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Februar 2005 Antonie Peppler Centrum für klassische Homöopathie
Entwicklung, Veränderung, Katastrophe?

Gedanken zum Tsunami im Indischen Ozean


Nachdem wir am zweiten Weihnachtstag aus den Medien von der Katastrophe, dem Unterseebeben im Indischen Ozean, erfuhren, waren wir sehr erschrocken, da liebe Freunde von uns auf Sri Lanka leben. Unsere Freundin, ebenfalls Kollegin und in der Kreativen Homöopathie ausgebildet, ihr Mann, Bankdirektor einer in Deutschland ansässigen Bank und ihre zwei Kinder waren telefonisch nicht zu erreichen.


Alleine um uns zu beruhigen überlegten wir, was diese Naturkatastrophe bedeuten könne: Am Meeresgrund hatten sich Bodenplatten verschoben, dies symbolisiert, dass sich eine neue Basis, eine neue Grundlage gebildet haben musste. All dies hatte den Meeresspiegel in Aufruhr gebracht. Wasser steht symbolisch für Gefühl, es war so als hätte es einen Aufruhr bisher nicht offen gelebter Emotionen gegeben.


Aus den Fernsehberichten wussten wir, dass alles, was nicht fest gebaut war, vernichtet war. Alles, was keinen Bestand hatte, war verschwunden. Wir erinnerten uns im Zusammenhang mit unserer Reise vom letzten Jahr, dass es in Sri Lanka seit vielen Jahren Bürgerkrieg zwischen den Tamilen und den Sri Lankesen gab, der obwohl er im Augenblick ruhte, noch immer als Spannung spürbar war. Im Oktober 2003 machten mein Lebensgefährte und ich eine Asienreise mit den Zielen Sri Lanka und Thailand. Schon damals wurden in beiden Ländern deutliche Veränderungen für uns sichtbar.


Es war mein zweiter Thailandbesuch nach 10 Jahren. Der wirtschaftliche Fortschritt war in Bangkok und auch in Chiang Mai an modernen, großen Straßen und Bauwerken, die sauber und großzügig erschienen, deutlich zu erkennen. Die Gettos der Armen aber präsentierten sich unverändert schmutzig und zwielichtig. Im Gegenteil: Auch die Offenheit und Freundlichkeit der Thai hatte gelitten. Vor zehn Jahren war ich begeistert von der Menschlichkeit und Freude, die diese Menschen ausstrahlten, mit der wir empfangen wurden. Beim zweiten Besuch fanden wir viel mehr versteckte Berechnung, weniger Freude vor, allerdings gab es viel mehr auch Luxuriöses zu entdecken. Die Entwicklung hin zum Materiellen, verbunden mit einer stärkeren gesellschaftlichen Polarisierung, war nicht zu übersehen. Diese Beschreibungen sind als Beobachtungen, nicht als Bewertungen zu verstehen.


In Sri Lanka besuchten wir unsere Freunde. Wir lernten dort asiatische, amerikanische, australische und europäische Unternehmer kennen und bekamen einen kurzen, aber interessanten Einblick in die wirtschaftliche Struktur Sri Lankas. Unsere Reise fand genau in dem Zeitraum statt, in dem der srilankesische Oppositionsführer der Regierung in die USA flog, um Neuerungen und Konjunkturaufschwung für Sri Lanka zu aktivieren. Er traf sich dort mit dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Für die Unternehmer Sri Lankas war dieses Treffen eine große Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Die regierende Präsidentin von Sri Lanka, eine eher traditionell geprägte Dame, für die Veränderungen nicht wünschenswert waren, nutzte die Abwesenheit des Oppositionsführers für ihre eigenen Interessen. Die Gelegenheit war günstig, sich von den Ministern, die der Veränderung positiv gegenüber standen, zu trennen. Sie entließ die Minister, die einen wirtschaftlichen Aufschwung befürworteten. Parallel dazu rief sie den Notstand aus. Es war eine deutliche Spannung zu spüren.


Durch den Notstand sah Sri Lankas Hauptstadt Colombo gefährlich aus, denn an vielen Stellen der Stadt standen bewaffnete Soldaten, die MP im Anschlag. Der ohnehin träge Verkehrsfluss der Straßen Colombos stand fast gänzlich still. Die Rückkehr des Oppositionsführers aus den USA wurde von der Bevölkerung gefeiert. Die Atmosphäre war voller Neuerungen. Es duftete ein wenig nach Revolution. Der wirtschaftliche Interessenskonflikt war deutlich zu spüren. Viele der bisherigen Machthaber wollten keine Veränderung, während die Bevölkerung und auch die meisten Unternehmer Veränderung und Entwicklung befürworteten. Obwohl viel Spannung in der Luft lag, passierte nichts Wesentliches. im Laufe des folgenden Jahres fand keine wirkliche politische oder wirtschaftliche Wende statt.

