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Wir haben die Pflicht, die Kriegsverbrecher anzuklagen
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Dänischer Parlamentarier fordert Verhaftung und strafrechtliche Verfolgung von Israels Außenministerin Tzipi Livni. Gespräch mit Frank Aaen * Frank Aaen ist Mitglied im dänischen Parlament für die Einheitsliste Rot-Grün, die 2005 mit 3,4 Prozent der Wählerstimmen sechs von 175 Sitzen bekam. Während eines offiziellen Besuchs der israelischen Außenministerin Tzipi Livni in Kopenhagen in der vergangenen Woche haben Sie die Festnahme und strafrechtliche Verfolgung der Politikerin gefordert. Was hat Sie dazu bewogen?
Leider verschlechtert sich die Lage für die Palästinenser derzeit wieder – und damit für den ganzen Nahen Osten. Erst vor wenigen Tagen hat Israels Ministerpräsident Ehud Olmert angekündigt, die Siedlungen in der Westbank zu vergrößern. Umso mehr hoffe ich, daß die Menschen Israel gegenüber kritisch bleiben und ihre Stimme erheben.
Interview: Andrea Bistrich Hessischer Flüchtlingsrat fordert Bleiberecht für Kurden * Der Hessische Flüchtlingsrat erklärt zur Abschiebung des Kurden Serif Akbulut: Am Dienstag vormittag wurde Serif Akbulut aus Schlüchtern mit einem eigens dafür gecharterten Kleinflugzeug in die Türkei abgeschoben. Außer ihm selbst flogen lediglich das Flugpersonal und einige Beamte der Bundespolizei mit – eine Vorgehensweise, die man eher bei einem Topterroristen vermuten würde denn einem jungen Mann, der bloß bei seiner Familie sein möchte. Der hessische Innenminister Volker Bouffier muß sich angesichts des immensen Aufwands, der betrieben wurde, um einen hier seit acht Jahren lebenden, gut integrierten jungen Mann abzuschieben, fragen lassen, was seine Absichtsbekundungen für eine Bleiberechtsregelung noch wert sind. Der Innenminister hatte sich in der Vergangenheit mehrfach dafür ausgesprochen, geduldeten Flüchtlingen, die seit sechs Jahren in Deutschland leben, integriert sind und keine Straftaten begangen haben, ein Bleiberecht einzuräumen – Kriterien, die Serif Akbulut allesamt erfüllte. »Im Fall Akbulut offenbart sich ein erschreckender unbedingter Abschiebungswille der Behörden. Es drängt sich der Eindruck auf, daß kurz vor einer Einigung über eine Bleiberechtsregelung noch einmal versucht wird, mit allen Mitteln potentiell Bleibeberechtigte loszuwerden«, kommentierte Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrates, die Abschiebung. Der Flüchtlingsrat fordert schon seit langem vom Innenminister, bis zur Innenministerkonferenz im November einen Abschiebungsstopp für langjährig geduldete Flüchtlinge zu erlassen, wie es einige andere Bundesländer bereits getan haben. Auch verschiedene Stadt- und Kreisparlamente, darunter der Kreistag des Main-Kinzig-Kreises, in dem Serif Akbulut bis zu seiner Inhaftierung wohnte, haben in den vergangenen Wochen Resolutionen für einen solchen Abschiebungsstopp verabschiedet. »Eine Bleiberechtsregelung, die diesen Namen auch verdient, muß erstens von den Menschen überhaupt in Anspruch genommen werden können und zweitens auch Kriterien beinhalten, die auch von ihnen erfüllt werden können«, umriß Scherenberg die Anforderungen an eine Bleiberechtsregelung. Das bedeutet, daß sie bis zur Innenministerkonferenz vor Abschiebungen sicher sein müssen und außerdem eine mögliche Regelung keine wirklichkeitsfremden Ausschlußkriterien beinhalten darf. Hier ist vor allem der Sozialleistungsbezug zu nennen, da die übergroße Mehrheit der Geduldeten nicht arbeiten kann oder darf. Zusätzlich zu einer wirksamen Bleiberechtsregelung sollte denjenigen, die – wie Serif Akbulut – schon abgeschoben wurden, ein Rückkehrrecht eingeräumt werden, wie es Niedersachsens Innenminister Schünemann in die Diskussion eingebracht hat. Für den Flüchtlingsrat ist der Fall mit der jetzt erfolgten Abschiebung daher auch noch nicht zu Ende: Wir fordern, daß Serif wieder nach Deutschland kommen darf, um dort zu leben, wo er hingehört – bei seiner Familie im Main-Kinzig-Kreis.
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