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4.7.2006 PHI Info von:   PHI
Söldner
   
Für eine Handvoll Dollar in den Irak -Arbeitslose in Lateinamerika und anderen Armutsgebieten als Söldner in den Irak: Die US-amerikanische Söldnerfirma Triple Canopy wirbt in Peru Kämpfer an. Versprochen werden 35 US-$ pro Tag. Tagelöhner in Peru verdienen durchschnittlich nur 8 US-$ pro Tag. Triple Canopy wurden von ehemalige Angehörigen der US-amerikanischen Eliteeinheit »Delta Force« 2003 gegründet. Vielleicht wurde die Firma auch direkt im Auftrag der US-Army oder des Verteidigungsministeriums von Strohmännern gegründet.. Am Erfolg der Firma läßt sich ablesen, wie sehr »Privatarmeen« inzwischen im Irak tätig sind. So erhielt das Unternehmen den 90-Millionen-Dollar-Auftrag, ein Dutzend Büros der irakischen Übergangsregierung zu schützen, die häufig von Widerstandskämpfern attackiert wurden. Eine andere Firma „Gun Suply“ heuert ebenfalls Freiwillige für den Irak an. Sie bilden allerdings gut aus und zahlen 50 US-$ Pro Tag. Rund 700 peruanische Söldner, die weder arabisch noch englisch können, sind im Irak eingesetzt. Vereinbarungsgemäß können die Söldner ihre Firma nur vor einem Gericht in Virginia/USA verklagen. In dem Arbeitsvertrag steht auch, daß keiner der Söldner die Fa Triple Canopy oder die US-Regierung verklagen kann, falls sie getötet oder verletzt werden In anderen Ländern Lateinamerikas, so in Chile, El Salvador, Honduras, Kolumbien und Nicaragua, hat Triple Canopy ebenfalls kampferprobte Mitarbeiter für den Irak angeworben. Sie werden im Durchschnitt besser bezahlt als ihre peruanischen Kollegen. Nach Berichten lateinamerikanischer Medien werden inzwischen mehr als 1200 Chilenen, Honduraner, Nicaraguaner und Peruaner in Bagdads sogenannter Grüner Zone gemeinsam mit den Besatzungstruppen zum Schutz von Botschaftsgebäuden, des US-Hauptquartiers und irakischer Regierungsgebäude eingesetzt. Im Todesfall, der nicht selten ist, werden sie in der Statistik als Zivilisten gezählt. Die US-Söldnerfirma Blackwater hat kürzlich eine Zweigstelle auf den Philippinen eröffnet. Demnach wurde in »Subic Bay Freeport«, einem ehemaligen US-Marinestützpunkt, der bis 1991 Basis der 7. US-Flotte war und jetzt als Industrie- und Geschäftsgegend genutzt wird, ein Blackwater-Büro eröffnet, um dort neue Söldner für das Unternehmen anzuwerben. »Blackwater USA« gehört zu den größten im Irak tätigen »privaten Sicherheitsunternehmen« und hat daher einen großen Bedarf an »Nachwuchskräften«. Nicht genannten Quellen zufolge sollen die philippinischen Söldner 165 US-$ bis 220 US-$ pro Tag bei Blackwater erhalten. Das ist zwar mehr als von Triple Canopy gezahlt wird aber noch weniger als die Hälfte von dem was US-Soldaten erhalten. Auf den Fidschi-Inseln sind ebenfalls Söldner-Anwerber US-amerika-nischer Firmen unterwegs. Rund 1000 Fidschianer wurden von US-amerikanischen „Sicherheitsfirmen“ angeworben und weitere rund 2000 von der britischen Armee. Über die Bezahlung der Fidschies gibt es sehr unterschiedliche Zahlenangaben. Für ein devisenhungriges Land wie Fidschi sind die Sicherheitskräfte eine willkommene Einnahmequelle. So erklärte Zentralbankchef Savenaca Narube, die Auslandsüberweisungen der Söldner seien zwischen 1999 und 2004 von 28 Millionen Dollar auf 170 Millionen Dollar gestiegen. Hinzu kommen die Beträge, die über private Kuriere inoffiziell nach Fidschi gelangen. Die Regierung macht keinen Hehl daraus, daß sie die Rekrutierung ihrer Bürger für den Irak begrüßt. Sie ist nach Ansicht des ehemaligen Arbeitsministers Kenneth Zinck »eine von vielen Lösungen, um mit der steigenden Beschäftigungslosigkeit fertigzuwerden«. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote bei 7,6 Prozent. Speziell die Firma Blackwater Security Consulting in North Carolina sieht sich gern als die Zukunft des Krieges. Gerade erst hat der Branchenriese angekündigt, künftig eine ganze Brigade Soldaten in die Schlachtfelder der Erde zu entsenden. Im Auftrag von Regierungen, der EU, oder der NATO könnten sie nach Angebotsschreiben der Firma eine Stadt im Irak, oder die Darfur-Region befrieden. Eine Blauhelm-GmbH mit eigenem medizinischen Dienst und Logistik für die Truppe. Schneller, günstiger und ebenso professionell wie die Militärapparate der Nationalstaaten, verspricht das Firmenmanagement. Nun ist Blackwaters kühner Traum von der Privatisierung des Krieges bedroht. Ausgerechnet der Einsatz, der die Firma im März 2004 mit einem Schlag weltbekannt machte, hat ein juristisches Nachspiel. Damals verirrten sich vier Angestellte der Firma in der sunnitischen Hochburg Falludscha im Irak und wurden erschossen. Grausam verstümmelt wurden die Leichen auf einer Brücke über den Euphrat zur Schau gestellt. Jetzt behaupten die Familienangehörigen der Toten, dass Inkompetenz und Profitgier der Firma zu ihrem Tod führten. Wie professionell Blackwater wirklich ist, wollen sie vor Gericht klären lassen. Die Vorwürfe sind gravierend und bewiesen sind sie bisher nicht. Blackwater hat vergeblich versucht den Prozess zu verhindern. Man müsse die Ehre "unserer gefallenen Kameraden" schützen wurde den Familien erklärt, aber ein firmeninterner Report über den Tod am Euphrat blieb unter Verschluss. Dem Gericht hat die Firma inzwischen Papiere vorgelegt, nach denen ihre Sicherheitskräfte ausdrücklich vor den "feindseligen und ausserordentlich gefährlichen" Arbeitsbedingungen hingewiesen wurden. Inzwischen sind mindestens 428 Zivilisten im Dienst von Blackwater und anderen Firmen im Irak gestorben Gezahlt hat in solchen Fällen bisher nur die US-Regierung, die per Gesetz einspringen muss, wenn diese zur Unterstützung von Militäraktionen im Ausland angeheuert wurden obwohl der Arbeitsvertrag der Söldner auch noch die staatliche Entschädigung ausschließt. Diese Garantie, daß die Söldnerfirmen für ihre Toten nicht zahlen müssen, steht jetzt auf dem Prüfstand und angstvoll verfolgt die gesamte Branche den Ausgang. Ein Urteil auf Schadensersatz würde den kühnen Träumen von Blackwater und ihresgleichen schwer schaden.

 

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