Auf dieser Reise war für mich war besonders erstaunlich, dass in Sri Lanka von Spiritualität überhaupt nichts zu spüren war. Eine Situation erinnerte mich an den mittelalterlichen Ablasshandel. Auf einer Ausfallstraße in Richtung Süden befindet sich ein Kloster. Jeder, der diese Straße benutzte und das Kloster passierte, spendete etwas Geld. Es hieß, dass die Spende vor Unglück schützen würde. Die Mönche hatten, sehr geschäftstüchtig, an einem Brückengeländer Metallkästen angebracht, in die der langsam vorüber Fahrende seine Spende problemlos einwerfen konnte. Das Kloster galt als reich.

Auch die berühmte Palmblattbibliothek Colombos vermittelte eher einen ernüchternden Eindruck. Europa war in meinen Augen spiritueller als das, was ich in Sri Lanka vorfand.


In Anbetracht der obig genannten Symbolik und der Erinnerung an unsere Asienreise musste der Sinn des Geschehens ein nicht freiwillig vollzogenes Wandlungsthema sein. Eine weit verbreitete Ursache für Krankheit im Allgemeinen sind Gewohnheit und Sicherheitsbedürfnis. Gewohnheit simuliert ein Sicherheitsgefühl, das unser Leben anscheinend kalkulierbar macht. Aber Sicherheit in diesem Sinne ist reine Illusion, denn Leben ist ständige Veränderung. Wir Menschen nennen positive Veränderung meist: Entwicklung, Fortschritt, zukunftsweisende Tendenzen, während wir negative Veränderungen als Rückschritt, Verlust oder Katastrophe bezeichnen.


Wertfrei betrachtet besteht das Leben aus nie versiegender Dynamik. Denjenigen, denen dies bewusst ist, die sogar Freude an Dynamik und Veränderung haben, diese Menschen haben wirkliche Sicherheit, innere Sicherheit. Diejenigen, die an Gewohnheit und Absicherung hängen, deren Entwicklung und Dynamik wird scheinbar von außen, schlimmstenfalls durch Katastrophen aktiviert.


Das Problem der fehlenden Wahrnehmungs- und Wandlungsbereitschaft scheint auch in Asien vorherrschend zu sein. Eine Ausnahme, die durch die Presse bekannt wurde, war eindrucksvoll. So hatte ein kleines Urvolk Thailands trotz Ihrer ungünstigen Insellage vor der Küste Thailands aufgrund ihrer noch vorhandenen Sensibilität und Wandlungsbereitschaft die Naturkatastrophe relativ unbeschadet überstanden. Sie hatten ohne Warnung alleine über ihr intuitives Wissen alle ihr Leben gerettet. Ebenso war zu beobachten, dass unter den Leichen kaum Tiere zu entdecken waren. Auch die Tiere, über die wir Menschen uns oft erheben, folgen ihrem intuitiven Wissen, das offensichtlich nicht durch Gewohnheit- und Sicherheitsbedürfnis überschattet ist.


Es ist offensichtlich, dass sich in der heutigen Zeit vermutlich weltweit eine Wandlung sowohl auf materieller, wie auch auf spiritueller Ebene vollzieht. Es scheint, als ob sich in Asien das materielle Denken und eine materielle Lebensweise entwickelt, während in Europa sich die spirituelle Denk- und Lebensweise verbreitet.


Als Symbol für diese Veränderung kann die Verschiebung der Erdplatten gesehen werden. Die Basis, der Standpunkt, das Grundsätzliche hat sich verschoben und damit eine Kettenreaktion von Veränderungen ausgelöst: Auf das unterirdische Erdbeben folgt der Tsunami, symbolisch gesehen, eine andere Form der Revolution. Die Wellenberge symbolisieren die Aufwallung von Emotionen, die bisher in Asien diszipliniert wurden. Individuellen Gefühlen wurde bisher möglichst keinen Ausdruck verliehen. Vermutlich wird sich dies jetzt ändern. Gerade dann, wenn sich im Sinne des materiellen Denkens persönliche Bedürfnisse entwickeln, sind die individuellen Gefühle wichtig. Sonst kann diese Veränderung nicht stattfinden. Von den bisherigen Strukturen wird nur das übrig bleiben, was stabil war, was jetzt noch Bestand hat, was sinnvoll ist, für das, was jetzt kommt. Jetzt muss aufgeräumt werden damit Neues kommen kann.


Wenn unsere Deutung stimmte, durfte unseren Freunden nichts Negatives passiert sein. Denn Wandlungen waren für sie eher wünschenswert. Erfreulicherweise hatten wir zwei Tage später telefonischen Kontakt.


Sie berichteten, dass nach der Katastrophe an einem schönen aber verwüsteten Strand, der dringend hätte aufgeräumt werden müssen, die Menschen zunächst jammerten und bettelten, anstelle zu handeln. Auch jetzt, fast vier Wochen nach der Flutkatastrophe, hat sich diese Haltung manifestiert: Ohne jetzt zu einer globalen Aussage kommen zu wollen, mussten uns unsere Freunde doch berichten, dass gerade Diejenigen, die „nur“ von materiellen Folgen betroffen seien, apathisch in den Fluthilfelagern kauern und in Lethargie verharren. Diese Opferhaltung der Menschen wird sich auch in Sri Lanka in aktive Handlungsweise verändern müssen, damit sich eine konstruktive Entwicklung in Richtung Eigenverantwortlichkeit vollziehen kann.


