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22.6.06 PHI Info von:   phi
Plan einer islamischen Börse mit Hawala-Zahlungssystem

Teheran hält in der Zwischenzeit daran fest, dass es laufende Pläne zur Eröffnung einer Ölbörse in Konkurrenz zum New Yorker NYMEX und zur International Petroleum Exchange IPE in London habe. Die Iraner wollen ihre Ölbörse in Euro und nicht in US-Dollar betreiben. (Anm.PHI: Wir rechnen erst im Herbst damit) Wiederholt habensie erklärt, sie wollten ihre Euro-Ölbörse im Juni eröffnen, wieder taucht da dieser Monat auf. Im Hinblick auf diese bevorstehende iranische Ölbörse ging ein Trommelfeuer von Meldungen durch die westliche Presse, des Inhalts, dass diese Börse nie funktionieren werde. Als Konstante wiederholte sich in all diesen Artikeln, dass die Iraner nicht in der Lage seien, all die Handelsregeln und Bestimmungen einzuführen, die sich im Westen etablierthaben, deshalb werde die iranische Ölbörse nie funktionieren. Dies stellt das, was die Iraner tun wollen, falsch dar – wahrscheinlich absichtlich. Wenn man ihren eigenen Stellungnahmen Glauben schenkt, haben die Iraner gar nicht die Absicht, eine «Kopie» einer westlichen Börse einzurichten. Was sie planen, ist eine muslimische Börse.Der islamische Bankverkehr arbeitet mit dem «Hawala»-Zahlungssystem. Mit diesem System funktioniert die Bezahlung oft schneller und billiger als mit westlichen Überweisungen. Das System ist unmöglich zu regulieren. Das «Problem» liegt im viel höheren Bedarf an Bargeld. Grosse Teile der Abrechnungs- oder Saldierungsverfahren von Zahlungen erfolgen innerhalb der muslimischen Welt in «harten» Währungen wie Gold oder Golddinar. Alle Aufzeichnungen über Transaktionen werden nach Abschluss eines Wechsels oder einer Zahlung sofort vernichtet. Es gibt keine Regeln, wonach Absender oder Empfänger identifizierbar sein müssten. In der Praxis funktioniert das folgendermassen: Ein Mann von den Philippinen, ein Muslim, der in den Golf-Emiraten arbeitet, wird bezahlt. Er geht dann zum Bazar, oder arabisch «souk», und findet einen Geldwechsler. Er übergibt ihm einen grossen Teil dessen, was er gerade verdient hat und erhält dafür einen Kreditbrief und einige Tage später geht seine Frau , die auf den südlichen Philippinen lebt mit diesem Kreditbrief, in ein kleines muslimisches Büro oder einen Laden und erhält dort das Geld. Der «physikalische Beweis» dieser Transaktion wird anschliessend völlig gelöscht. Es ist, als ob die Bezahlung nie stattgefunden hätte. In vielerlei Hinsicht funktioniert das muslimische Hawala-System ähnlich wie das System, das man im Mittelalter in Europa verwendete.. Auf den grossen Märkten des mittelalterlichen Europas trugen die Leute, die von überall herkamen, Kreditbriefe aber wenig Bargeld auf sich. Nachdem sie die Kreditbriefe präsentiert hatten, konnten sie auf der Messe ein Konto eröffnen. Sie verkauften, kauften, borgten und verliehen Unmengen auf diesen europäischen Märkten. War der Markt vorüber, wurden alle Geschäfte «bereinigt», und nur dort, wo eine Differenz bestand, wurde diese mit Bargeld ausgeglichen. Anschliessend wurden die Aufzeichnungen weitgehend zerstört. Die Kaufleute, die dieses System leiteten, führten ihrerseits eine zweite Art «Clearing» unter sich durch und auch hier wurde nur dann Bargeld ausgetauscht, wenn eine Nettodifferenz offenblieb. Danach zerstörten auch sie ihre eigenen Aufzeichnungen. Es gab keinen Grund mehr für Aufzeichnungen, alle Zahlungen waren abgewickelt, und es gab keine Guthaben oder Schulden mehr. Dieses nahezu unsichtbare System machte Könige, Fürsten und Adlige schier verrückt, genauso wie den grössten Landbesitzer dieser Epoche, die katholische Kirche. Sie wussten, was vor sich ging, aber sie konnten es nicht sehen. Da war ein staubiger junger Schwede durchaus in einer besseren Position. Er konnte zu Fuss oder zu Pferd von Stockholm auf einen dieser Märkte gelangen, nur mit einem Stück Papier in der Tasche, und konnte, einmal dort angekommen, mit grossen Mengen handeln. Dann konnte er den Heimweg nach Stockholm antreten – mit einem anderen Stück Papier in der Tasche. Nach Hause zurückgekehrt, präsentierte er dieses Stück Papier einem lokalen Kaufmann, und prompt händigte ihm dieser eine mit schwedischen Münzen gefüllte Börse aus. Anschliessend verschwand der «Beweis» ganz einfach. Dieses globale muslimische Zahlungssystem treibt die westlichen Geheimdienste zum Wahnsinn, weil es undurchsichtig ist. Es bestehen nahezu keine Aufzeichnungen. Diejenigen Aufzeichnungen, die zu irgendeiner Zeit existieren, werden fortlaufend zerstört, sobald die Transaktion abgeschlossen ist. Westliche Steuerbehörden sind genauso ausser sich. Wie kann man ohne weit zurückreichende «Papierspur» herausfinden, wer wieviel Einkommen hat, um den Einzelnen dafür zu besteuern? Es gibt natürlich Betrugsmöglichkeiten bei allen Beteiligten, aber wer will sich vor einem Scharia-Gericht die Hand abhacken lassen, weil er einen gefälschten Kreditbrief vorgelegt hat. Ausserdem genügt eine einfache telefonische Rückfrage um sich die Echtheit eines Kreditbriefs oder Einzahlungsscheins bestätigen zu lassen.

Dieses System will der Iran etablieren

Die iranische Euro-Ölbörse wird zum Teil auf dieser Basis arbeiten. Muslime, die in allen Formen des Handels und Geldwechsels ausgezeichnet sind, werden natürlich mit westlichen Banken zusammenarbeiten und werden in Verbindung mit westlichen Zahlungssystemen den Euro benutzen, so gut wie andere westliche Währungen. Doch das muslimische Hawala-Zahlungssystem wird dort auch eingesetzt werden, falls irgendein westlicher Kaufmann es nutzen möchte. Das System ist ideal für «kriminelle» Aktivitäten, aber es ist genauso perfekt für ehrenhafte Kaufleute, die Privatsphäre wünschen. Es ist unzugänglich für westliche Steuersysteme und andere Mächte. (Quelle: The Privateer, April 2006, Nr. 551. Es ist von PHI nicht überprüfbar, ob der Iran tatsächlich solche Absichten hat; ist aber durchaus glaubwürdig. Die Abrechnung im Drogenhandel und Menschenhandel, funktioniert, sowie die Bezahlung von Terroristen funktioniert, so wie die Geldsendungen ausländischer Schwarzarbeiter in die Heimat funktionieren auch in dieser Weise. )

 

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