Seitenzugriffe seit dem 26.07.2006623
 
 
   
Infos von   www.das-gibts-doch-nicht.info
22.07.2006 Gerd Schumann Info von:  Junge Welt
Eisernes Schweigen
   

Die Türkei bereitet sich auf Krieg vor, Brüssel sieht zu

Und noch ein Krieg droht. Washington ist sauer, Brüssel nicht. »Verkehrte Welt« heißt das neue Spiel mit dem Feuer, das die türkische Armeeführung in Kooperation mit der rechten Erdogan-Regierung derzeit entwickelt. Die Republik Türkei, Kandidatin für eine Mitgliedschaft in der EU, transportiert seit Wochenbeginn Rüstungsgüter ohne Ende in ihre kurdischen Gebiete, verstärkt die dort stationierten mehr als 200000 Soldaten um weitere Truppen und erklärt offen: Wir bereiten eine Militärintervention im Nordirak vor – als unseren Beitrag im weltweiten Kampf gegen den Terror sozusagen. Und die USA als Nummer eins im weltweiten Antiterrorkrieg sagen dazu: »Nein, das wäre nicht klug.«

Washington weiß, daß die beiden kurdischen Peshmerga-Parteien KDP und PUK, ihre wichtigsten Verbündeten im besetzten Irak, einen türkischen Einmarsch nicht billigen werden. Zwar deklariert Ankara seine militärischen Gelüste als Beitrag zur »Terroristenbekämpfung«, doch vermuten die Regierenden im Nordirak – und in Bagdad! – berechtigterweise, daß es der Türkei vor allem um die reichen Ölvorkommen der Region geht und also um eine stärkere Einflußnahme auf die Zukunft des südkurdischen Gebiets. Dessen Autonomiestatus betrachteten sie bereits vor der US-Invasion in Mesopotamien als gefährliches Sprungbrett für separatistische Tendenzen im eigenen Land. Zudem propagierte die PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) und deren Guerilla lange Zeit ein »freies Kurdistan«. Allerdings hatte die von EU und USA als »terroristisch« eingestufte Organisation im vergangenen Jahrzehnt darauf nach und nach ebenso verzichtet wie auf den bewaffneten Kampf.

Die bis zu 10000 Frauen und Männer starke Organisation zog sich Ende der neunziger Jahre mangels Alternative in den kurdischen Nordirak zurück. Die Türkei bot ihnen keinerlei Perspektive. Sie ließ zudem PKK-Chef Abdullah Öcalan verschleppen, inhaftieren, zum Tode verurteilen. Spätere Versuche seitens der Exguerilla, Zugeständnisse für ein ziviles Leben ihrer ins südliche Kurdistan emigrierten Truppen zu erhalten, wurden von der Türkei mit Drohungen sowie Reue- und Abschwörverlangen gekontert – solange, bis sie ihr bewaffnetes PKK-Problem wieder in den eigenen vier Wänden hatte.

Jetzt wird gesäbelrasselt. Die Zeichen für Offensiven auf gegnerisches Gebiet stehen gut. Krieg gehört zum Alltag, und Recep Tayyip Erdogan, Türkeis Premier, sagt Washington: »Terrorismus ist überall Terrorismus.« Warum also laßt ihr zu, daß Israel gegen die Hisbollah bombt und verbietet unseren Krieg gegen die PKK?

Brüssel indes schweigt zum türkischen Aufmarsch eisern. Die EU präsentiert sich gegenüber Israel und dessen transatlantischem großen Bruder ebenso zahnlos, wie gegenüber ihrem Beitrittsaspiranten am Bosporus. Immer wieder vollmundig besprochene Lösungen im Nahen und Mittleren Osten – ob für die Palästinenser oder die Kurden – blieben aus. Leeren Worten folgt die militärische Tat. Auf dem Weg zum Flächenkriegsgebiet Nahmittelost demnächst auch mit türkischer Beteiligung.

 

 

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!
 

Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info

   
     
Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.