Eine solche Katastrophe hat, wie wir es deutlich, an von Tag zu Tag häufigeren Beispielen beobachten konnten, einen fast katalytischen Effekt. Aktivität und Hilfsbereitschaft entwickelten sich expotential. Da unsere Freundin ebenfalls kreativ homöopathisch arbeitet, lag es nun nahe, die Homöopathie in den Entwicklungsgedanken mit einzubeziehen. Wir beratschlagten, welche Themen als generelle Themen beachtet und behandelt werden müssen. Unsere Freundin hat die ausgewählten Arzneien mit dem Trinkwasser verteilt. Bekanntermaßen wird eine homöopathische Behandlung jegliche Entwicklung fördern oder sogar reibungsloser gestalten, da die richtig gewählten homöopathischen Arzneien festgelegte, fixierte Bewertungen von Lebenssituationen auflösen können. Für den homöopathisch „enttraumatisierten“ Menschen wird zukünftig unbefangenes Handeln und entspannte Veränderung und Entwicklung dadurch viel leichter möglich.


Dieser Gedanke initiierte die Idee, die von der Katastrophe betroffenen Überlebenden homöopathisch zu behandeln. Telefonisch beratschlagten wir, welche Themen zu behandeln seien.

Deuten wir die möglichen oder unterdessen aufgetretenen Seuchenerkrankungen, so werden die Entwicklungsschritte sichtbar, die jetzt auf Sri Lanka gemacht werden müssen.

Es geht besonders um die Seuche, die durch verunreinigtes Wasser aufleben können. Das verunreinigte Wasser symbolisiert Gefühle, die nicht verarbeitet sind im Sinne von Ängsten (Durchfall), sich in seiner Lebenssituation äußerst unwohl fühlen, aber keine Idee haben aus den bisherigen Gewohnheiten auszubrechen (Erbrechen) etc.


Cholera hat die Bedeutung: Bodenlose Angst. Gefühl, keine Lebensberechtigung zu haben. Sich dem Leben entziehen, Sicherheit und Anlehnung wollen, Stärke vorspielen, aber nicht haben.


Typhus hat die Bedeutung: Fühlt sich unfähig die Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.


Enteritis, generell: Lebensängste; Lebensthemen sind nicht verdaut und verarbeitet.


Masern hat die Bedeutung: Drang sich nach anderen richten zu müssen. Es wird lieber anderen geholfen oder anderen gedient, anstelle Selbstbestimmung und Verantwortlichkeit für sich selbst in Betracht zu ziehen.


Zusammenfassend geht es generell um die Entwicklung der Selbstbestimmung und der Übernahme von Verantwortung. Diese Fähigkeiten sind die Basis für den wirtschaftlichen Aufschwung eines Landes höhere Lebensqualität und Persönlichkeitsentfaltung jedes Einzelnen.

Auch die direkten Folgen der Katastrophe wie Schock, Verletzung, Verlassenheit, Existenzverlust usw. können durch homöopathische Arzneien schnell und nachhaltig bewältigt werden. Durch die homöopathische Behandlung wird der „schicksalhafte Wiederholungszwang“ von schockierenden Erlebnissen aufgelöst, die ansonsten gemachte Erfahrungen relativieren.

Genau dies haben wir mit unseren Freunden im kleinen, noch privaten Rahmen auf Sri Lanka begonnen. Wir hoffen, dass diese Arbeit in öffentlichem Auftrag und Anerkennung großflächig fortgeführt werden kann.


Bedenken wir, dass Samuel Hahnemann einerseits durch die erfolgreiche Behandlung der Cholera für die Homöopathie Anerkennung fand, andererseits durch diese Behandlung einen massiven Entwicklungsschub der Menschen in seiner Zeit auslöste. Eine Wiederholung dieser Vorgehensweise ist für die Heilung und somit der Entwicklung der Menschen Sri Lankas und der anderen betroffenen Länder Asiens wünschenswert.


Antonie Peppler

Centrum für Klassische Homöopathie

Klingenweg 12

63920 Großheubach

Tel. 09371/2059;

Fax 09371/67030;

Internet www.ckh.de

Email: info@ckh.de


P.S. Für diejenigen, die für eine bessere Trinkwasserversorgung oder ähnliche auf Sri Lanka spenden wollen und den Anspruch haben, dass das gesamte gespendete Geld bei den Bedürftigen ankommt, was sonst häufig nur in einem Rahmen von nur 30% geschieht, weil 70% in die Verwaltung fließen, der kann die unten genannte Konto Nr. verwenden. Ich verbürge mich dafür, dass der Direktor der Deutschen Bank in Colombo, Stefan Mahrdt, das gespendete Geld direkt an die Betroffenen weiterleitet.


Deutsche Bank Colombo

bei Deutsche Bank Frankfurt

BLZ 500 700 00

Konto Nr. 1009572900

w/Spendenkonto Sri Lanka



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Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.