.
Es geht besonders um die Seuche, die durch verunreinigtes
Wasser aufleben können. Das verunreinigte Wasser symbolisiert
Gefühle, die nicht verarbeitet sind im Sinne von Ängsten (Durchfall),
sich in seiner Lebenssituation äußerst unwohl fühlen, aber
keine Idee haben aus den bisherigen Gewohnheiten auszubrechen (Erbrechen)
etc.
Cholera hat die Bedeutung: Bodenlose Angst.
Gefühl, keine Lebensberechtigung zu haben. Sich dem Leben entziehen,
Sicherheit und Anlehnung wollen, Stärke vorspielen, aber nicht haben.
Typhus hat die Bedeutung: Fühlt sich unfähig
die Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Enteritis, generell: Lebensängste; Lebensthemen
sind nicht verdaut und verarbeitet.
Masern hat die Bedeutung: Drang sich nach anderen
richten zu müssen. Es wird lieber anderen geholfen oder anderen gedient,
anstelle Selbstbestimmung und Verantwortlichkeit für sich selbst in
Betracht zu ziehen.
Zusammenfassend geht es generell um die Entwicklung der
Selbstbestimmung und der Übernahme von Verantwortung. Diese
Fähigkeiten sind die Basis für den wirtschaftlichen Aufschwung eines
Landes höhere Lebensqualität und Persönlichkeitsentfaltung jedes
Einzelnen.
Auch die direkten Folgen der Katastrophe wie Schock,
Verletzung, Verlassenheit, Existenzverlust usw. können durch
homöopathische Arzneien schnell und nachhaltig bewältigt werden.
Durch die homöopathische Behandlung wird der schicksalhafte
Wiederholungszwang von schockierenden Erlebnissen aufgelöst, die
ansonsten gemachte Erfahrungen relativieren.
Genau dies haben wir mit unseren Freunden im kleinen, noch
privaten Rahmen auf Sri Lanka begonnen. Wir hoffen, dass diese Arbeit in
öffentlichem Auftrag und Anerkennung großflächig
fortgeführt werden kann.
Bedenken wir, dass Samuel Hahnemann einerseits durch
die erfolgreiche Behandlung der Cholera für die Homöopathie
Anerkennung fand, andererseits durch diese Behandlung einen massiven
Entwicklungsschub der Menschen in seiner Zeit auslöste. Eine Wiederholung
dieser Vorgehensweise ist für die Heilung und somit der Entwicklung der
Menschen Sri Lankas und der anderen betroffenen Länder Asiens
wünschenswert.
Antonie Peppler
Centrum für Klassische Homöopathie
Klingenweg 12
63920 Großheubach
Tel. 09371/2059;
Fax 09371/67030;
Internet www.ckh.de
Email: info@ckh.de
P.S. Für diejenigen, die für eine bessere
Trinkwasserversorgung oder ähnliche auf Sri Lanka spenden wollen und den
Anspruch haben, dass das gesamte gespendete Geld bei den Bedürftigen
ankommt, was sonst häufig nur in einem Rahmen von nur 30% geschieht, weil
70% in die Verwaltung fließen, der kann die unten genannte Konto Nr.
verwenden. Ich verbürge mich dafür, dass der Direktor der Deutschen
Bank in Colombo, Stefan Mahrdt, das gespendete Geld direkt an die Betroffenen
weiterleitet.
Deutsche Bank Colombo
bei Deutsche Bank Frankfurt
BLZ 500 700 00
Konto Nr. 1009572900
w/Spendenkonto Sri Lanka
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